fischotter bayern

Seit Jahren verbreitet sich der Fischotter mit beachtlicher Geschwindigkeit in Bayern. Was von einigen Naturschützern als großer Erfolg gefeiert wird, stellt Teichwirtschaft und Angelvereine vor große Probleme.

Nachdem der Fischotter mittlerweile ganz Ostbayern nahezu flächendeckend besiedelt, machen sich auch die Teichwirte und Angler im etwa 100km weiter westlich gelegenen Aischgrund große Sorgen, dass der Fischotter auch an ihren Gewässern bald zu finden sein wird.

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler in Bayern veranstaltete deshalb in Gerhardshofen im Aischgrund einen Themenabend unter dem Motto:

"Otter – Ende der Karpfenteichwirtschaft?“

Der Einladung der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt (Freie Wähler) folgten zahlreiche Vertreter aus Teichwirtschaft und Angelvereinen. Auch die Redaktion von Netzwerk Angeln war als Presseorgan zu dieser Veranstaltung eingeladen. Nachfolgend ein, zugegeben nicht ganz kurzer, Überblick zur Veranstaltung und zum Thema Fischotter in Bayern.

Vorträge zum Fischotter in Bayern

In jeweils 20-minütigen Referaten informierten Dr. Christian Wagner vom Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft sowie Michaela Thiel vom Landesfischereiverband Bayern über Ihre Arbeit in Zusammenhang mit dem Fischotter.

Fischottermanagment in Bayern

vortrag fischotter wagner

Dr. Christian Wagner brachte es gleich zu Beginn seines Vortrags auf den Punkt: Es gibt einen Interessenskonflikt um den Fischotter. Einerseits werde er als liebenswertes, schützenswertes Tier betrachtet, das sich beispielsweise auch für Werbeanzeigen eigne. Auf der anderen Seite bringt der Fischotter Teichwirte um ihre Existenz. Aktuell sei der Fischotter im Aischgrund noch nicht angekommen. In den benachbarten Landkreisen wurden aber bereits Nachweise, auch durch Fischotterberater, erbracht.

Gezieltes Fischottermanagment seit 2016

Nach einer knapp 3-jährigen Diskussion wurde im Jahr 2016 mit der Umsetzung des Fischottermanagmentplans in Bayern begonnen. Die verschiedenen Maßnahmen im Rahmen des Fischottermanagments dienen 2 Zielen:

  • Abwendung von erheblichen Schäden in der Teichwirtschaft

  • Erreichung eines günstigen Erhaltungszustandes des Fischotters in Bayern

Beim zweiten Ziel bedarf es keiner großen Unterstützung – der Fischotter kümmert sich im Moment ganz alleine um seine Verbreitung und hat mittlerweile bereits den günstigen Erhaltungszustand erreicht.

Somit kümmere man sich in der Praxis vorrangig auch um den ersten Teil.

 

3-Säulen Modell im Fischottermanagment

Das Fischottermanagment in Bayern ruht aktuell auf 3 Säulen:

  • Beratung

  • Förderung präventiver Abwehrmaßnahmen (Zaunbau)

  • Entschädigungszahlungen

Drei Fischotterberater in Bayern

Bayernweit sind aktuell 3 Fischotterberater im Einsatz, die in Ihren Einsatzgebieten den Kontakt zu den Teichwirten suchen und sowohl beratend zur Seite stehen aber auch das Vorkommen des Fischotters bestätigen, Schäden aufnehmen und bei den Anträgen zu Entschädigungsleistungen helfen.

Durch diese Tätigkeiten erhalten die Berater ganz nebenbei auch einen recht guten Überblick über die Verbreitung des Fischotters und über die Sorgen und Nöte der Teichwirte. Sie geben diese Informationen an die Behörden weiter um den Fischottermanagmentplan auch entsprechend anpassen zu können.

