europawahl2024
Netzwerk Angeln hat noch rechtzeitig vor der Europawahl 2024 Fragen zur Einstellung der Angel- und Fischereipolitik der EU an die relevanten deutschen Parteien geschickt. Immer mehr mischt sich die EU ja in Belange der Angler ein. Vor allem werden Angler immer wieder benachteiligt, während Berufsfischer bevorzugt und sogar mit Millionen und Milliarden subventioniert werden.

Daher haben wir den Parteien ausführlich erklärt um was es uns geht, wie wir zu den Fragen kommen und dass Angeln zuerst einmal nichts mit den Naturschutzverbänden der Minderheit der organisierten Sport- und Angelfischer zu tun hat.  Wir haben den Parteien auch noch die Möglichkeit gegeben, sich über die Fragen hinaus weitergehend zu äußern. Wir haben dabei auf die Forderungen von Netzwerk Angeln zu Anglern, Angeln und Anglerschutz verwiesen.
Die Mail mit der gesamten Anfrage findet ihr im [Anhang 1].

Die Fragen an dIe Parteien

Hier die reinen Fragen an die Parteien, ohne die Erklärung und Hinführung

1.:
Wie will ihre Partei das ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angeln konkret mit welchen genauen Forderungen und Gesetzesvorschlägen fördern?

1.1.: Falls sie ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angler, Angeln und Anglerschutz nicht fördern wollen, erläutern sie uns bitte die Gründe.

2.:
Wie will ihre Partei die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei abschaffen oder zumindest eingrenzen und Subventionen abschaffen??

2.1.:Falls sie die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei nicht abschaffen oder eingrenzen wollen, erläutern sie uns bitte die Gründe.

Wir haben 8 Parteien angemailt, 6 Parteien davon haben fristgerecht geantwortet.

Die Kriterien zur Beurtelilung der Antworten der Parteien

Netzwerk Angeln betrachtet ausschließlich die angelpolitische Ausrichtung der Parteien.
Allgemeinpolitische Standpunkte finden in unserer Bewertung keine Berücksichtigung.

Wir haben beurteilt ob die Parteien
1.: Fragen und Fragestellung begriffen und dementsprechend geantwortet haben
2.: Haben die Parteien für Angler oder für die bisherige Politik pro Fischerei geantwortet
3.:  Haben die Parteien Stellung bezogen zu den Forderungen von Netzwerk Angeln? (nur als Anmerkung, nicht gewertet)

Die Parteien mit der jeweiligen Gesamtnote.


FREIE WÄHLER
 


Gesamtnote: 2,5

LINKE


Gesamtnote: 2,5

SPD


Gesamtnote: 5,0

CDU


Gesamtnote: 5,0

AFD


Gesamtnote: 5,0

GRÜNE


Gesamtnote: 5,5

FDP


Gesamtnote: 6,0

CSU
Bayern


Gesamtnote: 6,0

Das vorweg genommene FAZIT: Erschreckend!

Dass keine Partei, selbst die hier in der Umfrage anglerfreundlichsten wie die Linke und die Freien Wähler,  das so ökologisch und ökonomisch sinnvolle und nachhaltige, erlebnis- und nicht entnahmeorientierte Angeln von der zerstörerischen, subventionierten sowie ökologisch wie ökonomisch schädlichen und rein profit- und entnahmeorientierten Berufsfischerei trennen will trotz der ausführlichen Hinweise und Hinführung in den Fragen lässt 2 Vermutungen zu:
Erstens: Keine Partei hat wirklich begriffen um was es geht und es ist ihnen auch egal.
Zweitens : Die Parteien haben begriffen um was es geht und es ist ihnen trotzdem egal.

Egal welche Partei zukünftig in Deutschland regieren wird, man wird als Angler kaum darauf hoffen dürfen, das ein Einsatz der zuständigen Minister für Angler, Angeln und Anglerschutz in Europa durch eine Bundesregierung erfolgen wird. Ob sich wenigstens dann Nichtregerungsparteien für Angler, Angeln und Anglerschutz einsetzen werden belibt sowohl abzuwarten wie zu bezweifeln.
Netzwerk Angeln wird es jedenfalls beobachten!


Antworten Freie Wähler (Note 2,5)

1 :
Wie will ihre Partei das ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angeln konkret mit welchen genauen Forderungen und Gesetzesvorschlägen fördern?

Angeln ist eine nachhaltige Freizeitbeschäftigung mit vielen ökonomischen und ökologischen Vorteilen für die Gesellschaft. Wir wollen, dass Angler auf möglichst vielen Gewässerflächen, sowie an Nord- und Ostsee Ihrem Hobby nachgehen können. Angelverbote, oder eine Schlechterstellung gegenüber dem kommerziellen Fischfang lehnen wir ab.

Das für 2024 beschlossene BAG-Limit von 0 Dorschen pro Angler und Tag und nur 1 Lachs pro Angler und Tag halten wir für völlig überzogen. Die bedeutend selektivere Entnahme durch das Angeln muss bei den Beratungen im Rat der EU-Fischereiminister mehr Gewicht erhalten. Im Gegensatz zur Berufsfischerei können Angler, durch Mindest-, und Maximalmaß sowie Entnahmefenstermaße, sehr selektiv auf den Bestand wirken. Auf Basis dieser Daten müssen Fangverbote und restriktive BAG-Limits verhindert werden.

