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Definitionen von Anglern und Angeln gibt es viele. Juristische, semantische, humorvolle, (angel)politische. Eine weitere möchte ich hier hinzufügen. Auch wie man Angler und Fischer unterscheidet und warum so gut wie niemand Angelfischer sein will. Diese Definitionen habe ich dann anhand der Tätigkeit bzw. den Wünschen und Zielen der Angler und der Fischer erstellt.

Angler, Fischer, Angelfischer?

Es gibt Angler oder Fischer, aber keine Angelfischer - ein zusammen gesetztes Wort ohne Sinn, verwendet meist nur von Verbänden, Behörden und Politik.
Man geht Angeln oder man geht Fischen - aber niemand geht Angelfischen.
Angeln und Fischen ist mundartlich zwar oft gleich verwendet, das ist aber im Kern eigentlich falsch.

Fischer/Fischen

Das Fischen ist ertragsorientiert.
Das Fischen ist eine berufliche Tätigkeit mit dem Hauptaugenmerk auf möglichst hohe Entnahme von Fischen zur Ertragssteigerung.

fischer2Wie schädlich gerade Schleppnetzfischerei ist sieht man immer wieder.

Angler/Angeln

Angeln ist erlebnisorientiert.
Man geht Angeln in seiner Freizeit und freut sich, wenn man einmal einen passenden Fisch mitnehmen kann.


AnglerWie wenig erlebnisorientiertes Angeln in der Freizeit mit entnahmeorientierter Berufsfischerei für den Profit zu tun hat, dürfte das Bild gut veranschaulichen.

Angelfischer/Angelfischen

Angelfischer ist ein zusammen gesetztes Wort ohne viel Sinn für Angler oder Fischer. Es wird  nur von Verbänden, Behörden und Politik verwendet und teilweise in den Medien in Pressemeldungen. Angler/Fischer verwenden das Wort praktisch nicht oder kaum.

Nachhaltige Angler, schädliche Fischer

Fischen ist schädlich für Gewässer und Volkswirtschaft. Durch die Konzentration auf höchstmögliche Entnahme ohne die Möglichkeit sicheren Zurücksetzens von Bei- oder Fehlfängen werden Gewässer und Fischbestände nachhaltig geschädigt. Zudem müssen viele Fischer mit Millionensummen subventioniert werden und schaden so auch massiv der Volkswirtschaft.

BerufsfischerDass ein einzelner Kutter mit Schleppnetzen mehr Schaden als alle Angler zusammen anrichten kann, das  bestreiten im Kern nur Fischereivertreter


Angeln ist nachhaltig und gut für die Volkswirtschaft. Angler entnehmen bei deutlich höherem volkswirtschaftlichem Ertrag deutlich weniger Fisch und können Fehl- oder Beifänge meist sicher zurücksetzen. So bleiben Gewässer und Bestände in einem natürlicheren Gleichgewicht als bei der schädlichen, entnahmeorientierten Fischerei. Subventionen wie die Fischerei bekommen Angler nicht.

Fischer und Angler zusammen werfen ist falsch

Dass in den Landes- und Bundesverbänden der organisierten Sport- und Angelfischer die schädliche Berufsfischerei und die nachhaltigen Angler zusammen geworfen werden, ist ein Fehler. Ein Fehler, der zudem Anglern, Angeln und dem Anglerschutz schwer schadet. Denn dadurch werden die nachhaltigen Angler immer wieder benachteiligt (Baglimit Dorsch, Aalangelverbot etc.). Angler müssen sogar schädliche Fischer aus der zu 99,99% von Anglern erbrachten Fischereiabgabe mit subventionieren - das Geld könnte man sinnvoller für das nachhaltige Angeln, Angler und Anglerschutz einsetzen. Zudem werden die nachhaltigen Angler immer wieder von Medien, Behörden und Politik mit den schädlichen Fischern in einen Topf geworfen.

Fischzucht, Aquakultur und Binnenfischerei?

Immer wieder werden auch Fischzüchter als Berufsfischer bezeichnet. Sie fischen aber eben nicht, sondern sie züchten oder mästen Fische. Berufsfischer im Binnenbereich, welche nicht alleine von der Fischentnahme leben sondern vom Angelkartenverkauf und der Bewirtschaftung von Gewässern für Angler, sind meist positiv zu sehen. Ein gutes Beispiel dafür sind z. B. die Müritzfischer aus Mecklenburg-Vorpommern. Die machen einen guten Teil ihres Umsatzes mit Anglern und Angeltouristen und dementsprechend bewirtschaften sie ihre Gewässer auch anglerfreundlicher.

Klare Abgrenzung: Angler angeln, Fischer fischen!

Ich bin daher dafür, eine klare Sprache zu sprechen und alles klar zu benennen wie es ist und versuche dies immer einzuhalten:

  • Fischer sind entnahmeorientiert und schädlich für Gewässer und Volkswirtschaft.
  • Angler sind erlebnisorientiert, daher nachhaltig für Gewässer und Volkswirtschaft.
  • Angelfischer gibt es nicht und nur Verbände, Behörden und Politik verwenden dieses Wort.