Bereits jetzt seien die Fischotterberater „chronisch überlastet“, die Rückmeldungen der Teichwirte würden aber eine gute Arbeit bescheinigen. In den gut 2 Jahren, die die Fischotterberater nun in Bayern unterwegs seien, sind insgesamt bereits über 200 Nachweise, vorrangig im ostbayerischen Raum gelungen.

Zaunbau - guter Schutz vor Fischottern in Kleingewässern

Als etablierte Abwehrmaßnahme gegen den Fischotter gilt der Zaunbau. Dieser wird vom europäischen Meeres- und Fischereifonds mit 50% gefördert. Die Förderung ist aber an einige Bedingungen geknüpft, so muss etwa der beantragende Betrieb eine gewisse Größe aufweisen. Allzu viele Zäune sieht man in Bayern im Moment allerdings noch nicht: Bislang wurden 31 Zäune gebaut – dem gegenüber steht die Zahl von eben über 200 Fischotternachweisen.

Die Zäune sind aufgrund der, trotz Fördermaßnahmen nicht unerheblichen Kosten, nur für kleine Teiche wie sie etwa in Forellenzuchten zum Einsatz kommen ein probates Mittel. In den großen Karpfenzuchtgebieten, etwa der Oberpfalz oder auch dem Aischgrund ist es wirtschaftlich kaum möglich, solche Zäune zu errichten.

Entschädigungszahlungen für Fischotterschäden

Seit 2017 gibt es auch eine Richtlinie zur Entschädigung von Fischotterschäden in Teichen, nach der maximal 80% des festgestellten Schadens entschädigt werden.

Das Verfahren ist relativ aufwändig, da die Schäden schwierig nachzuweisen sind. Es muss daher in enger Kooperation mit den Fischotterberatern erfolgen, so müssen beispielsweise den Fischotterberatern die Abfischtermine mitgeteilt werden.

Bei über 10.000 Teichen alleine in der Oberpfalz, von denen ein Großteil innerhalb von 3 Wochen im Herbst abgefischt wird, dürfte auch einem Laien ersichtlich sein, dass das die Kapazitätsgrenzen der 2 Fischotterberater in der Oberpfalz übersteigen wird.

Zahlen und Fakten zu Fischotterschäden in Bayern

 

2016

2017

Anträge

61

116

Schadenssumme

280.886 Euro (förderfähig)

1.044.000 Euro
(noch nicht geprüft)

Entschädigung

224.053 Euro

Noch nicht bekannt

 

Der Fördertopf beinhaltete für 2016 zunächst nur 100.000 Euro, wurde aber aufgrund der zahlreichen Anträge kurzfristig auf 250.000 Euro erhöht.

Das Plus an Anträgen und Schäden im Jahr 2017 käme laut Dr. Christian Wagner aber auch daher, dass sich die Schadenszahlungen etabliert hätten und jetzt auch mehr Schäden gemeldet würden.

Ausblick zum Fischottermanagmentplan

Nach den ersten Erfahrungen mit dem Fischottermanagmentplan aus den Jahren 2016 und 2017 soll dieser nun rasch angepasst werden.

Neue Möglichkeiten zur Entschädigung bei Fischotterschäden

Ein Problem stellt für größere Teichwirte aktuell der De-minimis Status der aktuellen EU-Verordnung zur Entschädigung dar. De-minimis bedeutet in diesem Fall kurz gesagt, dass die Entschädigungszahlungen als „geringfügig“ eingestuft werden und dann ohne lange Genehmigungsverfahren erfolgen können. Das ist grundsätzlich einmal gut für die Teichwirte – doch aufgrund der massiven Schäden durch den Otter wird die Obergrenze für De-minimis Zahlungen mittlerweile in vielen Betrieben überschritten und sie können so nicht mehr entschädigt werden. Hier soll künftig eine neue Möglichkeit gefunden werden.

Entnahme des Fischotters in Bayern bald möglich?