Wir setzen uns auf Europa- und Bundesebene aktiv dafür ein, dass Angeln und Angeltourismus gezielt gefördert wird. Das Umsatzvolumen des Angeltourismus ist an Nord- und Ostsee ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, welchen wir besonders im Hinblick auf die Arbeitsplatzsicherung in Tourismusregionen weiter ausbauen wollen. Damit diese Art der naturnahen Freizeitgestaltung von möglichst vielen Menschen unbürokratisch ausgeübt werden kann, wollen wir Hindernisse auf nationaler Ebene ausräumen. Wir FREIE WÄHLER setzen uns seit langem dafür ein, dass Kinder möglichst frühzeitig an den Angelsport herangeführt werden können. Damit dies gelingt setzen wir auf eine unbürokratische Möglichkeit für Kinder zum Mitangeln. Auf der einen Seite sollte es ohne Aufwand für Eltern möglich sein, ihre Kinder ohne Jugendfischereischein mitzunehmen und auf der anderen Seite wollen wir Angebote wie das Schnupperfischen weiter ausbauen, damit auch Kinder aus „nicht angelnden Haushalten“ an diese Art der Freizeitgestaltung herangeführt werden können.

2 :
Wie will ihre Partei die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei abschaffen oder zumindest eingrenzen und Subventionen abschaffen?

Gerade im Hinblick auf eine Überregulierung können Vertreter der Fischerei und die Vertreter des Angelwesens nur gemeinsam etwas erreichen.

Die deutsche Fischereiflotte, welche nur aus rund 1.300 Fahrzeugen und etwa 850 mittelständisch geprägten Unternehmen besteht, ist in vielen Regionen prägend für die Kultur und Lebensweise an der Küste und hat allein schon deshalb eine erhebliche regionalwirtschaftliche Bedeutung. Die Küsten- und Hochseefischerei leidet in Deutschland seit Jahren unter den drastischen Quoteneinschnitten bei Ostseehering, Dorsch und Nordseekabeljau, sowie corona-bedingten Absatzproblemen.

Im Hinblick auf die Arbeitsplatzsicherung muss, wie beim Angeln, auch die touristische Dimension der Fischerei berücksichtigt werden. Das bestehende Ungleichgewicht zu Lasten der Angler wollen wir hierbei ausgleichen.

Gesamtbeurteilung
> Die Freien Wähler sieht das Potential der Angler und setzt sich für diverse anglerfreundliche Punkte konkret ein. Von Baglimit bis einfacherem Angeln für Kinder! Leider wollen sie die schädliche Fischerei nicht abschaffen, sondern nur das Ungleichgewicht zu Lasten der Angler entschärfen
Gesamtnote Freie Wähler: gut bis befriedigend, 2,5
Die Möglichkeit Stellung zu nehmen zu den Forderungen von Netzwerk Angeln zu Anglern, Angeln und Anglerschutz wurde nicht genutzt

Antworten Linke  (Note: 2,5)

1 :
Wie will ihre Partei das ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angeln konkret mit welchen genauen Forderungen und Gesetzesvorschlägen fördern?

„Wir wollen, dass dem Angeln als Freizeitbeschäftigung und als Wirtschaftsfaktor in strukturschwachen Küstenregionen in der Bundes- und Europapolitik eine angemessene Bedeutung zukommt. Das ist aktuell nicht der Fall: Das bundeseigene Thünen-Institut hat für einen Jahreszeitraum 2014-2015 festgestellt, dass allein in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Angeln 210 Millionen Euro erwirtschaftet wurden und 2.044 Arbeitsplätze direkt damit zusammenhängen.

Als 2017 Fangbegrenzungen auf Dorsch auch für Anglerinnen und Angler eingeführt wurden (das sogenannte Bag-Limit) hat das den Tourismus hart getroffen. Eine Kompensation dafür seitens der EU oder des Bundes, zum Beispiel für die Betreiber von Angelkuttern, denen die Kundschaft wegbrach, gab es nicht. Zum Vergleich: Um die gestiegenen Betriebskosten in Folge des Ukraine-Kriegs zu kompensieren, hat die Bundesregierung 2022 kommerziellen Fischereibetrieben bis zu 75.000 Euro gezahlt. Wir fordern ein Umdenken zugunsten des Angelns: Sowohl bei der Wirtschaftsförderung als auch bei der Zuteilung von Fangmengen, zumindest im Ostseeraum.“
1 .1 :Falls sie ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angler, Angeln und Anglerschutz nicht fördern wollen, erläutern sie uns bitte die Gründe.

  • -

2 :
Wie will ihre Partei die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei abschaffen oder zumindest eingrenzen und Subventionen abschaffen??

„Staatliche Unterstützung sollte es nur für die Nutzung alternativer Fangmethoden geben, die Beifang so gut es geht ausschließen. Dieses Jahr zum Beispiel wurde Fischereibetrieben die gezielte Fischerei auf Dorsch verboten, gleichzeitig wurden ihr 127 Tonnen Beifang erlaubt. Das ist absurd. Statt Beifang zu tolerieren, sollte die Schleppnetzfischerei und die Stellnetzfischerei verboten werden. Ungerecht ist diese Regelung vor allem gegenüber den Anglerinnen und Anglern, die 2024 überhaupt keinen Dorsch fangen dürfen – und das, obwohl die Handangel die selektivste Art des Fischfangs ist: Gefangene Dorsche, die zu klein oder für die Reproduktion wichtig sind, können schonend von der Angel gelöst und zurückgesetzt werden, knapp neun von zehn zurückgesetzten Dorschen überleben. Ein Schleppnetz hingegen kann das Leben eines ganzen Meeresabschnitts zerstören.“
1.1 :Falls sie die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei nicht abschaffen oder eingrenzen wollen, erläutern sie uns bitte die Gründe.

