angeln neuseeland

Die Tour mit dem Wohnmobil durch Neuseeland war die Erfüllung eines Lebenstraums von meiner Frau und mir, Jens.

Als durchgeknallter und weit gereister Angler, der gerne den Pfaden abseits organisierter Reisen folgt, hatte ich mir, wie ihr euch sicher denken könnt, auch aus anglerischer Sicht Einiges für diesen Trip vorgenommen. Was ich in Neuseeland (nicht nur beim Angeln) erlebt habe, habe ich euch nachfolgend für Netzwerk Angeln in einem ausführlichen Reisebericht zusammengefasst.

Bevor wir loslegen, möchte ich euch einen grundsätzlichen Schnellüberblick zum Thema Angeln in Neuseeland geben.

Angelmöglichkeiten und Fischarten in Neuseeland!

Über den Stellenwert von Fischerei und Angeln braucht man bei einer Insel inmitten des Pazifiks wohl nicht viele Worte zu  verlieren. Angeln und Fischerei sind insbesondere an der Küste natürlich allgegenwärtig. Doch auch im Landesinneren, hat das Land riesige Wasserflächen und dementsprechende anglerische Möglichkeiten zu bieten.

Für Süßwasserangler stechen ganz klar die Lachsartigen hervor, also Forelle und Co. Vereinzelt auch Flussbarsche, und ganz reizvoll, da er als mystische Kreatur verehrt wird: Der „Longfinned Eel“, die neuseeländische Aalart, welche bis 1,8m erreicht.

Im Salzwasser kristallisieren sich schnell 3 Hauptarten heraus: Kingfish, Snapper, und die Kahawais. Nebenbei Trevallys und diverse Hai- und Rochenarten.

Bedingungen und Lizenzen zum Angeln in Neuseeland!

Aus organisatorischer Sicht war vorweg aber eines sehr schnell klar: Bei „nur“ knapp 4 Wochen Zeit, ca. 4000 km vorgeplanter Strecke und 2 Inseln, sollte man sich schon für etwas Bestimmtes festlegen. Zumal es auch zu beachten gibt: Es gibt dort erhebliche Unterschiede bezüglich der Angelregularien zwischen Süß- und Salzwasser. Einerseits liberal in Sachen Meeresangeln: Im schönen Neuseeland ist man, kaum vorstellbar aus deutscher Sicht, als Freizeitangler komplett frei und kann ohne jegliche Angelerlaubnis im Meer angeln. Das gilt sowohl für die Süd- als auch die Nordinsel. Lediglich klar gekennzeichnete Angel- bzw. Betretungsverbotszonen und Fanglimits sind zu beachten.

Anders, bzw etwas komplizierter fürs Süßwasser: Erstmal benötigt man eine regionsspezifische Lizenz, dann sind die gewässerspezifischen zu lösen. Manche Gewässer, meist an den größten Seen der Nord- als auch Südinsel, gehen auch mit nur der gewässerbezogenen Lizenz. Gerade als „Durchreisender“ ist also meist erheblicher Mehraufwand zu kalkulieren in Sachen Vorbereitung fürs Süßwasserangeln. Erschwerend kommt hinzu, was man beachten soll, wenn man um die halbe Welt fliegt, mit eigenem Angelgepäck: die eventuell, erheblich schärferen Kontrollen bei der Einreise, gäbe man an, „Freshwater fishing“ betreiben zu wollen. Die Behörden kontrollieren rigoros auf potentielle ungewollte

(Mikro-)Eindringlinge jeder Art. Sogar vor Fährabfahrt von Süd- zur Nordinsel (und bestimmt auch in umgekehrter Rtg) wird JEDER gefragt, wann und wo geangelt wurde.

Somit war relativ schnell klar, zumal wir ja auch in unserer Nähe (also innerhalb Europas) Forellen und Lachse fischen können: Salzwasserangeln, auf die schon genannten Arten!

Meine Angelausrüstung zum Meeresangeln in Neuseeland

An Equipment, muss man sich bei einem solch langen Reiseweg, natürlich etwas einschränken. Ich griff zu meiner Shimano Nasci, dazu einer robuste und älteren 2,7m alte Spinnrute- Milo East Spin, sowie eine 2,4m Wallerrute von Exori. Rollen waren eine Mitchell Blue 6000er, Ryobi Arctica 4000er, sowie die Penn Spinfisher V 4500er am Start. Schnüre zwischen 0,13er und 0,25er Geflochtene, sowie Monovorfachschnur von 0,33 bis 1,00 mm standen zur Auswahl. Diverse Wobbler, Pilker, Jigs in einer Box sowie paar Gummifische in gedeckten Farben, in der anderen, plus eine Tasche Kleinteile, Polbrille und Co sowie ein Unterfangkescher- mehr hats nicht gebraucht.

