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Zander gelten als äußerst vorsichtige und heikle Gesellen – gerade wenn sie mit Naturködern wie etwa einem Köderfisch gefangen werden sollen ist es für den Angler wichtig sich den Verhaltensweisen der Zander anzupassen.

In dieser Anleitung zeige ich euch, Schritt für Schritt wie genau ich beim Zanderangeln mit Köderfisch vorgehe und worauf es aus meiner Sicht wirklich ankommt!

zander naturkoederLohn für gute Vorbereitung: Autor Franz Hollweck mit einem starken Köderfisch-Zander aus einem Baggersee

Schritt1: Die Stellenwahl beim Zanderangeln mit Naturköder:

Im ersten Schritt suchen wir uns eine passende Angelstelle, an der wir es auf Zander probieren möchten. Der Stellenwahl widme ich gerade beim Zanderangeln recht viel Aufmerksamkeit.

Denn beim klassischen Ansitzangeln auf Zander präsentieren wir unseren Köderfisch oft für mehrere Stunden an einem Platz und hoffen, dass der Zander bei seinem Beutezug unseren Köder findet.

Wer bei der Auswahl der Angelstelle also die falsche Entscheidung trifft, wird möglicherweise stundenlang ohne Biss am Ufer sitzen, einfach weil kein Zander in der Nähe ist.

Die Erfolgsaussichten lassen sich ganz erheblich steigern, wenn man etwas Zeit und Hirnschmalz investiert und sich eine passende Stelle sucht.

Es gibt glücklicherweise zwei Faktoren die uns bei der Auswahl der Angelstelle etwas entgegenkommen.

Zander sind berechenbar

Egal wo wir auf Zander angeln möchten, es sind immerwieder die gleichen Plätze die von den Stachelrittern gerne aufgesucht werden.

Sowohl in stehenden Gewässern wie Baggerseen, Kiesgruben oder Stauseen als auch an Flüssen suche ich immer nach Kanten im Gewässer. Das bedeutet konkret, ich schaue nach Bereichen in denen die Gewässertiefe schlagartig deutlich abfällt. Wenn man ein Boot samt Echolot zur Verfügung hat, ist es ein leichtes solche Kanten zu finden.

zander kanteKanten sind die heissesten Spots für Zander. Im Hintergrund ist eine Insel zu sehen, auf dem Echolot sieht man die abfallende Kante.

Als Uferangler sind unsere Möglichkeiten da oft deutlich eingeschränkter, was aber kein Grund ist die Flinte ins Korn zu werfen. Denn oft finden wir die besten Zanderstellen eines Gewässers direkt vor unseren Füßen: Die Uferkanten.

Sehr viele stehende Gewässer sind so aufgebaut, dass sie über einen flachen Uferbereich verfügen der nach einigen Metern dann steil abfällt und in vielen Flüssen sieht es nicht anders aus, die Uferkante lässt sich hier oft in Form einer Steinpackung erkennen.

Egal ob See oder Fluss der Fuß der Uferkante ist fast immer eine Topstelle für Zander und ist dabei oft nur 5m vom Ufer entfernt.

Die Zander ziehen bevorzugt in den Dämmerungsphasen an genau diesen Kanten entlang und versuchen dort Beute zu machen. Wer hier einen Köderfisch platziert hat gute Chancen auf einen Stachelritter.

Neben den Uferkanten halte ich aber auch immer Ausschau nach markanten Gewässermerkmalen wie etwa:

  • Inseln
  • Landzungen
  • Eingänge zu Buchten/Nebenarmen

An solchen Strukturen ergeben sich nahezu zwangsläufig Kanten im Gewässerverlauf, welche von den Zandern ebenfalls gerne aufgesucht werden.

Zanderplätze in Teichen und Weihern

Wenn ich es mit Gewässern zu tun habe an denen ich keine solchen Stellen ausfinding machen kann, wie etwa kleinere Weiher oder Teiche, dann konzentriere ich mich auf Gewässerbereiche mit einem hohen Totholzbestand und halte nach Seerosenfeldern oder Zuläufen Ausschau.