In einem Beschluss des bayerischen Landtags aus dem Frühjahr 2018 wurde festgelegt, dass künftig der Fischotter-Managmentplan überarbeitet und um eine vierte Stufe, nämlich die Entnahme, ergänzt werden soll. Dies soll dann geschehen, wenn an „Erwerbsteichanlagen“ keine Präventions- und Abwehrmaßnahmen umgesetzt werden können.

Projekt Fischotter des Landesfischereiverbandes Bayern e.V.

vortrag fischotter thiel

Michaela Thiel, Referentin des Landesfischereiverbandes Bayern, präsentierte in Ihrem Vortrag das, aus den Mitteln der Fischereiabgabe geförderte, Projekt Fischotter. Während sich der Fischottermanagmentplan vorrangig an die Teichwirtschaft, also stehende Gewässer richtet, legt das Projekt Fischotter seinen Schwerpunkt auf die Fließgewässer Bayerns.

 

Fischotter kein Einzelgänger

Während in der Literatur der Fischotter oft als Einzelgänger mit riesigen Revieren von bis zu 50 Kilometern Flusslauf ausgewiesen wird, präsentierte die Referentin direkt zu Beginn Ihres Vortrags die Aufnahme einer Wildkamera welche 6 Fischotter zeigte. Wenn sich in den Teichgebieten solche Populationsdichten finden, ist klar dass die Fischotter, gerade im Winter wenn die Teiche abgelassen sind, zur Nahrungssuche in die Flüsse wandern. So ergeben sich dann natürlich auch diverse Zielartenkonflikte, insbesondere dann wenn bedrohte Fischarten und Fischotter den eigentlich gleichen Schutzstatus genießen.

 

Wieviel frisst ein Fischotter?

Neben der Erforschung der Verbreitung des Fischotters in Bayern steht beim Projekt Fischotter auch die Information über die Lebensgewohnheiten und geeignete Schutzmaßnahmen im Fokus. Während ein ausgewachsener Otter ca. 1kg am Tag frisst, bringen es junge noch heranwachsende Fischotter bereits auf 2kg pro Tag, säugende Fischotterweibchen sogar auf 2,5kg.

Im Schnitt hat ein Fischotter 2-3 Junge.

 

Fallenjagd auf Fischotter nur bedingt erfolgreich

Noch ist die Entnahme von Fischottern in Bayern zwar von Einzelfallbewilligungen abhängig, dennoch sorgten die von Michaela Thiel berichteten Erfahrungen zur Entnahme in Österreich für etwas ratlose Gesichter im Auditorium. In Niederösterreich wurde 2017 die Entnahme von 40 Fischottern genehmigt. Tatsächlich entnehmen konnte man nur 20 Fischotter, wovon nur 3 mit Fallen gefangen wurden. Laut Thiel seien die Tiere sehr gerissen, solange sie einen frischen Fisch im Bach oder Fluss erbeuten könnten würden sie diesen dem toten Fisch in der Falle den Vorzug geben.

 

Fischotter Spuren – Nachweismethoden im Fischotterseminar lernen

In den Regierungsbezirken werden auch spezielle Fischotterseminare angeboten in denen über die Biologie des Fischotters, Nachweismöglichkeiten sowie die Spurensuche vor Ort informiert wird.

 

Bereits seit dem Jahr 2007 günstiger Erhaltungszustand beim Fischotter – Entnahme muss kommen!

In Ihrem Abschluss-Statement plädierte die Referentin dafür, den wichtigen Schritt in Richtung Entnahme zu gehen. Alle Weichen seien dazu gestellt, insbesondere wies sie nochmal eindringlich darauf hin, dass der Fischotter bereits seit dem Jahr 2007 in einem günstigen Erhaltungszustand sei. Das bedeutet das Schutzgut (Fischotter) ist ungefährdet und die Population überlebensfähig.

