erfolgreich schleienangeln

Die Schleie, dieser grüne Friedfisch ist mit so vielen Mythen bedacht; „Schleien sind zickig - schwer zu fangen - spielen stundenlang mit dem Köder - man weiß gar nicht ob welche im Gewässer sind - die fängt man eh nicht - da muss man sich die Nächte um die Ohren hauen - …“ und so weiter.

In diesem Artikel möchte ich aufzeigen, dass Schleienfang überhaupt kein Hexenwerk ist, wenn man einer klaren Strategie folgt. Und auch wenn des Anglers liebstes Thema - die Köder - eine große Rolle spielt, es ist erst der letzte Schritt dieser Strategie, denn der Fangerfolg ist primär von anderen Dingen abhängig.

2 schleie tinca tincaDer Zielfisch! Ihn bekommt man, indem man sich Schritt für Schritt an ihn heranarbeitet.

Wie sieht eine „Strategie“ zum Schleienfang aus?

Sie ist zunächst mal das Gegenteil von „einfach mal ans Wasser gehen, irgendwie allgemein auf Friedfisch zu angeln und zu hoffen, dass hauptsächlich Schleien dabei rum kommen“.

Bei allem, was wir tun, haben wir von vornherein die Schleie im Fokus und versuchen die Beifänge so weit wie möglich zu minimieren. Wenn man beispielsweise eine Rotfeder nach der anderen am Haken hat, läuft grundsätzlich etwas schief und es wird so nichts werden.

Die Gewässerwahl - Sind überhaupt Schleien da?

So schlicht, wie diese Frage sich anhört, sie ist der erste und wichtigste Punkt bei der Jagd auf die Tincas.

Kleine bis mittlere Seen, Altarme und Teiche sind die Gewässertypen, in denen die Wahrscheinlichkeit Schleien zu finden, am höchsten ist. Selbstverständlich gibt es sie auch in Flüssen, Gräben, Talsperren und Schifffahrtskanälen, aber gezieltes Angeln ist dort wesentlich schwieriger.

4 schleiengewaesser altarmEin Altarm mit viel Bewuchs und Totholz. Hier riecht es geradezu nach Schleien

Eigentlich gibt es kaum kleine bis mittelgroße stehende Gewässer in unseren Breitengraden, in denen überhaupt keine Schleien vorkommen. Kalte Bergseen viell. mal ausgenommen. Und sind sie erst einmal vertreten, kriegt man sie auch kaum wieder weg.

5 burggraben schleiengewaesserBurggräben sind eher strukturlos, meist recht flach und häufig der Gefahr von Sauerstoffmangel ausgesetzt. Doch bei richtiger Hege können sie tolle Schleiengewässer darstellen.

Da sie sich bevorzugt im dichten Kraut aufhalten, sind sie im Gegensatz zu vielen anderen Fischen, gut vor Prädatoren, auch Kormoranen, geschützt. Sie sind in der Lage extreme Wetterlagen zu überstehen, denn sie können sowohl in Kälte- wie auch in Hitzestarre fallen, vertragen kurzfristig sogar starken Sauerstoffmangel. Mit Karauschen gehören sie zu den beiden Arten, die dauerhaft noch in Gewässern leben können, in denen alle anderen Arten längst erstickt sind.Ihre Vermehrungsrate ist hoch, ihr Futterspektrum breit, ein Bestand kann unter schlechten Umständen so verbutten, dass sie sich schon ab einer Größe von 13-15cm vermehren.

Nicht schön für Angler, aber es zeigt, wie zäh und beständig diese Fischart ist. Wenn du auf ein Gewässer stösst, wo du viele kleine Schleien fängst, deren Kopf einen Tick zu groß für den eher dünnen Körper erscheint, brauchst du dort nicht weiter versuchen eine anständige zu erwischen.

Aber gerade ein Gewässer, von dem lapidar gesagt wird, „hier gibt es keine Schleien, früher mal, ja, aber es wurden schon lange keine mehr gefangen“, verspricht große grüne Brocken jenseits der üblichen 20-40cm.

6 schilfguertel schleieSchleien lieben ins Wasser reichende Schilfgürtel. Sie bieten besten Schutz, viel Kleintiere als Nahrung und Laichmöglichkeiten.

Ich rate, sich nach einem kleinen See, Altarm oder Teich umzusehen, der in die klassische Kategorie „Hecht-Schleien-See“ fällt, also klares Wasser, viel Struktur, ausgedehnte Flachbereiche und reichlich Pflanzen; Schilfgürtel, Seerosen, Krautfelder.

Idealerweise sollte dieses Gewässer möglichst wenig Karpfenbesatz zu verkraften haben, am besten gar keinen, aber wo gibt es das schon. Teiche, in die jedes Jahr reichlich Satzkarpfen gekippt werden, taugen eher weniger, denn die Wasserschweinchen wühlen dermaßen den Bodengrund auf, dass das Wasser auf Dauer trüb wird und so der Pflanzenwuchs leidet. Dies ist keine gute Voraussetzung für die Entwicklung von Schleien. Dazu stehen Karpfen natürlich auch noch in direkter Nahrungskonkurrenz.

7 seerosenfeld schleien„Wie und was soll man denn da angeln?“, fragen sich die meisten Angler, doch dem Schleien-Fan geht bei solch ausgedehnten Seerosenfeldern das Herz auf!