  • -
Gesamtbeurteilung
> Die Linke erkennt die Wichtigkeit der Angler und des Angeltourismus an und wil diese sowohl bei Förderung wie bei Fangmengen stärken. 
Sie will die Berufsfischerei zumindest stark eingrenzen.
Gesamtnote Die Linke: gut bis befriedigend 2,5
Die Möglichkeit Stellung zu nehmen zu den Forderungen von Netzwerk Angeln zu Anglern, Angeln und Anglerschutz wurde nicht genutzt

Antworten SPD (Note 5,0)

1:
Wie will ihre Partei das ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angeln konkret mit welchen genauen Forderungen und Gesetzesvorschlägen fördern?

1 : Falls sie ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angeln und Anglerschutz nicht fördern wollen, erläutern sie uns bitte die Gründe.

Einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt und unserer Ökosysteme kann die organisierte Angelfischerei leisten. Sie dient auch der Erhaltung der Natur und der Hege und Pflege an den Gewässern. Anglerinnen und Angler wissen gesunde Gewässer und damit verbundene Ökosysteme zu schätzen. Es ist daher stets ihr Ziel, sich zum Wohle der Allgemeinheit und zur Sicherung aller Formen einer nachhaltigen Angelfischerei unter Beachtung des dazugehörigen Tierschutzes einzusetzen.

Das Angeln dient im Hobbybereich der freizeitlichen Erholung. Das wissen wir wertzuschätzen. Sowohl der Naturschutz als auch die Freizeitfischerei können davon profitieren. Nachhaltige Fischerei ist hier der Schlüssel. Die Gesundheit des Menschen hängt von gut funktionierenden Ökosystemen ab. Diese erhalten wir nur, wenn wir die zukünftige Entwicklung konsequent auf eine gesunde und nachhaltige Ernährung der Bevölkerung, den Schutz von Umwelt, Tieren und Klima sowie den ökonomisch tragfähigen Erhalt unserer Natur ausrichten. Verbesserungen für die Freizeitfischerei stellen sich damit automatisch ein.

2 :
Wie will ihre Partei die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei abschaffen oder zumindest eingrenzen und Subventionen abschaffen?
2.1 :Falls sie die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei nicht abschaffen oder eingrenzen wollen, erläutern sie uns bitte die Gründe.

Richtschnur für unser Handeln ist die Vereinbarung im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP, in dem es heißt: „Wir werden auf europäischer und internationaler Ebene eine faire, wissenschaftsbasierte Ermittlung und Zuteilung der Fangquoten einfordern. Dazu werden wir eine „Zukunftskommission Fischerei“ initiieren, um Empfehlungen für eine nachhaltige Fischerei und Aquakultur, Binnen- und Hochseefischerei zu erarbeiten. Wir wollen die Grundschleppnetz-Fischerei beschränken und Fangtechniken artenspezifisch anpassen sowie eine naturschutzgerechte Regulierung von Stellnetzen. Wir erkennen die Leistung der Anglerinnen und Angler für den Natur- und Artenschutz an.“

Viele Fischpopulationen in der EU leiden unter Überfischung. Wir wollen eine europäische Fischereipolitik mit wissenschaftsbasierten Fangquoten, die die Erholung überfischter Fischbestände ermöglicht und die schädliche Fischereisubventionen beendet. Durch striktere Kontrollen illegaler, undokumentierter und unregulierter Fischerei wollen wir einer Überfischung zuvorkommen. Wir werden mindestens 30 Prozent der europäischen Meeresflächen unter Schutz stellen und bis 2030 mindestens 20 Prozent der geschädigten maritimen Ökosysteme wieder in einen guten Zustand bringen. Dabei ist uns ein offener Dialog mit der Fischereiwirtschaft wichtig, damit Investitionen, neue Geschäftsmodelle und Praktiken effektiv unterstützt und umgesetzt werden können.

Gesamtbeurteilung
> Die SPD hat nicht mal im Ansatz begriffen, worum es geht. Obwohl in der Anfrage dargelegt wurde, dass die organiserten Sport-  und Angelfischer nur eine Minderheit sind, gehen sie nur auf organisierte Angelfischerei ein. Es wird nicht ein konkreter Vorschlag zur Förderung des Angelns gemacht, nur von Gewässerbewirtschaftung und nachhaltiger Ernährung salbadert.
Obwohl wir die Partei und deren Standpunkte angefragt haben, schreiben sie vom Koalitiosvertrag, nicht vom eigenne Standpunkt der Partei bezüglich der Eingrenzung der Berufsfischerei. Die  SPD hat nicht einmal im Ansatz begriffen um was es bei den Fragen ging. Die SPD versteht Angler und das Angeln nicbt und will davon nichts wissen.
Gesamtnote SPD: mangelhaft, 5,0
Die Möglichkeit Stellung zu nehmen zu den Forderungen von Netzwerk Angeln zu Anglern, Angeln und Anglerschutz wurde nicht genutzt

Antworten CDU (Note 5,0)

Sehr geehrter Herr Finkbeiner,

wir bedanken uns für Ihre Anfrage und bitte entschuldigen Sie unsere späte Antwort.