Unsere Reiseroute durch Neuseeland

Um euch eine kurze Vorstellung zu geben, wo wir unterwegs waren, hier eine grobe Übersicht:

angelreise neuseeland reiseroute

Unsere Route führte vom Ausgangspunkt Christchurch über Queenstown und Te Anau, zum Doubtful Sound (Milford Sound war ziemlich unzugänglich wegen Zufahrtstraße in Repapratur durch vorige Regenwasserschäden), dann entlang der Westküste über Haast, die beiden Gletscher Franz Josef und Fox, dann Charleston und Motueka, zum Abdel Tasman National Park, dann über Nelson nach Picton und auf die Fähre zur Nordinsel. Ab Wellington dann über Wanganui zum Lake Taupo, Rotorua, Tauranga, Whangamata, Coromandel, und schliesslich nach Auckland würde ich als grobe Stationsbeschreibung nennen.

Klimatisch zu erwarten, waren, auf der Südinsel zu dieser Zeit, noch Frostnächte, und Durchschnittstagestemperaturen von 15- 20 Grad. Durch die aber schon topografisch betrachtet ausgeprägte Struktur der Südinsel, sind auch Extremwetterlagen möglich- also tagelange, starke Winde, oder tagelange ergiebige Regenfälle. Auf der Nordinsel geht es tendenziell wärmer, und allgemein gemäßigter zu- aber ja logisch, bei dieser relativ großen Nord- Süd Ausdehnung des Landes. Allgemein zu beachten sind, ansonsten bei den Reisevorbereitungen: Neben der wetterfesten Kleidung, dass es in manchen Regionen Sandflies, sowie gewöhnliche Moskitos gibt. Auf jede Menge Mückenstiche und- Bisse sollte man sich vorab gefasst machen, insbesondere auf der West- Nordküste der Südinsel gibt es reichlich von den Sandfliegen. Abhalten von einem Biss sollen sich die Biester übrigens nur mit relativ aggressiven Chemikalien, deren Benutzung in Deutschland nicht zulässig ist. Ich ziehe Mücken an in der Regel, aber solche Mittel benutzte ich nicht, sondern trug eher geschlossene, Möglichst dichte Kleidung auch bei wärmeren Temperaturen und in der Nacht- also langärmelige Hemden, Kapuzenpullis und dergleichen.

Das hat meist schon ziemlich geholfen.

Eine kleine Vorwarnung: Der Reisebericht ist chronologisch aufgebaut und folgt unserer Tour. Beginnend also mit der Südinsel – hier habe ich noch nicht soviel geangelt, im späteren Verlauf der Reise, auf der Nordinsel dann aber umsomehr.

Es geht also aus anglerischer Sicht etwas verhalten los, dieser Aspekt wird aber während des Berichts immer mehr in den Fokus rücken. Schenkt euch einen Kaffee ein oder macht ein Bier auf und folgt mir ans andere Ende der Welt. Los geht’s!

Neuseeland: Wir entdecken die Südinsel

So, Christchurch war unsere erste Station. Total gebeutelt, von der 30- Std Anreise, ging es problemlos vom Flughafen ins Motel. Erstmal ruhen, und gespannt sein, ob man sich morgen, wenn man erstmals „links fahren“ muss, sich schnell umstellen kann in Sachen Fahren? Das Wetter begrüßte uns mild und gnädig, Sonne, 20 Grad, aber relativ windig. Der nächste Morgen begann leicht verregnet- aber schon um 9 Uhr, als wir schon abfahrbereit waren mit dem Camper, war es wieder sonnig. Die Umstellung in Sachen Linksverkehr ging auch schnell und problemlos, viiiel leichter als ich dachte, eingekauft war auch schnell alles, was man braucht- also los.

1 akaroa bay neuseelandDie Akaroa Bay

Am ersten Tag fuhren wir über Lyttleton und Pigeon nach Akaroa, zurück über Flatlings Bird, dem gefährlichsten Strand Neuseelands (wegen nicht sichtbaren Unterströmungen und Strudeln), dem Ellesmere Lake, über Temuka bis runter nach Timaru, wo wir die erste Übernachtung hatten.
Ganz schöner Teufelsritt für den ersten Tag, wir fuhren in die Dunkelheit, mit noch etwas Jetlag. Die letzten Kilometer der Fahrt waren kein Vergnügen.

2 flatlings bird beachFlatlings bird beach

Die meisten Eindrücke des Tages hinterließ ohne Zweifel Akaroa. An der ausgedehnten flachen Meeresbucht, steht ein malerisches Städtchen, mit sowohl viktorianischen Prägungen, aber ebenso ungeahnt großen französische Einflüßen. Das zeigte sich auch, weil auch auf den Straßen ziemlich viele Leute französisch sprachen, was uns sehr überraschte.