Wenn dazu noch in Erfahrung zu bringen ist, dass Schleien in nicht-verbutteten Größen gefangen werden und/oder der Bewirtschafter den Bestand mit Besatz stützt, ist die Wahl perfekt. Eine der besten Informationsquellen sind Karpfenangler. Wenn man sich während eines Spaziergangs am Wasser bei diesen als Angler outet, der an Schleien und eben nicht an Karpfen interessiert ist, bekommt man meist problemlos Interessantes über deren „Beifänge“ zu hören.

9 schleienbesatzSchleienbesatz von dem viele Angler träumen.

Für uns relevant sind auch nicht die Spots, die der Carphunter befischt, auch nicht seine Köder, sondern das Vorkommen von Schleien, ihre Größe und die Zeiten in denen sie gebissen haben.

10 kapitale schleieDiese 2021 gefangene Schleie wäre in Hitparaden sicher ganz vorne dabei, wenn der Karpfenangler seinen „Beifang“ gemeldet hätte. (Foto: I. Homa)

11 schleien im drillEs zählt nicht nur die Größe! In vielen Gewässern sind Schleien schon selten und dementsprechend schwer zu erwischen. Da ist auch ein kleiner Fisch ein Riesenerfolg. Und für alle gilt: sie sind wunderschön und kampfstark!

Schleien Lokalisieren – Entscheidend für den Fangerfolg!

„Jetzt hat der Kerl so viel über Gewässer geschrieben, nun auch noch ‚Fische suchen‘? Was soll das? Jeder normale Bericht ist längst bei Rute, Schnurstärke, Anfüttern und vor allem Köder angekommen“.

Jeder normale Bericht vielleicht, aber dann ist es keiner, der wirklich zum Fisch führt! Denn der Grund, warum Schleien vielerorts so selten gefangen werden, ist einfach: Es wird an den falschen Stellen zur falschen Zeit gefischt! Ein wichtiges Instrument um möglichst sicher Tincas zu finden ist: eine Polbrille! Damit spaziert man nun häufiger zu verschiedenen Uhrzeiten um das Gewässer und sucht nach - nein, nicht unbedingt direkt nach Schleien, sondern nach Spuren von ihnen: kleine Bläschen, die vom Grund aufsteigen und „wandern“.

12 polbrille schleienangelnDem Schleienangler erleichtern Polbrillen erheblich die Suche nach den Standorten, Strassen und Fressplätzen der Zielfische.


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Von aufsteigenden Gasblasen sind diese gut zu unterscheiden, sie sind viel feinperliger und „wandern“. Natürlich können solche Fressbläschen auch von anderen Fischen stammen, doch wenn sie in der Nähe von oder zwischen Schilf, Seerosen und Kraut auftreten, ist die Wahrscheinlichkeit, Schleien entdeckt zu haben, schon recht groß.

13 gruendelnde schleienGründelnde Schleien? Natürlich kann das auch eine andere Fischart sein. Aber gründelnde Fische sind ein Baustein bei der Suche nach der richtigen Angelstelle.

Dazu hilft die Polbrille Details der Unterwasserstruktur zu erkennen; Plateaus, dunkle Rinnen in hellerem Boden, Lücken im Kraut,… alles potentielle Hot Spots.

Tincas ticken völlig anders als z.B. Karpfen. Sie halten sich vorzugsweise direkt in zuvor genannten Pflanzenbeständen auf, Karpfen eher am Rand dieser. Dabei kann Schleien der Bewuchs gar nicht zu dicht sein.

Wenn man glaubt, es balgen sich Ratten oder Wasservögel im Schilf, dort wo sich in nur 20cm Wassertiefe die Halme kräftig hin und her bewegen - das können auch Schleien sein.

Der Schatten, der von Seerose zu Seerose huscht? Schleie!

Diese Gemüsehölle verlassen sie durchaus, oft in regelmässigem Turnus. Das kann in der Mittagsglut sein, aber auch um 3Uhr nachts.

Es gibt zumindest einen Zeitraum, in dem ihre Aktivität wahrscheinlicher ist als andere: sie sind echte Frühaufsteher. Die frühen Morgenstunden, kurz um die Dämmerung herum, scheinen ihnen besonders attraktiv zur Nahrungsaufnahme zu sein. Ich persönlich liebe das Angeln in der Abenddämmerung um ein vielfaches mehr, muss aber zugeben, dass diese Dämmerungsphase oft nicht halb so effektiv ist wie die morgendliche.

Dazu nutzen sie häufig dieselben Wege, um von einem Standort zu einem anderen zu ziehen; die berühmten „Schleienstrassen“. Die können z.B. Rinnen sein, die nur wenige cm tiefer liegen als der Untergrund der Umgebung. Manchmal ist bei besten Willen aber auch nicht zu erkennen, warum sie immer wieder diese eine Strecke zwischen zwei Spots nehmen, obwohl uns ein anderer Weg viel logischer erscheint.

Wer es schafft, zusätzlich zu den Spots, an denen sie lange verweilen, und den Zugrouten dazwischen, auch noch die Hauptverkehrszeit zu ermitteln, der wird in nur 2 Stunden Angelzeit dieselbe Zahl Fische fangen, wie derjenige, der durch langes, evtl. mehrfaches Aussitzen erst mal diese Zeiten rausfinden muss

Denn man fängt Schleien nicht konstant über einen längeren Zeitraum hinweg, sondern meist geballt in einer Phase von ein bis drei Stunden - und dann passiert wieder zig Stunden gar nichts.

Da nützt dann auch kein regelmäßiges Vor- oder Nachfüttern. Karpfen kann man erziehen, Schleien nicht. Ein Futterplatz kann sie zwar eine Zeitlang an die Angelstelle binden, sie werden ihre Reiserouten und -zeiten wegen ihm aber nicht großartig ändern.

