1 dropshot montage rig

 

Vorwort:

Über Finesse Rigs wurde und wird viel geschrieben. Warum also nochmal das Ganze?!?

Das besondere an solchen Rigs ist, dass sie in meinen Augen eigentlich keine statischen Montagen sind, die nur so oder so zu fischen sind, sie sind viel mehr ein Baukasten von Ideen, den man wunderbar auf seine Gewässerbedingungen anwenden und für diese spezialisierte Montagen entwickeln kann. Dieses Montagentüffteln ist nebenbei auch ein wunderbarer Zeitvertreib für Stunden, in denen man nicht am Wasser sein kann.

In den kommenden 4 Teilen dieser Serie will ich euch die einzelnen Grundmontagen vorstellen und auf Bau, Vor- und Nachteile und Führungsmöglichkeiten jeder Einzelnen eingehen.

Da wären also:

  1. Drop Shot Rig

  2. Kick Back oder in meinem Fall Ripp Off Rig

  3. Carolina- Texas Rig

  4. Exoten

Ich möchte auch nicht versäumen einen wichtigen Punkt ausdrücklich zu erwähnen, den man sich nach dem Lesen der ersten Zeilen eigentlich schon denken kann: Die Montagen, die ich hier jetzt im Einzelnen vorstelle, sind natürlich auf die kernigen und köderraubenden Verhältnisse des Rheins bei Bonn „optimiert“. Anhand dieser erläutere ich natürlich auch die Vor und Nachteile...- in einem klaren Bergsee auf Forellen (als anderes Extrem) funktionieren die Montagen auch, sollten aber natürlich anderen Bedingungen angepasst werden. (Hakengröße, Schnurstärke, Köder, es muß nicht so auf geringe Verluste durch Hänger geachtet werden etc.)

Um nun aber nicht noch länger auf die Folter zu spannen, fangen wir jetzt einfach mal mit dem ersten Rig an…

1. Das Dropshot Rig (DS)

Das DS war das erste Rig, dass meiner Empfindung nach in Deutschland richtig populär wurde. Natürlich gab es auch genug „Hater“ in den ersten Jahren, der Begriff des „Drop-Schrott“ machte die Runde und es wurde von vielen zunächst als Rig für kleine Barsche belächelt. Die Zeiten haben sich geändert! Selbst bekannte Angel-Promis haben mittlerweile „zugegeben“ das DS-Rig am Anfang genauso belächelt zu haben und sind mittlerweile geläutert :)

Gerade für die Rheinangelei hat das DS unschlagbare Vorteile und ist eine meiner am häufigsten angewendeten Montagen. Gerade an unbekannten oder hängerträchtigen Stellen ist es aufgrund von Wirtschaftlichkeit und kurzen Montagezeiten nach Hängern mein absoluter Favorit unter allen Grundkontakt-Techniken.

11 dropshot montageSo sieht eine fertige Dropshot-Montage aus.

So bastelt man sich eine Dropshot Montage

Wie bindet man nun das ganze am Besten? Es gibt da verschiedene Varianten. Früher war der Palomar-Knoten State of the Art, aber wie sich ja mittlerweile rumgesprochen haben sollte, kann man bei diesem Knoten die Ausrichtung des Hakens zur Hauptschnur nicht wirklich beeinflussen und es haben sich mittlerweile bessere und einfachere Varianten durchgesetzt. Die von mir bevorzugte funktioniert wie folgt:

Ich nehme zunächst 1 bis 2 Meter Fluorocarbon (FC) in der Stärke 30. Im Rhein soll und darf es ruhig etwas robuster zugehen als am „Barschsee“. Die genaue Länge mache ich davon abhängig, in welcher Entfernung ich fischen möchte, je weiter ich fische um so länger wird das Vorfach um bei dem mit der zunehmenden Distanz immer flacher werdendem Schnurwinkel entgegenzuwirken und den Abstand zwischen Ködern und Grund nicht zu gering werden zu lassen.

Dann wird zunächst an ein Ende eine möglichste kleine Schlaufe mittels des „Chirurgen-Schlaufen-Knoten“ angebracht.

