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Das Thema Baglimit für Dorsch in der Ostsee zieht immer weitere Kreise. Jan Korte, parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion der LINKEN (und selbst Angler!) engangiert sich seit vielen Jahren auch politisch, für Angeln und Angler.  Aktuell war er vor Ort an der Ostsee unterwegs um sich der Sorgen der Angler und der Existenzängste von Angelkuttern und Angeltourismus anzunehmen.

Als aktiver Angler (gerade auch als Meeresangler an der Ostsee) ist Jan Korte aus eigener Praxiserfahrung heraus viel näher an den angelnden Bürgern als viele andere Politiker.


  Hinweis

Am 15.10.2019 hat der Ministerrat der Europäischen Union das Baglimit für 2020 beschlossen. Alle Informationen dazu findest du im Artikel: Baglimit für den Dorsch in der Ostsee im Jahr 2020.


Im Zuge der anstehenden politischen Entscheidungen zum Baglimit 2020 nahm sich Jan Korte nun die Zeit und reiste nach Rostock. Er traf dort Angler wie Horst Stark und ebenso Angelkutterkapitän Andreas Retzlaff von der Moret. Auf Facebook unter dem Titel #DieSiebenMussStehen! fasste er seine Reise und die Treffen zusammen.

Einmal mehr zeigt sich wie wertvoll es ist, wenn sich Politiker zum einen in einer Materie auch selber praktisch auskennen (hier eben das Angeln) und zum anderen, wenn sie noch den Kontakt zur Basis haben und nicht nur zu Funktionären.

Gestern habe ich ihn in Rostock auf seinem Kutter, der „Moret“, besucht und mit ihm über die Situation gesprochen. Zwei Drittel der Anglerinnen und Angler an der Ostseeküste sind Touristen, die zum Teil aus Bayern anreisen, um auf Kuttern wie der Moret auf Dorsch zu angeln. Für zwei Dorsche würde allerdings niemand mehr eine Kutterfahrt buchen und Herr Retzlaff müsste, wie viele andere, seinen Kutter aufgeben – damit ginge ein Stück maritimer Kultur und Traditionspflege verloren. Auch für die Hotels und Restaurants der vom Tourismus abhängigen Küstengebiete der Ostsee wäre das Ende des Angeltourismus schwer zu verkraften – Kompensationsmaßnahmen wie für die kommerzielle Fischerei gibt es nicht. Für mich und meine Fraktion DIE LINKE. im Bundestag ist deshalb klar: Ein Bag-Limit unter Sieben darf es nicht geben!
Jan Korte

korte retzlaffJan Korte und Andreas Retzlaff (Kapitän "Moret")

Nicht nur mit Anglern, auch mit Wissenschaftlern vom Thünen Institut für Ostseefischerei in Rostock hat Jan Korte gesprochen. Im Gespräch mit Dr. Christopher Zimmermann und Dr. Harry Strehlow wurden die Folgen des Baglimits für Angler, Angeln und den Angeltourismus besprochen.

Dass es von wissenschaftlicher Seite keinen Grund für die Reduzierung des Bag-Limits gibt, davon konnte ich mich auch beim Besuch im Thünen-Instituts für Ostseefischerei in Rostock überzeugen. Mit Institutsleiter Dr. Christopher Zimmermann und Dr. Harry Vincent Strehlow, der unter anderem die Arbeitsgruppe „Marine Freizeitfischerei“ leitet, habe ich mich über die möglichen Folgen des Bag-Limits für die Region und über die Forschung des Instituts insbesondere zum Angeln unterhalten. Dabei wurden vor allem deutlich, was für die Region auf dem Spiel steht: Nach Erhebungen des Instituts generiert der Angeltourismus an der Ostsee 172 Millionen Euro im Jahr. Für den Dorschbestand ist die Höhe des Bag-Limits allerdings irrelevant, es ist eine reine verteilungspolitische Entscheidung, die Julia Klöckner im Ministerrat am 14./15. Oktober treffen wird. 
Jan Korte

Auch der grundsätzliche Unterschied zwischen Anglern und beruflicher Fischerei wurde thematisiert.

Noch ein erwähnenswerter Punkt aus dem Gespräch ist für AnglerInnen nichts neues, für die EU-Kommission vielleicht schon: Angeln ist mit der kommerziellen Fischerei nicht zu vergleichen, vor allem in einem wesentlichen Punkt: Schonend abgehakte und zurückgesetzte, geangelte Fische besitzen eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 90 Prozent.
Jan Korte

strehlow zimmermann kortev.l.n.r.: Dr. Harry Strehlow und Dr. Christopher Zimmermann (Thünen Institut für Ostseefischerei in Rostock ), Jan Korte

Am Ende seines Facebook-Postings bedankte sich Jan Korte noch explizit bei Netzwerk Angeln für die Vermittlung entsprechender Kontakte.

Herzlichen Dank an Lars Wernicke und Thomas Finkbeiner vom Netzwerk Angeln, die den Kontakt zu Andreas Retzlaff hergestellt haben!

Jan Korte

Wir helfen Politikern, Funktionären und allen die sich für Angler, Angeln und Anglerschutz einsetzen, selbstverständlich immer gerne.

Angler und Politiker Jan Korte:

 


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