Ganz wichtig: hat man einen Schleienspot gefunden, der oft ufernah liegt, kann man gar nicht „zu nah“ am Ufer angeln. Dieser Spruch ist oft zu lesen, hier ist er -wie beim Aalangeln- wortwörtlich zu nehmen. 30cm vom Uferrand und nur 20cm Wassertiefe sind keine k.o.-Kriterien, um dort eine beköderte Falle aufzustellen.

K.o.-Kriterien an solchen Stellen sind dann aber: dicht an genau dieser Uferkante zu sitzen, Lärm verursachen machen, herum zu laufen, mit Kumpels beim Bier Schwätzchen zu halten und vor allem mit der Kopflampe rumzufuchteln.

Indianer fangen Schleien, Campingtouristen allenfalls Karpfen.

Beim ufernahen Nachtangeln reicht ein blasses rotes oder blaues Knicklicht statt des üblichen grell-gelben völlig. Und wenn man dann noch genau weiß, wo man was hingelegt hat und seine Dunkel-Sichtigkeit nicht mit dem Handy verstrahlt, braucht man selbst beim Drill und Versorgen eines Fangs allenfalls das Rotlicht der Kopflampe; so ist dann auch der nächste Fisch nicht gleich vergrault. (Tipp: beim Nachtangeln immer einen alten weissen Kopfkissenbezug o.ä. neben den Stuhl auf die Erde legen, auf dem alles Wichtige abgelegt wird, dann braucht man nicht mit Licht suchen). Ein paar generelle Gedanken zur nächtlichen Ausleuchtung beim Angeln könnt ihr auch der Glosse "Lampe oder Brett vorm Kopf" entnehmen. Lesenswert!

 Verhalten von Schleien: Hilfe aus der Wissenschaft!

Ifishman, das „Fachgebiet für Integratives Fischerei-Management am Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Lebenswissenschaftlichen Fakultät an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU)“, bietet eine hervorragende Bewegungsstudie an, quasi „lebende Fischkarten“, über ein ganzes Jahr hinweg mit Bezug zu Temperatur, Wassertiefe, Fischgröße, usw.

Auch wenn man in diesen Filmen die Schleien die meiste Zeit nicht sieht, weil sie in dichtem Kraut stecken, kann man viel über ihre Aktivitäts- und Ruhephasen lernen:

Webseite: https://www.ifishman.de/praktikerinfo/lebende-fischkarten/

Videos zu Schleien-Aktivitäten: Youtube-Kanal Fischaktivitäten


Methode und Angelgerät zum Fang von Schleien

Man kann Schleien mit allerlei Methoden fangen:

  • mit der langen, rollenlosen Stippe
  • direkt im Seerosenfeld an der Oberfläche
  • beim Feedern
  • mit Schwing- und Zitterspitze
  • mit der Liftmethode
  • beim Method Feedern
  • Laufblei mit/ohne Pose
  • mit der Raketenpose mitten im Grün
  • an der freien Leine

Jede dieser Methoden ist sicher einen eigenen Artikel wert, außer das Feedern, meiner Meinung nach. Ja, man fängt auch beim Feedern ab und an auch eine Schleie, ich schreibe es deren Neugier zu, aber Tinca Tinca ist eigentlich gar kein Fan von regelmäßigem, lauten „Platschen“ am Angelplatz.

Um bei den Grundlagen des Schleienfangs und den einfachsten Möglichkeiten zu bleiben, konzentrieren wir uns hier und jetzt auf zwei sehr erfolgreiche Praktiken:

Dem Posenangeln mit Waggler & Co. und der Grundangelei samt Selbsthak-Montage.

Angelgerät zum Posenangeln auf Schleien

Um das notwendige Equipment dazu gleich schnell abzuhandeln: man kann Schleien mit sehr feinem Gerät fangen, aber wo Schleien beißen, ist der Karpfen meist nicht weit und das nächst liegende Gestrüpp oder anderes Unterwasserhindernis auch nicht.

Das bereits angeführte Lokalisieren der Spots und die noch folgenden Strategie-Bausteinen, „Futter und Köder“, haben auch immer das Ziel: Beifänge vermeiden! Beim Gerät sollten wir trotzdem davon ausgehen, dass es Beifänge gibt. Deswegen pfeifen wir auf feinste Rute, 18er-Schnur und solche Spielereien. Schleien können zwar durchaus vorsichtig und sogar schnurscheu sein, aber sie sind auch neugierig und verfressen! Mit einer robusten Ausrüstung haken wir nicht nur fast genauso viele Fische, wir kriegen sie auch sicher in den Kescher.

Zum Angeln mit der Pose ist das schönste was man nehmen kann, eine klassisch englische Matchrute bzw. Float-Rute von 10-14ft und ½-1¼oz. Eine mittlere Grund-, Posen-, Allround- oder Spinnrute von 2,7-4,2m und 10-30gr Wurfgewicht funktioniert aber auch.

Mehr Details zum Gerät für die Posenangelei findet ihr im Artikel: "Schleien angeln mit der Pose"

Angelgerät zum Grundangeln auf Schleien

Die Wahl der Grundrute ist noch einfacher: alles was Köder samt Blei an den Platz bringt und den wütenden 15pfündigen Beifang-Karpfen vom nächsten Unterwassergeäst abhalten kann, ist geeignet.