Wenn man dort dann auch noch etwas festen Boden in Form von Sand oder Kies findet, liegt man meistens goldrichtig.

zanderstellen einlauf seerosenfeldTopstellen in kleinen Seen und Teichen: Einläufe und Seerosenfelder

Als letzte Möglichkeit bleibt dann noch, einfach Ausschau nach der Beute der Zander zu halten. Wo im Gewässer treibt sich der Kleinfisch herum? In welchen Ecken lassen sich an der Oberfläche Jungfisch-Schwärme ausmachen? Wer seinen Köderfisch in der Nähe der echten Beute anbietet kann so falsch nicht liegen.

Bis man den ersten Zander gefangen hat, muss man gerade in Gewässern deren Bestand hauptsächlich aus Besatzfischen besteht manchmal vielleicht etwas suchen und probieren – hat man aber dann irgendwann den ersten Zander erwischt, werden an dieser Stelle meist sehr zuverlässig noch weitere Stachelritter folgen

Zander sind fleißige Schwimmer

Was uns bei der Suche nach den Glasaugen sehr entgegenkommt ist die Tatsache, dass Zander viel fressen und oft sehr große Strecken bei ihren Streifzügen durchs Gewässer zurücklegen. Das hat zur Folge, dass die Zander relativ schnell unsere Köder entdecken werden (vorausgesetzt wir haben sie an einer fängigen Stelle angeboten).
So lassen sich auch an unbekannten und großen Gewässern innerhalb weniger Abende doch recht schnell bestimmte Muster und letztendlich auch fängige Stellen herausfinden.

Extratipp: Niedrigwasser-Phasen zur Spot-Spionage nutzen!

Gerade in Stauseen habe ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht zu Zeiten mit extrem niedrigen Wasserstand die Gewässertruktur genauer zu untersuchen.

niedrigwasser stauseeDas Niedrigwasser am Stausee offenbart das alte Bachbett. Sobald der See wieder befüllt ist, kennen wir nun einen Traumspot ganz genau.


Schritt 2: Montage zum Zanderangeln mit Köderfisch:

zandermontage grundKein Hexenwerk. Zander-Montagen müssen vor allem eines sein: Sehr einfach!

Nachdem sich also für eine Angelstelle entschieden hat, die man für geeignet hält um dort Zander zu fangen geht es an den zweiten Schritt.  Mit welcher Montage rücken wir den Zandern auf die Schuppen?

Nachfolgend werde ich euch die Zandermontagen die ich am häufigsten einsetze etwas genauer vorstellen. Wer jetzt hochkomplexe Spezialmontagen erwartet, den muss ich leider enttäuschen, denn:

Bei Zandermontagen ist mir ein Grundsatz extrem wichtig: So einfach wie möglich!

Wichtig ist, dass sich die Montagen verwicklungsffrei werfen lassen und dem Zander möglichst wenig Widerstand bei der Köderaufnahme bieten.

Grundmontage für Zander

Wenn ich an Seen die Uferkanten beangle ist meine Montage sehr schnell erklärt. Ich angel mit freier Leine. Lediglich einen Wirbel samt Karabiner binde ich an die Hauptschnur um das Vorfach komfortabel ein- und aushängen zu können.

Als Wurfgewicht dient dann einfach der Köderfisch, 10-15 Meter kann man so locker werfen und das reicht in den allermeisten Fällen ja schon aus.

Sobald man etwas weiter werfen muss oder Umstände wie Strömung (Fluss) oder starker Wind hinzukommen, wird die Montage einfach um ein Durchlaufblei und eine kleine Perle als Knotenschutz erweitert.

zandermontage bleiPerfektes Eigenbau-Blei zum Zanderangeln mit der Grundrute

Bei Grundmontagen setze ich am allerliebsten ein sogenanntes Korkblei ein. Diese Bleie vereinen 3 Eigenschaften die ich beim Zanderangeln sehr schätze!

