pilker bauen

Viele Meeresangler wollen sich ihre Pilker selber machen, sei es um Verluste durch Hänger kostengünstig zu ersetzen oder um den Lieblingspilker, der nicht mehr im Handel ist, nachzubauen.

Als begeisterter Norwegen- und Ostsee-Angler ging es mir da nicht anders. Meine ersten Erfahrungen sammelte ich in der heimischen Werkstatt, ehe mich befreundete Meeresangler auf die Idee brachten doch mal in Bayern ein „Pilkergieß-Treffen“ zu organisieren und gemeinsam mit anderen Anglern Pilker selbst zu bauen.

Das wertvolle an diesen Pilkergieß-Treffen von denen wir Anfang der 2000er Jahre einige abhielten, war der Umstand dass verschiedene Angler zusammenkamen, die bereits eigene Erfahrungen beim Pilkergießen hatten. So konnten wir durch die vielen Tipps und Erfahrungen die dabei zusammentrafen über die Jahre ein Verfahren entwickeln, mit dem man recht gut selbst Pilker bauen kann.

Da ich immer wieder Anfragen bekam, wie genau man denn nun Pilker selber baut, habe ich mich entschlossen, einen Artikel zu schreiben, in der die Herstellung einer Form, das Gießen und die Pulverlackierung von Pilkern Schritt für Schritt ganz genau erklärt werden.

Da ich das Ganze nicht professionell und gewerblich betreibe, kann der Artikel natürlich keinen Anspruch auf 100%ige Vollständigkeit erheben, in einer Profi-Werkstatt wird man sicher etwas anders arbeiten – aber für den Hausgebrauch sind wir so stets recht gut zurechtgekommen!


Gießformen für Pilker (Bleigussformen)

Der erste Schritt zum selbst gegossenen Pilker ist der Bau einer Form.

Folgende Materialien bieten sich für den Bau der Form an:

  • Metall – Aluminium oder Stahl
    Metallformen haben den Vorteil, dass sie nahezu unbegrenzt haltbar sind, allerdings ist die Herstellung sehr aufwendig und mit den Mitteln, die dem Heimwerker zur Verfügung stehen nicht zu realisieren – außer man hätte eine CNC Fräsmaschine. Metallformen kommen daher eher zum Einsatz, wenn man sich diese fertig kauft. Wer sich mit Standard-Formen zufrieden gibt, ist mit einer solchen Metall-Gussform gut beraten.

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    Pilkergussform
    Gussform für schnellsinkende, schwere Pilker
    3 Gießnester: 310g, 430g, 500g
    Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Preis bei 23.69€
  • Hitzebeständiges Silikon
    Der Formenbau aus Silikon ist mit Hausmitteln recht einfach zu bewerkstelligen, die Lebensdauer der Formen ist zwar nicht so hoch wie bei Verwendung von Metall, bei guter Pflege der Form sind aber meist mehrere Hundert Abgüsse möglich.
    Nachteil ist der relativ hohe Preis des hitzebeständigen Silikons (ca. 35,- bis 40,- Euro pro Liter)
    Der Bau von Silikonformen soll in diesem Artikel näher beschrieben werden.

  • Gips
    Gips ist ebenfalls sehr einfach zu verarbeiten und zudem sehr günstig.
    Nachteil ist allerdings die sehr begrenzte Lebensdauer der Form. Außerdem muss beim Guss beachtet werden, dass Gips Feuchtigkeit anzieht – heißes Blei in Kombination mit Nässe führt zur Verdampfung der Flüssigkeit. Je nach Menge der Feuchte kann das bis zu einer kleinen Explosion der Schmelze führen – d.h. das flüssige Blei kann durch die Gegend spritzen. Vor dem Giessen muss hier also die Gipsform sorgfältig getrocknet werden.

Bau einer Gießform für Pilker aus Silikon

Nun aber zum Bau einer eigenen Pilkerform aus hitzebeständigem Silikon. Nachfolgend wird beschrieben, wie man sich eine Abdruckform z.B. seines Lieblingspilkers selber bauen kann.

Materialliste zum Formenbau

  • Hitzebeständiges Silikon - gibt’s entweder in gut sortierten Bastelläden (wird auch für Zinnfiguren verwendet) oder man sucht im Netz.
  • Einige Holzbretter aus dem Baumarkt, am besten verwendet man beschichtete Spanplatten (an der glatten Oberfläche haftet das Silikon nicht)Die benötigten Abmessungen der Platten werden noch erläutert
  • Einige Schrauben
  • Trennmittel, z.B. Vaseline (gibt´s im Baumarkt oder Autozubehör-Handel – wird auch zur Pflege von Türgummis verwendet)
  • Knetmasse, z.B. Plastilin
  • Den, bzw. die Original-Pilker
  • Eventuell Nitroverdünnung oder Aceton



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Silikon zum bleigiessen


Silikon zum Formenbau

hitzebeständig, Silikon Kautschuk, 500 g (2 x 250 g)


Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Preis bei 27.80€

Werkzeug:

  • Akkuschrauber
  • Bastel- oder Teppichmesser
  • Stock zum Anrühren des Silikons
Sicherheitshinweise zum Umgang mit Silikon!

Das Silikon ist zwar nicht hochgiftig, zumindest der Härter ist aber als Gesundheitsschädlich gekennzeichnet.

Es sollten daher die folgenden Sicherheits-Ratschläge berücksichtigt werden:

  • Nur in gut belüfteten Räumen oder im Freien arbeiten
  • Beim Umgang mit Chemikalien nicht Essen, Trinken oder Rauchen
  • Handschuhe tragen
  • Schutzbrille tragen

Vorbereitung des Original-Pilkers

Viele professionell hergestellte Pilker sind mit Pulverfarben lackiert oder zumindest grundiert. Die Pulverbeschichtung ist aber relativ dick (bis zu einem knappen Millimeter)

Würden wir den Pilker jetzt abformen, hätten unsere Abgüsse später ein deutlich höheres Volumen als das Original – das heißt, das Gewicht wäre auch höher.

Um dies zu vermeiden, sollte zu allererst die Lackschicht vom Pilker ab.

Dies kann man mit viel Mühe mit Schmirgelpapier bewerkstelligen, oder man legt den Pilker 1-2 Tage in eine möglichst aggressive Verdünnung ein, z.B. Nitroverdünnung oder Aceton. Die Verdünnung weicht die Pulverschicht so weit auf, dass man sie wie eine Orangenschale abziehen kann.

Bau der Gussform aus hitzebeständigem Silikon

Zunächst einmal müssen wir uns über den Aufbau und Größe der Form Gedanken machen. Dazu legt man den oder die Original-Pilker auf ein Blatt Papier und skizziert den Aufbau der Form grob vor.

Folgende Punkte sollte man beachten:

  • Die Pilker sollten leicht schräg stehen, damit beim Guss das Blei sauber einlaufen kann.
  • den Anguss berücksichtigen
  • eine Mindestwandstärke von ca. 1cm berücksichtigen

01 pilkerbau silikonform

  1. Hier mindestens 1cm Rand vorsehen
  2. Hier kommt später der Anguss in die Form
  3. Sollten sich später beim Gießen an der höchsten Stelle des Pilkers Luftblasen bilden, müssen wir hier ein Entlüftungsloch anbringen

Nun geht es darum, sich einen Kasten zu basteln, in dem die Gussform hergestellt wird.

