750 neu angelanfangen teaser fred karnatz

 

Es gibt so viele tolle und unterschiedliche Geschichten, wie ein Angler zum Angler wurde. Hier erzählt euch Fred Karnatz seine Geschichte, wie er zum Angler wurde


So wurde ich Angler: Fred Karnatz

 fred dorschAngefangen im Süßwasser, angelt Fred heute überall, auch im Meer!

Thomas hat mich mal gefragt ob ich nicht mal eine kleine Geschichte schreiben möchte wie ich zum Angeln gekommen bin.  Ja, in der Tat sehe ich mich mit meiner Vergangenheit konfrontiert wenn ich derzeit meinen Sohn Marian (10 Jahre) so um die Ecken flitzen sehe....  

Lang ist's her , ca. 40 Jahre

10 /12Jahre alt war ich da wohl, als eines schönen Tages eine neue Familie zu uns ins Dorf gezogen ist. Rogeè, so hieß der Junge. Seine Eltern waren Melker, sie waren aus dem entfernten Neubrandenburg zu uns nach Badeborn gezogen. Schnell haben wir uns angefreundet und sind fortan gemeinsam um die Ecken gezogen.
Einen Bunker bauen. Wir buddelten ein tiefes Loch und legten dann Äste drüber Über die Äste kam dann die Erde welche wir ausgebuddelt hatten.
Es war cool so abzuhängen. Wobei der Begriff cool noch nicht so gängig war. Oder Kirschen klauen in der LPG Plantage. Mäuse oder Hamster fangen oder auch einfach mal ein bissel auf dem Sportplatz abhängen. Jaaa, so etwas haben wir damals gemacht.
Heute ist das wohl leicht aus der Mode....

Von Anglerfamilie "angefixt"

Ständige Begleitmusik bei unseren Unternehmungen jedoch waren seine Erzählungen aus seiner Heimat . Vom großen Tollensesee bei Neubrandenburg und den großen Hechten, welche in ihm wohnten. Ich hatte von all dem was er mir so erzählte keinen Schimmer. Aber:
Es gefiel mir, was er für schöne Geschichten zu erzählen hatte.

Diese zugezogene Familie war also eine Anglerfamilie, das war klar. Eines Tages dann fragte mich Rogeè, ob wir mal zusammen Angeln wollen. Ohne Zweifel, ich war gefangen vom Zauber seiner so leidenschaftlichen Erzählungen. Und na klar, da habe ich sofort wild nickend zu gestimmt.

Tja, aber einen Tollensesee hatten wir hier bei uns in Badeborn leider nicht. Jedoch ein Kieskuhle etwas abgelegen vom Dorf, die gab es schon. Eines schönen Tages war es dann soweit. Wir haben uns ganz spontan verabredet. Wie selbstverständlich hat Rogeè mir auch eine Angelrute mitgebracht und einiges mehr. Und so sind wir zusammen los, entlang lauter Kirschbäumen auf einem Feldweg.
Die Kiesgrube war 2 bis 3 km vom Dorf entfernt.

Zuerst Köderfische

fred barschAuch heute fängt Fred noch Barsche!

Dort gab es 2 Teiche. Der größere hatte sogar eine kleine Insel. Dort angekommen haben wir die Ködersenke klar gemacht und in den sehr zahlreich vorhandenen Gumpen (kleine Baggerlöcher vom Kiesabbau) Moderlieschen gesenkt. Mit einem Eimer voller Moderlieschen ging es dann ab an den Kiesteich. Wir sind an den großen Teich mit der kleinen Insel gegangen.

