baglimit dorsch 2019 angerdemo

 

Jedes Jahr werden im Vorfeld zur Festlegung der Quoten für die Berufsfischerei aus vielen interessierten Organisationen viele "Informationen" auch zum Thema Fangquoten Dorsch in der Ostsee gestreut. Seit die Angler nun mit ins Management der Berufsfischer der EU  aufgenommen wurden, veröffentlichen dazu auch alle möglichen Organisationen von Seiten der organisierten Sport- und Angelfischer.
Leider meist nichts Konkretes.
Was auch schlecht möglich ist,  da dies zum jetzigen Zeitpunkt auch noch in keinem Punkt wirklich feststeht.

Da ist es schön, wenn Netzwerker Lars Wernicke über den momentanen Stand der Dinge berichtet.

In wie immer bestechender Analyse stellt er die klare Forderung seitens Anglerdemo, dass das Baglimit bei der jetzigen Entwicklung des Bestandes weg muss.
Und keine weiteren Einschränkungen für Angler zu akzeptieren sind.
Gerade in Sachen Erhöhung Schonmaß, immer wieder von Verbänden der organisierten Sport- und Angelfischerei gefordert, zeigt sich deren Gefährlichkeit für Angler. Da noch ungeklärt ist, wie mit dem nun geltenden Artikel 15. der EU-Verordnung 1380/2013 das Rückwurfverbot für untermaßige Fische für Angler geregelt wird, werden eventuell Angler untermaßige Dorsche abschlagen müssen, diese aber nicht verwerten dürfen.
In dieser Situation eine Mindestmaßerhöhung für Angler zu fordern, wie dies bisher oft seitens der Verbände passierte, wäre der Todesstoß für das Dorschangeln - welcher Angler will wirklich untermaßige Dorsche abknüppeln? Infos dazu:
Rückwurfverbot für untermaßige Fische im Meer (z. B. Dorsch in der Ostsee)

 

Nachfolgend der Artikel und die Infos von Anglerdemo, auch auf der Facebookseite von Anglerdemo abrufbar.

Sobald über Anglerdemo oder andere, auch so seriöse Quellen, dann über den tatsächlichen Ausgang der Verhandlungen ums Baglimit Informationen vorliegen, werden wir auch da informieren.

Thomas Finkbeiner

 


Quelle ANGLERDEMO

Die Gerüchteküche zum Baglimit 2019 brodelt bereits, obwohl es noch gut eine Woche bis zur Veröffentlichung der Empfehlungen von ICES dauert.

Wir haben ja bereits vor Wochen geschrieben, dass das Baglimit leider auch in 2019 beibehalten werden soll. Selbst eine Erhöhung auf zehn Dorsche pro Angler/ Tag wäre für uns Angler absolut inakzeptabel. Das hört sich zwar erst einmal gut an, jedoch sollten wir nicht vergessen, dass das Baglimit für uns Angler lediglich „zum Wiederaufbau der Bestände“ eingeführt wurde.

Die Bestände sind gemäß Vorhersage von ICES spätestens 2019 wieder im absolut sicheren Bereich und somit fordern wir weiterhin eine Abschaffung des Baglimit ab spätestens 01. Januar 2019.

Genauso wenig können wir eine Schonzeit für den Dorsch für alle Meeresangler oder eine Erhöhung des Mindestmaßes akzeptieren. Selbstverständlich sind auch wir an guten Dorschbeständen interessiert, doch wie wir bereits mehrfach in den letzten Monaten erwähnt haben, sind die Angler sicherlich nicht für den schwachen Jahrgang 2015 verantwortlich. Die Erholung der Bestände hat mit dem starken Jahrgang 2016 zu tun. Deshalb auch gerne noch einmal zur Erinnerung, dass wir erst seit 2017 ein Baglimit haben und die Erholung bereits vorher – also ohne Fangbeschränkung für die Freizeitfischerei – eingesetzt hat! Aus diesem Grund sind wir Angler natürlich auch auf den Jahrgang 2017 gespannt- der Jahrgang müsste ja „Mega“ ausgefallen sein, wo wir doch seit 2017 das Baglimit haben. Oder gibt es keinen Zusammenhang zwischen Baglimit und Dorschnachwuchs? Wir sind wirklich auf die Zahlen gespannt.