Die Innenabmessungen des Kästchens müssen dabei den im letzten Schritt ermittelten Außenabmaßen der Gießform entsprechen.

Zum Bau des Kastens verwende ich beschichtete Spanplatten aus dem Baumarkt, da an der Beschichtung das Silikon nicht klebt.

Auf die Grundplatte, die größer sein muss, als die Außenabmessungen der Form werden Leisten angeschraubt. Die Höhe der Leisten muss mindestens so gewählt werden, dass die Dicke des Pilkers und oben und unten mindestens je 1 cm übrig bleibt.

Skizze der Silikonform von der Seite:

02 skizze silikonform

  1. Pilker – die Trennlinie zwischen den beiden Formhälften habe ich gestrichelt eingezeichnet.
  2. 1. Formhälfte
  3. 2. Formhälfte
  4. Hier mindestens 1 cm Rand lassen
Vorbereiteter Rahmen/Kasten für die Form:

03 rahmen silikonform

Originalpilker abmodellieren

Als nächster Schritt folgt das Einbetten der Original-Pilker im Kasten.

Dazu werden die Pilker mit Knetmasse im Boden des Kastens fixiert. Die Oberfläche der Knetmasse bildet dann später die Oberfläche der ersten Formhälfte.

Dabei folgende Punkte beachten:

  • Die Pilker bis zur Hälfte in die Knetmasse drücken.
  • Knetmasse sauber bis an den Pilker streichen
  • Hinterschnitte produzieren! Was mit Hinterschnitten gemeint ist, wird hoffentlich aus den folgenden Skizzen deutlich. (Der Pilker ist im Querschnitt dargestellt). Bei den beiden oberen Darstellungen würde sich der Pilker später beim Gießen nur schwer aus der Form lösen lassen.
    04 pilker abmodellieren
  • Die Ösen des Pilkers sollten knapp mit Knetmasse bedeckt sein, der Grund hierfür wird später noch klar

Wichtig!

Um den Pilker herum Dellen in die Knetmasse drücken. Durch diese Dellen erhalten wir an der fertigen Form eine Art von Pass-Stiften, die dafür sorgen, dass die beiden Formhälften nicht gegeneinander verrutschen können. Die Dellen können mit einem beliebigen stumpfen Gegenstand eingedrückt werden, z.B. einem Pinselstiel, Bleistift ...

05 dellen silikonform

Nun sind wir soweit, das Silikon für die erste Formhälfte einfüllen zu können. Dazu das Silikon und den zugehörigen Vernetzer (Härter) gemäß den Herstellerangaben vermischen.

Das flüssige Silikon in die Form geben. Um Luftblasen im Silikon zu vermeiden, ist es sinnvoll zuerst eine dünne Schicht auf die Pilker geben. Aus dünnen Schichten entweichen Luftblasen wesentlich leichter. Anschließend das Silikon soweit auffüllen, dass über der höchsten Stelle des Pilkers noch ca. 1 cm Silikon steht. Die dicken Wandstärken wirken sich positiv auf die Lebensdauer der Form aus – dünne Wandstärken brennen deutlich schneller durch. Nach dem Auffüllen des Silikons sollte man noch ein wenig mit einem harten Gegenstand seitlich leicht an den Kasten klopfen – im Silikon eingebundene Luftblasen steigen dann leichter an die Oberfläche.

06 silikon giessen

Das Silikon der ersten Formhälfte muss nun aushärten – am besten über Nacht.

Nach dem Aushärten kann nun die 1. Formhälfte, die Originalpilker und die Knetmasse aus dem Kasten entfernt werden. Die Formhälfte wird nun (um 180° gedreht) und wieder in den Kasten gegeben.

Die gesamte Oberfläche der Formhälfte muss nun mit dem Trennmittel (z.B. Vaseline) eingeschmiert werden. Dieser Arbeitsgang muss äußerst sorgfältig durchgeführt werden. Wenn hier eine Ecke vergessen wird, klebt das Silikon der 2. Formhälfte bombenfest an der ersten Formhälfte fest und die ganze Arbeit war umsonst.

Anschließend werden die Originalpilker wieder in die Formhälfte gelegt und genau wie bei der ersten Formhälfte wieder Silikon eingefüllt.

07 silikon in form giessen

Nach dem Aushärten des Silikons wird das Ganze aus dem Kasten entfernt und die beiden Formhälften werden vorsichtig von einander getrennt. Die Originalpilker werden nun voraussichtlich in der 2. Formhälfte fest hängen. Wir hatten ja bei der Herstellung der 1. Hälfte die Ösen der Pilker kpl. mit Knetmasse abgedeckt, so dass die Ösen nun in der 2. Formhälfte kpl. im Silikon eingebettet sind. Wir müssen hier das Silikon mit dem Bastelmesser vorsichtig aufschneiden, damit die Ösen aus dem Silikon herauskommen. Der Vorteil ist nun, dass wir in der 2. Formhälften schöne Taschen haben, in die wir später beim Giessen die Ösen einlegen können.

08 pilkeroesen freilegen

Sollte dies nicht geklappt haben, kann man den Bereich der Ösen mit dem Bastelmesser etwas aufweiten und beim Gießen zur Fixierung der Ösen eine hitzebeständige Knetmasse verwenden.

Als letzten Schritt müssen nun nur noch mit dem Bastelmesser die trichterförmigen Guts-Öffnungen geschnitzt werden. Die Öffnung am Pilker sollte gute 2 mm betragen.

Wenn das Loch zu klein ist, läuft beim Guss das Blei nicht sauber in die Form, ist das Loch zu groß, muss am Rohling nur unnötig viel gefeilt werden.

09 silikonform detail

Für das Gießen muss man sich jetzt nur noch 2 Brettchen in der Größe der Form besorgen.

Zwischen diese wird die Silikonform mit Schraubzwingen geklemmt. Doch dazu gleich mehr!

Tipps zum Bau von Bleigußformen:


Die folgenden Tipps sollen Euch davor bewahren, dieselben Fehler wie ich zu machen:

  1. Das Silikon mit dem Härter sehr gründlich verrühren – es dauert eine Weile, bis sich der dünnflüssige Härter im Silikon auflöst. Wenn man hier nicht gründlich arbeitet, erhält man in der fertigen Form Bereiche, die nicht sauber ausgehärtet sind, d.h. die ganze Arbeit wäre für die Katz

  2. Vor dem ersten Guss die Form unbedingt mehrere Tage ruhen lassen. Auch wenn das Material bereits nach einigen Stunden hart ist, sind die chemischen Prozesse im Material noch nicht abgeschlossen. In dieser Phase hat das Silikon bei weitem noch nicht seine Hitzebeständigkeit erreicht. Wir hatten mal bei einer Form für ein Naturköderblei gleich am nächsten Tag das Gießen angefangen – die Form brannte durch.