Wir brauchen für den Selbsthak-Effekt ca. 50Gramm Bleigewicht, beim Method-Korb kommt nochmal dasselbe an Gewicht für das Futter drauf. Sowohl zum Posenfischen, wie zum Grundangeln, tut ein weicheres Ruten-Rückgrat der Sache gut und bereitet dem Angler beim Drill auch viel mehr Spaß. Ideal zum Grundangeln sind leichte bis mittlere Feeder-Ruten, weil sie eine belastbare parabolische Aktion haben und vielseitig einzusetzen sind.

Die Rolle muss eine funktionierende Bremse haben, ein Freilauf ist schick, aber nicht zwingend notwendig; die bei offenem Bügel unter einem Gummiband am Rutenblank festgeklemmte Schnur lässt einen Run genauso ziehen. Dazu eine vernünftige, mindestens 25er, besser 30er Mono, fertig. Geflochtene Schnur kann man nutzen, sie bietet jedoch hier kaum Vorteile. Dafür gereicht die fehlende Dehnung schnell zum Nachteil, sie muss wenigstens durch eine weiche Rute und eine soft eingestellte Bremse kompensiert werden. Sinn macht Geflecht beim Angeln mitten im Kraut. Gar keinen Sinn mach es beim Angeln dicht an Holz, Steinen oder auf Muschelbänken.

Grundsätzlich fische ich persönlich gern in der Kombination: eine aktive Posenrute auf dem Spot, ein oder zwei Grundruten in der Nähe, wenn möglich, ansonsten liegen die Köder der Grundruten an anderen interessanten Stellen.

So habe ich Aktivität und Spannung durch die Posenrute, die ein oder zwei Grundruten dazu steigern meine Erfolgsaussichten erheblich, ohne mich großartig abzulenken.

14 posen und grundrutePosen- und Grundrute in Kombination ergeben nicht nur hohe Effizienz, sondern auch Angelspaß pur!

Die Sache mit dem Haken

Man sieht, Schleienangler müssen keine Gerätefetischisten sein. Der Angler fängt den Fisch, nicht der Markenname auf der Hardware. Liebhaber finden sowieso ihre passende, feinnervige, elegante Rute.

Der Anfänger jedoch hat mit der Glasfaser-Telerute aus Opas Nachlass oder der Gebraucht-Kombo vom Flohmarkt nahezu genauso gute Chancen, gerade bei Schleien, denn wir müssen selten weit raus werfen, meist ganz im Gegenteil. Eine Qualitäts-Ausnahme gibt es beim Gerät: die Haken!

15 schleienhakenDer giftscharfe 6er Goldhaken war in diesem Fall wohl die richtige Wahl.

Sie müssen grundsätzlich höchste Qualität aufweisen und haben immer nadelscharf zu sein! Wer hier auf, „ach, der Haken geht noch ein, zwei Mal“, oder auf möglichst billig setzt, fängt deutlich schlechter bis gar nicht!

Die Spannbreite der geeigneten Größen ist riesig und vom Köder abhängig. Ich fische mit Teighaken der Größe 2 bis zu 12er Häkchen für 3 Maden + Gummimade.

Es findet sich manchmal die Bezeichnung, „Schleienhaken“, in Produktbeschreibungen. Dies sind meist sehr dünndrahtige Haken, die speziell zum Fischen mit Maden oder Würmern gedacht sind.


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VMC Wurmhaken, Größe 8
Vorfachstärke: 0,22mm
Vorfachlänge: 60cm

Dünn, damit der Köder nicht ausreißt oder ausläuft, sich lange aktiv bewegen kann. Sie sind für genau diesen Zweck auch gut geeignet. Man sollte jedoch immer im Blick haben, dass diese dünnen Haken keine Gewalt-Drills verkraften.

Die üblichen Hakenformen und -stärken eignen sich für andere Köder.

Anhieb und Drill beim Schleienangeln

Der Zeitpunkt zum Anhieb ist ein ewiges Rätsel, gerade bei Schleien, dafür sind sie berüchtigt. Es geht auch bei mir öfter mal daneben. Ärgerlich, klar, aber dieser Nervenkitzel ist ein Teil des Kicks beim Posenangeln.

Eigentlich kann man nur einen grundlegenden Tipp geben: erst dann anhauen, wenn der Fisch die Posenmontage wirklich abzieht - wenn man es denn schafft sich so lange zusammen zu reißen.

Es gibt ansonsten keine Regel. Manchmal dauert es viele, unendlich lange Minuten bis der Fisch deutlich abzieht oder halt auch vom Köder ablässt. Manchmal kommt er dann nach einigen Minuten tatsächlich wieder und die Quälerei geht von vorn los. Und manchmal ist es ein Run von jetzt auf gleich. Alles mit ein- und demselben Köder, an ein- und derselben Montage, in der gleichen Stunde. So sind Schleien.

16 schleie im drillIst die Schleie sicher gehakt, ist der schlimmste und gleichzeitig spannendste Teil des Fangs überstanden.


17 schleiendrillDer Drill ist ein Genuss, die Belohnung für all die Mühen und den Nervenkrieg. Ein kampfstarker Fisch, der zum Glück eher selten aussteigt.

Da lob ich mir doch die passive Grundmontage mit Selbsthak-Methode. Sie setzt letztendlich das Eisen meist sicherer als jeder Angler.

Trotzdem ist gerade die Kombination, aktives und passives Angeln, für mich der Kick. Nur Grundruten einzusetzen und auf ein Piepen zu warten, ist mir zu langweilig.

Sitzt der Haken dann, hat man recht wenig Probleme, das Maul der Tinca ist fest und zäh. Man kann sich einen schönen Drill gönnen, sofern keine Hindernisse im Weg sind. Schleien sind tolle Kämpfer für ihre vergleichsweise geringe Größe.