Bisher hat man die Anglerfänge ja in Tonnen errechnet. Möchte man die Fangmengen der Angler zukünftig analog zu den Quoten der kommerziellen Fischerei anpassen, darf man das demnach also nicht an einem „Baglimit pro Angler“ festmachen, sondern an den errechneten Gesamtfängen.
Gehen wir also einfach von den 1754 Tonnen für 2018 aus und die Quote der kommerziellen Fischerei wird zum Beispiel für 2019 verdoppelt, so stehen uns demnach 3508 Tonnen Dorsch und nicht ein Baglimit von 10 Dorschen pro Angler/ Tag zu!

Die 10 Dorsche pro Tag erreicht doch fast nie ein Angler und dabei handelt es sich eher um Ausnahmefangtage. Vor der Einführung des Baglimit haben wir durchschnittlich 2705 Tonnen Dorsch im Jahr gefangen. Es darf also in dem Beispiel nur heißen WEG MIT DEM BAGLIMIT! Unsere Fänge müssen weiterhin als Gesamtfänge berücksichtigt werden und nicht als „Quote pro Angler pro Tag“!

Wir werden natürlich die ICES Empfehlungen zeitnah nach Veröffentlichung kommentieren. Die Politik wird voraussichtlich im Oktober entscheiden- wir hoffen, dass es eine vernünftige Lösung für alle Beteiligten gibt und appellieren einmal mehr an die Vernunft und Fairness der zuständigen Kommission und fordern Gerechtigkeit für uns Angler sowie den Angeltourismus.

Dorsch ist jedenfalls in großen Mengen in der westlichen Ostsee in nahezu allen Größen vorhanden, wie unsere Videoaufnahmen aus den letzten Wochen zeigen. Ob das Fische aus den Jahrgängen 2014, 2015, 2016 oder 2017 sind, können wir als Angler nicht beurteilen, sondern lediglich vermuten.

Aktuell aber erfreuen wir uns hier an der Küste über die wirklich überragenden Fänge, ob vom Angelkutter oder vom Kleinboot- es läuft!

Bis bald, wir freuen uns auf Euch!

PS. Falls Ihr noch ein Mietboot für Eure nächste Angeltour sucht, schaut doch einfach mal auf https://erlebnis-meer.de/bootsangeln Dort findet Ihr alle Informationen zu Mietbooten, aber natürlich auch zu unseren Hochseeangelschiffen in Schleswig- Holstein.

Wir haben einige Nachfragen oder auch Anmerkungen zu unserer gestrigen Veröffentlichung zum „Baglimit ab 2019“ erhalten, die wir aufgrund der Anzahl der Nachrichten gerne auf diesem Weg beantworten möchten. An dieser Stelle bedanken wir uns für die konstruktive Kritik, aber auch für den großen Zuspruch!

1.Wir sind nicht auf dem „Kriegsfuß“ mit bestimmten Verbänden, sondern vertreten verschiedene Ansichten in Bezug auf Einschränkungen. Das ist sicherlich legitim und in einer Demokratie erlaubt und sogar gewünscht. Diskussionen gehören einfach dazu.