  3. Darauf achten, dass die Wandstärke der Form mindestens ca. 1 cm beträgt. Das Silikon hat eine relativ schlechte Wärmeleitfähigkeit, d.h. die Hitze des eingegossenen Silikons wird nur langsam an die Umgebung abgegeben. Sind die Wandstärken zu dünn, erfährt das Material an dieser Stelle eine starke Temperaturbelastung und die Lebensdauer der Form geht in die Knie. Bei Formen für schwergewichtige Pilker oder Naturködebleie sollte man eher noch etwas dicker arbeiten – viel Blei – viel Hitze

  4. Den Original-Pilker nicht mit Vaseline einschmieren – das Silikon haftet auch so nicht am Blei. Da man die Vaseline nie 100% gleichmäßig aufstreichen kann, würde man eher Schlieren in der Form bekommen. (und damit auch an den Abgüssen)

  5. Macht die Pass-Stifte nicht zu dünn – sie brechen dann leicht ab. 5mm sollten sie mindestens im Durchmesser haben.

  6. Sollten sich bei den ersten Güssen immer an der selben Stelle Luftblasen bilden, muss man ein Entlüftungsloch anbringen. Dazu an der höchsten Stelle der Luftblase mit einem feinen Bastelmesser einen dünnen Kanal in die Form schneiden. Dieses Entlüftungsloch sollt nur ca. 1mm Durchmesser haben, dann kann die Luft entweichen, das Blei ist aber zu dickflüssig und kann nicht durch.

Gießen von Pilkern

Nachdem wir uns also selbst eine Gussform gebastelt haben, geht es jetzt um das eigentliche Gießen der Pilker.

Das wichtigste Material, welches wir brauchen ist natürlich das Blei. Blei ist ein Schwermetall und damit auch gesundheitsschädlich. Reines Blei schmilzt bei ca. 330°C und verdampft bei mehr als 1700°C. Blei hat eine relativ hohe Dichte von 11,3 g/cm³ und ergibt damit schwere Köder bei geringem Volumen.

Reines Blei ist aber für unsere Zwecke eher ungeeignet, da es neben der hohen Schmelztemperatur auch noch den Nachteil hat, relativ weich zu sein. Das heißt, unsere Pilker würden sich leicht verbiegen. Wir verwenden daher so genannte Legierungen, dem Blei sind also noch andere Metalle beigemischt, wie Zinn und Antimon.

Diese Legierungen schmelzen bei deutlich geringeren Temperaturen (je nach Legierung um die 250°C) und sind auch deutlich härter.

Als Bezugsquellen für das Blei bieten sich an:

  1. Professionelles Gießblei
    Diese Materialien haben den Vorteil, dass die Mischung der Legierung perfekt für unsere Zwecke passt und die Barren keine Verunreinigungen aufweisen. Nachteilig ist natürlich, dass es etwas Geld kostet – für die ersten Versuche aber mit Sicherheit die schnellste und einfachste Lösung! Es wird bei ebay und diversen Onlineshops angeboten und häufig als "Hartblei" oder "Gießblei" bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine Blei-Antimon Legierung, häufig ist auch noch Zinn Bestandteil der Legierung.  

  2. Auswuchtblei
    Alte Auswuchtgewichte bekam man früher in der Regel kostenlos oder gegen eine kleine Spende in die Kaffeekasse vom Reifenhändler um die Ecke. Die Legierung der Wuchtgewichte war aus Hartblei (Blei/Antimon) und passte auch recht gut zum Pilkergießen. Nachteil war aber stets die starke Verunreinigung der Auswuchtgewichte – neben Bremsstaub und Befestigungsclips fanden sich auch noch Klebstoffreste von aufgeklebten Gewichten, ganze Ventile usw. Das Einschmelzen des Rohmaterials wurde also zu einer rechten Sauerei. Mittlerweile werden fast ausschließlich Auswuchtgewichte aus anderen Legierunge verwendet, weshalb man auf diesem Weg kaum noch an Blei zum Pilkergießen kommt.

  3. Dachdeckerblei
    Würde sich anbieten, wenn man gute Beziehungen zu einem Dachdecker hat. Bei diesem Material handelt es sich allerdings um relativ reines und somit weiches Blei. Es sollte daher nicht "pur" verwendet werden, sondern mit Hartblei gemischt werden.

  4. Geschossblei
    Wer Kontakte zu einem Schützenverein hat, kann auch dort einmal nachfragen ob er evtl. altes Geschossblei bekommen kann, auch dieses Blei besteht aus Legierungen und eignet sich zum Pilkergießen.

  5. Letternblei
    Dieses Blei kam in Druckereien zum Einsatz um bewegliche Letter zu gießen. Es wird auch heute noch öfter bei ebay angeboten und gilt auch als Hartblei, welches sich zum Gießen von Pilkern gut eignet.

  6. Bleirohre
    In alten Häusern sind Wasserleitungen häufig aus Blei gefertigt, im Zuge von Renovierungen werden diese heutzutage ausgetauscht. Auch das Blei aus denen diese Rohre gefertigt sind ist häufig Hartblei und eignet sich zum Bleigießen.

Neben dem Blei benötigen wir noch folgendes:

  • Hitzebeständige Knetmasse – wird bei manchen Formen zum Befestigen der Ösen in der Form benötigt.

  • Ösen (Die Ösen kann man sich auch fertig kaufen oder selber biegen.
    10 pilkeroesen
    (Gekaufte Öse und selbst gebogene)

    Ein günstiges und gutes Ausgangsmaterial zum Selbst-Biegen ist rostfreier Schweißdraht. Diesen bekommt man beim Eisenwarenhändler. Beim Biegen darauf achten, dass Ihr an den Enden der beiden "Schenkel" der Öse noch eine Ecke reinbiegt. Bei meinen ersten selbst gegossenen Pilkern hab ich die Enden der Ösen gerade gelassen. Zum Glück hab ich vor dem ersten Einsatz noch einen Zugtest durchgeführt. Ohne den Winkel am Ende reißen die Ösen sehr leicht aus dem fertigen Pilker aus. Wenn dies bei einem großem Fisch passiert, beißt man sich in den Allerwertesten

  • Trennmittel, z.B. Talkum

  • Wärmequelle zum Schmelzen des Bleis.
    Hierzu gibt es spezielle Öfen, die aber ziemlich ins Geld gehen.
    Als sehr gut taugliche Alternative haben sich Gasbrenner erwiesen, entweder Campingkocher mit Kartusche oder gleich die großen Brenner, wie sie die Dachdecker zum Verschweißen von Dachpappe verwenden. Manche verwenden auch elektrische Kochplatten – mit denen habe ich aber noch keine Erfahrungen sammeln können.

  • Einen alten Topf, in dem das Blei eingeschmolzen wird und eine alte Suppenkelle, um das flüssige Blei in die Form kippen zu können. Auf jeden Fall hierfür alte Teile verwenden – es sollte jedem klar sein, dass eine Verwendung zum Kochen hinterher nicht mehr ratsam ist.

  • Schraubzwingen um die Formhälften zusammen zu klemmen

  • Diverses Kleinwerkzeug – Zange, Seitenschneider, Feile ...

Sicherheitshinweise zum Umgang mit Blei!

Bevor es jetzt aber an das Gießen geht noch einige Sicherheitshinweise:

  1. Blei ist ein Schwermetall, diese sind giftig und werden vom Körper nicht abgebaut. D.h. das Blei, welches wir in uns rein lassen, bleibt da und sammelt sich solange an, bis es irgendwann zu viel ist. Wir werden es zwar kaum schaffen, Blei zum Verdampfen zu bringen, aber auch festes Blei kann in Form von feinen Stäuben in den Körper gelangen. Daher Handschuhe tragen, direkten Kontakt mit offenen Wunden, Schleimhäuten usw. vermeiden. Beim Arbeiten nicht Essen, Trinken, Rauchen oder am Daumen lutschen ?