Fischotter - ernüchternde Erkenntnisse aus der Oberpfalz

Den für viele Zuhörer sicher beeindruckendsten Vortrag des Abends steuerte dann Hans Klupp von der Teichgenossenschaft Tirschenreuth bei. Der aus der benachbarten Oberpfalz angereiste Teichwirt weiß wovon er spricht. Bereits seit 8 Jahren sorgt der Fischotter in Klupps Heimat, der nördlichen Oberpfalz, für erhebliche Schäden. In 2017 waren es alleine im Landkreis Tirschenreuth über 80.000 Euro. Wobei diese Zahl sogar noch deutlich zu niedrig gegriffen ist, da vor allem geringere Otterschäden oftmals gar nicht gemeldet und Schäden von Kleinstteichwirten in der Schadensaufstellung gar nicht berücksichtigt würden.

Betriebe die Gewässerflächen von weniger als 1ha bewirtschaften, würden bei den Otterschäden weder erfasst noch entschädigt. Gerade in der Oberpfalz mit mehr als 10.000 Teichen, sowie im gut 100km weiter westlich gelegenen Aischgrund mit über 4500 Teichen, ist die kleine Teichwirtschaft sehr weit verbreitet.

 

Biologisches Managment als Selbstzweck?

Dass der Teichwirt aus der Oberpfalz den Nerv der Zuhörer sehr präzise traf, wurde daran ersichtlich dass sein Vortrag von langanhaltendem Applaus aus dem Publikum unterbrochen wurde, so zum Beispiel als er über das „Managment von Tierarten“ sprach:

„Wenn ich das Wort Managment von Tierarten höre, dann stellen sich meine Nackenhaare ziemlich heftig auf, weil ich eigentlich kein Verständnis mehr dafür habe, dass die Teichwirtschaft ständig mit irgendwelchen Managmentprojekten konfrontiert wird.
Diese Tiere ernähren eine Heerschar von Biologen und Fachgutachtern. Da hat man gelegentlich schon Zweifel ob das alles so ganz vernünftig ist. „

Otterberater in Bayern leisten gute Arbeit

Auch wenn es den Teichwirten in Bayern neben den Ottern zum Teil auch die Behörden schwer machen – das Engagement der bayerischen Otterberater lobte er ausdrücklich:

Wir haben das große Glück gehabt, dass die Otterberater jeweils Fischwirtschaftsmeister sind. Sie sind sehr praxiserfahren und sprechen die Sprache der Teichwirte.

 

Doch auch wenn die Otterberater die Sorgen und Nöte der Teichwirte gut erfassen: Lösen können sie die Probleme natürlich nicht.

Weder Entschädigung noch Präventionsmaßnahmen lösen die Otterproblematik

Die als Präventionsmaßnahme vorgeschlagene Einzäunung sei bei einem Karpfenteich außerhalb jeder Diskussion. Ein Meter Otterschutzzaun kostet 100€. Das macht bei einem Teich mit der Größe von einem Hektar etwa 40.000€ Investitionskosten. Selbst bei einer 50%igen Förderung bliebe der Teichwirt auf etwa 20.000 Euro sitzen. Solche Summen als Teichwirt zu refinanzieren ist schlicht unmöglich. Die daraus resultierende Alternative ist die Einstellung der Karpfenproduktion. An dieser Schwelle sei man in der Oberpfalz bereits, im bayerischen Wald gäbe es in manchen Regionen bereits Nutzungsaufgaben von 50%. Wenn Teichwirte die Bewirtschaftung aufgeben erhalten sie zum Teil eine Förderung für den vollständigen Nutzungsverzicht in Höhe von 540€. Klupp bezeichnete diese Maßnahme wörtlich als „staatliche geförderte Vernichtung von Teichen“.