Ein großer Kescher macht Sinn, denn der Fisch gibt auch dann oft nicht auf, wenn er schon halb im Netz ist. Außerdem muss manchmal eine gute Portion Kraut mit rein. Beim Keschern unbedingt darauf achten, dass die großen Brustflossen nicht umknicken, wenn man den Fisch zurücksetzen will.

Futter-Taktik, Zusammenspiel zwischen Futter und Köder

Ich sagte schon beim Thema „lokalisieren“: einen Platz über Tage vorzufüttern ist oft unnötig bis schädlich.

Dem, der die Schleien sowieso nicht lokalisiert hat, bringt es vermutlich eher Brassen, Karpfen und Co., vielleicht auch eine Zufalls-Schleie, aber darauf würde ich nicht bauen.

Und den gefundenen, potentiell guten Angelplatz kann man schnell damit versauen, indem man mit falschem Futter die falschen Fische auf diesen Platz zieht. Man kann wiederum eine gute Stelle durchaus durch etwas vorfüttern als besonders attraktiv darzustellen und die Schleien für einen bestimmten Happen begeistern. Konkret: wenn man die Zeit findet, kann Vorfüttern lohnen, jedoch nur, wenn dadurch nicht großartig Beifang aktiviert wird.

18 schleien boiliesVorfüttern vor dem eigentlichen Angeltag ist meistens unnötig. Wenn, dann werden ein wenig Pellets oder Boilies eingebracht, um den Köder schon mal „vorzustellen“. Die verschiedenen Produkte lösen sich kurz- bis langfristig, halten den Platz somit für mehrere Tage attraktiv.

Wenn überhaupt, dann füttere ich meinen Spot 2-3x innerhalb einer Woche vor dem eigentlichen Angeln mit ein paar Pellets oder Boilies an. Aber nicht mit Grundfutter, um ja keine Kleinfische anzuziehen.

Am Angeltag selbst baue ich den Spot gern vielfältig wie komplex auf, das ist jedoch sehr abhängig von den Gegebenheiten, vor allem von den potentiellen Beifängen.

Grundfutter wirkt auch auf Schleien hervorragend, wenn es an den Platz kommt, den sie üblicherweise sowieso aufsuchen.

Ein gutes Schleien-Grundfutter ist süßlich oder fischig, gerne beides gleichzeitig. Es hat grobe Anteile (Maden, Caster, Mais, sonstige Partikel, Pellets jeder Art, gecrushte Boilies). Der Futtermix mit seinen Mehlen soll den Platz scharf machen, die groben Anteile sollen die Fische dort halten, wenn sie eintreffen. Gern vermatsche ich eine komplette Dose Thunfisch in Öl im Grundfutter, Schleien lieben das.

19 grundfutter schleienSüßes Grundfutter, ganz verschiedene, farblich auffallende Futterbrocken, eine Dose Thunfisch samt Öl darunter gematscht – perfekter Grundfuttermix.

Grundfutter für Schleien darf erst am Boden auseinanderfallen, verursacht keine Wolken in der Wassersäule, hat wenig/keine aktiven Bestandteile, sondern liegt brav ganz platt am Grund. Ich nutze einen Grundfutter-Mix aus verschiedenen Fertigmischungen. Kein normaler Angler hat all diese Inhaltsstoffe zur Verfügung um etwas qualitativ ähnlich Hochwertiges selbst zu erstellen.

Dann das Ganze noch etwas bunt gestaltet, denn Schleien reagieren gut auf Farbreize. Und jeder hat so seine persönlichen Macken beim Futter mixen: für mich gehört z.B. immer Bittermandel-Backaroma mit ins Schleien-Menü.

Gibt es allerdings viele Weissfische im Gewässer und am ausgesuchten Spot oder auch viele aufdringliche Karpfen: bloß kein Grundfutter!

Man kann jeden Angelplatz, egal welcher Köder genutzt wird, auch anders befeuern; mit Forelli und Halibut-Pellets. Forelli löst sich sehr schnell, hat eine enorme Lockwirkung. Die Halibut-Pellets lösen sich viel langsamer auf, locken somit langfristig und stellen gleichzeitig fressbare Brocken dar, die Fische am Platz halten.

An einem so aufgebauten Platz kann man jeden Köder präsentieren. Die Schleien finden den Wurm dort genauso wie den Pellet, an dem ein Haken ist.

Vorteil: Vorhandene Kleinfische werden kaum angelockt, weil keine losen Mehle zum Einsatz kommen. Ausserdem stehen z.B. Rotaugen auch nicht auf die Fisch-Aromen.

Brasse, Karpfen und einige andere jedoch sehr, die haben wir weiterhin am Hals, wenn der ausgewählte Platz sie anspricht. Sie bewegen sich jedoch viel lieber im Freiwasser. Je mehr wir am/im Grün angeln, desto höher wird die Chance auf Schleie.

20 schleien pelletsMeist das „bessere“ Grundfutter: Forelli und Halibut-Pellets.

Bei der Grundrute geht es noch präziser. Selten nehme ich ein reines Bleigewicht für den Selbsthakeffekt, dies eigentlich nur, wenn ich wirklich weit und präzise werfen muss. Ansonsten nehme ich viel lieber einen Method-Korb oder eine Method-Spirale,  irgendwas wo ich Lockfutter in direkter Ködernähe anbieten kann. "The Method" ist für Schleien wie gemacht! Method-Futter verpasse ich eine relativ starke Bindekraft und eine sehr hohe Lockstoffkonzentration, es soll langfristig wirken, denn der Köder wird erst wieder eingeholt, wenn ein Biss erfolgt ist. Ich plumpse so wenig wie möglich beim Schleienangeln herum. Hier lockt der Futterklumpen den Fisch an, der Köder fängt ihn. Wir können so die Beifang-Quote weiter drücken, solange der Köder an einem wirklich Schleien-verdächtigen Platz zum Einsatz kommt.