  2. Beim Einschmelzen von Auswucht-Gewichten verdampfen viele der enthaltenen Verunreinigungen. Dabei handelt es sich um einen richtigen Cocktail aus Chemikalien, der unter Garantie nicht gesund ist. Daher nur im Freien oder sehr gut belüfteten Räumen (offene Garage) arbeiten und die Nase nicht unbedingt über den Bleitopf halten.

  3. *Flüssiges Blei und Nässe vertragen sich überhaupt nicht. Der Kontakt von Feuchtigkeit mit dem flüssigen Blei führt zu einer explosionsartigen Verdampfung der Flüssigkeit und Euch fliegen die flüssigen Bleitropfen um die Ohren und schlimmstenfalls in die Augen. Daher peinlichst darauf achten, dass nichts in den Topf tropft und die Formen trocken sind. Hört sich jetzt blöd an – ist aber so – flüssiges Blei ist seeehr heiß und bleibt es auch nach dem Aushärten noch eine ganze Weile. Daher auch den fertig ausgehärteten Pilker nicht mit den Händen aus der Form nehmen – gibt böse Brandblasen. Zur Handhabung der heißen Teile Zangen verwenden und erstmal zum Auskühlen beiseite legen. Das Tragen von Handschuhen und Schutzbrillen (gegen Spritzer) schadet unter Garantie auch nicht.

  4. Achtet auf einen festen Stand des Brenners und des Topfes mit dem Blei

  5. Verwendet eine Kelle, die keinen Plastiküberzug am Griff hat – die Plaste schmilzt bei längerem Einsatz.

Das Pilkergießen

Zunächst müssen wir unser Blei einschmelzen. Verwendet man bereits gereinigtes Blei, wie die gekauften Barren, geht dies ganz einfach und auf die nachfolgend beschriebene Reinigung kann verzichtet werden.

Gießblei reinigen

Bei Verwendung von Auswuchtgewichten, Geschossblei oder anderem verunreinigten Blei muss das Schmelzgut erst gereinigt werden. Da in dem Material, neben dem Blei meist auch andere Materialien enthalten sind (z.B. Ventile, Kippen und ähnliches) macht es Sinn, das Ganze erst einmal vorzusortieren.

11 verunreinigtes giessblei

Die Gewichte kommen nun in den Topf und werden erhitzt. Nach einer Weile schmilzt das Blei und die daran anhaftenden Fremdstoffe schwimmen auf der Oberfläche des flüssigen Bleis auf. Dort sammeln sich die Stahlklammern, wie sie bei Gewichten für Stahlfelgen zu finden sind, verkohlte Klebereste von Alufelgengewichten und der an den Gewichten anhaftende Schmutz.

Das Zeug muss vor dem Gießen aus dem Topf raus. Die Stahlklammern kann man mit einem Magnet heraus ziehen, die restliche Schlacke kann mit der Kelle am Rand des Topfes zusammen geschoben und vorsichtig abgeschöpft werden.

12 blei schmelzen

Bei diesen Reststoffen handelt es sich um Sondermüll – bitte nicht in den Hausmüll kippen, sondern getrennt zur Deponie bringen.

Blei und Gießform vorbereiten

Vor dem Guss muss die Schmelze und die Form nun nur noch auf eine für den Guss passende Temperatur gebracht werden.

Hierbei sind Unterschiede für die verschiedenen Formentypen zu beachten:

  1. Metallformen
    leiten die Hitze des Bleis schon beim Einfüllen sehr schnell ab. Ist die Form oder die Schmelz zu kalt, kann es vorkommen, dass das Blei bereits hart wird, bevor die Form komplett voll ist. D.h. Metallformen müssen vorgewärmt werden. Dies kann mit dem Gasbrenner erfolgen oder man stellt die Gussform eine Weile auf eine Kochplatte. Nach dem 3. / 4. Guss hat sich das Thema erledigt, da dann die Form schon durch das heiße Blei auf Temperatur gehalten wird. Man muss nur darauf achten, die Pausen zwischen den einzelnen Güssen kurz zu halten, damit die Form nicht wieder auskühlt.

  2. Silikonformen
    Bei Verwendung von Silikonformen sieht die ganze Geschichte anders aus. Silikon leitet die Hitze des flüssigen Bleis nur sehr langsam ab, das Blei härtet also auch deutlich langsamer aus. Wir können also mit niedrigeren Temperaturen der Schmelze arbeiten. Für die Lebensdauer der Silikonform sollte man im Gegenteil darauf achten, dass die Form nicht zu heiß wird. Man sollte hier also eher nach einigen Abgüssen eine Pause einlegen und die Form etwas auskühlen lassen.

Die richtige Gießtemperatur

Einen Anhaltswert für die Temperatur der Schmelze kann man recht einfach beurteilen. Nach dem Schmelzen des Bleis bildet sich nach einer Weile eine Art dünner Haut auf der Schmelze, die sich farblich verändert.

13 blei schmelzpunkt

  1. keine Haut auf der Schmelze – für Metallformen zu kalt, für Silikonformen reicht die Temperatur unter Umständen schon (ausprobieren)
  2. Gelbgold schimmernde Haut auf der Schmelze – Temperatur reicht auf jeden Fall für Silikonformen, bei Metallformen reicht es meist auch schon. (ausprobieren)
  3. Blau-schimmernde Haut auf der Schmelze – Temperatur reicht auf jeden Fall für Metallformen aus, für Silikonformen kann es zuviel sein (Lebensdauer der Form wird schlechter)

Trennmittel aufbringen:

Bevor es zum eigentlichen Guss geht, müssen die Formen vorbereitet werden.

Als erstes muss hierzu die Form mit Trennmittel behandelt werden, das sorgt dafür, dass sich später die Pilker leichter aus der Form lösen lassen. (Zur Not geht es auch ohne, aber mit Trennmittel geht es wesentlich besser!).
Bei Alugussformen eignet sich zum Beispiel Talkum das mit etwas Wasser angerührt wird sehr gut.

Das flüssige Trennmittel muss auf jeden Fall vor dem ersten Guss getrocknet sein, sonst kommt es beim ersten Abguss zum schlagartigem Verdampfen des Trennmittels.

Bei den Silikonformen verwende ich gerne auch Graphitpulver als Trennmittel (gibt es im Autozubehör zur Pflege der Mechanik von Schlössern). Dazu pudere ich die Form mit dem Pulver ein und schüttele überschüssiges Pulver ab. Auf dem Bild habe ich die rechte Formenhälfte schon behandelt, die linke ist noch im "Urzustand".

14 trennmittel graphit

Eine Behandlung der Form mit Trennmittel ist nicht bei jedem Guss notwendig, es reicht nach jedem zehnten bis zwanzigstem Guss.

Nun kommen noch die Ösen in die Form. Bei manchen Formen müssen die Ösen noch mit einem kleinen Stückchen hitzebeständiger Knetmasse gesichert werden, bei gut gemachten Silikonformen geht es meist auch so.

15 pilkergiessen oesen

Nun nur noch die beiden Formhälften schließen und mit mindestens 2 Schraubzwingen zusammenspannen. Bei Verwendung von Silikonformen muss man kleine Holzbrettchen dazwischen legen, damit sich der Druck der Schraubzwingen gleichmäßig auf die Form verteilen kann.

