01 raubfisch feeder teaser

Zander, Hecht und Waller als willkommener Beifang beim Feedern

Feedern wird immer populärer, an immer mehr Gewässern wird diese Angelart immer öfter ausgeübt. Netzwerker Alex Sauer vom Browning Team machte mich darauf aufmerksam, dass Feederangler die oft am Wasser sind (z. B. in den Teams der Hegeangler) gar nicht so selten Raubfische beim Feedern als Beifang haben.

Es beissen wohl im Prinzip (fast) alle Räuber auch mal auf eine Feedermontage, Hecht, Zander, Waller - Barsche ja sowieso auf Wurm oder Made...

Sei es, weil sie direkt auf den Köder beissen oder sei es, weil sie einen an der Montage nuckelnden, kleineren Fisch zum fressen gern haben und dabei am Haken des Feederanglers hängen bleiben.

Und Helmut Wölker, ebenfalls ein Browning Teamangler, hatte ja bei Netzwerk Angeln bereits einen schönen Bericht veröffentlicht, vom Fang eines nicht gerade kleinen Wallers an der Feederrute:

Waller aus Versehen auf der Feederrute - Helmut Wölker kanns!


Wir fragen erfahrene und bekannte Feederangler

Wenn man schon so eine tolle Vorlage bekommt wie von Alex Sauer, ist es auch Pflicht, erfahrene Praktiker beim Feedern zu befragen. Wie nämlich deren Erfahrungen mit Beifängen von Raubfisch beim Feedern sind.

Die Überraschung:
Jeder der Feederprofis, die wir kontaktiert haben, hatte schon Raubfischbeifang!

Ob Feederweltmeister Scheuermann von Sänger/MS-Range, ob „Zacki“ von Shimano, ob Alex Sauer und Helmut Wölker von Browning oder Julian Feuerlein von Balzer/Zammataro:
Alle haben schon Raubfische beim Feedern erwischt.

Und alle haben uns bereitwillig Auskunft gegeben und Fotos geschickt.

Unsere Fragen zum Beifang von Raubfisch an der Feederute

  • 1.: Fängst Du regelmäßig Raubfische beim Feedern oder sind das nur Einzelfälle?
  • 1.1.: Wenn ja, wie erklärst Du Dir das?
  • 2.: Welche Räuber sind dabei meist vertreten?
  • 3.: Welches war bisher Dein größter “Feederräuber”?


Raubfische beim Feederangeln – die Antworten

 

Felix Scheuermann, TeamanglerSänger, MS-Range

msrange Logo path

 

2 raubfisch feeder scheuermann 11pfundFeeder-Weltmeister Felix Scheuermann präsentiert einen kapitalen Zander, der ihm als Beifang beim Feedern an den Haken ging.

1 Fängst Du regelmäßig Raubfische beim Feedern oder sind das nur Einzelfälle?
Regelmäßig würde ich nicht sagen, es sind eher Einzelfälle. Aber über die Jahre, wenn man viel am Wasser ist kommt das immer mal wieder vor.

1.1. Wenn ja, wie erklärst Du Dir das?
Ich denke dass sich die Raubfische aufgrund der Beutefische im Bereich des Futterplatzes aufhalten. Dass sie dabei an den Haken gehen ist denke ich auch oftmals Zufall, dass sie den kleinen Köder inhalieren. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen dass große Raubfische sich auf unsere kleinen Köder, die wir beim Feedern verwenden, spezialisieren.

2. Welche Räuber sind dabei meist vertreten?
Bei mir waren es bisher überwiegend Zander, knapp 10 Stück. Aber auch der ein oder andere Hecht hat sich schon an den Haken verirrt, aber meist beim Einkurbeln aus Reflex. Beim Angeln mit Wurm, gerade in der Dunkelheit habe ich auch schon den ein oder anderen kleinen Wels gefangen.

3. Welches war bisher Dein größter “Feederräuber”?
Mein bisher größter Räuber war ein Zander von 84cm und über 11 Pfund, knapp gefolgt von einem Hecht mit 82cm.


Julian Feuerlein, Teamangler Balzer/Zammataro

balzer logo 300px

 1 raubfisch feeder feuerlein 1 1Julian Feuerlein mit einem Hecht der auf der Feederrute gebissen hat.

1 Fängst Du regelmäßig Raubfische beim Feedern oder sind das nur Einzelfälle?
JAEIN. Auf ansage kann man diese Fische natürlich nicht fangen.

1.1. Wenn ja, wie erklärst Du Dir das?
Da habe ich mir schon selbst den Kopf zerbrochen.

Man muss beim Feedern zwischen Method und Klassisch differnzieren.

Method Feeder:
Hechte beißen überwiegend beim Einkurbeln und schießen auf den Boilie. Einen habe ich bisher am Grund gefangen, wo auch der Biss ganz normal über meiner Feederspitze angezeigt wurde.