21 method futter schleienFrüher wurden Schleien ausschließlich mit süßem Futter angesprochen. Das funktioniert heut natürlich immer noch gut. Hier ein Beispiel für einen herrlich süßen Method-Futtermix. Naschen erlaubt!

22 schleien futterMein Lieblings-Method-Mix: süß-fischig-muschelig, grün und hochkonzentriert

 

23 pelletbombeAuch auf Schleien eine Bank: die Pelletbombe!

Als Köder an der Grundrute kommt meist zum Einsatz: Pellet oder Boilie.

Pellet, wenn ich einen Kurzansitz mache, denn ein Pellet löst sich schneller auf und lockt so schneller. Boilie, wenn ich eher länger ansitze. Einen wirklich herausragenden Artikel, der den Einsatz von Boilies besser verstehen lässt, hat der Kollege Max Nollert verfasst.

Gern verwende ich künstliche Maiskörner oder andere "Artificial Baits" in Kombination mit Pellets & Boilies. Zum einen weil sie sich gut als Köder-Stopper eignen zum anderen um einen lockenden Farbakzent anzubieten. Gelegentlich setze ich auch auf eher ungewöhnliche Köder an der Grundrute, „Wurm am Haar“ oder „Frühstücksfleisch im Netz“.

Beide fangen hervorragend, oft sogar besser als Pellet und Boilie, verursachen jedoch mehr Aufwand.

Schleienköder im Detail

Schleien haben einen recht kurzen Darm. Dies sagt uns, dass sie in erster Linie tierische Nahrung zu sich nehmen, also Schnecken, Larven, Muscheln, etc. Würden sie mehr pflanzliche Nahrung fressen, wäre der Darm länger, damit sie besser verwertet werden kann. Dieser Umstand gibt uns wertvolle Hinweise für die Köderwahl.

Maden

Maden sind ein ganz hervorragender Schleienköder. Leider auch hervorragend auf alle Klein- und sonstigen Friedfische, von Grundel über Rotauge bis Brasse.

Man kann keine Schleien fangen, wenn ständig was anders am Haken hängt. Darum setze ich Maden nur ein, wenn ich ziemlich sicher bin, durch die Stellenwahl all das Kleinvieh umgehen zu können.

24 maden fuer schleienMaden dürften wohl der erfolgreichste Friedfischköder überhaupt sein, denn alle haben sie zum Fressen gern.

Aber wann ist das tatsächlich der Fall? Nicht mal beim Einsatz von Madenclips hat man Ruhe, dann rupfen die Zwerge einzelne Maden aus dem Bündel. Nein, Maden sind an den meisten meiner Gewässer so gut wie raus und kommen leider eher selten zum Einsatz.

Ausnahme-Situationen sind allenfalls die Dunkelheit, wenn die meisten Kleinfische sich verzogen haben oder wenn ich in wirklich sehr dichtem Pflanzenbewuchs fische, denn da halten sich kaum noch andere Fische als Schleien auf.

In diesen Fällen macht es dann oft Sinn, Maden pur zu füttern, sie entweder lose oder gebunden durch Madenkleber einzuschießen. Ebenfalls die Maden zu töten, damit sie sich nicht im Schlamm oder Dickicht verkriechen.

26 maden clipsClips sind eine Möglichkeit gezielter auf größere Friedfische zu jagen, jedoch reissen die Kleinfische auch hier an ihnen rum, schlürfen sie aus.

Madenkörbe sind eine gute Methode beim Grundangeln ködernah zu füttern und weniger Beifänge zu provozieren, denn die reagieren auf lose eingeworfene, absinkende Maden viel schneller.

27 farbige madenWenn man jedoch mit Maden fischt, macht es gerade auf Schleien Sinn, mit einer Gummimade einen Farbkontrast zu kreieren.

28 futterkoerbe schleieMadenkörbe gibt es in ganz unterschiedlichen Bauarten, Formen, Größen und Gewichten. Damit die Larven nicht zu schnell raus krabbeln, klebt man einfach einige Löcher mit Isolierband zu.

Mais

Auch Mais ist oft schwierig. Ich habe nachgezählt: 6 meiner Hausgewässer sind gute Schleien-Quellen. An 2en davon kriege ich auch mit Mais prima gezielt Schleien ans Band. An den anderen 4 Gewässern versagt Mais nahezu völlig, zumindest als Köder auf Tincas. Warum das so ist, weiß ich absolut nicht.

An diesen macht es auch keinen Unterschied, ob ich dort Hartmais oder Dosenmais nutze, ob ich ihn flavoure oder färbe, am Haar oder am Haken befestige.

Bei dieser miesen Quote kann ich Mais nicht als guten Schleien-Köder empfehlen, zumindest nicht dort, wo man nicht schon weiß, dass er funktioniert.

29 mais schleienkoederMais ist ein eher heikler Köder, denn er funktioniert nicht überall. Wenn man ihn einsetzt, machen 2 Dinge Sinn: eher eine kleine Portion anbieten, also z.B. 2 Körner am 10er Haken. Oder noch besser: ein Korn plus ein buntes Kunstmaiskorn, um auch hier einen Farbkontrast anzubieten.