  1. Durch die Kompakte Form lassen sie sich super werfen und sind extrem unanfällig gegen Verwicklungen.
  2. Aufgrund der Konstruktion stellt sich das Blei im Wasser immer aufrecht. Die Schnur kann daher immer frei durch den großen Wirbel gleiten.
  3. Der Wirbel dreht sich immer in die Zugrichtung des Zanders mit. Die Gefahr, dass der Zander einen Widerstand durch das Blei wahrnimmt wird dadurch deutlich minimiert.



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Korkblei


Balzer Steh Auf Blei, 10g

steht immer aufrecht, ungehinderter Schnurdurchlauf


Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Preis bei 0.99€

Mehr kommt bei mir für eine klassiche Grundmontage nicht an die Rute.

Keine Anti-Tangle Röhrchen, keine Ledger-Booms, keine Sbirolinos und auch keine Tiroler Hölzel oder ähnliche Spielereien. Weniger ist mehr!

Posenmontage für Zander

Alternativ kann man beim ufernahen Angeln auch sehr gut Knicklicht-Posen für Zander einsetzen.

Eine Pose erfüllt beim Zanderangeln 2 Aufgaben.

  1. Bissanzeige
    Zunächst einmal ist sie eine sehr sensible Bissanzeige, wir bekommen vom ersten Moment an sofort mit, wenn sich ein Zander für unseren Köderfisch interessiert und können den Biss live mitverfolgen. Das ist nicht nur super spannend und treibt Anglern jeden Alters das Adrenalin in die Adern, die Pose zeigt uns oft auch an in welche Richtung sich der Zander mit dem Köderfisch im Maul bewegt. Das hilft uns beim Timing für den Anhieb und ist ein klarer Vorteil gegenüber herkömmlichen Grundmontagen.
  2. Ködertiefe regulieren
    Die zweite Aufgabe die eine simple Pose besser erledigt als alle anderen Systeme ist die Köderpräsentation in einer genau definierten Tiefe. Wer also seinen Köderfisch nicht auf Grund legen möchte, sollte wenn es irgendwie geht auf eine Pose setzen. Zentimetergenau lässt sich so die Tiefe in der man den Köderfisch den Zander vorsetzen möchte einstellen. Eine Posenmontage arbeitet wesentlich genauer als alle Auftriebsysteme die man beim Grundangeln in den Köderfisch einführt (Balsa-Holz, Styropor etc.)

Moment Mal! Fängt man Zander nicht am Grund?

Keine Sorge – ja, man fängt Zander meistens knallhart am Grund – und auch bei der Posenmontage legt man den Köderfisch häufig einfach auf Grund und macht sich lediglich die schönere Bissanzeige zu Nutze.

Es gibt aber Gewässer in denen sich Zander sehr gut auch einen Meter über Grund oder gar im Mittelwasser fangen lassen. Warum das so ist?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Was ich aber sagen kann, nicht selten sind es vor allem die größeren Exemplare die man mit einem Köderfisch der mit einer Pose etwa 1m über Grund angeboten wird erwischt. Und auch meinen bislang größten Köderfisch-Zander habe ich genau so gefangen, bei einer Wassretiefe von 3,40m hatte ich einen halben Köderfisch auf 2,50m Tiefe angeboten.

kapitaler koederfisch zanderKapitaler Zander der mit der Posenmontage 1m über Grund gefangen wurde.

Widerstandsloser Schnurabzug: Ruten beim Zanderangeln richtig ablegen

Ein weiterer wichtiger Erfolgsgarant beim Angeln mit Köderfisch auf Zander ist der möglichst widerstandsfreie Schnurabzug beim Biss des Zanders. In stehenden oder langsam fließenden Gewässern lässt sich das am einfachsten bewerkstelligen, wenn man mit einem offenen Schnurfangbügel angelt. Bei stärker Strömung hingegen kann man gut mit Rollen mit Freilauf angeln.

rutenablage zanderangeln

Beim angeln mit offenem Bügel ergeben sich auf den ersten Blick zwei Schwierigkeiten, für die es aber sehr praktische Lösungen gibt.