3 schlaufenknotenSchlaufen oder Chirurgen-Knoten

Anschließend fädelt Ihr euren Haken mit dem anderen Ende des FC von oben durch die Öse auf und schiebt ihn auf den Abstand zur Schlaufe den ihr haben wollt. In meinem Fall sind das meist 30 bis 40 Zentimeter. Danach haltet ihr mit der einen Hand Haken und FC fest und nehmt dann das untere Ende des FC und legt einen einfachen Schlag so in das FC, dass neben dem Stück mit dem bereits aufgefädeltem Haken noch ein zweiter FC-Strang zu liegen kommt- alles schwer zu beschreiben, aber gleich folgen noch Fotos.

Wenn ihr das dann so liegen habt, müßt Ihr den Haken nur noch 5 mal um den gerade durch die Schlaufe doppelt gelegten FC-Strang wickeln, anfeuchten und langsam zuziehen. Ich nehme dazu das ganze Gebilde einfach so in den Mund, dass der Haken zwischen den Lippen rausschaut und zeihen an beiden Enden langsam. Wenn das wer nachmachen will: Bitte vorsichtig und nicht heulen wenn man sich nachher doch selbst gehakt hat….- ich hab’s gesagt!

4 dropshot knotenSchnell, einfach, effektiv: Der Drop-Shot Knoten

Die Haken bei der Drop-Shot Montage

Gerade noch ein Wort zum Haken. Er richtet sich bei mir nach 2 Aspekten: Ködergröße und Anköderart. Köder bis ca. 10 Zentimeter befestige ich meist einfach „nosehooked“, was heißt, dass der Haken einfach von unten so in den Kopf des Gummis gestochen wird, dass er wieder an der „Stirn“ heraustritt. Hierbei reichen einfache Haken mit kurzen Schenkeln, wobei ich hier immer darauf achte, dass der Bogen des Hakens etwas größer ist, als die Höhe des Gummis und, dass die Hakenspitze schön frei steht und gut greifen kann.

12 ankoederung dropshotAnköderungsvarianten beim Dropshot-Rig in der Übersicht

Bei längeren Ködern bis max 14 Zentimeter (zumindest wenn sie sich hierfür eignen) oder wenn unter Wasser Hindernisse warten an denen sich der Haken verfangen könnte, nehme ich Offset-Haken. Alternativ kann man bis 14 Zentimeter auch gut langschenklige Haken, Butthaken oder langschenklige Wurmhaken (bei diesen sorgen die Wiederhaken, die sonst den Wurm vom runterrutschen hindern sollen dafür, dass der Gummi etwas besser hält) nehmen und den Gummi wie bei einem Jighaken aufziehen, so das der Haken aus dem Rücken schaut.

Wollt Ihr noch größere Köder Fischen oder der 14er Gummi eignet sich einfach nicht für Offset, bleibt noch die Möglichkeit eines Stinger-Hakens. Hierbei nehme ich persönlich dann 4-5 Kilogramm haltendes und ganz weiches Stahlmaterial und befestige die Schlaufe vom Stinger dann noch mit an der Öse des Hakens (da ich mich auch hier an die oben beschriebene Hakengrößenmethode halte passt das auch normalerweise)- also die Schlaufe des Vorfachs gerade so groß machen, dass man den Drilling noch durchbekommt, wobei man um die Aktion des Gummis möglichst wenig zu behindern, eh einen möglichst kleinen Drilling nehmen sollte.

Warum nehme ich hier aber dann Stahl? Das ist meine persönliche Philosophie: Sobald etwas einen Drilling hat, also auch bei Wobbeler oder Spinnern kommt bei mir Stahl davor. Wenn mir ein Fisch mit einem Haken abhaut finde ich das ja schon schlimm genug- aber mit Drillingen muß das echt nicht sein, zumal die Hechte im Rhein immer zahlreicher werden…

Bleie für das Drop-Shot Rig

13 dropshot bleie selbstgegossenSelbstgegossene Drop-Shot Bleie

Dann fehlt eigentlich nur noch das Blei, hier nehme ich überwiegend Stab und Olivenblei in den Gewichten 12, 25 und 35 und in seltenen Fällen 50 Gramm, japp richtig 50 Gramm und im Notfall auch noch mehr! Themen wie: Zu starker Wind, zu starke Strömung, zu tief gibt es bei DS eigentlich nicht- einfach mehr Blei dran! Da das Blei ja weitestgehend vom Köder entkoppelt ist macht dem Fisch das Gewicht fast überhaupt nichts- im Gegensatz zu allen Montagen, bei denen das Blei statisch direkt mit dem Köder verbunden ist wie Jiggs oder Chebu-Rig.