Zu Ihrer ersten Frage:

Politik kann das Angeln auf verschiedene Weisen fördern und unterstützen:

Schutz der Gewässer: Politik kann Gesetze und Programme auf den Weg bringen, die darauf abzielen, die Qualität von Gewässern zu verbessern und die natürlichen Lebensräume von Fischen zu schützen. Dies kann beispielsweise die Umsetzung von Gewässerschutzgesetzen, Renaturierungsprojekte und Programme zur Reduzierung von Verschmutzung und Eutrophierung umfassen. Konkret wird dies beim Abbau von Wanderhindernissen für Wanderfische (z.B. Lachs, Aal, Meerforelle).
Zugang zu Gewässern: Politik kann den Zugang zu Gewässern für Angler verbessern, indem sie auf lokaler Ebene öffentliche Angelplätze bereitstellt oder den Ausbau von Bootsrampen und Anlegestellen unterstützt. Dies kann durch Investitionen in die Infrastruktur oder die Schaffung von Erholungsgebieten geschehen.
Bildung und Förderung: Politik kann Programme zur Förderung des Angelns in Schulen, Jugendorganisationen und Gemeinden unterstützen. Dies kann durch die Bereitstellung von Angelkursen, Schulungen zur nachhaltigen Fischerei und die Förderung von Anglerclubs und -veranstaltungen geschehen. Beispiele erfolgreicher Förderung sind: „Angeln macht Schule“ , „Blaues Klassenzimmer“, „FINNE-Projekt“.
Tourismusförderung: Das Angeln kann ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für viele Regionen sein. Die Politik kann den Tourismus durch die Förderung von Angelreisezielen, die Schaffung von touristischen Angeboten rund um das Angeln und die Unterstützung von Angelwettbewerben und -veranstaltungen fördern. Der EMFAF kann hier eine Rolle spielen. Durch eine ganzheitliche Politik, die den Schutz der Gewässer, den Zugang zu Angelplätzen, klare Regeln und Bildungsmaßnahmen umfasst, kann das Angeln als beliebte Freizeitaktivität gefördert und unterstützt werden.
Zu Ihrer zweiten Frage:

Die Fischerei ist in Deutschland nicht nur eine wichtige Quelle für hochwertige Nahrungsmittel, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftszweig, der Arbeitsplätze schafft und zur kulturellen Vielfalt beiträgt. Politik muss dem auf europäischer und nationaler Ebene (auch durch den EMFAF) Rechnung tragen.

Fischerei heute bedeutet:

Nahrungssicherheit: Die Fischerei ist eine wichtige Quelle für proteinreiche Nahrungsmittel, die einen wesentlichen Beitrag zur Ernährungssicherheit weltweit leisten. Fisch und Meeresfrüchte sind reich an essenziellen Nährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen.
Wirtschaftliche Bedeutung: Die Fischereiindustrie bietet Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten für Millionen von Menschen weltweit, insbesondere in Küstenregionen und Entwicklungsländern. Sie trägt auch zur wirtschaftlichen Entwicklung von Gemeinden bei, indem sie Einkommen generiert und den Handel fördert.
Kulturelle Bedeutung: Fischerei und Fischkonsum haben in vielen Kulturen eine lange Tradition und spielen eine wichtige Rolle in der kulturellen Identität und Ernährungsgewohnheiten von Gemeinschaften weltweit.
Umweltmanagement: Eine nachhaltige Fischerei trägt zum Schutz und zur Erhaltung der Meeres- und Süßwasserökosysteme bei. Durch geeignete Managementmaßnahmen können Fischbestände erhalten bleiben und die Biodiversität der Meere und Flüsse geschützt werden.
Politik: Für die Fischerei insgesamt ist es wichtig, dass die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen in starken Organisationen vertreten wird. In so einem Rahmen werden Interessenunterschiede bestmöglich durch Kompromisse ausgeglichen. Ansonsten nützt es vor allem denen, die jeglichen Fischfang unterbinden wollen.
Tourismus: Fischerei und ist eine beliebte touristische Aktivität, die zur wirtschaftlichen Entwicklung von Küstenregionen und Binnenwasserstraßen beitragen. Sie bietet Touristen die Möglichkeit, die Natur zu genießen und lokale Gemeinschaften zu unterstützen. Wer kann sich unsere norddeutschen Häfen ohne Fischkutter vorstellen?
Wissenschaftliche Forschung: Die Fischerei bietet auch eine wichtige Grundlage für wissenschaftliche Forschung und Überwachung von Meeres- und Süßwasserökosystemen. Daten zur Fischpopulation und -verteilung liefern wertvolle Informationen für den Naturschutz und das Management von Fischbeständen.
Versorgungssicherheit: Die Selbstversorgung der EU ist auf rund 30% gesunken, diesem Trend sollte man entgegenwirken, damit die Importabhängigkeit nicht weiterwächst. Die europäische Fischerei liefert einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit.
Insgesamt bietet die Fischerei sowohl ökonomische als auch soziale Vorteile, wenn sie nachhaltig und verantwortungsbewusst betrieben wird.

Gesamtbeurteilung
> Die CDU geht nicht auf Angler und das Angeln ein. Sie schreiben auch nur was Politik alles kann, nicht aber konkret was sie als Partei tun würden. Sie wollen auch die schädliche Fischerei nicht eingrenzen, sondern versuchen das alles ur schönzureden. Dass die Union statt die Fragen entsprechend der Fragestellung zu beantworten hier nur frei schreibt, zeigt ihre Mißachtung der Presse wieder Angler. Die Union hat die Fragen nicht im Ansatz begriffen.
Gesamtnote CDU: mangelhaft, 5,0
Die Möglichkeit Stellung zu nehmen zu den Forderungen von Netzwerk Angeln zu Anglern, Angeln und Anglerschutz wurde nicht genutzt

Antworten AfD (Note 5,0)

1: Wie will ihre Partei das ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angeln konkret mit welchen genauen Forderungen und Gesetzesvorschlägen fördern?