3 blick auf akaroaBlick auf Akaroa

Der nächste Tag begann, wie der erste auch: Sehr schön, Sonnenschein, knapp 20 Grad schon am Morgen. Tagsüber ging es bis fast 30 Grad. Top Badewetter also. Wir fuhren diesmal nur eine kurze Strecke. Ins Landesinnere an die Seen Tekapo und Pukaki. Am Pukaki ist ein kostenloser Campingplatz, der eine herrliche Aussicht bietet auf die Berge bis zum Mount Cook. Das hat was, wenn man bei fast 30 Grad, in einem kühlen Gebirgsee mit ca 17- 18 Grad Wassertemperatur schwimmt und dabei die schneebedeckten Gipfel der Umgebung im Blick hat. Es waren dort übrigens jede Menge, nur wenige Zentimeter große Forellen im Wasser zu beobachten- aber Größere sah ich leider keine.

4 lake pukakiLake Pukaki

5 sonnenuntergang lake pukakiSonnenuntergang am Lake Pukaki

Roys Peak – auf dem Gipfel der Gipfel!

Tags darauf, führte uns die Reise zum Lake Hawea, wo wir auch übernachteten. Auch hier bot die Natur wieder sagenhafte Ausblicke, die Abende raubten einem oft den Atem. Direkt daneben: der Lake Wanaka. Ein Ganz besonderes „Schmankerl“ für alle Wanderfreunde dort in der Nähe: der Roys Peak, der auch auf der Bucketlist meiner Frau ganz oben stand. Auf nicht mal 10 km Strecke 1200 Höhenmeter machen? Klar doch, kein Problem! (Ironie aus).

Hinzu kam: Wind in Böen bis 110 km/h an den Hanglagen, und prognostizierte Regenschauer für den Nachmittag am Gipfel. Die Ranger an der Touristinfo sagten, wir sollten heute gehen, morgen würde es noch schlechter werden. Ahja, ok- dann mal besser los jetzt. Gegen zehn Uhr konnten wir gerade so den letzten freien Parkplatz am Fuß des Berges bekommen, scheint echt sowas wie ne Pilgerstätte zu sein hier. Naja, nun, kämpfen wir uns mal die vielen Höhenmeter hinauf. Der stark wehenden Wind samt heftiger Sonneneinstrahlung wird’s nicht leichter machen.

6 roys peak neuseelandDer Roys Peak von unten

7 roys peak ausblickAusblick vom Roys Peak

8 wetteraenderung am roys peakWetteränderung am Roys Peak

9 roys peak gipfelGanz oben: Gipfelfoto am Roys Peak

Der Weg zog sich erwartungsgemäß ganz schön in die Länge. Einmal war es kalt (man steht voll im Wind), auf der anderen Seite der Serpentine dann wieder nahezu windstill und die Sonne brutzelt einen erbarmungslos. Dazu dann das raufklettern und raufklettern, es hört einfach nicht auf, Immer wenn man dachte- ach, jetzt muss aber gleich tat sich eine neue Steigung auf und teilte mit: „… nee- noch laange nicht!“.

Der Roys Peak, wie er medial dargestellt wird, sieht erstmal relativ harmlos aus. Ein schmaler Pfad auf einem Bergrücken quasi. Wer vor Ort war, wird wissen: Dieser gezeigte „Peak“ ist die „Soft Version“ des Weges. Es gibt, noch eine Abzweigung, die zum „Peak of the Peak“ führt, also nochmal 150- 200 m Höhenmeter weiter oben, das ist das Gipfelkreuz. (.. und natürlich mussten wir DORT hin).

Vom Gipfel aus hat man auch die Stadt Wanaka im Blick. Der „Roys Peak“, wie gezeigt, lässt einen entsprechend auf den Lake Wanaka und umliegende Seen blicken. Auf dem letzten Stück hinauf, zum Gipfelkreuz, zog es sich wirklich ziemlich unangenehm zu, es kamen Regenwolken zum Wind. Wir haben auf dem Gipfel gerade noch so ein paar schönen Fotos bei gutem Wetter erwischt. 10 min später und wir hätten vor Wolken nichts gesehen dort oben. Glück gehabt!

Hinunter ging es dann im Regen, aber der war schauerartig, und eher leicht. Eine Stunde später war alles wieder trocken und sonnig. Kurz vor 16 Uhr kamen wir wieder am Parkplatz an, und waren wohl relativ schnell unterwegs. Denn als durchschnittliche Wanderzeit sind 7-8 Std angegeben.


Luxus in Queenstown

Nächster Tag: Haaallooo Queenstown, am Lake Wakapitu! Allein schon der Weg raus wie rein in die Stadt- ein Erlebnis. Von hohen Bergzügen umgeben, erreicht bzw verlässt man die Stadt meist nur auf kurvenreichen Passstraßen. Aber die Ausblicke von den View Sites entschädigen sofort für die anstrengende Fahrt. Diese Studentenstadt mit starkem touristischem Background, versprühte einen Charme von Reiz und Lebensfreude, wie ich es bisher kaum irgendwie erlebte. Es mutet an wie eine kleine Stadt in der Schweiz, man sieht überall Luxus. Es gibt dort einfach keine auch nur ansatzweise heruntergekommenen Gebäude oder Stadtteile, wie man es von soo vielen anderen Städten kennt. Eigentlich ein Muss ist die Fahrt hinauf mit der Skyline Queenstown. Wirklich sehr schön und spektakulär, bei nahezu jeder Wetterlage.

