schnupperangeln blechdosen

In den Sommermonaten werden vielerorts sogenannte Schnupperangeln für Kinder angeboten. Dass viele Angler und Angelvereine sich in ihrer Freizeit engagieren um den Nachwuchs für das beste Hobby der Welt zu begeistern, ist sehr erfreulich.

Weniger erfreulich hingegen ist es, wenn beim Schnupperangeln das eigentliche, das praktische Angeln ffür die Kinder scheinbar auf der Strecke bleibt.

Die Tageszeitung „Schwäbische“ berichtet in Ihrer Onlineausgabe von einem "Schnupperanglen" im Bayerischen Leutkirch.

Zielwerfen auf Blechdosen anstatt Angeln

Wenn man den Bericht liest, kann man schnell den Eindruck gewinnen:
Statt Kinder einfach praktisch angeln zu lassen, damit sie das tolle Erlebnis "Angeln" kennen lernen können, werden sie wie in der Schule von Erwachsenen belehrt.

Dabei sind Kinder neugierig.
Die wollen wissen!
Die kommen schon, wenn sie was nicht verstehen!

Spätestens dann, wenn das Kind daneben den ersten Fisch, fängt, oder den größeren, wollen sie wissen wie und warum.
Schon kann man so quasi "im Vorbeigehen" den Kids vieles vermitteln, was Angeln so einizgartig macht.

Also braucht man dazu dann nicht vorher Theorie- und Naturschutzunterricht, was die Kids dann eher wieder vergault.

Eine weitere Frage: Warum müssen kleine Mädchen, die einfach mal Angeln ausprobieren wollen, zuerst etwas über "Pflege und Aufzucht von Fischbeständen" lernen?

Die wollen einfach mal angeln, und keine Lehre mit Prüfung zum Fischwirt machen!

Denn da "träumt" ja wahrscheinlich jedes junge Mädchen (und jeder Junge) davon, in der Freizeit nach der Schule, zuerst mal noch weiter geschult und belehrt zu werden. Statt mal etwas so Tolles wie das Angeln auch einfach praktisch erleben zu dürfen.

Hier Zitate aus dem Artikel der "Schwäbischen" Leutkirch:

Erste Erfahrungen mit der Angel zu machen, die breite Palette des Naturschutzes, der Fischereikunde sowie von Hege, Pflege und Aufzucht von Fischbeständen kennenzulernen

und das war dann, laut Bericht, die erste Erfahrung mit der Angel:


Zunächst stand ein kleiner, theoretischer Teil auf dem Programm, bei dem Schmid alles Wissenswerte über die Fischerei, das Angeln und die Natur vermittelte"Anschließend zeigte Schmid den Mädchen, wie sie einen Angelköder zielgerecht in eine aufgestellte Blechdose manövrieren können.

Es wurde also laut Artikel nicht geangelt, sondern Casting auf Blechbüchsen betrieben und das dann als Schnupperangeln bezeichnet. Es wundert daher vielleicht weniger, dass nur 5 Mädchen teilgenommen haben - hätte man die Kinder richtig angeln lassen lassen, ohne erhobenen Zeigefinger und Naturschutzbelehrungen, wären es wahrscheinlich deutlich mehr gewesen.


Praktisches Angeln für Kinder in Bayern legal möglich

Oft hört man den Einwand, dass die Rechtslage ein „echtes Angeln“ für Kinder nicht hergeben würde. Das ist meistens aber falsch. Auch in Bayern hat man Möglichkeiten für Angelvereine geschaffen, um Kinder praktisch angeln lassen zu können.

Nachfolgend ein Auszug aus den Verwaltungsvorschriften zum Vollzug fischereirechtlicher Bestimmungen (VwVFiR)

10.6  Heranführen von Kindern und Jugendlichen an die Fischerei

10.6.1 
Wer das Mindestalter noch nicht erreicht hat und deshalb noch keinen Fischereischein erhält, darf unter folgenden Bedingungen an die Angelfischerei herangeführt werden:
-
Verantwortlich muss stets eine volljährige Person sein, die einen gültigen Fischereischein besitzt und über die notwendige Autorität verfügt. Diese Person übt den Fischfang im Sinn des Art 35 und 64 FiG aus und steht für die Beachtung sämtlicher einschlägiger Regelungen ein.
-
Dem Kind dürfen Handlungen, die seine Einsicht und Befähigung übersteigen, weder ganz noch teilweise überlassen werden; zu gewährleisten ist vor allem der Tierschutz. Deshalb dürfen Kinder nicht tätig werden beim

• Abködern eines lebenden Fischs,
• Betäuben und Töten von Fischen.
-
Im Übrigen darf ein Kind im Rahmen seiner Einsicht und Befähigung in die Ausübung des Fischfangs einbezogen werden. Die volljährige Person muss jedoch stets bereit und in der Lage sein, unmittelbar einzugreifen, sodass sie die Fangtätigkeit ständig "in der Hand" behält.
-
Das Kind darf keine eigene Angel verwenden, sondern nur am Fischfang des erwachsenen Fischereiausübenden beteiligt werden. Dieser darf nach § 12 Abs. 1 Nr. 6 AVFiG höchstens zwei Handangeln verwenden.
10.6.2 
Schulklassen und Schülergruppen dürfen im Rahmen des Unterrichts auch dann entsprechend Nr. 10.6.1 an die Angelfischerei herangeführt werden, wenn die Schüler das 10., nicht aber das 18. Lebensjahr vollendet haben. Die verantwortlichen Lehrkräfte haben jeden einzelnen Besuch am Gewässer vorher mit dem Fischereiberechtigten abzusprechen. Für die sachkundige Begleitung und Beaufsichtigung der Schüler sind die Lehrkräfte und der Fischereischeinberechtigte in gleicher Weise verantwortlich. Der Fischereiberechtigte soll, soweit zur Unterstützung erforderlich, weitere volljährige Fischereiausübungsberechtigte hinzuziehen.


Das Land Bayern steht hinter praktischem Angeln für Kinder

In der Vergangenheit gab es auch immer wieder Anzeigen von Tierrechtsorganisationen gegen Angelvereine, die Schnupperangeln durchführten. Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt (Freie Wähler) hatte daraufhin eine Anfrage an die Bayerische Staatsregierung gestellt und um Aufklärung gebeten.

Die Antwort der Staatsregierung war klar und deutlich pro Angler:

Insgesamt bewertet die Staatsregierung das Heranführen der Kinder und Jugendlichen als wertvolles pädagogisches Angebot.

Ausführliche Informationen samt einem Video-Interview zum Einsatz von der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt (Freie Wähler) für Schnupperangeln in Bayern findet ihr in diesem Artikel:

quergehakt mit Gabi Schmidt (MdL Bayern, Freie Wähler)

 Man sieht - die Möglichkeiten sind da!

 

Mein Appell

Lasst die Kinder endlich praktisch angeln!

 

Thomas Finkbeiner

netzwerkerFinkbeinerklein

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Kommentare  

Keine wirklich sinnige Maßnahme, um Kinder fürs Angeln zu begeistern.

Den Appell Kinder in D endlich richtig(!) angeln zu lassen, kann man nur befürworten.

Weder wird dadurch die Anarchie einziehen, noch die Fischwelt untergehen.

Anscheinend ists aber Salonfähiger, Kinder Stundenlang mit dem Smartphone daddeln zu lassen.

Oh ich vergaß..Tierschutz als Staatsziel im GG, da müssen die Bedürfnisse der Kleinen halt wie so oft hinten anstehen.
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