Die Angelfischerei hat in Deutschland eine jahrhundertealte Tradition. Den vielen tausenden deutschen Anglern lag und liegt seit je her der Schutz und die Pflege der Gewässer am Herzen. Die AfD begrüßt sehr, dass Angler deutschlandweit jedes Jahr mehrere hunderttausend ehrenamtliche Arbeitsstunden für den Umwelt-, Gewässer- und Artenschutz leisten. Ihr Beitrag ist unschätzbar wichtig für den Erhalt, die Pflege, den Schutz sowie die Wiederherstellung aquatischer Lebensräume und der Fischbestände in Deutschland und wird leider allzu oft unterschätzt. Wir würden uns als AfD insbesondere dafür einsetzen, dass die fischereiliche Nutzung in Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebieten möglich bleibt und der Beitrag der Angler zum Umwelt-, Gewässer- und Artenschutz entsprechend gewürdigt wird. Die AfD möchte grundsätzlich über die Kombination aus aktivem Wildtiermanagement und artenschutzrechtlicher Ausnahmeverordnung (AAV) problematische Wildtier-Bestandsgrößen regional und zeitnah überwachen und korrigieren. Im Fall des Kormorans verhält es sich so, dass die Population in den letzten 25 Jahren auf das zwanzigfache gestiegen ist und schon lange keine Gefährdung mehr für die Bestände besteht. Der Schutzstatus des Kormorans kann also problemlos aufgehoben werden. Ähnlich müssen die Erhaltungszustände von allen anderen geschützten Tierarten grundlegend überprüft werden.

2.1:Falls sie die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei nicht abschaffen oder eingrenzen wollen, erläutern sie uns bitte die Gründe.

Die AfD bekennt sich zum aktiven Meeresschutz und setzt sich für den Erhalt und die Förderung sowohl der Berufs- als auch der Freizeitfischerei ein. Die natürlichen Fischbestände sollen bestmöglich genutzt, aber auch geschützt werden. Dazu gehört die Förderung moderner Fischfangmethoden, um den Meeresboden zu schonen und den Beifang zu verringern. Die Ausweisung von Schongebieten und Fangbeschränkungen ist sinnvoll, soll jedoch nur in Zusammenarbeit mit den Fischern und Anglern erfolgen. Wir setze uns für eine Vergrößerung der Maschenweiten in den Schleppnetzen und die Verringerung der Schleppgeschwindigkeit ein, um die erheblichen Beifangmengen zu reduzieren.

Mit freundlichen Grüßen

Gesamtbeurteilung
> Die AfD verwechselt ebenfalls Angler mit der Minderheit der Angelvereinsmitglieder und spricht zuerst nur von Schutz und Pflege der Gewässer und ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Auch bei den Vorschlägen dreht es sich zuerst um Fischerei und Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz, nicht um Förderung des Angelns. Eine Abschaffung oder Minimierung der schädlichen Berufsfischerei will die AfD nicht. Auch die AfD hat die Fragen nicht begriffen.
Gesamtnote AfD: mangelhaft 5,0
Die Möglichkeit Stellung zu nehmen zu den Forderungen von Netzwerk Angeln zu Anglern, Angeln und Anglerschutz wurde nicht genutzt

Antworten Grüne (Note 5,5)

1 :
Wie will ihre Partei das ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angeln konkret mit welchen genauen Forderungen und Gesetzesvorschlägen fördern?
1.1 : Falls sie ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angler, Angeln und Anglerschutz nicht fördern wollen, erläutern sie uns bitte die Gründe.

Die Fragen 1. Und 1.1. beantworten wir aufgrund des engen Sachzusammenhanges gemeinsam:

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erkennt Angler*innen als wichtige Verbündete im Kampf für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen und gegen illegale Fangpraktiken an. Wir begrüßen, dass die Überarbeitung der Fischereikontrollverordnung für 2023 die Verpflichtung enthält, Datenerhebung und Datenqualität in der Freizeitfischerei zu verbessern. Wir sehen den Angelsport auch als Teil des Übergangs zu einer schonenden, nachhaltigen Fischerei, wie sie im Aktionsplan der EU-Kommission zur Erhaltung der Fischereiressourcen und zum Schutz der Meeresökosysteme skizziert wird.

2 : Wie will ihre Partei die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei abschaffen oder zumindest eingrenzen und Subventionen abschaffen?

2 1.: Falls sie die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei nicht abschaffen oder eingrenzen wollen, erläutern sie uns bitte die Gründe.