10 lake wakapitu queenstownBlick auf den Wakapitu Lake und einen Teil Queenstowns

11 wakapitu lakeWakapitu Lake am frühen Morgen

Doubtful Sound: Raus aufs Meer

Weiter geht’s nach Te Anau. Nach einem weiteren, sehr schönen und entspannten Tag, gab es abends Gewitterschauer, und die Nacht regnete es durch. Dafür war es den nächsten Morgen umso klarer und schöner.

12 angeln te anau neuseelandTe Anau - Zähme die Forelle

13 morgenstimmung te anauMorgenstimmung Te Anau

Eine Ganztagestour steht einem bevor, will man von Te Anau aus zum berüchtigten Meeresarm „Doubtful Sound“ und zurück. Auch nicht ganz billig mit 270 NZD ( ca 170-180 Eur ), aber es lohnte sich dennoch zweifelsohne. Zuerst mit dem eigenen Auto zum Lake Manapouri ( muss ein guter See sein für Forellen- obwohl der See soo verdammt riesig ist, schon am Bootsanleger sah ich 2 mittlere Forellen gleich am Ufer sowie im etwas tieferen Wasser einen lachsartigen Fisch definitiv zwischen 80 und 90 cm ). Von dort geht eine Fähre ans andere Seeende, danach mit einem Bus zum Ausgangspunkt der eigentlichen Fjordfahrt.

14 lake manapouri new zealand Der Lake Manapouri

Ca. 3 Std Anfahrt allein Hin, gut 3 Std Fahrt durch Sound, bis zu seiner Mündung an den offenen Pazifik- und wieder zurück. Auf dem offenen Manapouri wehten dann auch solche Winde, wie man sie vom offenen Ozean kennt. Auf dem Oberdeck der Fähre war es schon ziemlich anstrengend, dem Wind zu widerstehen. Aber direkt am anderen Ende, wenn man in den Bus steigt: Willkommen in „Sandfly Land“- alles wieder ruhig, gemäßigt warm und feucht.Direkt saßen zahlreiche der kleinen Beisser auf uns – oder schwirrten um uns.

15 doubtful sound wasserfallDoubtful Sound Wasserfall

Der Umstieg auf die Fähre ging aber schnell, und der auffrischende, auflandige Wind im Sound- der sich kontinuierlich verstärkte, je näher wir dem offenen Meer kamen, erreichte auch schnell beeindruckende Geschwindigkeiten. Die Eindrücke der Fahrt, die aufragenden Steilhänge in vielen grün- grau- Tönungen. Die vielen Wasserfälle, welche, ähnlich wie in manchen Fjordgegenden Norwegens, für einen hohen Süßwassereintrag und damit für eine Art meterdicke „Decke“ über dem Salzwasser sorgen, waren einzigartig.

16 doubtful sound neuseelandDoubtful Sound - mittendrin

Dann, auf dem offenen Ozean, dessen meterhohe Wellen und Strömungen mit der schon nicht so kleinen Fähre zu spielen schienen. Das erfüllte einen einmal mehr mit ziemlicher Ehrfurcht den Naturkräften gegenüber. Die kleine Robbenkolonie auf den Felsen dort, waren ebenfalls faszinierend, aber angesichts des Gesamtbildes dort, geriet es für mich schon fast zur Nebensache. Obwohl es tagsüber bewölkt war, als wir zurück am Manapouri, im Wagen waren, verabschiedete ein wunderschöner Sonnenuntergang den Tag.

17 doubtful sound vorm offenen pazifikDoubtful Sound vorm offenen Pazifik

18 uebergang zum offenen pazifikÜbergang zum offenen Pazifik

Weiter Richtung Norden, weiter Richtung Fisch!

Nun geht es weiter, entlang der langgezogenen Lake Wanaka und Hawea, bei weiterhin tollem Wetter, wobei nur der von Zeit zu Zeit auffrischende Wind etwas hinderlich schien, Richtung Haast.

19 lake hawea neuseelandLake Hawea

Auf dem Weg dorthin, gibt es natürlich noch Einiges zu sehen. Hervorzuheben sind die von Gletscherwasser gespeisten „Blue Pools“.

