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Es gibt so viele tolle und unterschiedliche Geschichten, wie ein Angler zum Angler wurde. Hier erzähle ich euch meine Geschichte, wie ich zum Angler wurde

So wurde ich Angler: Thomas Finkbeiner

Mein Vater war Jäger, mit Angeln hatte in meiner Familie niemand etwas zu tun. So kam ich auch zu meiner ersten Berührung mit Anglern und Angeln im Urlaub.

Urlaub am Meer befördert das Angeln

Ich hatte als Kleinkind schwere chronische Bronchitis, und unser damaliger Hausarzt war Helgolandfan. Er empfahl meinen Eltern für mich das Reizklima der Nordsee. Helgoland war damals finanziell nicht drin. Aber dann wenigstens an die Nordsee sollte es gehen. Ausgesucht wurde dabei als Ziel die an der Elbmündung liegende, zu Cuxhaven gehörende Gemeinde Sahlenburg.

So kam ich im zarten Alter von 4 Jahren das erste mal an die Nordsee, das erste alleine mit meiner Mutter. Und tatsächlich, die Nordseeluft (oder was sonst auch immer) schaffte es, dass sich meine Bronchitis zuerst schnell besserte und schliesslich ganz weg war. So führte mit wenigen Ausnahmen der jährliche Familienurlaub immer wieder nach Sahlenburg! Das führte auch zu einer Freundschaft mit der Familie Mangels, deren erste Mieter wir damals waren. Ein Problem, das jeder Urlauber in nördlichen Gefilden kennt:
Wenn wettermäßig Strand nicht möglich war, braucht man für die quengeligen Kleinen ein Alternativprogramm, um den 4-wöchigen Urlaub „überleben“ zu können.

Das genaue Jahr weiss ich nicht mehr, aber ich muss 6, 7 oder 8 Jahre alt gewesen sein, als uns der Wettergott fast 2 Wochen Schlechtwetter und Regen bescherte.

dorschNoch heute bin ich begeisterter Meeresangler. Nordsee, Ostsee, Norwegen...


Bei Schlechtwetter mal Angeltour statt Strand

Nachdem alles mit Hallenbad und sonstiger Schlechtwetterunterhaltung durch war und wir Kinder (ANGEBLICH!) immer mehr am quengeln, riet unser Vermieter dazu, doch mal eine Fahrt mit Jacky Wedel zu machen zum Aalangeln in die Priele des Wattes an der Elbmündung. Er würde alles organisieren. Jacky Wedel war ein Krabbenkutterkäptn in Rente, der aber immer noch mit seinem Kutter Touristentouren fuhr oder eben zum Angeln (heute auch kaum mehr denkbar an Hand Vorschriften der europäischen Fahrgastschiffsrichtlinie).

Mein Bruder (2 Jahre jünger ) und ich wurden also an Bord des Kutters verbracht und einem einheimischen Angler anvertraut. Der hatte den Heckbereich des Kutters mit ca. 20 Angelruten belegt, dazu ein 10 Liter Eimer halbvoll mit Wattwürmern. Nach erreichen des Fangplatzes in einem Priel wurde geankert. Und dann fing die Arbeit an – von wegen Angeln wäre langweilig! Mein Bruder und ich bekamen je 2 Angeln zur „Aufsicht“. Der einheimische Angler war im Vollstress, seine 10, 15 Ruten bestückte er mit Wattwürmern, warf aus und als er die letzte ausgeworfen hatte, fing er bei der ersten wieder an mit einholen und so fort. Entweder hing eine Krabbe dran, ein Aal, ein kleiner Butt oder der Haken war blank gefressen.

Angeln ist ein Erlebnis für Kinder und NIEMALS langweilig (wenn sie selber angeln dürfen)

Das war richtige Arbeit. Mein Bruder fing auf seinen Ruten hauptsächlich Krabben, ich glaube, er hatte nur einen oder 2 Aale. Auch ich fing meist Krabben, aber auch immer wieder Butt und Zielfisch, den Aal.

Und vor allem: Ich fing den größten Aal des Tages!!

Da war es um mich geschehen. Runter vom Angelkutter, rein in Angelladen und ich bekam ein Vollglasangelset! Braune 1,80m Rute, Drahtringe, Rolle ohne Schnurlaufröllchen. Der Verkäufer montierte gleich die Rute mit einem Sargblei und Vorfach.

Ich war stolz wie Bolle!

Das erste Mal selber Angeln

Und ich durfte Angeln!
Es wurde Granat gekauft, ich wurde zu den Buhnen im Amerikahafen gefahren und durfte da angeln. Kleine Aalmutttern und Minibutts waren die Hauptbeute, in teilweise durchaus erheblichen Mengen.

Damals lernte ich auch schon die Bedeutung von zurücksetzen bzw. catch an decide kennen!

zuruecksetzenEs prägt, wenn man schon beim ersten Angeln beigebracht bekommt, dass man nicht jeden Fisch mitnehmen muss


Denn nach der zweiten Plastetüte voll mit Kleinfisch, den meine Mutter zubereiten MUSSTE bekam ich klare Ansage:
Wenn Du nochmal einen Fisch mitbringst, der so klein ist dass nicht mindestens eine Person davon satt wird, darfst Du nicht mehr angeln gehen.

So wurde ich schon in meiner ersten Woche als Angler OHNE jede Ahnung von der Materie damit bekannt gemacht, dass man nicht jeden Fisch töten muss beim Angeln, sondern auswählen darf, muss und soll!

Dass ich während des Urlaubes keinen einzigen Fisch mehr fing, den ich mitnehmen durfte, tat meiner frisch erwachten Angelbegeisterung keine Abbruch.

Nach meiner Rückkehr ins gelobte Schwabenland durfte ich dann bei einem Nachbarn, dessen Sohn mit meine Bruder in die Schule ging, die ersten Anfänge auch im Süßwasser machen. Aber der eigentliche Beginn und Anstoss, Angler zu werden, war dennoch mein allererstes Angeln!

Die tolle Aaltour damals von Cuxhaven aus!

750Und das alles machte mich mit zu dem Angler, der ich heute bin - und ich bin nach wie vor dankbar dafür!

Thomas Finkbeiner




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Kommentare  

Hallo Thomas.
Schöner Bericht über den Beginn Deiner Anglerkarriere.
Ich lernte das Angeln in den zahlreichen Seen der Uckermark.
Schon als knapp dreijähriger Steppke fuhr ich bei Vaddern vorn auf dem Moped mit. Eine knapp 2m einteilige Bambusstippe war meine erste Angelrute. Vadder angelte auf dem Steg nach vorn raus und ich seitlich dicht am Rohr.Gut handlange Plötzen,Rotfedern un Barsche bereiteten Freude und legten den Grundstein für meine Angelliebe.
Heute nach vielen Jahre in der Fremde bin ich wieder in Brandenburg. Für mich das Angelland Nr.1 in Deutschland. Natürlich wird auch gestippt ,aber das Kunstköderfischen wurde zur Passion.
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