Brot

Brot wird von vielen Spezialisten zu den Top-Schleien-Köder gezählt.

Ich muss zugeben, es außer als Schwimmbrot nur sehr selten einzusetzen. Brotflocken sind mir zu fragil, halten zu schlecht am Haken, als das ich sie unter Wasser präsentiere, wo ich nicht sehen kann, ob sie überhaupt noch da sind.

Gern nutze ich beim Karpfenangeln ein Stück Brot im Mesh, denn die Dicken lieben dies deutlich lieber als einen Pop Up, und im Netz halten sie stundenlang sicher am Haken. Dies müsste als etwas kleinere Version bei den Grünen eigentlich auch funktionieren. Aus eigenen Erfahrungen kann ich jedoch nicht berichten.

30 brotflocke schleieIn Mutterland des Angelns, England, hat Brot als Köder einen völlig anderen Stellenwert als bei uns.

Wurm

Der wohl beliebteste Köder für Tincas dürfte der Wurm sein. Einerseits ist er der Allrounder schlechthin, wirklich gezielt wird er aber gerade beim Schleienangeln eingesetzt - und beim Aal.

Aber damit sind wir wieder bei der Problematik: Beifänge.

Würmer haben sowohl ein Kleinfisch-Risiko (Grundel, Barsch, Rotauge,…),  als auch andere ausgesprochene Liebhaber (Wels, Aal, Krebs,…).

31 schleienkoeder wuermerWürmer sind wohl der Köder, den man am meisten mit Schleien verbindet.

Dazu kommt ein zweites Problem, weil Schleien so entsetzlich unterschiedlich mit Würmern umgehen, vor allem mit Tauwürmern; mal kriegst du schlagartig einen Run, dass die Rute vom Halter fliegt, und der Haken sitzt trotzdem schon im Schlund, mal kauen sie tatsächlich 20 Minuten auf ihm herum und nehmen ihn dann erst - oder auch nicht.

Trotzdem sind Würmer zu fängig, als dass ein Schleienangler sie ignorieren kann.

Es ist eine Abwägungssache, wann man welche Würmer wo und wie einsetzt.

32 angelwuermerVergleich der Wurmarten von links nach rechts: Tauwurm, Rotwurm (Dendrobena), Mistwurm.

 

Meine Empfehlung: beim Posenangeln am besten kleine Würmer, mit diesen minimiert man die quälende Spielerei. Bei der Grundrute ein Wurmstück am Haar anbieten, hier nimmt dann der Selbsthakeffekt dem Angler die schwierige Entscheidung, „wann anhauen“, ab.

33 wurm am haarWurm am Haar; hält gut und ist hervorragend als Method-Köder geignet.

Einen ganzen Tauwurm wähle ich sehr selten, eigentlich nur in speziellen Fällen, z.B. an freier Leine auf Sicht im Flachen bei warmen Wassertemperaturen sehr nah an einer Krautbank oder einem dichten Seerosenfeld präsentiert, wo er mit viel Bewegung faule, in solchen Momenten sonst unfangbare Schleien dazu provoziert, aus dem Dickicht heraus zu kommen. In solchen Fällen muss man die Hand an der Rute haben und sofort reagieren. Hohe Fehlbissquote, aber eine der spannendsten Angelmethoden überhaupt.

Noch ein Tipp: beim Angeln mit Würmern kann man prima mit Wurmerde samt (kleingeschnittenen) Würmern anfüttern, entnommen entweder aus dem eigenen Zuchtbehälter oder direkt aus dem Kompost. Das Wasser schmeckt dann regelrecht nach dem Köder.

Teig 

Teig ist ein geschmacklich so vielseitiger Köder, dass man ihm ein ganzes Buch widmen könnte. Einige der bekanntesten Schleienexperten Deutschlands, die Specimen Hunting Group Dortmund, haben schon vor 40 Jahren mit Vanilleteig bis dahin unglaubliche Schleienfänge erzielen können. Als fischige Variante als Pellet- oder Forelliteig ist er einer meiner absoluten Lieblingsköder, auch für Schleien.

34 schleien teigTeig - Mein Köder Nr. 1 beim Posenangeln auf Schleien.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Teig „arbeitet“, gibt also Lockstoffe ans Wasser ab. Des weiteren lieben Schleien weiche Köder mehr als harte.

Obwohl sie verhältnismäßig kleine Mäuler haben, ist es kein Problem mit 2er Haken und Teigklumpen in Größe eines 28mm-Boilies sogar noch mittlere Schleien zu fangen, denn der Köder ist weich und flexibel!

Gleichzeitig werden Beifänge minimiert, sowohl durch die Größe, die Grundel, Rotauge & -feder, kleine Brassen daran scheitern lässt, als auch weil Barsche und Aale hier nur sehr selten zulangen.

Alternativköder für Schleien

Es gibt andere Köder, die auch Potential haben,

Krabben“ aus dem Supermarkt beispielsweise. Meinen größten Aal hab ich mit solchen erwischt und auch grüne Schleimer. Wobei ich sie beim Schleienangeln sehr gern mit sich bewegenden Maden kombiniere, das rockt wirklich gut, wenn keine Kleinfische am Platz den Spaß versauen.

35 schleienkoeder krabbenKrabben/Garnelen aus dem Supermarkt. Die kleinen Nordseekrabben, schmecken nicht nur uns am besten. Sie funktionieren besser als Eismeerkrabben und Co. Besser sind nur frische Nordseekrabben vom Kutter, die man selbst puhlt.

 

36 made krabbenKrabbe und Maden, ein wirklich guter Schleienköder.