2.Bezüglich einer Schonzeit für Dorsche, ging es bei dieser Option nie um die Schonung der Laichdorsche, sondern lediglich um eine Reduktion der Fangmenge der Freizeitfischerei als Alternative zum Baglimit (siehe „Managementmaßnahmen in der Freizeitfischerei“ vom Thünen-Institut). Hierbei wurden auch nicht die realen Fangmengen der Freizeitfischerei in diesem Zeitraum berücksichtigt, sondern lediglich die errechneten Fangmengen von uns Anglern linear auf diesen Zeitraum runtergebrochen! Ausfallzeiten durch Wind und Wetter oder Fahrtgebiete wurden nicht berücksichtigt, ebenso wenig, dass viele Kleinboote in diesen Monaten gar nicht im Wasser liegen oder Angler auf andere Fischarten ausweichen. Welcher Kleinbootangler fährt in die Laichgebiete? Wie oft werden diese Gebiete von den Angelkuttern angefahren? Wir haben uns die Zahlen der Angelkutter mal angeschaut und können sagen, dass die Zahl der Anglerfänge in diesem Zeitraum für die Bestände sicherlich eher zu vernachlässigen sind. Wer möchte die Verantwortung für die wirtschaftlichen Folgen für den Angeltourismus übernehmen, wenn Familienväter in diesem Zeitraum in die Arbeitslosigkeit geschickt werden müssen, weil deutlich weniger Angler an die Küste kommen? Natürlich kann jeder erst einmal Forderungen stellen, doch bitte nicht ohne Lösungen für alle Beteiligten und einen spürbaren Nutzen für die Natur zu erlangen!

3.Einer Erhöhung des Mindestmaßes können wir ebenfalls nicht zustimmen! Wir kämpfen gegen neue Beschränkungen für Meeresangler und fordern keine zusätzlichen Einschränkungen, dafür sorgen seit Jahren andere Organisationen. Vermutlich können wirklich die meisten Boots- und Kutterangler mit einem höheren Mindestmaß gut leben, doch was ist mit Brandungsanglern oder Spinnfischern an unseren Küsten? Sollten wir die nicht auch respektieren anstatt weitere Einschränkungen für diese Angelkollegen zu fordern? Oder auch Bootsangler, die sich über einen im Rahmen der Gesetzgebung gefangenen und entnommenen Dorsch freuen? Nein, wir benötigen keine neuen Einschränkungen! Hier wäre es einfach sinnvoll, die Entnahme in die Verantwortung des Anglers zu legen. Das hilft dem Dorschbestand und sensibilisiert den Angler für die Ressource Fisch. Bei diesem Thema sollten wir auch nicht das drohende Rückwurfverbot vergessen. Dann müssen wir über ein Mindestmaß nicht einmal mehr diskutieren. Wurde das bereits durch Angelverbände thematisiert?

4.Wir wollen zudem das Baglimit nicht einfach akzeptieren, da es 2017 nur vorübergehend für die Erholung der Dorschbestände eingeführt werden sollte. Somit bestehen wir jetzt auch auf die Abschaffung und Einhaltung der damaligen Aussagen von Wissenschaft und Politik. Wenn wir jetzt nur für eine Erhöhung kämpfen, haben wir das Baglimit als dauerhafte Beschränkung akzeptiert und spielen damit Wissenschaft und Politik in die Karten. Gibt man uns für das kommende Jahr zum Beispiel ein Baglimit von 10 Dorschen, wird dieses doch nur rechnerisch erfüllt, bei der Einführung des Baglimit hat man uns jedoch die „Menge der gefangenen Dorsche“ unter die Nase gehalten. Wollen wir wirklich akzeptieren, dass man uns dauerhaft unterstellen kann, dass wir Angler die gleiche Menge Dorsch wie die kommerzielle Fischerei entnehmen? Irgendwann haben wir eine Quote von 5.000 Tonnen und fangen tatsächlich nur 2.500 Tonnen- das wird dann sicherlich nicht erwähnt werden, sondern die 5.000 Tonnen werden genannt. Wir können uns die Pressemitteilungen schon vorstellen „Quote für die Fischerei und Angler in 2019 verdoppelt“. Bei uns als Dorsche pro Angler pro Tag, bei der Fischerei in Tonnen. Ist das gerecht? Wir finden definitiv nein und dagegen wollen wir uns wehren.