Die direkte finanzielle Entschädigung von Otterschäden würde laut Klupp den Teichwirten durchaus helfen, aber nur dann wenn das Problem überschaubar wäre. In der aktuellen Situation die jedes Jahr aufs neue beinahe Totalausfälle bringt ist die Entschädigung kein tragfähiges Mittel. Man wird vor allem keinen jungen Menschen dafür begeistern können sich der Teichwirtschaft als Beruf zu widmen wenn die Lebensperspektive lautet:

Du mühst dich das ganze Jahr über in der Teichwirtschaft ab, und wirst relativ wenig ernten weil den Ertrag Kormoran und Fischotter fressen. Anschließend gehst du zum Staat und bittest um eine Alimentierung.

 

Wildkameras zeigen: Fischotter machen auch vor 20 Pfund Karpfen nicht halt

Der Karpfenzüchter aus dem Landkreis Tirschenreuth wusste außerdem zu berichten, dass der Otter gerne auch große Fische tötet. Große Laichkarpfen in der Größenordnung 10kg seien kein Problem.

Der Fischotter tötet wesentlich mehr Fische als er auch tatsächlich frisst. Oftmals frisst er nur etwas an der Kehle. Die Wildkameraaufnahmen zeigen: Die Reste des toten Fisches werden dann von Schwarzwild, Fuchs und Dachs gefressen. Das wiederum bedeutet, dass der Teichwirt oftmals gar keine toten Fische zu Gesicht bekommt, das macht es zusätzlich schwer die Otterschäden festzustellen.

 fischotter schaeden oberpfalz1

fischotter schaeden oberpfalz2

  Otterschäden, dokumentiert an der Vils (Oberpfalz) im Winter 2017.

Reichhaltiger Speiseplan: Der Otter frisst nicht nur Fische

Mit Blick über den eigenen Tellerrand als Teichwirt stellte Klupp auch fest, dass der Otter biologische Lebensgemeinschaften als solche bedroht. Er fresse auch viele andere Tiere am Gewässer wie etwa Moorfrösche, Ringelnattern und zerstöre darüberhinaus auch die Gelege von Wasservögeln.

Keine Lösung der Fischotterproblematik in Sicht!

Zum Ende seines Vortrags machte Hans Klupp nochmals deutlich, dass auch er keine Lösung anbieten könne. Ihm blute das Herz wenn er betrachte wie in relativ kurzer Zeit die 1000-jährige Kultur der Teichwirtschaft in Bayern mit der sich daraus entwickelten Flora und Fauna vernichtet wird.

Freie Wähler reichen Antrag im Bayerischen Landtag ein

antrag fischotter gabi schmidt

Der Kernpunkt des Antrags sei die Genehmigung von Fang und Entnahme von Fischottern sowie die Entnahme von Fischottern durch die Schusswaffe.
Am aktuellen Fischottermanagment kritisierte die Abgeordnete besonders den strkuturellen Aufbau der Maßnahmen. Es werde immer von einem“Säulen-Modell“ gesprochen.
Tatsächlich sei der Fischottermanagmentplan in seiner jetzigen Form aber ein Pyramiden-Modell mit mehreren Stufen.
Die Maßnahmen, inklusive der Entnahme, müssten gleichberechtigt nebeneinander stehen.

Großer Informationsbedarf zum Fischotter im Aischgrund

fragerunde fischotter bayern

In der anschließenden Fragerunde stellten sich die Referenten dem Publikum. An die 30 Wortmeldungen zeigten, welche Brisanz das Thema Fischotter im Aischgrund aktuell hat.

Keine Entschädigung für Angelvereine bei Fischotterschäden

Die Vorsitzende des ortsansässigen Fischereivereins Neustadt a. d. Aisch, Rita Schiffermüller machte noch einmal deutlich dass Angelvereine im Moment für die Schäden die der Fischotter in den Flüssen verursacht keine Entschädigung erhalten würden.

Dieses Thema erhitzte auch die Gemüter der anwesenden Angler, in manchem Tischgespräch wurde die aktuelle Konstellation dass das Projekt Fischotter beim Landesfischereiverband Bayern aus der Fischereiabgabe, die jeder Angler in Bayern beim Erwerb des Fischereischeins entrichten muss, finanziert wird – und die Angler dann aber bei der Entschädigung leer ausgehen deutlich kritisiert.