Jährlich ca. 2-4 Stück. Insgesamt bisher 2 Zander

Klassisches Feedern:
Darauf habe ich die meisten Zander in Oktober November und Dezember auf 2 Maden gefangen. Vermute, dass die Zander nach Rotaugen schnappen und dabei der Haken aufgewirbelt wird und dieser sich im Mundwinkel verfängt.

Dachte am Anfang, dass der Zander auch Maden frisst. Allerdings habe ich bei zwei getöten Zandern im Magen niemals Maden gefunden.

Im Jahr fange ich so ca. 3 Zander.

2. Welche Räuber sind dabei meist vertreten?
50:50 Hecht und Zander

Beim Nachtfeedern mit Wurm beißen regelmäßig Waller (Manchmal Aal) von ca. 30-60cm auf Ansage

3. Welches war bisher Dein größter “Feederräuber”?
Hecht ca. 80cm

 

2 raubfisch feeder feuerlein 3Besonders kleinere Waller lassen sich mehr oder weniger gezielt mit der Feederrute fangen!


"Zacki", Teamangler Shimano

shimano logo 300px

3 raubfisch feeder zacki 1Auch die Nachwuchsräuber wie dieser kleine Zander, gehen immer wieder an die Feeder.

 1 Fängst Du regelmäßig Raubfische beim Feedern oder sind das nur Einzelfälle?
Tatsächlich fangen die meisten Feederer ab und an auch einmal einen Raubfisch obwohl der Zielfisch eigentlich der Friedfisch ist. Vor einigen Jahren war bei uns im Saarland und im benachbarten Frankreich die Anzahl an Raubfischeinschlägen (sieht man einmal von dem Barsch ab) deutlich geringer als heute (zumindest gefühlt). Inzwischen passiert es regelmäßig, dass der ein oder andere Räuber auch den Weg zum Haken findet. Erst in den letzten beiden Wochenenden fing ich einen schönen Barsch von ca. 400gr und einen kleinen Zander als Beifang.

1.1. Wenn ja, wie erklärst Du Dir das?
Hier gibt es mehrere Gründe. Wenn sich die Friedfische auf den Futterplatz stellen, gesellen sich mit der Zeit oft auch Raubfische auf den Platz. Das ist die Grundvoraussetzung für einen Beifang. Barsch, Zander, Wels oder Aal akzeptieren oft genutzte Friedfischköder wie z.B. Made oder Wurm sogar unmittelbar als Nahrung. Verstärkt wird der Fang allerdings oft noch durch den Bewegungsreiz des Köders. Nicht nur beim Feedern sondern auch beim Angeln mit der Pose sind solche Beifänge keine Seltenheit. Selbst mitten am strahlenden Sommertag hatte ich beim Fischen mit der Kopfrute schon einen schönen Zander von ca. 65cm beim Auf- und Abbewegen eines Maiskorns! Entweder ist der Zander zum Vegetarier geworden (nicht ganz ernst gemeint…) oder der Bewegungsreiz und evtl. noch die Farbe ausschlaggebend. Auch Hechte landen oft als Beifang am Haken, wobei hier folgende Gründe zu beobachten sind:
1) Der Hecht schnappt beim Landen eines Friedfisches einfach nach diesem. Diese verliert man allerdings oft gerne, da der Hecht den Friedfisch zuerst meinst nur im Maul hält und dann beim Beiziehen irgendwann einmal loslässt.
2) Er erwischt eher zufällig den Haken oder das Vorfach wenn er nach einem Fisch auf dem Futterplatz schnappt. Der Haken sitzt dann oft nicht direkt im Maul des Hechts sondern oft knapp an der Außenseite aber in der Nähe des Mauls. Dann hat man oft auch ganz gute Chancen den Fisch zu landen, da die dünnen monofilen Vorfächer die Zähne des Hechtes meist ohnehin nicht überleben würden.

Die Gründe für die steigende Anzahl an Beifängen sind m.E. ebenfalls unterschiedlich:
In erster Linie hängt die Anzahl der Raubfischbeifänge zuerst einmal vom Gewässer und deren Bestand an Raubfischen ab. Sieht man sich z.B. die Saar an, so ist dieses schöne Gewässer, wie auch andere Flüsse und Kanäle, seit einigen Jahren von der Grundelproblematik betroffen. Diese invasive Art breitete sich auch hier sehr rasch aus und führte zu einer Überpopulation. Wo sich die Lebensbedingungen (Nahrungsangebot) für eine Tierart verbessern, wächst auch deren Bestand (so auch der Räuber). Ferner tätigen viele Landesverbände inzwischen Besatz an Zandern oder Aalen um der Grundelpopulation entgegenzuwirken, was den Bestand an Räubern natürlich zusätzlich verbessert.
Ferner ist in inzwischen häufiger in beliebten Karpfengewässern der Beifang von Welsen zu melden. Der Wels hat sich an das Nahrungsangebot von Boilies und Pellets gewöhnt. So ist z.B. am Ebro der Boilie schon seit Jahren beim Wallerfang kein Geheimköder mehr. Kommt nun noch der Einsatz der in den letzten Jahren immer beliebter gewordenen Angelmethode des Method Feederns hinzu, lässt meist die Nachricht des Fangs eines Welses (z.B. auf einen kleinen Boilie) nicht lange auf sich warten. Begünstigt wird dies dadurch, dass beim Method Feedern auch einfach stärkeres Material als beim traditionellen Feedern verwendet wird. Da steigen die Chancen auch einen schönen Wels zu landen.