Die Fragen 2. Und 2.1. beantworten wir aufgrund des engen Sachzusammenhanges gemeinsam:

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzt sich für eine ordnungsgemäße Umsetzung des Aktionsplans der EU-Kommission zur Erhaltung der Fischereiressourcen und zum Schutz der Meeresökosysteme ein, um sicherzustellen, dass umweltschädliche Fischereipraktiken so schnell wie möglich eingestellt werden. Alternativen zu Schleppnetz- und Stellnetzfischerei, die den Meeresboden und empfindliche marine Ökosysteme schädigen, sollen gefördert werden.
Wir sind gegen Subventionen, die zu Überfischung beitragen, und sind überzeugt, dass wir stattdessen nachhaltige Fischereipraktiken unterstützen und Anreize dafür schaffen sollten. Wir plädieren für eine verantwortungsvolle Zuteilung von Quoten im Einklang mit wissenschaftlichen Gutachten. Diese Praxis wurde in den letzten Jahrzehnten leider nicht angewendet, was dazu geführt hat, dass die EU die Frist für das Ende der Überfischung bis 2020 verpasst hat.

Gesamtbeurteilung
> Den Grünen geht es nicht ansatzweise um Angler, Angeln oder Anglerschutz! Nur um Gewässer- und Fischschutz. Kein einziger Vorschlag zur Verbesserung der Situation der Angler wurde gemacht. Bei der Berufsfischerei kein Wort dazu, dass der grüne Minister Özdemir bei der EU daran mitgewirkt hat, dass das Angeln auf Aal verboten wurde. Aber gleichzeitig die Berufsfischerei weiterhin ohne Quote Aale plündern kann. Die Grünen machen also nicht nur nichts für Angler, sie arbeiten aktiv gegen Angler. Die Grünen haben die Fragen nicht im Ansatz begriffen.
Gesamtnote Bündnis90/Die Grünen: mangelhaft bis ungenügend 5,5
Die Möglichkeit Stellung zu nehmen zu den Forderungen von Netzwerk Angeln zu Anglern, Angeln und Anglerschutz wurde nicht genutzt

Antworten FDP (Note 6)

Gesamtbeurteilung
> Trotz mehrfacher Erinnerung, Mails und Telefonaten kam nach einer eigentlichen Zusage keine Antwort. Mehr als peinlich und eine Schande und einer Teilnahme am EU-Parlament damit eigentlich unwürdig.
Ob dies damit zusammenhängt, dass der Präsident des Berufsfischerverbandes DFV der FDP-Bundestagsabgebordnete Dr. Gero Hocker ist und dieser immer wieder Fischerei gegenüber Anglern bevorzugt hat, kann man nur vermuten
Gesamtnote FDP : ungenügend, 6,0

Antworten CSU (Note 6)

Gesamtbeurteilung
Trotz mehrfacher Erinnerung kam von der CSU keine fristgerechte Antwort. Mehr als peinlich und eine Schande und einer Teilnahme am EU-Parlament damit eigentlich unwürdig.
Gesamtnote CSU: ungenügend, 6,0

Anhang 1: Fragen an die Parteien

Hier die gesamte Mail mit der Hinführung und Erläuterung zu den Fragen:
Sehr geehrte Damen und Herren,


leider gibt es in Deutschland keine Verbände für Angler, Angeln und Anglerschutz. Nur die Naturschutzverbände der organisierten Sport- und Angelfischer. Diese kümmern sich aber nicht um Angler, Angeln und Anglerschutz. Sondern überwiegend nur um ebenfalls wichtige Aspekte wie Naturschutz und Gewässerbewirtschaftung. Deren Bundesverband, der DAFV, vertritt aber nach eigenen Zahlen nur ca. um 8% der Angler insgesamt (ca. 7 Mio. Angler in Deutschland, nur um 500.000 im DAFV).

Netzwerk Angeln (www.netzwerk-angeln.de) als das journalistische Portal für Angler, Angeln und Anglerschutz berichtet daher immer auch über Angler, Angeln und Anglerschutz betreffende Aspekte der Politik. Um für die große Mehrzahl der Angler eine unabhängige angelpolitische Berichterstattung zu ermöglichen. Dazu gehören auch die europapolitische Aspekte des Angelns. Europapolitisch sind die Bundesparteien als Vertreter der Parteien in Europa gefragt. Daher möchte Netzwerk Angeln ihnen den Niedergang des ökologisch wie ökonomisch nachhaltigen Angelns ohne jede Unterstützung und Förderung der deutschen Regierungen und der EU in den deutschen Küstengewässern bei gleichzeitiger massiver Förderung und Subvention der ökologisch wie ökonomisch so schädliche Berufsfischerei darlegen und sie fragen, wie sie in Zukunft das Angeln fördern und die massiven Subventionen für die schädliche Fischerei verhindern wollen.

Denn in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten wurde das ökologisch und ökonomisch sinnvolle und nachhaltige, erlebnis- und nicht entnahmeorientierte Angeln politisch immer mit der zerstörerischen, subventionierten sowie ökologisch wie ökonomisch schädlichen und rein profit- und entnahmeorientierten Berufsfischerei in einen Topf geworfen und für die Meere der EU gemeinsam reguliert. Daraus resultierten dann immer schlechtere Fischbestände in den Meeren mit immer mehr schädlichen Wirkungen und Zerstörungen (wie durch Schleppnetzfischerei) bei immer mehr unnötigen Subventionen um die schädliche Fischerei überhaupt am Leben halten zu können. Gleichzeitig erhielt das ökologisch und ökonomisch sinnvolle und nachhaltige, erlebnisorientierte Angeln mit dem damit zusammenhängenden Angeltourismus und den zigtausenden Arbeitsplätzen rund um Angler und Angeln nicht nur keinerlei Subventionen. Sondern wurde sogar zugunsten der zerstörerischen, subventionierten sowie ökologisch wie ökonomisch schädlichen und rein profit- und entnahmeorientierten Berufsfischerei immer wieder massiv benachteiligt (Stichwort Baglimits, Aalangelverbot etc.).