20 blue pools neuseelandBlue pools

Selbst Anfang März, also Ende des Sommers, hat das Wasser dort nur einstellige Temperaturen. Einige „Unempfindlichere“ planschten trotzdem komplett dort drin- Respekt. Bei mir ist hüfthoch drin im Wasser Schluss- meine Frau hat schon genug, wenn sie den Fuß reinhielt- sie zog ein Sonnenbad vor. Auf dem weiteren Weg, hinter Haast, hat man zunächst die Küstenstraße mit schönen Aussichten. Richtung Norden, Dann folgen die beiden Attraktionen Fox- und Franz- Josef- Gletscher. Wir entschieden uns, zum Fox zu fahren. Da war alles- erwartungsgemäß- würde ich es nennen. Nichts, was mich überrascht hätte- außer der schon zuvor bekannten Tatsache, dass man vom dichten, farnbesetzten Regenwald direkt auf die Eis- und die damit verbundenen Steinmassen (Moräne) schaut. Man kann sich halt nicht für alles im Leben begeistern.

21 fox gletscher neuseelandFox Gletscher

Der nächste Tag ist durchweg verregnet- aber wenig verwunderlich, in einer generell der niederschlagsreichsten Regionen der Erde. Im Paparoa National Park warten die Pancake Rocks.

22 pancake rocks neuseelandPancake Rocks

23 blow up neuseelandKleines Blow-Up zwischen den Rocks

Zeitmäßig machen wir das Programm morgens früh, bei relativer Ebbe (Peak der Flut war 4.30 früh u 16.30 Uhr diese Tage), aber dafür stürmischem, verregneten Wetter- für die bei entsprechendem Wasserstand zu bestaunenden „Blow- Ups“ ist der Wasserstand leider nicht ideal- aber bei dem knappen Zeitplan, muss man Manches eben nehmen, wie es aktuell ist… Ohne Diskussion ein tolles, spektakuläres Fleckchen, auch mit kleineren Blow- Ups. Abends waren wir dann bei Charleston auf der Suche nach einem Campingplatz am Meer, der auch fürs Angeln taugen würde- aber trotz jeder Menge Küstenkilometer war alles voll von Farmen, mit entsprechend Viehweiden direkt am Wasser- nicht auch mal ein Trampelpfad dazwischen… also musste ich mich noch gedulden. Der nächste Tag war nur ein Kurztrip- nach Westport, einem sehr schönen Städtchen an der Westküste, nicht weit von Charleston. An der Mündung des Buller River, machte ich meine ersten Angelversuche des Urlaubs, probierte Blinker und Gummifisch am leichten Spinngerät. Hier sollen Kahawais gut zu fangen sein. Aber neben extrem brauner Brühe- sowohl im Fluss als auch Meer- sah es sowieso nicht gut aus, und nach zwei Stunden verlor ich die Lust.

24 charleston innenstadtCharleston in Neuseeland - innerorts

25 muendung buller riverMündung des Buller River

Auf der Fahrt Richtung Landesinneres- der Stadt Glenhope, ist es sicher ein Paradies für Lachs- und Forellenangler.

26 flusslauf neuseelandEiner von unzähligen Flussläufen im Landesinneren Neuseelands - sicher ein Paradies zum Forellenangeln

Unzählige tolle Flüße aller Größen, Seen- mittelgroß und sehr groß- lassen vermuten, dass hier so manch forellenartige Spezies riesiger Größen ihr Zuhause haben. Sogar kommerzielle Angelseen waren dort zu finden- da hat es ziemlich oft ziemlich gejuckt in den Fingern…

Endlich Angeln – und dann sowas!

Unsere Reise führt uns nun weiter, zur Tasman Bay bis hinauf nach Motueka. Ja, also wenn ich hier nichts fangen sollte- wo dann sonst? Ab der geografischen Breite der Tasman Bay und nördlich davon, werden die Reviere interessanter für Kingfish und Snapper. Leider, an dem von uns favorisierten Camper- Stellplatz in unmittelbarer Nähe zum Wasser und ein paar Top- Spots zum Angeln, war bereits alles belegt und wir mussten zu einem anderen Platz. Sonniges Wetter, aber sehr starker Wind begleitete uns wieder an diesem Tag. Motueka hat, wegen seiner Küstenstruktur mit einer Art „Doppelbucht“ und durch die zwei Inlets neben der „Jackett Island“, ziemlich einzigartige Voraussetzungen zu bieten, was sowohl Kleinfisch in Massen lockt als auch Vögel zahlreicher Arten. Der Zugang zum Fischerhafen ist innerhalb dieser Bucht, weshalb sogleich Zugang zu relativ tiefem Wasser besteht und so interessante Strukturen entstehen, gerade für Uferangler wie mich. Ich war nach kurzer Begutachtung also ziemlich heiss, die ersten Köder dort zu wassern. Den einzig freien Camping- Stellplatz in der Nähe, war am Kina- Beach auf der gleichnamigen Halbinsel. Hier allerdings, wehte der Wind noch heftiger als in Motueka, und auch die Meeresströmungen gingen quasi über Kreuz. Und die Wolken am Himmel liessen auch nichts Gutes erahnen für den weiteren Abend.