  1. Der durch Wind oder leichte Strömung entstehende Schnurbogen zieht Schnur von der offenen Rolle.

    Lösung:

    Man befestigt die Schnur an einem leicht auslösbarem Clip am Rutenblank. dadurch bleibt die Schnur vom Clip in Richtung Köder gespannt. Der Wind kann sie nicht mehr von der Rolle ziehen.

  2. Bei lockerer Schnur lösen elektronische Bissanzeiger schlecht aus.

    Lösung:

    Zunächst hilft es bereits die Schnur wie oben beschrieben etwas auf Spannung zu bringen. Zusätzlich hängt man dann einen leichten, visuellen Bissanzeiger zwischen Rolle und Pieper in die Schnur ein. Dadurch wird die Schnur sowohl vor als auch nach dem Piepser gespannt – so präpariert werden auch wenig sensible Bissanzeiger sicher „Alarm“ geben.


gummiband offener buegel

Mittlerweile gibt es schon recht viele Ansitzruten die einen fest verbauten Clip am Blank verbaut haben. Man kann aber auch, völlig simpel, einfach einen Gummi um den Blank binden. Unter den Gummi schiebt man dann eine kleine Schnurschlaufe die beim Biss langsam unter dem Gummi hervorgezogen wird und dann einen freien Schurabzug gewährleistet.


Extratipp: Selbstleuchtende Einhänge--Bissanzeiger

Die leichten, visuellen Bissanzeiger muss man nicht kaufen. Mit etwas kreativer Bastelei lassen sich erstklassige Einhänge-Bissanzeiger selber basteln. Ich verwende dazu gerne Leuchtschlauch und Leuchtperlen die sich tagsüber im Sonnenlicht aufladen und nachts dann leuchten. So spart man sich das Knicklicht. 

bissanzeiger zander


Schritt 3: Den Köderfisch für Zander richtig anködern

Nachdem man nun also weiß wo und wie man die Stachelritter überlisten möchte kommen wir zum Köder an sich:

Wie ködert man einen Köderfisch beim Zanderangeln richtig an?

Die Anköderung eines Köderfischs zum Zanderangeln ist für viele Einsteiger eine Herausforderung – und oft sind auch erfahrene Angler etwas unsicher wie genau man nun einen Köderfisch zum Zanderangeln anködern soll.

Diese Unsicherheit ist absolut berechtigt. Denn es gilt hier 2 gegensätzliche Anforderungen an unseren Zanderköder zusammenzuführen.

  1. Der Haken muss im Köderfisch so gut versteckt sein, dass der Zander bei der Aufnahme des Köders keinen Verdacht schöpft.
  2. Der Haken muss so weit aus dem Köderfisch herausschauen, dass er beim Anhieb sicher im Zandermaul greifen kann.

Nach zahllosen Versuchen verschiedenster Anköderungsmethoden bin ich letztlich bei 2 Varianten hängengeblieben, die sich für alle von mir eingesetzten Köderfischarten wie etwa Rotaugen, Rotfedern, Barsche, Lauben (Ukelei), Grundeln oder Kaulbarsche und Gründlinge (aufpassen, in manchen Bundesländern ganzjährig geschützt!) gut bewährt haben.

Einzelhaken Montage

zander koederfisch ankoederung

Meine Standard-Montage ist eine klassische Einzelhaken-Montage. Dabei setze ich gerne auf sehr große Einzelhaken der Größen 5/0 oder gar 6/0, im ersten Moment wirkt diese Montage daher etwas grob. Allerdings nur auf den ersten Blick.