Es war ein schöner warmer Sommertag.
Geangelt wurde in Unterhose und barfuß. Einfach so mit Durchlaufpose und einfachen Haken. Rogeè hat mir dann erst einmal gezeigt wie das mit dem werfen geht. So gut das ich auch recht schnell klar kam. Als wir unsere Posen mit den Ködern ausgeworfen hatten, fingen sie auch schon bald zu tanzen an, daran vermag ich mich zu erinnern. Und so verging die Zeit wie im Flug wärend wir einen kleinen Barsch nach dem anderen an Land gezogen hatten. Ich weiß gar nicht mehr wie viele wir überhaupt gefangen hatten. Der Bestand an Barschen war (gefühlt) unerschöpflich.
Und Rogeè?
Der erzählte immer noch vom Tollensesee. "Hier sind bestimmt auch Hecht drinnen",
habe ich meinem Freund zugerufen.
"Bestimmt!", sagte Rogeè
"Da musst du einen Blinker dran machen",  rief er nach einer Weile.

Und dann den Blinker für den Hecht

Ich wusste schon wieder nicht was er meinte, doch Rogeè hatte auch da eine Antwort.
"Komm her da musst du so einen drann machen", und er holte aus einem kleinem Eimer etwas silbernes heraus.
Die Form war so ungefähr wie wir heute noch den ZF Blinker kennen, meine ich mich zu erinnern.
"Gib mal her", und wieder wie selbstverständlich hat er die Posenmontage von meiner Rute abgeschnitten und den Blinker angeknotet.

"Den musst du nur auswerfen und langsam wieder einkurbeln", sagte er zu mir und ich hab es getan. Rogeè war schon wieder an seinen Angelplatz. Nach kurzer Zeit zog plötzlich etwas stark am anderem Ende.
Die Rute bog sich ungewöhnlich doll und ich hatte so meine Mühe diese festzuhalten. Ich rief sofort nach Rogeè der ein Stück weit weg von mir war.
"Ich hab was ...Ich hab einen dicken .. komm schnell... " rief ich völlig aufgebracht.
Rogeè ließ seine Rute sofort fallen nahm seinen Kescher und rannte zu mir.
Gemeinsam und nach langem hin und her war der Fisch dann dank Rogeè's Erfahrung doch noch im Kescher.

Am ersten Angeltag der erste Hecht!

Da lag er nun mein erster Hecht. Dieser Moment sollte mein Leben tatsächlich prägen. Voller Stolz und so schnell ich konnte bin ich nach Haus. Dort angekommen - ich wurde schon vermisst - hat meinem Vater fürchterlich geschimpft.

Voller Stolz habe ich meinen Fang vorgezeigt und erzählt wo ich eigentlich war. Mein Vater war nun völlig außer sich, denn das Angeln und auch baden war dort ausdrücklich verboten.

Meine Mutter hat aber gelächelt und ohne etwas zu sagen, den Hecht genommen um ihn sogleich in der Küche fertig zu machen. Ich weiß noch ganz genau wie sie den Hecht mit dem Küchenmesser geschuppt hat. Wieder und wieder schnippte mir die eine und andere Schuppe ins Gesicht da ich ihr wärend dessen nicht von der Seite gewichen bin. Jaaa noch immer war ich total aufgeregt und voller Stolz über meinen großen Fang. Ich ließ ihn nicht aus den Augen.
Damals gab es bei uns zu Haus noch keine Tiefkühlmöglichkeit und so wurde der Hecht in Stücke geschnitten in Mehl gewendet und in der Stahlpfanne gebraten.
Jeder bekam ein Stück vom Hecht auf seinen Teller gelegt und ich durfte das Stück mit der Schwanzflosse haben.

Immer noch war ich völlig ergriffen und wie elektrisiert und stolz wie Bolle.

Dies ist meine Geschichte welche sich so oder so ähnlich zugetragen.

Viele Jahre später musste ich fest stellen das es diesen Ort so wohl nur noch in meiner Erinnerung gibt.
Denn der Kiesabbau dort wurde weiter voran getrieben und nix ist mehr wie es mal war - schade eigentlich.....

fred am flussDank der Erlebnisses vor 40 Jahren gehört für Fred heute das Angeln einfach dazu!

Fred Karnatz





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