27 kina beachKina Beach

28 angelgeraet spinnfischen neuseelandleichte Spinnausrüstung für den ersten Versuch

Ich kämpfte mich durch, aber kein Köder hätte auch nur annähernd kontrolliert werden können. Nach anderthalb Std war Schluss, einfach keine Chance bei den Bedingungen.

29 schlechte bedingungen light shore fishingkeine guten Bedingungen für Light- Shorefishing

Ich hoffte und plante schon den nächsten Tag- ganz früh werde ich an der Bucht stehen. Morgen ist auch komplett frei und reserviert fürs Angeln. Ruhig und sonnig begann der Tag. 6 Uhr früh stand ich dort, am Pier in Hafennähe.

30 sonnenaufgang motuekaSonnenaufgang Motueka

31 blick vom pier motuekaBlick vom Pier in Motueka

Gummifisch und mittlere Wobbler klopften Grund und Mittelwasser ab. Kleinfisch en masse überall zu sehen, wie gestern schon. Aber von jagenden Fischen noch nichts zu sehen. Egal, weiter geht’s- die Großen kommen schon noch… Ich ging etwas weiter nach vorne, auch hier zeigten sich etliche Kleinfische, inzwischen war es 8 Uhr, und die Sonne brannte ganz schön. Wurf um Wurf verging, und die Kleinfische konzentrierten sich scheinbar enger und enger um gewisse Fels- und Kiesstrukturen im Flachwasser. Der Wind frischte ablandig auf, im ersten Eindruck eher schlecht, aber immerhin half es beim Auswurf, gute Distanzen zu bekommen. HA- jetzt hat es geklatscht- da sind sie- wer auch immer, aber es sind gute Fische, denke mal entweder Trevallys oder Kingfish. Bei aktiv an der Oberfläche jagenden Fischen greife ich gerne zum Popper- aber überlegte noch, ob die 0,33er, als Vorfach, welche dranhatte, ausreichen würde bei einem Biss- jaa, wird schon irgendwie gehen, dachte ich…

Fatal: beim 5. Wurf, die Fische sind um meinen Popper herum am rauben- einer hat ihn gefunden- jaaa, er hängt- für 2 Sekunden, Schnur sofort durch- neiiin!!! Noch mit zitternden Händen schnell „uptacklen“ und die 0,60er Mono als Vorfach montiert, dann einen neuen Popper, weiter geht’s. Die Fische raubten noch etwas weiter- aber natürlich ging keiner mehr an den Popper.

32 blick auf bucht und strukturBlick auf die Bucht und die Struktur, an der sich das zuvor Beschriebene abspielte

Um etwa zehn Uhr machte ich Schluss- die Fische dünnten sich allgemein etwas aus, und die Sonne brannte schon sehr stark inzwischen- Zeit für eine Pause. Noch leicht geschockt vom Angelerlebnis, ging ich zurück zum Camper. Erstmal Mittagspause und Ortsbesichtigung, am Nachmittag nochmal ans Wasser dann bis in den Abend. Motueka, auch eine Stadt mit schönem Flair, vielen Bars und Restaurants, überzeugte ebenfalls als schönes Fleckchen Erde. Am späten Nachmittag, hatte ich inzwischen ein Packung frozen squids in schöner Happengröße in einem Tacklestore gekauft, ging es wieder ans Wasser. Die squids bot ich allerdings aktiv, als Trailer an einem Chatterbait an, nicht stationär am Grund. Der Wind war an diesem Nachmittag eher stark, es war bewölkt, das Werfen ging „solala“, der Wind war diesmal nur leicht hinderlich. Schon am Anfang, sah ich einen Bootsangler, der lange Zeit- einen richtig dicken Fisch drillte- er zog einen Kingfish von etwa einem Meter aufs Boot- er zeigte ihn nahe des Piers anderen Anglern, und Kindern die fragten- daher erkannte ich den Fisch ungefähr aus der Distanz. Wenig später drillte er schon wieder- aber diesmal war der Fisch nicht so groß- aber schon stattlich genug. Also Große müssen hier sein- nur sie kriegen…

33 angeln mit zaungastAngeln mit Zaungast: der verzweifelte kleine, noch juvenile Kormoran war am Fuß verletzt, und nach Fischen tauchen hatte er offensichtlich leider noch nicht gelernt…

Kleinfisch war auch nicht in der Menge wie gestern an der Stelle. Hinter dem Hafen, weiter innerhalb in der Flachwasserbucht, hörte ich von einem Angler im kurzen Schnack, dass weiter drinnen sehr gute Stellen für die Kings im Flachwasser wären- dort wurden schon gute gefangen. Eine kleine Brücke zwischen zwei Buchtbereichen, wo das verengt durchströmen muss, sahe ganz gut aus- versuchen wir es mal.