16 silikonform bleiguss

Mit der Kelle schöpft man nun ausreichend Schmelze aus dem Topf und füllt es langsam und gleichmäßig in den Einfülltrichter der Form.

Bis man die passende Einfüllgeschwindigkeit hat, muss man eventuell einige Güsse üben. Arbeitet man zu schnell, fließt die Schmelze nicht schnell genug durch die Einfüllöffnung und schwappt über, ist man zu langsam, kühlt das Blei in der Form eventuell schon aus, bevor man mit dem Einfüllen fertig ist und man erhält dann Lunker (d.h. Löcher) im fertigen Pilker.

17 blei einfuellen

Zum Auskühlen des Bleis lässt man die Form einige Minuten geschlossen stehen bis das Blei fest geworden ist. Nach dem Auskühlen kann der fertige Pilker-Rohling mit einer Zange entnommen werden.

18 selbstgegossener pilker

Nachdem die Pilker vollständig ausgekühlt sind, kneift man nur noch mit einem Seitenschneider den Anguss ab und feilt eventuell entstandene Grate ab.

19 selbstgebaute pilker

Bevor es im nächsten Teil ans Lackieren geht, reinige ich die Pilkerrohlinge noch mit Seifenlauge, damit die Haftung des Lackes nicht durch anhaftende Reste von Trennmittel oder Schmutz beeinträchtigt wird.

Diese Fehler können beim Pilkergießen auftreten

Hier nun nur noch eine Liste von Fehlern, die eventuell entstehen können.

Fehler 1: Öse fehlt

20 fehler bleigiessen

Mögliche Ursachen Abhilfe
Öse nicht eingelegt Öse einlegen
Öse ist vor oder während des Gusses in der Form verrutscht Öse mit hitzebeständiger Knetmasse sichern

Fehler 2: Starke Gratbildung

21 fehler starke gratbildung

Mögliche Ursachen Abhilfe
Fremdkörper zwischen den Formhälften Fremdkörper entfernen
Form verzogen (Metallform)

Normalerweise keine Abhilfe mehr möglich – die Form ist Schrott

Formhälften nicht stark genug zusammen gespannt

Schraubzwingen fester anziehen

Bei Silikonhälften – Form durch zu starken Druck der Zwingen verformt Form reinigen

Schraubzwingen bei Silikonformen nicht zu fest anziehen, wenn sich das Silikon zwischen den beiden "Spannbrettchen" ballig nach außen wölbt, ist es zu viel


Fehler 3: Form ist nicht vollständig gefüllt

22 fehler gussform nicht vollstaendig gefuellt

Mögliche Ursachen Abhilfe
Form und/oder Schmelze war zu kalt  Stärker aufheizen

Schmelze zu schnell eingefüllt

Langsamer einfüllen
Luft kann bauartbedingt nicht aus der Form entweichen Form überarbeiten – Entlüftungslöcher einbringen


Pulverbeschichten / Lackieren von Pilkern

Nachdem wir uns also eine Gussform gebaut und die Pilker gegossen haben, geht es jetzt daran, Farbe auf unsere Pilker zu bekommen.

Anfangs habe ich meine Pilker immer mit Spray-Farben lackiert, war aber dabei mit der Haltbarkeit nie so recht zufrieden.

Darum bin ich vor längerem auf das Beschichten mit Pulverfarben umgestiegen.

Pulverbeschichten vs. Spraylack

Im Gegensatz zu Lacken, die durch Verdunsten eines Lösungsmittels aushärten, handelt es sich beim Pulvern um eine Methode, bei der pulverförmiges Kunststoffmaterial auf den Pilker auf geschmolzen wird.

Diese aufgeschmolzenen Kunststoff-Schichten sind deutlich dicker als eine Lackschicht und halten wesentlich mehr aus. Bei lackierten Pilkern habe ich auch festgestellt, dass der Lack vom Salzwasser relativ schnell unterwandert wird, sobald die Farbe auch nur an einer kleinen Stelle abgeplatzt ist – der Lack lässt sich dann relativ leicht abziehen.

Bei einer Pulverbeschichtung tritt dieser Effekt fast nicht auf.

Obwohl die Pulverfarbe an sich relativ teuer ist, kommt das Ganze nach meiner Ansicht günstiger als eine Lackierung mit Spraydosen, da die Farbe, die am Pilker vorbei geht weiter verwendet werden kann.

Der einzige Nachteil beim Pulverbeschichten ist nach meiner Ansicht die Tatsache, dass man keine so feinen Übergänge zwischen zwei Farben hinbekommt – die Fische haben sich daran aber bislang noch nicht gestört.

Nun aber zur Sache:

Materialliste zum Pulverbeschichten:

  •  Pulverfarben in den gewünschten Farbtönen – gibt es bei Amazon zu kaufen, ab und zu findet man sie auch einmal bei ebay – oder einfach googeln. Ich hab mittlerweile auch eine Bezugsquelle bei einer Firma, die das Zeug industriell verarbeiten. Gebinde von 1 Kilo kommen einfach günstiger als die kleinen Döschen für den Hobbybedarf.


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    Pulverlack


    Pulverlack

    250 g Pulverfarbe zum Pulverbeschichten


    Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Preis bei 14.90€
  • Lackfarben zum Aufmalen der Augen – alternativ Klebeaugen

Werkzeug:

  • Eine Gripzange zum Hantieren der heißen Pilker (das sind die Zangen, die im geschlossenen Zustand zu bleiben und erst durch einen Druck auf einen kleinen Hebel wieder auf machen)
  • Teesiebe zum Aufstreuen der Farbe
  • Eine alte Zeitung zum Unterlegen
  • Ein alter Backofen
  • S-förmig gebogene Drahtstückchen
  • Selbst-Gebastelte Vorrichtung zum Aufhängen der heißen Pilker (Ist die Dachlatte, die oben auf dem Ofen liegt)

23 pulverbeschichten material

Sicherheitshinweise zum Umgang mit Pulverlacken!

Ich hab zwar noch bei keiner Pulverfarbe, die ich bislang verwendet habe, einen Warnhinweis mit Totenkopf gefunden – gesundheitsförderlich dürfte das Pulver aber nicht gerade sein. Es sollten daher die folgenden Sicherheits-Ratschläge berücksichtigt werden:

  • Nur in gut belüfteten Räumen oder im Freien arbeiten
  • Beim Umgang mit dem Pulver nicht Essen, Trinken oder Rauchen

Der Backofen, der für das Erwärmen der Pilker und für das Tempern verwendet wird, sollte hinterher nicht mehr für die Küche Verwendung finden.

Arbeitsablauf beim Pulverbeschichten

Auch beim Pulverbeschichten der Piilker gehen wird wieder Schritt für Schritt vor!

  1. Aufheizen der Pilker
  2. Pulver aufstreuen
  3. Auskühlen
  4. Tempern

1. Aufheizen der Pilker

Damit die Pulverfarbe auf dem Pilker aufschmelzen kann, müssen die Teile auf ca. 200°C aufgeheizt werden. Dazu den Backofen auf 200°C einstellen und die Pilker auf den Rost legen. Ca. 15 Minuten im Backofen lassen.

