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Vorbemerkung Redaktion

Die von Netzwerker Lars Wernicke ins Leben gerufene, private Initiative ANGLERDEMO (Homepage: http://www.anglerdemo.de/; Facebook: https://www.facebook.com/Anglerdemo/) kämpft mehr für Angler und Angeln als die dazu eigentlich bezahlten Verbände der organisierten Sport- und Angelfischerei. Umgehend nach Erscheinen eines Artikels in den Kieler Nachrichten, in der Minister Habeck weitere Verschärfungen für Angler ankündigte, reagierte ANGLERDEMO. Den falschen bzw. falsch dargestellten Ableitungen aus Zahlen des Ministers stellte ANGLERDEMO seriöse Fakten gegenüber und veröffentlichte diese unter anderem auf Facebook (https://www.facebook.com/Anglerdemo/posts/1941172395893205).

 

Das Schreiben von ANGLERDEMO an Minister Habeck

Lieber Minister Habeck,

es ist für uns immer wieder erschreckend, dass Sie als verantwortlicher Minister in unserem schönen Schleswig- Holstein bewusst oder unbewusst falsche Informationen veröffentlichen und zudem noch aufgrund dieser falschen Informationen Gesetze beschließen, die einen ganzen Tourismuszweig in wirtschaftlich schwachen Gebieten gefährden und Familien in Existenznöte bringen!

Haben Sie in diesem Interview bewusst mit falschen Zahlen gearbeitet? Sie nennen das „Tüddel- Institut“ als Quelle Ihrer Aussagen. Sind Ihnen diese Zahlen als aktuelle Zahlen genannt worden oder haben Sie sich überhaupt für aktuelle Zahlen interessiert? Oder war Ihr Ziel Ihren Wählern so kurz vor den Kommunalwahlen mit falschen Zahlen populistisch eine Begründung für Ihre inakzeptablen Gesetzesentwürfe zur Änderung des Landesfischereigesetzes zu liefern?

Es gibt insgesamt ca. 163.000 Meeresangler in Deutschland, jedoch entfallen davon lediglich gut 70.000 Angler auf das Angeln vom Boot bzw. Hochseeangeln. Diese Zahlen sind gerechnet anhand von Studien per Angeltage. Durch die Rückgänge im Angeltourismus von gut 35 % waren bereits im letzten Jahr die Dorschfänge der Freizeitfischer deutlich unter den Berechnungen von ICES geblieben und betrugen vermutlich keine 1300 Tonnen mehr und waren somit nur noch ein Bruchteil der Fänge der überwiegend dänischen Berufsfischerei!

Übrigens fangen nicht die Angler inzwischen so viel Dorsch wie die Fischer, sondern die Fischer dürfen inzwischen nur so wenig Dorsch fangen wie die Angler. Im Jahr 2006 hat die kommerzielle Fischerei noch 28.400 Tonnen (davon Deutschland 6.061 Tonnen) Dorsch gefangen, dem standen Fänge der deutschen Angler von 1.887 Tonnen gegenüber.

Vergleichen wir die Dorschfänge in der westlichen Ostsee der Anrainerstaaten ergibt sich folgendes Bild für die Dorschfänge 2015 in den Gebieten 22-24 : Die Fänge der Freizeitfischerei in den Ländern D, DK, PL, SE betrugen 4.623 Tonnen (36% bzw. 29%) von der Berufsfischerei in D, DK, PL, SE, nämlich 12.807 Tonnen, die gesamte Berufsfischerei fing im Jahr 2015 in den genannten Gebieten gar 15.900 Tonnen!
Leider hat die Politik in den letzten Jahren die Empfehlungen der Wissenschaft zu den Fangquoten ignoriert und zugelassen, dass der Dorsch in der westlichen Ostsee überfischt wurde. Wir Angler und die vom Angeltourismus lebenden Familien sind somit jetzt das Opfer der Lobbyisten und der fehlerhaften Gemeinsamen Fischereipolitik der EU! Wollen Sie diese Fehler wirklich auf dem Rücken der Familien in Schleswig- Holstein korrigieren und die Existenzen dieser Menschen und die traditionsreichen Familienbetriebe vernichten?

Es geht jetzt übrigens nicht um den Solidaritätsbeitrag der Angler, sondern um die Kontrolle der Einhaltung dieser Regelung und eine verschärfte Regelung für Sanktionsmaßnahmen bei Verstößen, obwohl nach unseren Infos seit der Einführung lediglich ein Angler bei einem Verstoß gegen das im Jahr 2017 eingeführte Baglimit erwischt wurde und mehr als die erlaubten 5 Dorsche entnommen hatte. Ein Angler von 70.000 Dorschanglern! Das ist mit Kanonen auf Spatzen schießen und wir Angler werden pauschal als Verbrecher abgestempelt! Das ist inakzeptabel!

Bei der Einführung des Baglimit hieß es von Seiten der EU und auch von der Bundesregierung (siehe Drucksache 18/13264 vom 07.08.2017) Zitat „Die für das Jahr 2017 erlassene Fangbegrenzung wird als angemessene Beteiligung der Freizeitfischerei an dem notwendigen Wiederaufbau des westlichen Dorschbestandes in der Ostsee angesehen.“ Leider wurden die von Anglern nicht gefangenen Dorsche nicht zum Wiederaufbau der Bestände genutzt, sondern lediglich zur Erhöhung der Fangquoten der kommerziellen Fischerei. Die kommerzielle Fischerei erhält zudem einen finanziellen Ausgleich für weniger Fänge, die Betriebe des Angeltourismus erhalten hingegen keinerlei finanzielle Unterstützung, weder von der EU, der Bund oder dem Land S-H. Sie reden von Solidarität, doch wo bleibt diese bei finanziellen Hilfen?

Da sich nach Berechnungen von ICES die Laicherbiomasse bereits in diesem Jahr im sogenannten sicheren Bereich befindet und 2019 voraussichtlich doppelt so hoch sein wird, muss das Baglimit ab 2019 für die Freizeitfischerei zwingend abgeschafft werden- damit die Familien, die vom Angeltourismus an unseren Küsten leben, eine Zukunft haben! Wir Angler werden uns keinen vernünftigen Konzepten zum Schutz der Natur oder Fischbeständen verwehren, jedoch bitte keine willkürlichen Maßnahmen auf dem Rücken unserer Bürger.

Die Wähler in diesem Land haben Sie gewählt, zahlen Sie das in Sie gesetzte Vertrauen endlich zurück!

Anglerdemo


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Kommentare  

ich habe noch bruchstückhaft die aussage habecks in erinnerung, wonach man noch aggressiver in die koalitionsverhandlungen hätte gehen sollen, um noch mehr für den tierschutz rauszuholen. das von diesem mann nichts gutes zu erwarten ist erkennt man an einer aussage aus 2016 wonach er gesagt haben soll, dass die tötung von nutztieren nicht zu rechtfertigen sei, da es genügend alternative lebensmittel gäbe. ein schelm, wer dabei an P€TA denkt.
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Ja, so GRÜNE Politik(er): Glaubwürdigkeit zu attestieren, fällt da nicht nur Dir schwer...
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