34 durchlauf brueckeStelle des Durchlaufs

Ab 7 Uhr abends bis in die Dunkelheit, fischte ich- widerum mit Popper und Chatterbaits- die heissen Zonen ab. Leider tat sich lange nichts- bis im letzten Sonnenlicht, unter einem größeren Schwarm Meeräschen, der „Mullets“, Aktivitäten größerer Fische wahrzunehmen waren. Eine Attacke gab es auf Popper, er verfehlte den Köder aber knapp. Danach war- wieder mal Ruhe und der Tag vorbei.

35 lichtspiel am morgendieses Lichtspiel am Morgen- unbeschreiblich

Nur nicht aufgeben

Aber nicht verzagen, es geht weiter und meine Hoffnungen ruhen auf dem nächsten 2- Tages-Ausflug an relativ unberührte Gewässer: dem Abel Tasman National Park. Nur erreichbar per Boot oder per Hubschrauber- oder zu Fuß. Vom Ausgangspunkt des Parks im Süden, Marahau aus startend, lässt man sich von einem der zahlreichen water taxis dort an einer der 6 Anlaufstellen direkt an der Küste absetzen, von dort aus geht es wandernd weiter. Somit musste ich mein Equipment weiter ausdünnen, da auch Wasservorräte, Nahrung und Kleidung mitgenommen werden mussten: Es wurden Rute, die Shimano Nasci, als Rolle die Penn Spinfisher V 4500er mit 20er Geflochtener drauf. Dazu Kleinteile und 1 Box mit Ködern.

36 track abel tasmanStart des Tracks Abel Tasman

Es waren insgesamt 33 km direkter Weg von Awaroa Bay zurück nach Marahau, aber im Endeffekt machten wir sicher mehr als 40km. Das Höhenprofil auf der Karte zeigt „milde 230m“ als höchste Erhebung der Strecke, weshalb man im ersten Eindruck denken könnte (so ich auch): „Turnschuhe reichen hierfür ja…“. Ja, es hat gereicht, aber „gerade so“- ich hätte mich an ein paar Stellen mit soliderem Schuhwerk besser gefühlt. Man sollte bedenken, die Steigungen und das Profil des direkten Weges, sind nicht das Entscheidende, denn: Man will vom Wald aus doch die atemberaubend aussehenden Buchten direkt erleben. Das bedeutet: jedes Mal, und das sicher mehr als 10 mal an einem Tag, herunter an den Strand, und wieder hoch auf den Wanderweg. Von 8 Uhr früh bis um 16 Uhr nachmittags liefen wir uns mit strammem Tempo die Hacken wund, aber immer wieder entschädigt von sehr schönen Aussichten vom Wald auf die Strände und das Meer, oder direkt am Ozean im Sand.

37 abel tasman trackBlick vom Weg aufs Wasser

38 angeln wandern neuseelandgleich ist Mittagspause

Die Anzahl von Vögeln ist hier schier unbeschreiblich, vor Allem sahen wir, und bestimmt hörten wir viel mehr von Ihnen, die „Tuis“, einem Wappenvogel Neuseelands.Dder bekannteste neben dem Kiwi. Ihre komplexen und vielfältigen Gesänge, die der Männchen, sind sehr faszinierend und erfreuend. Diesen Vogel dann zu betrachten in den Bäumen, mit seiner dunkelgrün-blauen, glänzenden Färbung und dem weiss hervorstechenden Kehlsack: da ist der Tag direkt gerettet.

39 ausblick track abel tasmanTraumhafter Ausblick vom Track Abel Tasman hinaus aufs Meer

40 waten strand neuseelandAbkürzung dank Ebbe

Das „Finale“ gab es definitiv abends, bzw der Übernachtung. Unsere Station der Übernachtung, mit Namen „Aquapackers“ befand sich in der Anchorage Bay, knapp zwei Drittel des Direktweges wären so geschafft. Man muss noch erwähnen, das „Aquapackers“ ist keine Standard Camping-Übernachtung man legt 200 NZD pro Person pro Nacht hin - es ist ein Boot mit Vollverpflegung. Auf dem ruhigen Wasser in der Anchorage Bay ein unbezahlbares Erlebnis, sage ich euch.

41 blick vom boot aufs wasserBlick vom Boot aufs Wasser

Gegen 16 Uhr, am Strand in der Anchorage, sah ich ein paar Kleinfische. Es war ausreichend Platz, nicht viele Leute im Wasser - also was spräche gegen ein paar Würfe?