Ich lege die Pilker immer gleich so in den Ofen, dass ich sie später mit der Gripzange gut greifen kann – d.h. die Ösen nach vorne.

38 pilker ofen

Eine Anmerkung zur Temperatur – die Anzeige auf den Reglern der meisten Backöfen ist nicht mehr als ein Schätzeisen – es kann also durchaus sein, dass nach der ersten "Probe-Pulverung" noch nachgeregelt werden muss.

2. Aufstreuen des Pulvers

Das Pulver wird mit Hilfe eines Teesiebes auf den Pilker aufgestreut. Das heißt, man greift einen Pilker mit der Gripzange an einer Öse, hält ihn über ein Blatt Zeitungspapier und streut mit dem Teesieb das Pulver rundum auf den Pilker.

Das Streuen geht am Besten indem man das Sieb über den Pilker hält und mit einem Finger leicht an das Teesieb klopft und den Pilker dabei einmal um die Längsachse dreht.

24 pulverlack aufstreuen

Dabei landet natürlich nicht alles Pulver auf dem Pilker, eine ganze Menge rieselt am Pilker vorbei auf die Zeitungs-Unterlage und kann selbstverständlich wieder verwendet werden. (Wenn sich genügend auf dem Blatt Zeitungspapier angesammelt hat, einfach wieder zurück in die Dose)

Bei zwei- oder dreifarbigen Lackierungen bereitet man sich Unterlage und Sieb zwei- oder eben dreifach vor und bringt dann eine Farbe nach der anderen auf.

25 pulverlack arbeitsplatz

Bei mehrfarbigen Lackierungen soll natürlich alles außer der "Grundfarbe" nur auf bestimmten Bereichen des Pilkers landen.

Dazu muss der Pilker beim Aufstreuen des Pulvers so positioniert werden, dass das Pulver auch nur da hinkommt, wo es hin soll.

Um wie auf dem Foto beispielsweise einen roten Rücken auf einen Pilker mit gelber Grundfarbe zu bekommen, halte ich den Pilker senkrecht bis leicht schräg.

26 pulverlack zweifarbig

Damit das Pulver sauber auf dem Pilker aufschmilzt , darf der Pilker nicht zu stark auskühlen.

Man muss hier also zügig arbeiten, Grundvoraussetzung ist eine gute Vorbereitung des Arbeitsplatzes. Es sollte also immer alles griffbereit liegen und die Teesiebe mit Pulver gefüllt sein. Am besten und rationellsten geht es natürlich, wenn man zu zweit arbeitet – einer hantiert mit den Pilkern und der zweite Mann streut das Pulver auf.

Sinnvoll ist es auch, sich vor dem Arbeitsbeginn zu überlegen, welche Pilker welche Farben bekommen sollen. Ich sortiere die Teile immer nach Farbzusammenstellungen und arbeite immer eine Farbkombination in einem Rutsch durch. Es macht nur unnötig Arbeit, wenn man nach jedem Pilker die Farben in den Sieben austauscht.

Beim Aufstreuen des Pulvers merkt man auch sofort, ob die Temperatur des Pilkers passt:

  • Wenn das Pulver schnell aufschmilzt und eine glänzende Oberfläche bekommt, ist alles in Ordnung.

  • Bei einer matten Oberfläche ist der Pilker zu kalt, fängt das Ganze zu rauchen an, ist es zu heiß.

  • Die Menge Pulver, die man auftragen muss, kann man leider nur durch Übung herausfinden.

  • Bringt man zu wenig Pulver auf, bekommt man Löcher oder eine körnige Oberfläche, ist es zuviel, verläuft die Farbe oder bildet Nasen (spätestens beim Tempern)

Am Anfang also am Besten nicht zu viele Teile auf einmal Beschichten (zumindest nicht solange man den "Dreh" heraus hat)

3. Auskühlen der Pilker

Nachdem alle gewünschten Farben aufgebracht sind, muss der Pilker noch soweit auskühlen, bis die geschmolzene Pulverfarbe fest wird. Dazu kann man natürlich den Pilker ein paar Minuten in der Gripzange halten, das wäre aber ziemlich umständlich und zeitraubend.

Ich hab mir dafür ein Stück Dachlatte mit einigen Haken aus dem Baumarkt bestückt, in die ich die Pilker zum Auskühlen einhänge. Die Latte lege ich dabei einfach über 2 Stuhllehnen.

27 pilker auskuehlen

4. Tempern der Pulverfarbe

Mit dem Auftragen der Farbe sind wir jetzt eigentlich schon fertig. Im jetzigem Zustand ist das aufgeschmolzene Pulver allerdings noch sehr spröde und würde leicht abplatzen.

Um dies zu verhindern, müssen die Teile noch einmal aufgeheizt, d.h. getempert werden.

Dazu kommen die Pilker noch mal in den Ofen und werden auf 190°C aufgeheizt. Da die Farbe dabei wieder weich wird, können wir die Pilker nicht einfach auf den Rost legen.

Daher setzte ich zum Tempern den Gitterrost auf die oberste Stufe des Backofens und hänge die Pilker mit Hilfe der S-förmig gebogenen Drahtstückchen im Gitterrost ein.

Die Pilker müssen solange im Ofen bleiben, bis die Pilker komplett durchgewärmt sind. Ich lasse sie ca. 15 Minuten im Ofen.

Nachdem die Pilker anschließend abgekühlt sind, sind wir mit dem eigentlichen Pulverbeschichten fertig.

28 pilker tempern


Besondere Techniken und Effekte für schöne Pilker

Eigentlich ist die Beschichtung des Pilkers jetzt schon fertig – allerdings sieht das Teil noch etwas langweilig aus. Zur weiteren Verfeinerung kann man verschiedene Techniken einsetzen.

Augen an Pilker anbringen

Unser Pilker soll ja einen kleinen Köderfisch imitieren, er sollte also zumindest Augen haben.

Am wenigsten Arbeitsaufwand und Kosten bereitet es, die Augen einfach aufzumalen.

Ich habe mir dazu einfach weiße und schwarze Lackfarbe besorgt und male in einen größeren weißen Punkt noch einen kleineren schwarzen Punkt auf.

Die aufgemalten Augen sind natürlich nicht so robust wie die Pulverlackierung darunter, d.h. nach längerem Einsatz platzt die Farbe der Augen ab.

Hier einmal das Ergebnis – Pilker gepulvert und Augen aufgemalt:

29 pilker augen aufgemalt

Alternativ können auch die fertigen Augen zum Aufkleben aus dem Zubehörhandel zum Einsatz kommen. Leider sind diese relativ teuer und die Klebeschicht löst sich auch nach einer Weile ab.

Wenn man es absolut perfekt machen will, muss über die Augen noch eine Schutzschicht transparente Farbe drauf.

Extra für diesen Artikel habe ich es versucht, die aufgeklebten Augen mit transparenter Pulverfarbe zu beschichten. Dazu wird der Pilker nach dem Aufkleben der Augen noch einmal auf 200°C aufgeheizt und dann eine Schicht transparenter Pulverfarbe aufgebracht.

Durch die hohe Schichtstärke der Pulverfarbe sind die Augen dann sehr gut gegen Ablösen geschützt.