 

Verbindung mit der Hauptschnur

Wie verbinde ich das ganze nun mit der Hauptschnur? Die Hauptschnur hat bei mir grundsätzlich ein Vorfach von 1-1,5 Meter 35er FC. Ich verbinde hierbei die 10er bis 14er Geflochtene (Hauptschnur) mit dem FC mittels doppeltem Grinnerknoten oder falls die Rute sehr dünne Ringe hat mit FG-Knoten. Am andern Ende des FC befestige ich per Grinnerknoten (der Clinch-Knoten tut’s auch, aber ich benutze so wenig Knoten wie möglich, um so besser und schneller bindet man die mit der Zeit) einen möglichst kleinen unauffälligen Snap mit ca. 10 Kilogramm Belastbarkeit. (Warum der möglichst klein sein soll, wird im nächsten Teil ersichtlich ;) )

Und in diesen Snap wird das DS Rig dann an der Schlaufe eingehängt.

 

Welche Köder beim dropshotten?

14 dropshot koederKlassische Drop-Shot Köder in der Übersicht

Was nimmt man jetzt am besten für Köder? Ich persönlich stehe gerade bei Methoden, die langsam gefischt werden können extrem auf geflavourte Gummis. Um so langsamer man führt und die Fische sich die Köder dabei dann immer genauer anschauen und auch „beschnuppern“ können um so hilfreicher finde ich es. Beim Jiggen mag der Flavour nicht ganz so entscheidend sein- der Fisch muß sich fix entscheiden sonst ist der Köder wieder weg… Form, Größe und Farbe wie beliebt und funktioniert. Ich persönlich fische meist 2-4 Inch, schlanke Gummis, je nach dem mit Teller, V- oder Pintail, so wie es die Fische an diesem Tag halt mögen- Faustregel: Je kälter um so ruhigere Aktionen probieren. Aber ruhig auch mal entgegengesetzt arbeiten. Manchmal spielen die Fische halt auch verrückt…. Außerdem gehen natürlich auch alle möglichen Creatures und Würmer. Da kann man ruhig mal kreativ sein. Weiter unten kommen noch ein paar speziellere Köder aber normalerweise fischen die meisten das DS-Rigg ja doch mit Gummis.

Nicht vergessen sollte man auch die natürlichen Köder: Würmer, Blutegel und tote Köderfische funktionieren wunderbar.

7 dropshot blutegelBlutegel halten extrem lange und gut am Haken - und fangen obendrein sehr gut!

Dropshot-Angeln: 3 Führungstechniken

Nachdem der Fisch dann jetzt gewählt wurde kommt jetzt das spannendste an der Sache: Endlich fischen. Und hier wird es dann wieder richtig variabel, es gibt Führungsarten ohne Ende.

Schleifen

Eine meiner Favorites und auch erfolgreichsten Führungsarten ist wunderbarerweise auch die so ziemlich einfachste, die es gibt: Auswerfen und dann mit permanentem Bodenkontakt einfach zurück über den Gewässergrund schleifen. Hört sich vielleicht im ersten Moment etwas seltsam an, bis man sich mal kurz Gedanken darüber macht, wie der Gewässerboden am Rhein meistens, zumindest an den erfolgversprechenden Stellen, aussieht. Nämlich recht hart und uneben. Und jedes kleine Ruckeln des Bleis wird direkt auf den darüber hängenden Köder übertragen. Wenn man das mal versucht, merkt man das auch sofort in der Rute, bzw. sieht es auch an der Rutenspitze. So einfach kann das sein. Des Weiteren darf man ja auch nicht vergessen, dass im Rhein ja doch meist Strömung herrscht und auch die animiert sozusagen ganz automatisch unseren Köder. Wenn man irgendwo Fischkontakt hatte kommt dann die ganz große Stärke des Riggs:

Auf der Stelle animieren

Dazu könnt ihr z.B. direkt nach einem Kontakt beim Schleifen mit dem Einholen aufhören und den Köder auf der Stelle tanzen lassen. Hierzu könnt Ihr beispielsweise entweder den Köder durch ein deutliches Absenken der Rutenspitze auf den Grund taumeln lassen und dann durch plötzliches wieder Spannungaufnehmen ohne das Blei zu verrücken wieder aufsteigen lassen. Dies könnt Ihr solange wiederholen, bis der Fisch gebissen hat oder Ihr sicher seid, dass kein Fisch mehr da ist. Eine andere gute Variante ist es, die Rutenspitze nur wenige Zentimeter abzusenken und dann immer wieder in die nur ganz leicht erschlaffte Schnur zu twitchen. Bei beiden Varianten empfiehlt es sich immer wieder Pausen einzulegen, häufig kommen sogar hier dann auf einmal Attacken. Ich empfehle das einfach mal bei halbwegs klarem Wasser vor den Füßen auszuprobieren. Und das ruhig mit jedem Köder den Ihr benutzt. Es bringt einem viel, wenn man weiß, was die Köder unter Wasser treiben. Dadurch lassen sich irgendwann Rückschlüsse darauf ziehen, was wann und wo funktioniert.

9 barsch dropshotmontageDieser Barsch konnte einem verführerisch angebotenen Drop-Shot Köder nicht widerstehen

Jiggen und Faulenzen

Natürlich können DS-Montagen auch gejiggt und gefaulenzt werden. Sogar als Uferangler kann man sie hier und da zum vertikalen Fischen benutzten, an Spundwänden oder in Häfen einfach mal mit dem DS leicht über Grund langsam spazieren gehen hat auch schon den einen oder anderen Fisch gebracht. Theoretisch könnte man ein DS auch einfach einleiern, aber dafür würde ich dann doch den Jigg vorziehen.Ein letzter Tipp zu den Einsatzmöglichkeiten sei mit der Pause genannt- lasst die Montage einfach im Wasser und klemmt die Rute fest- ich habe schon bei einem Freund erlebt, wie die Barschattacke nach sage und schreiben über 2 Minuten völliger Ruhe in der Montage kam.

Vorteile des Drop-Shot Rigs

2 dropshot barschSebastian mit kapitalem Drop-Shot Barsch

Warum nun das Ganze und nicht weiter einfach Gummi am Jigghaken?

Drei Vorteile konnte man im bisherigen Text ja schon rauslesen: Zum einen kann ein DS-Rig viel langsamer geführt werden als jeder Jig, bei Bedarf kann es ja sogar beliebig lange auf einer Stelle stehen und hierbei animiert werden.

Außerdem kann es an Situationen angepasst werden an denen mit anderen Mitteln ein Fischen fast unmöglich ist. Wie schon erwähnt, lassen sich bei DS die meisten Umgebungsprobleme (Wind, Strömung) ganz einfach mit noch mehr Blei lösen.

Des Weiteren ist das DS für mich das perfekte Erkundungsmittel. Per schleifen lässt sich der Grund erkunden und über Faulenzen und Jiggen kann man ganz gut über die Absinkphase feststellen ob es gerade bergauf oder -ab geht.

Gerade bei den Erkundungen kommt der für mich essentielle Vorteil von DS:

Nichts lässt sich so günstig und mit so wenig Ausfallzeit fischen! Im Normalfall verliert man bei einem Hänger lediglich das Blei. Angel einkurbeln, neues Blei und weiter geht’s. Wenn ich überlege wie genervt ich manchmal früher war, wenn ich an einer neuen Stelle mal eben 5 Gummis in einer viertel Stunde abgerissen hatte. 5 mal Jighaken plus 5 Gummis und noch 5 Snaps anknoten, dann Gummis aufziehen….- locker 10 Euro und von den 15 Minuten war man locker 10 am basteln. Da ist es schnell vorbei mit der anfänglichen Motivation und dem Spaß. Oft endete so ein Tag angeln nach einer Stunde, weil man einfach dachte, dass man für einen Tag mal wieder genug geopfert hatte- und dabei dann natürlich meistens nicht mal Fisch gesehen…

Mit dem DS gehört Bastelei und ein geschröpfter Geldbeutel nach kurzer Zeit der Vergangenheit an und man hat einfach mehr Drive am Wasser.