Denn nachdem der Köderfisch mit der Ködernadel vom Maul her in Richtung Schwanzflosse aufgefädelt wurde, versteckt man den Hakenschenkel direkt im Fischmaul. Aus dem Fischmaul schaut dann nur noch der große Hakenbogen heraus. Der große Bogen hat den Vorteil, dass sich der Haken nie so verdrehen kann, dass er nicht mehr greifen könnte. Das würde nämlich im schlechtesten Fall passieren, wenn man hier sehr kleine Haken einsetzt.

Gegen Haken die im Kopfbereich angebracht sind, sind Zander relativ unempfindlich. Ich erkläre mir das damit, dass die Kopfpartie bei allen Fischen aufgrund der Schädelknochen immer hart ist und der Zander hier kaum Argwohn kennt.

Nicht geeignet: Zwillingshaken oder Blitzhaken

Häufig werden auch Zwillingshaken oder Blitzhaken beim Zanderangeln mit Köderfisch eingesetzt. Direkt am Kiemendeckel des Köderfischs lassen sich solche Haken maximal unauffällig präsentieren. Hier wird aber auch genau die Schwierigkeit der Anköderung deutlich. Eng anliegende Haken greifen beim Anhieb nicht im Zandermaul. Der Zander lässt sich ausschließlich Haken, wenn er den Köderfisch bereits geschluckt hat. Das Ergebnis sind dann entweder Fehlbisse oder eben sehr tief im Schlund gehakte Zander. Ein Zurücksetzen untermaßiger Zander ist dann in den meisten Fällen nicht mehr möglich. 

blitzhaken zander

Doppel-Drilling Montage

doppelhaken montage zander

Gerade an Zandergewässern mit einem sehr guten Zanderbestand hat man es häufig auch mit viele kleinen Fischen zu tun. Hier setze ich gerne eine Doppel-Drilling Montage ein. Diese wirkt auf den ersten Blick natürlich auch ziemlich grobschlächtig, gepaart mit einem sofortigen Anhieb hakt sie aber echt gut und verhindert sehr zuverlässig dass der Zander den Köderfisch tief schluckt.

Nachteil: Verpennt man den Anhieb, spuckt der Zander den mit Drillingen gespickten Köderfisch oftmals wieder aus.



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VMC Drilling


VMC-Drilling, Größe 4

Idealer Haken für Zander Doppeldrilling-Montage


Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Preis bei 7.74€


Extratipp: Köderfisch bei weiten Würfen sichern!

Wenn eine Doppel-Drilling Montage etwas weiter geworfen werden muss, ist es ratsam mit der Vorfachschnur eine kleine Schlaufe um die Schwanzflosse des Köderfisches zu legen. Die beim Wurf entstehenden Fliehkräfte wirken dann auf den Knoten an der Schwanzflosse und verhindern, dass die Haken beim Wurf aus dem Fisch ausreißen. Auf Zug (also z.B. im Drill) löst sich die Schlaufe ganz einfach wieder. Es entsteht dabei also KEIN Knoten und somit kommt es auch nicht zum Tragkraft-Verlust.


Vorfachmaterial beim Zanderangeln mit Köderfisch

vorfachmaterial zander

Wenn man sich vor Augen hält, wie heikel Zander manchmal beißen können, ist es mit Sicherheit kein Fehler auch mal über das richtige Vorfachmaterial zum Zanderangeln mit Köderfisch nachzudenken. Je nach Situation bieten verschiedene Vorfachmaterialien auch verschiedene Vorteile.

Stahlvorfach: Pflicht bei Hechtgefahr

Wer an Gewässern angelt die neben dem Zielfisch Zander auch Hecht beherbergen sollte auf ein Stahlvorfach zurückgreifen. Seit vielen Jahren gibt es sehr feines Stahlvorfach, das sich auch zum Zanderangeln prima einsetzen lässt. Wichtig ist, dass es nicht zu dick und auch relativ weich ist.
Ein feines 7x7 Stahlvorfach oder ein 1x19 Stahlvorfach erfüllen diese Anforderungen perfekt. Mit Hilfe einer Klemmhülsen-Zange lassen sich so blitzschnell hechtsichere Vorfächer bauen.