Das Ganze Verfahren ist aber relativ aufwendig, da die Pilker bei diesem zweiten Aufheizen nicht einfach auf den Rost gelegt werden können (Die bereits aufgebrachte "Grundlackierung" wird ja wieder weich) Die Pilker müssen also wie beim Tempern mit den S-förmigen Haken im Gitterrost eingehängt werden und können dann auch schlechter mit der Gripzange gegriffen werden. Ein Tempern zwischen Grundlackierung und Klarlack ist allerdings nicht notwendig, getempert wird immer nach der letzten Schicht Pulverfarbe.

Damit diese Methode zum Einsatz kommen kann, müssen die Augen natürlich die Hitze abkönnen – bringt ja nichts, wenn die aufgeklebten Augen beim Aufheizen schmelzen. Da die Temperaturbeständigkeit bei solchen "Pilker-Anbauteilen" nie angegeben ist, hilft nur ausprobieren (also erst mal ein Muster machen, bevor man einen Berg Pilker vorbereitet)

Bei meinen ersten Versuchen mit dieser Technik habe ich anscheinend ein wenig mit der Schichtstärke der transparenten Farbe übertrieben – sie blieb relativ trüb.

Hier aber trotzdem das Ergebnis:

30 pilker augen aufgeklebt

(war noch der beste)

Leuchtfarben aufbringen

Speziell wenn es mit schweren Pilkern in Norwegen in die Tiefe gehen soll, kann etwas Licht nie schaden. Speziell hierfür gibt es auch leuchtende Pulverfarben. Diese speichern das Licht und geben es dann in der Tiefe wieder ab.

Diese Leuchtfarben werden genau so wie die normalen verarbeitet.

Der einzige Punkt, den man beachten muss, ist die Tatsache, dass Leuchtfarben weiß vorgrundiert werden müssen (die Leuchtfarben decken sonst nicht)

Grundierung und Leuchtfarbe können in einem Arbeitsdurchgang aufgebracht werden, die Leuchtfarbe kann also direkt auf die noch heiße Grundierung aufgestreut werden.

Die mit Hausmitteln aufgepulverte Leuchtfarbe sieht bei Tageslicht nicht so schön aus, wie bei käuflich erworbenen Teilen – es sieht teilweise recht fleckig und "schmutzig" aus – aber, wie schon mal erwähnt, die Fische hat es bislang nicht gestört.

Im Zubehörhandel gibt es auch noch so genannte Leuchtpigmente. Wenn diese der Leuchtfarbe beigemischt werden, verstärkt sich der Leuchteffekt noch.

Hier ein Bild von einem Leuchtblei bei Tageslicht und im Dunklen.

31 pilker leuchtfarben

Für das Foto hab ich einen gekauften Jigkopf beschichtet, den hatte ich gerade zur Hand.

Glitzereffekte für Pilker

Als zusätzlichen Lockeffekt für die Fische bietet es sich an, etwas Glitzereffekte an die Pilker zu bringen. Am einfachsten geht dies mit dem so genannten Glitter aus dem Zubehörhandel (z.B. Hakuma) Dabei handelt es sich um sehr kleine glitzernde Partikel. Diese werden einfach in die Pulverfarbe eingemischt und beim Beschichten mit aufgebracht. Ein Teil der Glitzerteile wird natürlich von der geschmolzenen Pulverfarbe überdeckt – es reicht aber.

So sieht das Ganze dann aus:

32 pilker glitzerfarben

Wenn man am Ende noch eine Schicht Klarlack aufbringen will, kann der Glitter natürlich auch dort eingemischt werden. Dann wird nichts von der Farbe verdeckt (entsprechend weniger Glitter beimischen)

Folien

Zum Verfeinern von Pilkern sind auch Klebefolien mit Schuppenmustern, Holografieeffekten und ähnlichem verfügbar. Diese Folien können, sofern sie die Temperaturen beim Pulverbeschichten aushalten (ausprobieren) auch in Kombination mit Pulverfarben verwendet werden.

Die Arbeitsschritte für das Beispiel im nächsten Foto waren:

  1. Pilker pulverbeschichten (Bauch leuchtfarben, Kehle rot, Flanken silber) auskühlen lassen
  2. Folien zuschneiden und seitlich aufkleben
  3. Pilker nochmals vorwärmen und auf dem Rücken blaue Farbe aufbringen
  4. Augen aufkleben, transparente Farbe pulvern

33 pilker hologrammfolie

Auch diese Methode habe ich erstmals für diesen Artikel getestet.

Wie man auf dem Foto sieht, hat die Folie die nötigen Temperaturen nicht recht ausgehalten.

Sie ist stark geschrumpft und hat Blasen geworfen.

Deutlich bessere Ergebnisse erzielte mein Freund Hubert mit selbstklebender holografischer Effektfolie, die einfach auf den fertigen Pilker aufgeklebt wird. Anschließend wird der Pilker mit 2k-Klarlack überzogen.

Sieht gut aus, oder?

34 pilker hologramm folie

Die holografischen Effektfolien werden im Köderbau-Handel z.B. bei Tackle-Service.de angeboten.

Muster auf den Pilker bringen

Wer unbedingt Muster auf seinen Pilker bringen will, kann dies mit Hilfe von Schablonen verwirklichen. Dazu schneidet man das gewünschte Muster in ein Stück Karton oder dickeres Papier und hält diese Schablone beim Aufstreuen des Farbpulvers relativ knapp über den Pilker. Diese Technik funktioniert aber nur, wenn man einen 2. Mann hat – schließlich braucht man 3 Hände – Pilker halten, Schablone drüber halten, Pulver aufstreuen.

Es lassen sich zwar nur relativ grobe Muster, z.B. Streifen oder Punkte realisieren, aber immerhin.

35 pilker muster

Tauchen statt Aufstreuen

Sollen kleine Teile, wie Jigköpfe, kleine Bleie oder Pilker nur einfarbig lackiert werden, kann der Aufwand mit dem Aufstreuen per Sieb eingespart werden.

Es reicht dann, das aufgeheizte Teil kurz in die Dose mit dem Pulver einzutauchen.

Die Schichtstärke der Pulverlackierung wird dabei durch die Zeitdauer des Eintauchens festgelegt. Das Pulver sollte nur vor dem Eintauchen umgerührt werden, damit es schon locker in der Dose liegt.

Hier ein Beispiel eines Jigkopfes mit Leuchtfarbe

(wird erst kurz in weiß, dann in Leuchtfarbe getaucht)

36 pulverfarbe tauchen

Mischtechnik – Pulver und Lack

Nachteile des Pulverbeschichten sind eindeutig die im Vergleich zu Airbrush unsauberen Übergänge zwischen 2 Farben; die Tatsache, dass feine Muster nicht oder nur schwer realisiert werden können sowie der Umstand, dass hohe Temperaturen für die Verarbeitung nötig sind (siehe Probleme mit aufgeklebten Folien)

Legt Ihr auf diese Punkte Wert, könnt Ihr auch die Pulverbeschichtung nur als Grundierung auftragen. Die Pulvergrundierung bietet die sehr gute Haftung auf dem Blei-Untergrund.

Auf die Pulvergrundierung können dann Lackfarben mit einer Airbrush aufgetragen werden.

Die Haftung der Lackfarben auf dem Pulver ist nach meiner Erfahrung zwar nicht so gut wie die des Pulvers selbst, allerdings deutlich besser als eine Lackierung direkt auf das Blei.