2. Welche Räuber sind dabei meist vertreten?
Bei mir sind dies Barsch und Zander. Da ich sehr oft an Teichanlagen angle, kommen bei mir auch noch gelegentlich Hechte dazu.


3. Welches war bisher Dein größter “Feederräuber”?
Als Beifang dürfte das wohl ein Hecht von ca. 75cm an einem kleinen Vereinsgewässer gewesen sein. Freuen tue ich mich allerdings in letzter Zeit immer wieder über die kleinen Zander an der Saar (hier in Frankreich) „Schnappt Euch die Grundeln“ ;-)

Euer Zacki
Shimano-Fishing


Alex Sauer, Teamangler Browning

Browning Logo black gold

 4 raubfisch feeder sauer 1Browning Teamangler Alex Sauer mit einem stattlichen "Feeder-Zander"

1 Fängst Du regelmäßig Raubfische beim Feedern oder sind das nur Einzelfälle?
Als ich vor 20 Jahren mit dem Feedern begonnen habe, waren es maximal Barsche die ich neben bei gefangen habe. Jedoch erlebte ich das ein oder andere Mal bei meinem Vater brachiale Einschläge und abgespulte Rollen, nach einem Rotaugen Drill. Der Main bei Aschaffenburg ist aus meiner Sicht ein Waller Mekka.

In der Saar habe ich persönlich beim Feedern auch schon Welse gefangen, diese waren aber maximal 40cm groß. Zu erwähnen hierbei ist, ich habe nicht zwingend Würmer gefüttert und auch nicht mit Würmern geangelt!

Ansonsten wurden im Rahmen des LAV Königsfischen Feeder 2015 zwei Wels mit mindestens 1,5kg gefangen. Selbiges habe ich im Rahmen vom MS Range Fischen in Cattenom zu berichten.
Sowie in einigen anderen Event.

Für den einzelnen Angler können es vielleicht Ausnahmen sein, ich persönlich sage aber das es regelmäßig zu Beifängen von Raubfischen kommt. Logischerweise, wer oft Feeder hat oft Beifänge

1.1. Wenn ja, wie erklärst Du Dir das?
Gerade in Frankreich kommt es verstärkt vor das ich Raubfische beim Feedern als Beifang verbuchen kann. Hier haben doch einige Gewässer auf Grund der teilweise verpflichteten Catch & Release Regelung einen tollen Weisfisch bestand. Aus Irland hört man ähnliches. Somit ergibt sich für mich der Rückschluss, dass wenn man die Fische gut am Futterplatz stehen hat, dann kommt es auch vermehrt vor das Raubfische sich dazu gesellen. Denn auf solchen Futterplätzen ist zum Teil schlimmeres Treiben als auf dem Karneval in Rio. Somit merken die Weisfische auch nicht die Gefahr der heimlich herangeschlichenen Räuber. Somit kommt es dann nunmal vor, das wenn der Hakenköder z.B. ein aktiver Wurm frisch eingeworfen wird die Räuber auf den visuellen Reiz reagiert. Ein Fisch im Drill ähnlich wie ein Blinker durchs Wasser geht und das der Räuber sich beim Punch in den Schwarm verbeisst und den Hakenköder erwischt.

2. Welche Räuber sind dabei meist vertreten?
In diesem Jahr ist es ausschließlich der Zander bisher gewesen. Bereits drei Stück, somit würde ich resümieren das der begehrte Zander der häufigste Beifang Räuber auf der Feeder ist (nach dem Barsch) Erst kürzlich hat ein Sportfreund zwei Zander innerhalb einer halben Stunde gefangen, auch wenn es nicht die Größten waren.

3. Welches war bisher Dein größter “Feederräuber”?
Ein wirklich schöner Zander, wie man auf einem der zu Verfügung gestellten Fotos zu sehen ist.


Helmut Wölker, Teamangler Browning

Browning Logo black gold

Und Helmut Wölkers Erfahrungen kann man schon direkt bei Netzwerk Angeln nachlesen:

Waller aus Versehen auf der Feederrute - Helmut Wölker kanns!

helmut feederwaller

 

Fazit

Mit Sicherheit  gib es deutlich effektivere Methoden um Raubfische zu fangen. Dass aber doch recht häufig verschiedenste Raubfische an für Friedfische ausgelegten Federruten gehen, ist dennoch bemerkenswert. Sicher muss man deswegen nicht empfehlen, beim Feedern jetzt auf ein Stahlvorfach zu setzen! Aber eine nicht zu kleine Zange oder Hakenlöser für Räuber ist sicherlich kein Fehler! Angesichts dessen, dass doch recht häufig unterschiedlichste Räuber beim Feedern beissen.

 
Thomas Finkbeiner

 


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