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Korkblei


10 m Stahlvorfach 7x7 mit Klemmhülsen

ultrafeines Stahlvorfach, Tragkraft 5kg, ideal zum Zanderangeln


Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Preis bei 12.99€


Monofile Schnur: Ein gutes Allround-Zandervorfach

Das am häufigsten zum Zanderangeln eingesetzte Vorfach ist simple monofile Schnur. Je nach Situation kommen Schnurstärken von 0,25 – 0,35mm zum Einsatz. Für ein monofiles Vorfach sprechen seine gute Abriebfestigkeit, die geringe Verwicklungsgefahr beim Auswurf und natürlich die gute Verfügbarkeit (Jeder Angler hat beim Ansitz irgendeine monofile Schnur dabei) sowie die günstige Preis.

Fluorocarbon: Modernes Vorfachmaterial

Wer im Besitz von Fluorocarbon Vorfachmaterial ist, der kann natürlich auch damit seine Zandervorfächer binden. Im Vergleich zu monofiler Schnur hat es den Vorteil, dass es ein noch schwereres Material ist und sich dadurch sehr zuverlässig und unauffällig auf den Grund legt. Die geringere Sichtbarkeit von Fluorocarbon unter Wasser ist beim Grundangeln nicht so entscheidend, wenn jedoch eine Pose zum Einsatz kommt, haben wir relativ viel Schnur vertikal in der Wassersäule – hier könnte es sich lohnen auf ein unauffälligeres Material zu setzen und so auch scheue Zander nicht zu verschrecken.

Geflochtene Schnur: Das weichste Vorfachmaterial

Wenn es darum geht, den Köderfisch möglichst natürlich zu präsentieren ist geflochtene Schnur als Vorfachmaterial die erste Wahl. Geflecht ist maximal weich und wird unter allen Vorfachmaterialien beim Zander die geringste Argwohn auslösen. Wichtig ist, dass man auf eine recht dicke Geflochtene Schnur zurückgreift, denn: Geflochtene Schnur an sich ist relativ empfindlich gegen Steine, Muscheln usw. Entgegenwirken kann man dem mit größeren Schnurdurchmessern – Viel hilft viel! Ich setze Geflechtschnur in einer Stärke von 0,35mm als Vorfachmaterial ein.

geflochtenes vorfach unterwasser

Ein Nachteil von geflochtener Schnur ist, dass sie schwimmt. Gerade beim Grundangeln schwebt die Schnur dann sehr auffällig in der Nähe unseres Köderfischs durchs Wasser. Das können Zander mitunter sehen – und auf jeden Fall spüren falls sie dagegenschwimmen.

Aber auch hier gibt es eine simple Lösung: Man nimmt einfach eine sinkende Geflechtschnur oder geflochtenes Karpfenvorfach-Material, welches in den meisten Fällen auch sinkend ist.



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geflochtene Vorfachschnur


Radical Vorfachmaterial, sinkend

starkes, geflochtenes Vorfachmaterial mit guten Sinkeigenschaften. Tragkraft: 20.4 kg


Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Preis bei 21.91€


Schritt 4: Alles oder Nichts: Der richtige Zeitpunkt zum Anhieb!

Es ist angerichtet! Die Angelstelle haben wir sorgfältig ausgewählt, und die Montage mit dem perfekt angeköderten Köderfisch ist sauber platziert. 

Jetzt nehmen wir die letzte entscheidende Hürde vor dem Fang eines tollen Zanders: Der richtige Zeitpunkt für den Anhieb.

Ziemlich einfach ist es, wenn wir eine Doppelhaken-Montage mit zwei Drillingen einsetzen. Dann wird sofort, beim ersten „zucken“ angeschlagen. Mindestens einer der beiden Drillinge sitzt immer.

zander schluckt koederfischKopf voran: Meistens packt und schluckt der Zander den Köderfisch mit dem Kopf voran.

Komplizierter wird es bei der Einzelhaken-Montage.