Fischereiverband Mittelfranken mit klarer Positionierung zum Fischotter

Klar für eine Entnahme sprach sich auch der Präsident des mittelfränkischen Fischereiverbands, Jörg Zitzmann, aus. Die Entnahme solle aber nicht nur als letztes Mittel ermöglicht werden, sondern gleichberechtigt auf der gleichen Stufe wie Entschädigungsleistungen und präventive Maßnahmen im Fischottermanagmentplan vorgesehen werden.

Wenn nicht bereits jetzt klare und eindeutige Regelungen geschaffen würden, drohe die Gefahr dass wie beim Kormoran die
Populationsentwicklung des „Fraßfeindes“ gewissermaßen verschlafen würde.

Wie viele Fischotter gibt es in Bayern?

Dass der Fischotter auch ein großes Politikum ist, zeigte der Vorsitzende des mittelfränkischen Fischeriverbands Jörg Zitzmann ebenfalls recht eindrucksvoll mit einer eigentlich recht einfachen Frage. Er wollte schlicht wissen, wie viele Fischotter es in Bayern schätzungsweise gibt. Trotz mehrfacher, deutlicher Nachfrage blieb man ihm eine konkrete Zahl schuldig.

fischotter zitzmann

Jörg Zitzmann, Vorsitzender des Fischereiverbands Mittelfranken

Gesellschaftliche Anerkennung für die Fischotterentnahme

Der Vorsitzende der Teichgenossenschaft Aischgrund, Walter Jakob, wies darauf hin, dass der Otter dem Jagdrecht unterliege – für eine mögliche Entnahme sei man daher auch auf das Mitwirken der Jäger angewiesen. Die Jäger sollten daher vor allem was die gesellschaftliche Anerkennung der Entnahmemaßnahmen angeht, stark von Teichwirten und Anglern unterstützt werden.

 

Weitere Informationen zum Fischotter:

Wildtierportal Bayern

Umfassende Informationen zum Fischottermanagment in Bayern

Vortrag zum Projekt Fischotter des Landesfischereiverband Bayern

Begleitende Folien (47-Seiten) zum Projekt Fischotter des Landesfischereiverband Bayern

Otterspotter

Detaillierte Daten zur Fischotterverbreitung in Deutschland

netzwerkerfranzklein

Franz Hollweck

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Kommentare  

Toller Beitrag Franz,Danke!

Interessant übrigens, das per Fischereiabgabe das Projekt Fischotter mitfanziert wird, Angler/Vereine bei Schäden dann finanziell allerdings in die Röhre schauen..irre,wusste ich bis dato nicht.

Die trotz Nachfrage nicht auf den Tisch gelegten Bestandszahlen...

Ottermanagement auf Basis von nicht dargelegten Schätzungen? Nicht können oder nicht wollen?

Hat durchaus einen bekannten, unangenehmen Beigeschmack.
Antworten
Hallo Peter,
Danke fürs Lob. Für Angelvereine ist es kaum möglich die Schäden zu dokumentieren, in geschlossenen, reinen Aufzuchtgewässern wäre das evtl. noch möglich. In offenen Gewässern wie etwa Flüssen oder Kiesgruben an denen dann auch geangelt wird ist man defacto chancenlos.

Dass sich niemand traut Bestandszahlen zu nennen ist schon beinahe zum Schmunzeln. Biologen, Gutachter und Berater managen den Fischotter, aber zur elementarsten Frage gibt man keine Einschätzung ab. Das wird durchaus seine Gründe haben.

Ich empfehle auch sich das Video des Vortrags von Hans Klupp anzuschauen, das zeigt wie komplex und schwer lösbar die Problematik um den Fischotter ist.
Antworten

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