Variationsmöglichkeiten der Drop-Shot Montage

6 dropshot hechtSebastian mit einem Drop-Shot Hecht aus dem Rhein

Was ich hier jetzt beschrieben habe, ist quasi mein Standardvorgehen. aber wie ich ja in der Einleitung über das Finessefischen geschrieben habe, das ist ein Baukasten der allen möglichen Umständen angepasst werden kann und Raum für eigene Kreativität gibt.

Beispielsweise lässt sich das DS Rig auch auf verschiedenste Arten hechtsicher machen, denn da macht 30er FC ja nicht so die wirklich gute Figur. Die einfachste Variante ist, statt des FC salzwasserfestes Hardmono zu verwenden. Ein Angelkollege von mir, der oft, viel und lange an der Atlantikküste Portugals gefischt hat, erzählte mir, welchen Abrieb es dort an der Küste in Form von rasierklingenscharfen Felsen gibt und er benutzt es hier immer als Vorfachmaterial- ihm ist hier in Deutschland noch kein Hecht verloren gegangen.

Drop-Shot Montage mit Stahlvorfach

Für die, die auf Stahl bestehen gibt es aber auch Möglichkeiten. Meine liebste hierbei ist, einfach 50 Zentimeter eines etwas stabileren Stahlmaterials, von mindestens 15 Kilogramm zu nehmen und hier, in meinem Fall mittels Quetschhülse zuerst mal eine Schlaufe an das oberen Ende des Riggs zu montieren. Dann quetsche ich circa 10 bis 15 Zentimeter über das untere, noch offene Ende eine Quetschhülse. Anschließend werden nacheinander eine Glasperle, deren Loch nicht so groß sein darf, dass die Quetschhülsen durch passen, ein Stingerhaken ,ein Haken, wieder eine Glasperle und abschließend noch eine Quetschhülse aufgefädelt. Nun das Ganze so an die erste Quetschhülse heran schieben und unter leichten Druck bringen, so dass der Haken noch gut um das Stahlvordach rotieren kann. Nun so festhalten und die unter Hülse quetschen. Abschließend mache ich dann immer noch eine Öse mittels Quetschhülse ans untere Ende. Dort kann ich zum einen FC einschlaufen da ich dann wieder das Blei einfach nur einklemmen kann und weniger Verluste habe und ich habe, sollte sich die Quetschhülse unter der unteren Perle im Drill doch mal lösen, eine zusätzliche Sicherung für den Haken.

10 dropshot hechtmontage

Ich möchte hier nicht verschweigen, dass ich die Montage auch schon so gesehen habe, dass die Quetschung für die untere Öse auch gleichzeitig die Glasperle abstützt. Ich mache aber aus Sicherheitsgründen doch lieber zwei Quetschungen.

 

Springerschlaufe als Drop-Shot Seitenarm

Eine andere Möglichkeit, das Rig zu variieren ist, anstelle eines Hakens auf das FC zu knoten, einfach einen Springerknoten einzubinden.

In die Schlaufe kann dann alles mögliche eingehangen werden. Spinner zum Beispiel…- oder extrem flachlaufende und schwimmende Wobbler, oder, oder, oder…..