Eine Umfrage zum Thema Angler, Angeln und Anglerfischer

Nach nur gut 12 Stunden hatten bei der Umfrage "Umfrage Angeln, Fischen, Angelfischen..?" schon mehr als 460 Gruppenmitglieder abgestimmt und das mit einer mehr als klaren Tendenz!
Angler sehen sich als Angler, seltener mundartlich als Fischer und praktisch nicht als Angelfischer.

Selten gibt es in einer so heterogen zusammen gesetzten Gruppe wie den Anglern so ein eindeutiges Ergebnis.

Zur Abstimmung:

umfrage angelfischen

Was ist eigentlich Angeln und wo kommt das Wort her?

Nachdem ich nun den Angler definiert habe, möchte ich auf 2 kleine Dinge noch hinweisen. Was bedeutet Angeln und wie definiert man die Tätigkeit des Angelns und woher kommt das Wort Angeln eigentlich?

Im Artikel "Eine kompetente Vertretung für Angler und das Angeln" habe ich bereits 2018 meine Definition für das Angeln veröffentlicht. Dazu auch wie eine angelpolitische Linie für Vertreter und Lobbyisten von Anglern aussehen müsste:

bild artikel

Definition Angeln

Zitat:

Angeln ist zunächst nur der Versuch - als sinnvolle Freizeitbeschäftigung - mit Rute, Schnur und Köder Fische zu fangen

Zielsetzung, Grundsatzpositionen, Subsidiarität

Zitat

Die Förderung freien und eigenverantwortlichen Angelns im Rahmen möglichst wenig restriktiver Gesetze und nach dem Prinzip der Subsidiarität.

Wo kommt das Wort Angeln eigentlich her?

Die nachfolgende Herleitung des Wortstammes "Angeln" von Netzwerk Angeln Autor Felix Leopold (Angeln in Griechenland - Fischarten, Köder und Methoden in Süß- und Salzwasser!) stammt aus einem Posting das er zum Thema "richtiges oder falsches Angeln" in der Facebookgruppe von Netzwerk Angeln (100% Angler - Netzwerk Angeln) veröffentlicht hatte:

felix leopoldFelix Leopold, Autor für Netzwerk Angeln

Zitat
Quelle https://www.facebook.com/groups/175451776612445/posts/1137299760427637/:

Und um herauszufinden, über was wir hier überhaupt reden, habe ich mich erstmal auf eine etymologische Suche nach dem Wort "Angel" gemacht:
Das deutsche Wort „Angel“ existiert seit der Zeit des Mittelhochdeutschen (ca. von 1050 n.Chr. bis 1350 n.Chr.) und entwickelte sich aus dem althochdeutschen (ca. 750 n.Chr. bis 1050 n.Chr.) Wort „angul“, das wiederum zurückgeht auf das antike germanische Wort „angulam“, das „Haken“ bedeutete. Das indogermanische Verb „ank“ bedeutete „krümmen“ und weist eine eindeutige Verwandtschaft zu dem lateinischen Wort „ancus“ auf, welches „gekrümmt“ bedeutet. Sprachgeschichtlich bezeichnen wir mit „Angel“ also einen gekrümmten Gegenstand (Haken), mit dem wir etwas einfangen oder festhalten. Dies beweist auch das noch heute existierende Wort „Türangel“.

Diese etymologische Herleitung hat Felix Leopold dem Internet entnommen. Die etymologischen Wurzel des deutschen Wortes „Angeln“ im Griechischen bestätigt er als Kenner und lange in Griechenland lebender Angler.

Mein Fazit zu Angler, Fischer, Angelfischer

Vielleicht verhilft diese Art der Definition als Diskussionsgrundlage Anglern und anglerfreundlichen Vetretern von Angelvereinen und den leider nicht so vielen anglerfreundlicheren Funktionären in Verbänden zu einigen neuen Denkansätzen und Argumentationen mit Behörden und Politik im Kampf um Angeln, Angler und Anglerschutz.
Denn dieser Kampf ist im vollen Gange.
Man sieht es an immer mehr Einschränkungen nicht nur bei der Bewirtschaftung und Pacht der Angelgewässer mit immer mehr Einschränkungen. Auch der Zugang zum Wasser, parken und der Aufenthalt am Wasser wird  immer öfter eingeschränkt oder verboten. Oft auch da, wo Behörden oder anlgerfeindliche Bewirtschafter nicht direkte Angelverbote durchsetzen können.

Man muss ja nicht bei den bisherigen Definitionen, Sicht- und Verhaltensweisen von Verbänden und Politik bleiben, welche  dem nachhaltigen Angeln nachweislich geschadet und der schädlichen Fischerei geholfen haben.
Nur weil es Tradition ist und es immer so war.
Denn Tellerränder sind zum drüber raus schauen da!

In diesem Sinne:
Viel Spaß beim Angeln!


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Kommentare  

Hallo Thomas, sehr schöner Beitrag. Um es kurz zu machen, ich bin Angler und gehe Angeln.
Antworten
Die korrekte Trennung von Angeln und fischen, ist schon sehr wichtig. Leider wird das von Politikern und leider auch Funktionären der Angelverbände zu oft vermischt. Besonders das sogenannte Sportfischen als schlechtes Beispiel. Angeln ist unser Hobby und ist keine Sportart. Selbst wenn es in Anstrengungen ausarten kann.
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