Käse, Leber, Kartoffelstücke, spezielle Partikel wie Bohnen oder Erbsen,Muschel- und Schneckenfleisch, kleine, ganze Schnecken samt Gehäuse müssten ja der Knaller sein, da sie der natürlichen Nahrung vollkommen entsprechen.

Frühstücksfleisch ist auch auf Schleien extrem erfolgreich, nicht nur, weil sie die weichen, fettigen Fleischklumpen lieben, sondern weil man auch damit eine ganze Reihe von ungewollten Beifängen minimieren kann. Doch nach wie vor wird dieser Gigant unter den Ködern bei uns oft nur als Döbel-Magnet missverstanden.

frühstücksfleisch schleien

Pellets

Pellets können sowohl an der Posenmontage, erst recht natürlich an der Grundrute gefischt werden und sie sind mit die einfachsten und gleichzeitig sehr erfolgreiche Schleienköder. Es gibt sie in allen möglichen Größen, Farben, Geschmacksvarianten und mit unterschiedlichem Auflösungsverhalten. Dazu sind sie gleichzeitig Köder und Lockstoff zum Anfüttern.

Es gibt sie als Bodenköder, ebenso in Pop Up-Varianten. Man kann sie wie Boilies dippen, ummanteln, mit anderen Ködern kombinieren. Sie sind immer zur Hand,

Kleinfische, Barsch und Aal bleiben außen vor. Pellets lassen uns viel gezielter als mit vielen anderen Ködern fischen.

Wenn sie anfangen „zu arbeiten“, bekommen sie eine weiche Aussenschicht, was sie für Schleien attraktiver macht als der knochenharte Urzustand. Trotzdem fangen anders als bei durchgehend weichem Teig und Brot die kleineren Versionen besser als ein 20mm-Brocken mit immer noch hartem Kern.

37 method feeder koederPellets am Haar mit Gummiring, so kann man sie gut mit der Posenmontage fischen. Ich nutze übrigens Zahnspangengummis, diese gibt es in verschiedenen Größen, sie sind reißfester, dehnbarer, langlebiger und sogar noch günstiger als die Pellet-Bands aus dem Fachhandel.

38 schleie method feedernHalibut-Pellets sind perfekte Schleienköder. Man fischt sie aufs Haar gezogen wie Boilies, sie lösen sich nur deutlich schneller und haben somit eine stärkere und schnellere Lockwirkung. Hier mit wasserlöslichem Maisflip auf dem Haken, der Verhedderungen beim Wurf vermeidet.

 

Obwohl es unzählige Varianten gibt, habe ich einen klaren Favoriten: Die Red Shrimp Halibut Pellets (mit Krill) in der 14mm Variante haben mir mit minimalem Aufwand ungezählte Schleien an den Haken geholt.


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redhalibut
CommonBaits RED Shrimp Halibut PELLETS 2,5Kg Heilbutt mit Krillfleisch
14mm

Boilies für Schleien

Seltsamerweise werden die harten Teigmurmeln oft ausschließlich als Karpfenköder verstanden. Schleien lieben Boilies durchaus, weil sie die runden Kugeln von den Karpfen-Futterplätzen gut kennen. Die Vielfalt des Boilieangebots samt Dips, Pulvermantel, usw. schafft uns die Möglichkeit, sehr attraktive Köder zu präsentieren, die von vielen Nahrungskonkurrenten in Ruhe gelassen werden.

Kombiniert man einen farbenfrohen Boilie noch mit einem andersfarbigen Poppi oder einem Gummi-Maiskorn, gleicht die visuelle Lockwirkung den geringeren olfaktorischen Reiz gegenüber Pellets zumindest teilweise aus.

39 boilies schleienDie Boilie-Vielfalt macht die Kombinationsmöglichkeiten grenzenlos, ein jeder wird eine Variante finden, die ihm als die ideale für Schleien vorkommt.

40 geschaelter boilieGeschälter und somit getunter 20mm Boilie. Er wird so mundgerechter für Schleien und fängt viel schneller an „zu arbeiten“. Erst durchbohren, dann schälen, um Risse zu vermeiden. An den Bohrlöchern etwas Aussenhaut stehen lassen. Idealerweise anschließend noch in Lockstoff dippen.

Eine 20mm-Standart-Murmel ist für eine anständige Schleie nicht zu groß. Die Kleineren sind bei dieser Größe aber eher raus.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass auch große Schleien kleinere Köder bevorzugen, zumindest wenn sie eine harte Konsistenz haben!

Es gibt viele Boilies in kleinen Größen wie 10, 12, 15, 18mm. Um aber die große Bandbreite der 20mm-Standart-Kugel für uns nutzbar zu machen und gleichzeitig das Einsetzen der Lockwirkung zu beschleunigen, schäle ich mit einem Messer die äußere Oberfläche eines 20mm-Boilies runter. Dippt man nun auch noch diese nun sehr offenporige Murmel, hält sie mit der schnelleren Lockwirkung eines Pellets locker mit.

 

Es gäbe noch so viel über diesen schönen Fisch und die Möglichkeiten ihn zu jagen zu erzählen. Ich hoffe, dass ich euch mit diesem jetzt doch recht umfangreich gewordenen Artikel einen Einblick in meine Gedanken und Erfahrungen zu meiner Passion, dem Schleienangeln geben konnte.  Viel Glück und Petri Heil beim ausprobieren! 


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Kommentare  

Toller Artikel, Kati! Muss ich noch ein paar Mal drin schmökern.
Konnte leider dieses Jahr keine Schleie fangen...aber nächstes Frühjahr bestimmt!
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