Angler schonen - Fischer plündern!

Die Fischerei mit Schlepp- und Stellnetzen kann gerade vor der Laichzeit ganze Schwärme sowohl ruhender, ziehender wie laichbereiter Dorsche und anderer Schwarmfische abfischen und dem Bestand schweren Schaden zufügen. Nicht zu vergessen der Discard, bei dem Fische schon halb oder ganz tot und zerquetscht aus dem Netzen wieder zurückgeworfen wurden.

Dagegen bleibt das Angeln die nachhaltigste und zugleich auch ineffektivste Methode zum Fischfang. Angler können nur aktiv raubende Fische fangen. Nicht einmal alle Angler an und auf der Ostsee zusammen könnten einen Dorschschwarm daher so komplett vernichten, wie man das mit einem einzigen Schleppnetz schafft.


Merke:

- Angler haben ein natürliches Baglimit/Quote, da sie nur aktive Fische fangen können.

- Angler können zu kleine, zu große oder geschonte Fische zum Großteil unverletzt zurücksetzen.

- Angeln ist eine ineffektive und damit bestandschonende Fischfangmethode.

- Angler können viele Meeresgebiete mangels Reichweite nicht beangeln und somit entstehen natürliche Rückzugs- und Schongebiete.

- Zudem sind Angler (jahres-)zeitlich und wettermäßig eingeschränkt.


Dazu einige Zahlen und Fakten:

Meeresangeln ist eine beliebte Freizeitaktivität in Europa und wesentlicher Bestandteil des europäischen Küstenlebens. In Europa angeln rund 8,7 Millionen Bürger regelmäßig in ihrer Freizeit an den Küsten. Fast 78 Millionen Tage fischen die Angler dabei pro Jahr (durchschnittlich 9,6 Tage pro Angler und Jahr) und geben jährlich 5,9 Milliarden Euro dafür aus. Dieses Geld wird häufig in Küstengemeinden ausgegeben und trägt zur lokalen Beschäftigung bei, wie beispielsweise in Angelfachgeschäften, Hotels, Restaurants, Boots- und Ausrüstungsverleih, Charterboote und Angelführer. Der wirtschaftliche Gesamtnutzen beläuft sich demnach auf 10,5 Milliarden Euro jährlich und unterstützt fast 100.000 Arbeitsplätze in Europa. Alleine der Angeltourismus an der deutschen Ostseeküste hatte bis zu seiner faktischen Zerstörung ab 2020 eine hohe Wertschöpfung mit etwa 163.000 Anglern, die jährlich die Ostseeküste besuchen. Ca. 185 Millionen Euro wurden damals erwirtschaftet und sicherten fast 4.000 Arbeitsplätze, insbesondere in strukturschwachen Regionen und in der touristischen Nebensaison (Hyder et al., 2017; 2018).

Dagegen betrug nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung der Wert der in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig Holstein an der Ostseeküste angelandeten Fische durch die Berufsfischerei nur um die 20 Mio. Euro/Jahr. (https://www.ble.de/DE/Themen/Fischerei/Fischwirtschaft/fischwirtschaft_node.html;jsessionid=E59F1B56E9ECC534025ADAA286DAA879.1_cid335).

Dazu kommen dann noch die massiven Subventionen für die schädliche Berufsfischerei. Jeder einzelne durch Fischer angelandete Dorsch wurde höher subventioniert, als Einnahmen durch seinen Verkauf erwirtschaftet wurden. Zudem erhielten die Berufsfischer weitere Millionen aus dem EMFF für “befristete Stilllegungen von Fischereifahrzeugen auf Grund der Covid-19-Pandemie”. Dies, obwohl die Berufsfischerei die Quote voll ausgefischt und somit keinerlei wirtschaftlichen Nachteile durch Corona zu verzeichnen gehabt haben dürfte.

Bisher also: Klare Benachteiligung der Angler durch EU, deutsche Regierungen und angegliederte Behörden und Institute zugunsten der Berufsfischerei

Es bleibt festzuhalten, dass laut ICES-Zahlen die Angler im Zeitraum von 1994 bis 2016 in der westlichen Ostsee (Gebiete ICES 22 – 24, also bis ins Jahr vor dem ersten Baglimit) gerade mal etwas mehr Fisch entnommen haben wie die Berufsfischer als Beifang/Discard gemeldet haben (> Fang gesamt Fischer und Angler: 429.339 t; > Discard Fischer: 49.565 t; > Fanganteil Angler: 77.368t). Dazu kommen die illegalen Rückwürfe (meist wohl schon tot und zerquetscht) von quotenmindernden Beifängen bei der Berufsfischerei, die in keiner Statistik aufgeführt werden. Noch schlimmer ist die aktuelle Situation. Das Baglimit Dorsch wurde auf 0 gesetzt für Angler! Während für Berufsfischer immer noch eine Restfangmenge bleibt, so dass sie mit schädlichen Schleppnetzen weiter Plattfisch fangen können (Beifangquote). Das Angeln auf Aal wurde in Nord- und Ostsee verboten! Gleichzeitig darf die schädliche, hoch subventionierte Fischerei weiterhin OHNE JEDE Quote, nur mit einer etwas verlängerten Schonzeit, den Aalbestand plündern!

