Pressemeldung

anglerdemo abschaffung baglimit

 

Das gemeinsame Ziel aller Nutzer ist der Wiederaufbau und die nachhaltige Nutzung des Dorschbestandes auf dem Niveau des höchstmöglichen Dauerertrages. Seit 2017 gilt eine Tagesfangbegrenzung für Angler von 5 Dorschen, im Zeitraum Februar/ März eines jeden Jahres gilt eine Fangbegrenzung von nur 3 Dorschen.

Das Angeln auf Dorsch hat eine erhebliche Bedeutung für den Tourismus an Teilen der Ostseeküste. Es ist ein allgemein attraktives Ziel für Angler, die im Urlaub am Strand, von einem Angelkutter oder vom Boot aus Ihrem Hobby nachgehen möchten. Motivierend für einen Angelurlaub ist die Hoffnung auf einen außergewöhnlichen Fang. Auch wenn sich dieses Ziel nicht für jeden Angler erfüllt, so ist die Chance darauf ein wesentliches Motiv für einen Angelurlaub oder eine Kurzreise aus oft entfernten Regionen.

Diese Chance wird beim Dorsch durch ein Baglimit von vornherein reduziert, so dass viele Angeltouristen eine solche Reise nicht mehr reizvoll finden. Wer würde denn noch Lotto spielen, wenn der Gewinn von vornherein auf 100 Euro beschränkt wäre? Auch wenn nur ein verschwindend geringer Teil der Lottospieler wirklich große Gewinne macht, hängt daran die Attraktivität des Spieles. So hoffen auch die Angler auf einen erfolgreichen Angeltag, auch wenn lediglich jeder fünfte Angler acht Dorsche oder mehr fängt. Aus diesem Grund gab es sofort nach der Einführung des Baglimit Verluste bei den Betreibern von Hochseeangelfahrten, die existenzgefährdend sind. Stornierungen von Buchungen und eine Zunahme der Touristen in Angelgebieten ohne Fangbeschränkungen wie zum Beispiel Polen, sind die Folgen des Baglimit.

Dieses Baglimit wurde laut Politik und Wissenschaft für den Wiederaufbau der Dorschbestände eingeführt. Die Folgen für den Angeltourismus sind auch heute noch gravierend. Umsatzrückgänge von bis zu 50%, Verluste von Arbeitsplätzen und Aufgabe von Familienbetrieben sind bereits heute spürbare Auswirkungen resultierend aus dieser Fangbeschränkung. Hochseeangelschiffe, Angelgeschäfte und Vermieter sind vom Ausbleiben der Touristen stark betroffen.

Gemäß dem ICES Advice für das Jahr 2019 wird der Bestand gemäß Vorhersage wieder im Bereich der nachhaltigen Nutzung sein und erreicht eine bisher nicht beobachtete Bestandsbiomasse von rund 50.000 Tonnen.

ICES empfiehlt aus diesem Grund eine Erhöhung der Fangquoten für den Dorsch in den Subdivision 22-24 in Höhe von 137%. Wir Angler fordern im Rahmen der Verteilungsgerechtigkeit eine Anpassung unserer Fangmengen analog der Erhöhung der Fangquoten der kommerziellen Fischerei.

Bereits eine Erhöhung von 50% würde eine Abschaffung des Baglimit bedeuten, da wir Angler dann lediglich unsere durchschnittlichen Fänge – ohne Tagesfangbegrenzung - der Jahre 2014 bis 2016 in Höhe von 2654 Tonnen erreichen würden. Somit darf es ab 2019 keine Fangbeschränkungen für die Freizeitfischerei in der westlichen Ostsee mehr geben. Eine Abschaffung des Baglimit würde der Wirtschaft in den strukturschwachen Küstenregionen einen sofortigen Auftrieb geben und zudem könnten die Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg- Vorpommern Kosten für Kontrollen einsparen und Kapazitäten der Wasserschutzpolizei und Fischereiaufsichten für wichtige Aufgaben schaffen.

Die negativen wirtschaftlichen Folgen für die Ostseeküste sind nachweisbar und waren Gegenstand der öffentlichen Diskussionen. Sie sind den Entscheidungsträgern bereits bekannt. Es gibt zudem erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit und an der Erforderlichkeit eines Baglimit für Dorsch, denn die Erholung der Dorschbestände hat bereits vor der Einführung des Baglimit begonnen. Ein Baglimit für Angler ist nicht verhältnismäßig und eine Abschaffung ab 2019 zwingend erforderlich. Der ICES Advice begründet eine Abschaffung des Baglimit ab 2019.

Lars Wernicke für Anglerdemo

 


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Kommentare  

Danke das du das Thema hier mal so einfach auf den Punkt bringst Lars. Die Zusammenhänge sind ja doch nicht immer auf Anhieb so einfach zu verstehen.
Danke auch für euren unermüdlichen Einsatz, macht weiter so.
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