750 boettcher angelanfangen teaser

Wasser und die darin lebenden Tiere übten auf mich quasi von Geburt an eine starke Faszination aus. Warum genau, ist bis heute ungeklärt. Es war einfach schon immer so und wird so blieben. Wie ich zum Angler wurde, weiß ich allerdings noch genau – und ich möchte euch gerne davon erzählen.

boettcher heuteWer so tolle Hechte fangen will, muss eben erst mal anfangen zu angeln!

Der Anfang mit dem Opa beim Angeln in den Sommerferien

Alles begann mutmaßlich in den Sommerferien. Hin und wieder besuchten wir meine Großeltern im ländlichen Dahlenburg am heutigen Biosphärenreservat Elbtalaue. Mein Großvater war leidenschaftlicher Angler und fuhr gerne an die Buhnenfelder der Elbe. Dort hatte er vor allem seine Ruhe, der Fang von Fischen war ihm nie wirklich wichtig. Gerne nahm er mich oft mit ans Wasser und brachte mir die Basics des Angelns bei.

Er fischte stets mit – selbst für die damaligen Verhältnisse – uraltem und primitiven Gerät. Es wurde sich grundsätzlich an die immer gleiche, mit dem Auto am besten erreichbare Stelle gesetzt und folgende drei Ruten aufgebaut:

  • Posenrute mit Wurm (Anfüttern und Ausloten war nichts für ,,echte“ Angler)
  • Spinnrute mit Effzett Blinker und grünem Stahlvorfach
  • Köderfischrute mit Korkproppen, Riesendrilling und Köderfisch

Auf letztere durften wir in all den Jahren nicht einen einzigen Biss erleben, die Zusammenstellung war einfach zu grob, als dass hier wirklich ein Hecht hätte anbeißen können. Bis heute habe ich dadurch kein wirkliches Vertrauen in tote Köderfische im Süßwasser (ich weiß, ich habe Unrecht...).

Von der "Leihangel" zur eigenen Ausrüstung und Schwarzangeln vor dem Angelschein

Damals, wir hatten die frühen Neunziger, war die Elbe bis vor kurzem noch Zonengrenze. Es hieß, dass aufgrund der Verschmutzung nicht wirklich mit guten Fängen zu rechnen war. Da jedoch die Posenmontagen den ein oder anderen Barsch, Aland oder Brassen überlisteten, war ich sofort angefixt und nutzte jede Möglichkeit, mit an´s Wasser zu kommen.
Die geliehene Angel wanderte irgendwann in meinen Besitz über, und nachfolgend ging es auch zu Hause los. Den Angelschein durfte man damals mit 13 Jahren machen, Raubfischangeln war ab 14 erlaubt.

Da ich weit entfernt von diesen Altersgrenzen war, hieß die Devise Schwarzangeln.

Jedes Wasserloch in den umliegenden Dörfern wurde belagert und schnell fand man raus, wo es etwas zu holen gab. Mit dem Teenageralter wurden solche Aktionen später professionalisiert und in Nacht-und-Nebel-Aktionen die frisch besetzten Privatteiche der reichen Nachbarn besucht. Aufgrund mangelnder finanzieller Mittel blieb das Angelgerät viele Jahre auf sehr einfachem Niveau.
Da man es nicht anders kannte, stellte dies aber nicht wirklich ein Problem dar und so begnügte ich mich mit dem vorhandenen Gerät.

Der erste Hecht - immer ein Erlebnis!

Als besonderes Erlebnis blieb mir der Fang des ersten Hechtes in Erinnerung. Zum Beginn der Sommerferien ging es für mehrere Wochen ins Haus der Großeltern. Zur Feier des Tages durfte ich mir im Angelladen für 10 Mark Zubehör aussuchen. Die Wahl fiel unter Anderem auf einen Balsaholzwobbler in Hecht-Dekor. Da ich zuvor einige Exemplare des Angelheftes Blinker in die Hand bekam wusste ich, dass sich Hechte angeblich gerne im Strömungskessel der Buhnen aufhalten. Hunderte Würfe später knallte es endlich in der Spinnrute und ich zog meinen ersten Hecht mit 52cm Länge an den Strand.

Ein paar Dörfer weiter hatte ein bekannter eine Kamera und wir suchten seinen Hof für ein Erinnerungsfoto auf. Das Ergebnis seht ihr hier und im Titel.

boettcher frueherDer erste Hecht mit dem dazugehörenden Foto!

Endlich Angelschein und Angelverein

Mit 13 Jahren stand dann endlich der Angelschein und die erste Vereinsmitgliedschaft an. Viele anglerische Highlights sollten folgen und später wurden dann sogar berufliche Wege in der Angelbranche eingeschlagen. Bis heute gibt es für mich nichts schöneres, als an den zum Glück bis heute erhaltenen Elbtalauen zu sitzen und über das Wasser zu schauen.
Die primitiven, schweren Angelruten aus Glasfaser wurden natürlich mittlerweile durch ein stattliches Sammelsurium an modernen, leichten Stöcken getauscht und auch das eine oder andere früher unerschwingliche Gadget erleichtert heute den Angeltag.

Der Spirit von früher ist jedoch geblieben und die Ruhe und Zeit am Wasser steht nach wie vor an erster Stelle.

David Böttcher, Inhaber von www.angeln-und-urlaub.de





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