Es gibt hier keine Patentlösung, die in allen Fällen perfekt funktioniert. Das liegt einfach daran, dass wir vom Ufer aus nicht sehen können wie genau der Zander unseren Köderfisch im Maul hat – das wäre aber entscheidend um den perfekten Zeitpunkt für den Anhieb vorhersehen zu können.

Nach vielen Tests habe ich mir mittlerweile eine 10-Sekunden Regel zurecht gelegt die relativ zuverlässig funktioniert.

Die 10 Sekunden Regel beim Anhieb

Sobald die Schnur läuft warte ich erstmal ruhig ab, was der Zander macht. Nach 10 Sekunden entscheide ich ob ich den Anhieb setze oder noch warte.

  1. Variante 1:  Der Zander bleibt nach etwa 10 Sekunden Schnurabzug stehen und zieht keine Schnur mehr.

    Jetzt heißt es warten. Der Zander hat den Köderfisch wahrscheinlich seitlich gepackt und dreht ihn sich jetzt zurecht um ihn zu fressen. Sobald der Zander nach seiner kurzen Pause wieder Schnur abzieht erfolgt der Anhieb.
  2. Variante 2: Der Zander zieht ohne Pause auch nach 10 Sekunden noch Schnur.

    Ich setze jetzt sofort den Anhieb, der Zander hat den Köderfisch vermutlich direkt von der Kopfseite her gepackt, der Haken ist sofort in der richtigen Position um sicher im Zandermaul zu greifen.

Nachdem der Zander mit einem kräftigen Anhieb sicher gehakt wird, sind wir nun am Ziel. Ein Stachelritter liegt vor uns!

zander gefangen

Ruten und Rollen zum Ansitzangeln auf Zander mit Köderfisch

angelgeraet zander koederfisch

An das Angelgerät werden beim Zanderangeln mit Köderfisch in den meisten Situationen keine besonderen Ansprüche gestellt. Mit Allroundruten (Wurfgewicht irgendwo zwischen 20 und 80 Gramm) ab einer Länge von 3 Metern wird man in den meisten Fällen sehr gut zurechtkommen.

Ähnliches gilt beim Zanderangeln auch für die Rollen. Da wir in den meisten Fällen mit offenem Schnurfangbügel angeln und der Zander im Drill kein übermäßig kampfstarker Fisch ist, benötigt es auch hier keine Premium-Modelle. Ich verwende dazu gerne ausgemusterte Spinnrollen in der 4000er Größe oder kleine Freilaufrollen. Die ich mit monofiler Schnur in einer Stärke zwischen 0,25mm und 0,35mm bespule. 

Wenn wirklich mal weite Würfe erforderlich sind, oder man den Köderfisch mit dem Boot etwas weiter auslegen möchte, leistet auch eine gewöhnliche Karpfen-Combo gute Dienste.

Zanderangeln mit Köderfisch im Video!

Ergänzend zu dieser Anleitung zum Zanderangeln mit Köderfisch, habe ich meine Vorgehensweise auch in einem Video zusammengefasst. Ich wünsche gute Unterhaltung und stramme Zander!


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Kommentare  

Statt x-fach durchgekauter "Weisheiten" und anglerischer Allgemeinplätze hat sich Franz hier viel Arbeit gemacht!
Er hat hier eine Anleitung mit vielen tollen Tipps und Tricks direkt aus der Praxis erstellt, die vielen Anglern sicher helfen wird.
Prädikat:
LESENSWERT!
ANSCHAUENSWERT!
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Antworten
Wirklich das komplette Zander auf Köfi 1×1 !
Antworten
Ein sehr fundierter Beitrag. Trotz zahlreicher Zanderlektüre waren hier doch ein paar wertvolle Tipps dabei. Werde sie am Wasser gerne ausprobieren.
Sehr lesens- bzw. sehenswert!
Antworten
Hallo Rimbert, vielen Dank fürs Lob!
Falls du noch Fragen hast - einfach melden.
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