Für das Abdecken von aufgeklebten Teilen wie Folien oder Augen bietet es sich auch an, den fertigen Pilker in Lack zu tauchen.

Prinzipiell muss man aber bei solchen Misch-Verfahren aufpassen, ob sich die unterschiedlichen Chemikalien auch vertragen. Es könnte sein, dass die am Schluss aufgetragene Lackschicht die darunter liegende Schicht Pulverfarbe angreift und diese Blasen wirft. Also erst einmal an einer kleinen Menge die Verträglichkeit testen

Tipps und Fehlerquellen beim Pulverbeschichten von Pilkern:

Hier noch ein paar Tips am Rande, die mir während des Schreibens eingefallen sind:

  1. Um eine optimale Haftung der Farbe sicherzustellen, müssen die Pilker sauber und fettfrei sein. Daher vor Arbeitsbeginn reinigen. Ich wische sie immer mit einem mit Verdünnung getränktem Tuch ab.

  2. Wenn ihr die Temperatur des Ofens nachregeln müsst, macht es in kleinen Schritten. Es passiert schnell, dass es zu heiß wird. Wenn dann auch noch die Bleilegierung einen hohen Zinnanteil (und damit einen niedrigen Schmelzpunkt) hat, wird das Blei des Pilkers teigig und er plumpst in Teilen durch den Gitterrost (nicht lachen, ist mir schon passiert)

  3. Nach dem Tempern hat man oft Farbe auch auf den Ösen des Pilkers. Wenn die Farbe beim Tempern verlaufen ist, kann das auch relativ dick sein. In diesen Fällen die Farbe an den Ösen mit einem kleinem Seitenschneider vorsichtig abknipsen.

  4. Wenn Ihr Glitter in die Pulverfarbe mischt – vorsichtig dosieren, das Zeug ist sehr ergiebig. Lieber erst einmal ein Muster beschichten und dann ggf. nachdosieren. Wenn es zu viel wird und übertrieben wirkt bekommt man den Glitter nicht mehr aus dem Pulver raus.

  5. Als Alternative zum Glitter aus dem Angel-Bastel-Zubehör kann man sich auch mal in normalen Bastelläden nach Alternativen umsehen, da gibt es teilweise auch interessante Sachen. (das Zeug muss ja nur durch das Teesieb durchgehen)

  6. Macht das Ganze in einer windstillen Ecke – ansonsten verweht es Euch nur die Pulverfarbe

37 selbstgegossene pilker

Viel Spaß beim Pilker bauen und tolle Angelerlebnisse in Norwegen wünscht

Robert Gassner

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Kommentare  

Das nenne ich mal ne Anleitung. Echt genial, vielen Dank dafür.
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Tolle Anleitung nicht nur für Anfänger.

Habe frürer auch viel gegossen. Wurfbleie und Pilker bis 600g.

Verwendet wurde altes Geschoßblei vom Großkaliberstand welches härter ist als Luftgewehrkugeln. Die sind gut zum Mischen wenn anderes Blei zu hart sein sollte. Für normale Grundbleie aber vollkommen ausreichend.

Das eingeschmolzene Blei wurde direkt vergossen, aber feine Strukturen wurden nicht so sauber abgebildet. Ein alter „Fuchs“ hat mir den Tipp gegeben das flüssige Blei zu „fluxen“, d.h. zu reinigen durch Einrühren von Wachs oder Stearin von Kerzen. In einen Pot von 5kg Blei reichen 2-3 kleine Stücke in der Größe einer Erbse. Dann mit einem langen Metallstab kräftig rühren bis sich die letzten Verunreinigungen an der Oberfläche abgesetzt und abgeschöpft werden können.

So behandeltes Blei fließt wie Wasser in die Gießform und feine Strukturen werden sauber abgebildet.
Wenn immer noch nicht zufrieden das wiederholen oder etwas Zinn untermischen.

WICHTIG und VORSICHT:
das Wachs/Stearin vergast beim Einrühren und die Gase können durch die hohe Temperatur plötzlich anfangen zu brennen!!!! So schnell kann man den Kopf nicht wegziehen!!!!!
Darum auch der Hinweis nur mit einem langen Metallstab rühren. Den Kopf verständlicherweise beim Rühren nicht über den Topf halten und immer mit dem Wind von achtern!!! Bitte nicht in der Wohnung machen, auch nicht vor dem geöffneten Fenster. Wenn die ersten 2-3 Klumpen Wachs/Stearin verbraucht sind kann dezent nachgelegt werden um auch die letzten Schmutzpartikelzu entfernen.
Die Wiederladerszene nimm kein Wachs/Stearin sondern ein Spezialpulver welches angeblich ein noch besseres Ergebnis liefert. Selbst aber nie getestet.
www.artax-vorderlader.de/lee-precision/flussmittel-fuer-blei-giessoefen.html

Mit unterschiedliche Bleisorten gießen führt zu Gewichtsdifferenzen. Um gleichmäßige Gewichte zu erhalten, muss das ganze vorhandene Blei gleichmäßig gemischt werden.

Dazu wie folgt vorgehen (Weiterlesen nur die ganz pingelingen Zeitgenossen):

Von der ersten unsortierten Charge einige Barren a 450g in eine Mold (ist eine Form mit vier Gießfelder a 1 lb) gießen und etwas getrennt nebeneinander legen. Von den nächsten Chargen wieder Barren gießen und je einen zur vorherigen Charge legen. Das wiederholen bis alles Blei verarbeitet ist. Danach wird jede Charge wieder eingeschmolzen und in neue Barren gegossen. Erst danach hat jeder Barren das gleiche spezifische Gewicht. Nur so können während des Gießens Barren nachgelegt werden ohne das sich das Gewicht ändert.

Aber das kann es trotzdem wenn die Gießtemoperatur der Schmelze unterschiedlich ist.
Aber wegen 1-3g bei 100g Gewichte wollen wir mal nicht pingelig sein, oder für teures Geld einen Gießofen mit Thermostat kaufen.

Ich hatte einen Gießofen von der Firma LEE (mit LEE Gießofen googeln).
Die Öfen werden für das Gießen von Geschosse gebaut und haben einen entsprechend dünnen Ausgußkanal. Gewichte bis ca. 50g können noch gegossen werden wenn die Alugießform sehr heiß ist (also nichts für Silikonformen). Für größere Objekte muß die Öffnung auf 3-3,5mm aufgebohrt werden. Bei 3mm konnten noch saubere Gewichte bis 600g gegossen werden (schwerere habe ich nie gemacht).

Wer ungereinigtes Blei einschmelzt sollte aufgrund der Staubentwicklung einen Schutz tragen der über Mund und Nase reicht! Wenn nicht schneutzt danach mal ins Taschentuch.....

Hier gibts u.a. fertiges Blei (habe keinen Kontakt zu dem Geschäft, einfach nur etwas gegoogelt)
aberr auch bei andere Waffengeschäfte oder eGun (eine Waffenplatform wie Ebay)

www.bleigeschosse.com/epages/64025917.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/64025917/Categories/%22Geschoss-Herstellung%20und%20Gie%C3%9Fzubeh%C3%B6r%22

Gießformen mit vier Fächern von LEE oder RCBS gibts ebenfalls in Waffengeschäfte.
Antworten
DANKE für diese tolle, erstklassige und ausführliche Anleitung an Robert!
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