Dass unter diesen Umständen von einmal mehr als 100 Angelkuttern auf der Ostsee nur eine Handvoll mehr übrig geblieben ist, dass Bootsverleih etc. immer mehr eingestellt wird und der Angeltourismus massiven Schaden nimmt, ergibt sich aus den Zahlen zum rapide abschmelzenden Ertrag der Bundesländer bei der Fischereiabgabe und den Meeresangelerlaubnissen.

Daher unsere Fragen:

1.:

Wie will ihre Partei das ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angeln konkret mit welchen genauen Forderungen und Gesetzesvorschlägen fördern?

1.1.: Falls sie ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell wertvolle und nachhaltige Angler, Angeln und Anglerschutz nicht fördern wollen, erläutern sie uns bitte die Gründe.


2.:

Wie will ihre Partei die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei abschaffen oder zumindest eingrenzen und Subventionen abschaffen??

2.1.:Falls sie die ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell so schädliche und dazu hoch subventionierte Berufsfischerei nicht abschaffen oder eingrenzen wollen, erläutern sie uns bitte die Gründe.

Fragen wie Antworten sind zur Veröffentlichung gedacht.

Wir würden uns freuen, wenn sie die Fragen bis 01.03. 2024 beantworten könnten.

Informationen die nicht veröffentlicht werden sollen, bitte deutlich kennzeichnen.

Bei Nachfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Viele Grüße, Thomas Finkbeiner


PS:

Unabhängig dieser konkreten politischen Fragen sind im Artikel "Ruiniert: ANGELN an NORD- und OSTSEE" (https://www.netzwerk-angeln.de/angeln/angelpraxis/meeresangeln/675-ruiniert-angeln-an-nord-und-ostsee.html) folgende angelpolitische Forderungen aufgestellt, die wir ihnen und ihrer Partei gerne zur Kenntnis geben möchten (sie dürfen diese selbstverständlich auch gerne kommentieren):

- Es muss eine klare Trennung kommen beim Management der Bestände in den Meeren der EU zwischen Angeln und Berufsfischerei.

- Angeln und Angeltourismus muss als Zielvorgabe gefördert oder darf wenigstens nicht wie bisher behindert und aktiv benachteiligt werden.

- Jegliche Subvention für die schädliche Fischerei muss eingestellt werden. Der Staat kann nicht mit Steuergeldern der Bürger so schädliche Praktiken subventionieren - weder über Europa, noch über den Bund, noch über die Länder!

- Da Angler beim Ostseedorsch ein automatisches Baglimit haben (Angler können nur aktive und beißwillige Fische fangen und niemals wie mit Schleppnetzen ganze Schwärme) muss das Baglimit über Gesetze und Verordnungen fallen.

- Quoten für die berufliche Fischerei müssen vom Angeln entkoppelt werden. Quoten für die Berufsfischerei für eine Fischart sollten zukünftig erst vergeben dürfen, wenn der Bestand dieser Fischart im „sicheren Bereich“ liegt. Bis eine Fischart diesen zu definierenden „sicheren Bereich“ erreicht hat, darf ausschließlich über Angeln und Angeltourismus diese Fischart befischt werden. Diese Definition darf ausschließlich aufgrund unabhängiger, wissenschaftlicher Untersuchungen mit klaren Zielvorgaben eruiert werden (keine Bundes- oder Landesinstitute wie z. B. Thünen-Institut).

- Jede Fischart in der Ostsee muss entsprechend behandelt werden, auch Arten die bisher keiner Quote unterliegen wie die Meerforelle, Steinbutt, etc..

- Es braucht dringend ein Verbot der umwelt- und klimaschädlichen Schleppnetzfischerei in der gesamten, so sensiblen Ostsee wie auch in der Nordsee.

- Für alle Bereiche der Flussmündungen Boddengewässer und küstennahe Bereiche (Mindestabstand Berufsfischerei 1 sm von der Uferlinie) wo u. a. Meerforellen, Heringe, Hecht und Zander etc. laichen muss die berufliche Fischerei verboten werden, um das nachhaltige Angeln und den sinnvollen Angeltourismus besser fördern zu können.

- Angeln und Angeltourismus ist grundsätzlich in allen Meeresgebieten, auch in Schutzgebieten, zuerst einmal zu erlauben.

- Wo zeit- oder gebietsmäßig Angeln und Angeltourismus verboten werden soll, darf dies nur aufgrund unabhängiger, wissenschaftlicher Expertise mit klaren Zielvorgaben geschehen (keine Bundes- oder Landesinstitute wie z. B. Thünen-Institut).

- Mögliche Angelverbote sind zeitlich zu befristen (max. 2 Jahre) und müssen automatisch auslaufen, wenn nicht durch einen vom Verbietenden zu bezahlenden unabhängigen, wissenschaftlichen Monitoring eine klare, dem Verbotsgrund entsprechende Verbesserung erreicht werden konnte (keine Bundes- oder Landesinstitute wie z. B. Thünen-Institut).

- Bootsvermietern und Angelguides mit eigenen Booten soll eine unkomplizierte, unbürokratische rechtssichere Möglichkeit zur Mitnahme von Anglern und Angeltouristen ermöglicht werden. Angelkutter müssen wieder unkomplizierte, bezahlbare und sinnvolle Zulassungen bekommen können.

- Das Angeln für Kinder soll mit einer zusätzlichen Rute auf den Erlaubnisschein eines regulären Anglers kosten- und bürokratielos ohne jeden Schein/Erlaubnis möglich sein. Das Fanglimit bleibt für alle Personen zusammen bei dem der einen Erlaubniskarte/Scheines des Begleiters.


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