5.Aktuell erhalten wir immer häufiger Nachrichten, dass sich die Zahl der Kontrollen in den letzten Wochen – speziell bei den Kleinbootanglern – spürbar erhöht hat. Natürlich heißen wir Kontrollen gut und schwarze Schafe müssen gefunden werden. Doch was möchte man durch die Erhöhung der Kontrolldichte wirklich erreichen? Möchte man eine Zunahme von Verstößen der Angler beweisen, wie man uns im Vorfeld pauschal unterstellt hat? Oder möchte man die zurückgehenden Einnahmen bei der Fischereiabgabe durch Bußgelder kompensieren? Ich denke ein Teil der Anglerschaft hat schon immer mal gegen geltendes Recht verstoßen, so wie es auch beim Autofahren ist. Dafür sind Kontrollen und Sanktionen auch da, doch ist ein Verstoß gegen das Baglimit wirklich ein Grund, die Zahl der Kontrollen so deutlich zu erhöhen? Wäre es nicht notwendiger gewesen schon immer die Einhaltung aller Regeln zu kontrollieren, zum Beispiel Verstöße gegen das Tierschutzgesetz? Werden hier die richtigen Prioritäten gesetzt? Das Ganze hat aktuell einen faden Beigeschmack!

6.Warum wurde das drohende Baglimit für Meerforelle und Lachs ab 2019 bisher von den Verbänden nicht thematisiert?

Bei all unseren Forderungen geht es nie um persönliche Interessen, sondern wir verfolgen ausschließlich das Ziel, neue Einschränkungen und Verbote für Meeresangler zu verhindern und alle Angelmethoden und Angler zu akzeptieren zu respektieren! Wichtig ist bei all diesen Themen, dass man Nutzen und Folgen abwägt und Lösungen erarbeitet. Doch haben wir in den letzten Monaten Lösungsvorschläge erhalten oder hat mal die Anglerschaft alleine im Regen stehen lassen? Für Verbote und Beschränkungen fühlen sich alle verantwortlich, für Hilfe und Lösungen wird immer auf andere verwiesen. Das ist nicht fair!

 

Lars Wernicke

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 Bilder Lars Wernicke

 


 

 

 

 

 

 

 


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Kommentare  

Die heutige DAFV JHV brachte zum Thema Baglimit keine wirklich guten Nachrichten.
Antworten
Schlimmer: Sie haben wieder klar gemacht, dass sie nicht GEGEN das Baglimit gekämpft haben, sondern das quasi hinnehmen.
Also alles wie immer - Naturschutzverband DAFV halt (das Gleiche bei Aal, Angelverbote etc.) ..

Lohnt sich nicht, sich da beim DAFV aufzuhalten, die ändern sich nicht..
Antworten
Der Verband der Kritik-und Ahnungslosen 100% Kompromisse:-)

Mit 0 Forderungen in die "Schlacht" und mit noch weniger wieder unter den Naturschutz Stein zurück.

Das-wie auf der JHV wohl verbreitet wurde, den BF zukünftig auch schmerzhafe Einschnitte drohen, verbuche ich mal als Placebo um einige Gemüter zu beruhigen(verarxxxen passt auch)
Antworten
Ich selbst Angel seit zwanzig Jahren auf Dorsch, und möchte es auch weiterhin tun deshalb gerne noch zwei Jahre Backlimit. Und verbietet endlich die Fischerei auf den Laichdorsch!!!
Antworten
Naja, nur dass es das Baglimit dazu nicht braucht.

Siehe Video:
https://www.youtube.com/watch?v=0hIgbDhr8dI


Und :
1. Die Entnahmemenge durch Angler an Dorsch ist in der Laichzeit für das Bestandsmanagement eher zu vernachlässigen
2. Die meisten Kleinboote fahren nicht in die Laichgebiete
3. Auch Kutter fahren in den Monaten Februar und März nicht täglich in die Laichgebiete (alleine wegen den Wetterbedingungen in der Jahreszeit)
4. Küstenangler erreichen auch keine Laichgebiete
5. Der Dorsch darf in seinem Verhalten nicht mit Süsswasserfischen verglichen werden (zum Beispiel Zander als Nestbewacher)
6. Die Küstenfischerei darf auch während der Laichzeit in Tiefen
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