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Hornhecht angeln

Vor allem in der Ostsee, aber auch in der Nordsee ist der Hornhecht der "Saisonfisch" des späten Frühjahrs und frühen Sommers für Meeresangler an den deutschen Küsten - zur Rapsblütezeit.

Da kaum eine kommerzielle Fischerei auf den Hornhecht stattfindet, können die Angler ab Anfang Mai mit guten Fängen rechnen, wenn die "Hornis" in Küstennähe kommen. Passen Wetter und Zeit, sind durchaus auch Fänge von mehr als 20 Fischen in recht kurzer Zeit drin.

Ob an verschiedenen Stellen vom Ufer aus, ob mit der Wathose oder mit dem Kleinboot:
Ist der Hornhecht da, lässt er sich überall fangen an den bekannten Stellen und Stränden.

Und ob Naturköder wie vor allem Heringsfetzen oder Fetzen aus der Bauchhaut des dann ersten selber gefangenen Hornhechtes (die sind "stabiler" als Heringsfetzen und halten mehr Bisse aus), ob Fliegen oder Streamer, ob schlanke Blinker, der Hornhecht lässt sich auf viele Köder fangen.

Speziell bei Kunstködern gibt es wegen des langen "Schnabels" aber oft auch Fehlbisse bzw. Verluste im Drill. "Experten" nehmen deswegen bei Blinkern oft ein Stück monofiler Schnur hinter dem Blinker, statt den Haken direkt am Sprengring einzuhängen. So will man erreichen, dass beim Biss der Haken schon eher im Maulbereich hängt, als am "Schnabel!". Im Allgemeinen werden Längen zwischen 3 - 5 cm zwischen Blinker und Haken empfohlen bzw. geangelt.

Auch "hakenlose" Blinker mit Woll- oder Kunstfasern, an denen sich die feinen Zähne der Hornhechte verfangen sollen, werden mit Efolg eingesetzt.

Eine tolle und erfolgversprechende Angelei an unseren Küsten also im Frühjahr/Frühsommer.

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© Ullrich Schmidt

 

 

Hornhecht essen

Hornhecht ist ein toller Speisefisch. Wer zum ersten Mal Hornhecht ißt, erschrickt vielleicht über die Gräten, die beim zubereiten grün, fast schon "knallgrün" werden. Das kommt dadurch, weil beim Garen durch den Abbau des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin zu Biliverdin eben die Farbänderung erfolg. Was aber dem Geschmack oder der Verträglichkeit in keinster Weise Abbruch tut.

Meist werden sich Angler auf eine der drei nachfolgend kurz angerissenen Zubereitungen konzentrieren:

  • Braten
  • Räuchern
  • Sauer einlegen

Braten

Vielfach wird der Hornhecht wie kleinere Aale in Stücke geschnitten, gewürzt und dann mit oder ohne wenden in Mehl einfach in der Pfanne gebraten. Ganz hervorragend vor allem, wenn man die Fische ganz frisch gefangen so zubereiten kann. Aber auch wenn man Schwanz und Kopf abschneidet (damit die Fische in die Pfanne passen) und die Fische nur passend des Pfannendurchmessers halbiert oder drittelt, lassen sie sich prima braten.
Ein Tipp dazu:
Beim mehlieren statt normalem Weizenmehl grobes Roggenmehl nehmen, der Hornhecht verträgt das und schmeckt so noch besser.

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© Ullrich Schmidt

 

 

 

Räuchern

Fast könnte man Stücke geräucherten Hornhechtes mit Aal verwechseln - wären da nicht die grünen Gräten, die den Hornhecht natürlich sofort verraten. Auch wenn er deutlich weniger fetthaltig als der Aal ist, räuchert man ihn im Prinzip genauso. In Salzlake einlegen, trocknen und warm räuchern - jeder hat da seine "Spezialrezepte". Zum Thema Räuchern für den, der die Grundbegriffe bzw. Grundenntnisse nicht kennt, oder sich wieder reinfuchsen möchte, kann ich folgendes Video empfehlen:

TIPP: Video zum Räuchern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sauer einlegen

Sauer eingelegte Bratheringe sind bekannt. Genauso lassen sich auch Hornhechte zubereiten. In Stücke geschnitten, mehliert und dann dunkel ausgebraten, lässt man die Fischstücke abkühlen.

Es gibt viele unterschiedliche Rezepte für einen (süß)sauren Sud, um die abgekühlten Fische dann einzulegen.