5 springerschlaufe dropshot

Allerdings muß man hier ein bißchen, insbesondere bei Ködern mit Drillingen, rum probieren um Tüddel zu vermeiden. Zum Beispiel mache ich das mit Spinnern wie folgt: Hierfür baue ich mir zunächst ein Grundgerüst aus deutlich stärkerem FC, 50er bis 80er, je schwerer der Spinner ist, um so steifer. Das erwähnte, dicke Hardmono ist weniger gut geeignet, da es deutlich flexibler ist und weicher. Im Unterschied zum normalen DS lasse ich hier den Bleiarm aber schon wenige Zentimeter unterhalb des Springerknotens mit einer ganz kleinen Schlaufe enden. Hier muß nämlich wieder ein deutlich dünneres FC eingeschlauft werden- DS Blei und dickes FC führt nur dazu, dass die Einhänger aufgebogen werden. Anschließend nehme ich einen möglichst kleinen Spinner, drücke die Schlaufe spitz zusammen und führe sie von oben (so gesehen, wie das Rig später arbeitet) durch die Öse des Spinners. Dann ziehe ich die Öse bis zum Knoten ,steck den Spinner durch die jetzt entstandene Öse noch oben durch und ziehe den Spinner wieder nach außen, so dass er fest in der Schlaufe hängt.

Mit ähnlichen Montagen, nur deutlich solider, wird in den USA stationär Jagd auf Lachse gemacht (googelt mal „plunking“ oder „bar fisching“). Funktioniert auch hier: Spinner und ein schweres Blei dran, in die Rückströmung an der Buhne schmeißen und abwarten- so entspannt kann Spinnfischen sein….

8 spinner dropshotAls Jigspinner, für ganz nahe Führung über Grund- oder stationär in der Strömung.

Man kann sich auf diese Art, wenn man das Blei ganz nach oben schiebt, sehr schnell und günstig, einen Jig-Spinner oder Bleikopfspinner ersetzen. Mit längerem Bleiabstand kann man, ohne Spinnerverluste oder Steinkontakte mit dem Drilling, den Spinner wunderbar wenige Zentimeter über den Grund führen. Man merkt schon, wer hier seinen Gedanken freien Lauf lässt, findet im Finesse fischen eine fast endlos scheinende Variantenfülle.

 

Material zum Bau eines Drop-Shot Rigs

15 material dropshotMaterialien zum Bau eines Drop-Shot Rigs

Hier möchte ich euch noch eine Auflistung von dem was ich benutze geben- natürlich kann und soll das immer an eure Gegebenheiten angepasst werden. Selbst am Rhein kann sich alle paar Kilometer etwas ändern, was anderes Tackle erforderlich macht…

  • 35er FC zum anknoten an die Hauptschnur und 30er FC zum Binden von Riggs (hierbei und beim 35er einfach eine etablierte Marke wählen)

  • kleine Snaps um die 10 kg (Spro 6er)

  • Haken in passenden Größen (Hier vertraue ich auf Gamakatsu- gibt aber auch andere gute)

  • Bleie in überwiegend 12, 25 und ein paar 35-50 g

  • Gummis (z.B. Keitech)

 

Für die hechtsichere Variante dann noch:

  • entweder salzwasserfestes Hardmono in 80 aufwärts

 oder

  • 10-12kg Stahlvorfach

  • Quetschhülsen (und natürlich die passende Zange)

  • Glasperlen mit passenden Bohrungen

 

Für die Version zum Köder-experimentieren:

  • 50er bis 80er FC

  • Möglichst leichte und schnell anlaufende Spinner

 

Viel Erfolg beim Angeln mit dem Drop-Shot Rig wünscht

 16 autor

Jörg Heldt

 

Wer trotz dieses umfangreichen Artikels noch Fragen zum Finesse Angeln mit dem Drop-Shot Rig hat oder eines meiner Guidings am Rhein bei Bonn besuchen möchte findet mich bei Facebook unter meinem Namen. Selbstverständlich bin ich auch in der 100% Angler - Netzwerk Angeln Facebook-Gruppe aktiv. 

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Kommentare  

Lieber Jörg, ganz große Klasse. War auch bestimmt sehr viel Arbeit. Weiter so. LG - Tom
Antworten
Hallo Jörg, vielen Dank für deinen tollen Artikel.
Schon alleine das lesen, gibt einem ein Kribbeln im Bauch, das man gleich anfangen möchte, alles aus zu probieren.
Das könnte ein spitzen Fischwinter werden.

Gruß Andi
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