Nachfolgend mein persönliches Lieblingsrezept. In diesen Sud lege ich von Matjes (einfach roh in den Sud legen), Brathering, Weissfische oder eben Hornhecht alles ein:


300 ml Essig, 300 ml Weißwein, ca. 150Gramm Zucker, eine Prise Salz,eine Hand Senfsaat (Senfkörner), 3 Lorbeerblätter, ca. 5 Nelken, ca. 20 Wacholderbeeren, das alles in einen Topf geben. Dann soviel Zwiebelringe dazu geben, daß die Flüssigkeit gerade noch über den Zwiebeln steht, max. 1 Finger breit. Aufkochen und 5 Minuten köcheln lassen. Dann abkühlen lassen und den abgekühlten Fond mit den Zwiebeln/Gewürzen über den Fisch . Bei viel Fisch auch schichtweise (und entsprechen ein Mehrfaches des Sudrezeptes zubereiten).
Den Fisch im Sud lasse ich immer mindestens 3 Tage ziehen.
Den dann NIE mit den Händen sondern immer mit sauberem Besteck rausnehmen!
So ist er deutlich länger haltbar.
Im Kühlschrank im verschlossenen Behältnis sind so eingelegte Fische dann gut 4 Wochen haltbar.

 

 

Hornhecht filetieren

Beide Ausdrucksweisen sind gebräuchlich, daher habe ich - um Nachfragen zu vermeiden - auch gleich beide Schreibweisen genutzt. Alle oben genannten Zubereitungen kann man auch bestens mit Hornhechtfilets zubereiten. Und hat dabei viele Vorteile:
Wer sich an den grünen Gräten stört, sieht sie nicht im Filet.

Viele Menschen, gerade Kinder, essen lieber Fischfilets, als Gräten zu puhlen.

Weitere Zubereitungsmöglichkeiten wie paniertes Filet oder gefüllte Röllchen (wie bei Seezunge oder Scholle) lassen sich eher schlecht mit ganzen Fischen oder Fischstücken, aber gut mit Filets zubereiten.
Da Hornhechte als lange Fische wie Aale selten mal filiert angeboten werden, kennen viele Angler auch das filieren von Hornhechten nicht.
Umso schöner, wenn das Internet als Fundgrube nützlicher Infos dazu auch etwas parat hat.

Das Video ist selbsterklärend, es lohnt sich aber, das 3 - 4 mal anzuschauen, um bei der schnellen und flüssigen Arbeitsweise des dänischen Kollegen die Abfolge der Schnitte und die Arbeitsweise zu verinnerlichen.

Das Schöne an der Methode:
Es gibt pro Fisch nur ein zusammenhängendes Filet statt 2 einzelner. Das ist natürlich deutlich besser zu verarbeiten, als wenn es zwei dünnes, lange Filets wären.

Fakt ist:
Ich werde beim nächsten Hornhechtangeln zumindest einen Teil der Fänge dann wie im folgenden Video gezeigt filetieren.

 

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Und nun viel Spaß beim anschauen des Videos mit dem Hornhecht filieren bzw. filetieren:

hornhechtvideo video

 

Thomas Finkbeiner

 

 

 


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Kommentare  

Die Filets sehen wirklich sehr schön aus aber trotzdem sind da noch die Stehgräten in der Mitte von jeder Seite, sowie die Gräten der Rückenflosse. Also gerade für Kinder nicht wirklich angenehm. Ich filetiere immer jede Seite einzeln und schneide die Stehgräten mit einem V-Schnitt weg. Dadurch erhält man 4 lange dünne Filetstreifen pro Fisch, die sich prima als Röllchen aufwickeln lassen. Mit Zahnstochern oder Rouladennadeln halten auch ganz fangfrische Röllchen gut zusammen, die sonst in der Pfanne aufdröseln würden.
Antworten
Zumindest die Gräten der Rückenflosse hat er ja - so wie ich das angesehen habe - aber gleich beim Lössen schon mit weggescnitten und gesäubert.
So mi dem V-Schnitt hab ich das bisher auch immer gemacht, gibt aber halt wirklich dünne Streifen - ich werd das auf jeden Fall mal aiusprobieren wie im Video.
Antworten
interessante und saubere anleitung. sehr gut.
seinerzeit in portugal hab ich keinen einzigen der auch meterlangen hornis filetiert,sondern ausgenommen, aufgeschnitten vom schwanz bis zum kopf, gesalzen, mit ästchen die bauchhöhle aufgespannt und für 3-5 tage hoch in nen baum gehängt, feige meistens.
der getrocknete horni fand dann seinen abendlichen weg in die dorfkneipe, wo "die Alten" saßen und zu ihrem bier hauchdünne scheiben vom horni schnitten. lecker!
bei uns leider kaum zu realisieren...
Antworten
Getrockneter Fisch war noch nie so meines - dann lieber filieren. Aber warum sollte das mit trocknen bei uns nicht gehen?
Antworten
meistens nicht heiß genug. im verbrauch ists auch weniger getrockneter fisch, eher statt erdnüssen oder chips: salziges intermezzo halt..., macht lust aufs nächste bier.
Antworten
Musste im Ofen trocknen
Antworten

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