42 rockfishing neuseeland Blick von den Felsen auf den Strand der Anchorage Bay

Ich fischte eine Zeit lang, meine Frau ruhte am Strand. Leider bis dato ohne Glück. Ich wechselte alsbald die Stelle, da war eine Art Riff, wo das Wasser etwas tiefer abfiel. Aber auch hier, nach Versuchen mit diversen Ködern, interessierten sich nur Mini- Riffbarsche für die Köder. Es wurde später, und gegen sechs Uhr, wurden wir von dem Boot des Gastgebers abgeholt. Zusammen mit 6 anderen Gästen, also auf ans Boot. Die freundlichen Gastgeber, ein Ehepaar mittleren Alters, betreiben das Boot seit mehr als 10 Jahren. Alles ist top hergerichtet, sauber- und tadellos. Zuerst mal eine Erfrischung: Ab ins Wasser. Am Boot, und drumherum, sind ein paar Meeräschen in guter Ködergröße zu sehen. Nach einer Dusche gab es ein reichhaltiges Abendessen, in Buffetform. Ich fragte höflich, ob es möglich sei, die Köder zu baden- aber klar doch. Dann mal los.

43 jiggen vom boot neuseelandJiggen vom Boot

Während die Anderen den Abend mit Wein auf der Terrasse ausklingen ließen, fischte ich in den Sonnenuntergang am Boot. Köder der Wahl, waren blau- silberne Gummifische mit 9 cm. Unter uns waren etwa 15 m Wasser und kaum Strömung. Ich hatte Bisse, aber nur Schwanzbeisser, in kurzer Zeit waren 3 Gufis „futsch“- so ein Ärger.

44 gummifisch schwanzbeisserGummifisch mit abgebissenem Schwanz

Etwas später, als es dunkler wurde, schwand das Interesse an den Gufis. Also versuchen wir nun mit Wobbler. Ich fischte bis halb zehn abends, also bis in die komplette Dunkelheit: Leider nix. Ganz früh, morgen ab 5 Uhr will ich es wieder versuchen.

Endlich Fisch!

Nach einem sehr erholsamen Schlaf in unserer Koje, war ich wieder wach. Noch in absoluter Dunkelheit, versuchte ich wieder Wobbler, wieder nichts. Dann Popper: Nichts. Auch an der Oberfläche waren keine Fischaktivitäten zu beobachten. Im ersten Licht des Tages, stieg ich dann wieder um auf Gufi. Jetzt ein Biss- diesmal hängt er! Rute krumm - aber nur kurz, dann war er wieder weg.

Nur ein zerbissener Körper des Köders ist Zeuge des Geschehens…

So, mal schauen. Die Idee, ein Minipilker von 5cm, bei 15gr Ködergewicht, sollte das Mittel werden, Fehlbissen zu begegnen.

Den lasse ich jetzt einfach mal ab. Eine kleine Attacke, dann wieder Ruhe. Inzwischen ist es schon nach 7 Uhr.


Verdammt, jetzt auch noch ein Hänger, oder wie? Hier ist doch Sandboden…?! Ohhh- der Hänger, wird langsam lebendig, ein guter Fisch wehrt und stemmt sich gegen meinen Zug- die Rute bis ins Handteil krumm.

45 conger im drillEin besserer Fisch im Drill

Ab geht die Post, das Adrenalin steigt, der Fisch kommt langsam aber hoch- ahh, es ist ein Conger, und die Schnur ist mehrfach um ihn gewickelt, da er die Aalrolle ausführte. Bald ist er am Boot- Freude pur.

46 meeraal am bootConger (Meeraal) am Boot

Den schleimigen Gesellen lasse ich aber lieber im Wasser. Nur ein kurzes Wasserfoto und dann releasen: Der Haken löst sich schnell, er ist fit und wieder frei. Dann ist auch schon Zeit fürs Frühstück und den Abschied von dem tollen Übernachtungserlebnis. Da wir „nur noch“ 10, 11 km direkte Wanderstrecke vor uns haben, beschlossen wir, einen „Extrabogen“- zu den „Cleopatra Pools“ zu laufen. Dann haben wir hin und zurück wieder fast 20 km.

47 angeln mittagspauseMittagspause angelnd verbracht

Das Wetter war wiederum tadellos: Sonne pur und kaum Wind. Eigentlich wollten wir laut vorigem Plan am Nachmittag noch raus und mit einem geliehenen Kajak eine Runde paddeln. Machen wir dann bei nächster Gelegenheit, weil jetzt die Strecke wieder länger sein wird. Am frühen Nachmittag, kamen wir, nach anstrengender Strecke, zu einem Punkt der eine Abkürzung ermöglicht. Wäre man zur rechten Zeit vor Ort: Die Torrent Bay wäre direkt durchlaufbar bei Ebbe. Die hatten wir, aber das Wasser läuft gerade wieder gemächlich auf. Größtenteils ist die Bucht noch wasserfrei, lediglich zwei kleinere Wasserdurchläufe sind zu sehen- also durch da. Soweit war es kein Problem- nur ein Wasserarm- war etwas tiefer als zuvor vermutet- genau hüfthoch war das Wasser um uns- also wir mussten nur unsere Rucksäcke etwas anheben- damit wars gut. Ein paar Minuten später hätten wir widerum bestimmt ein Problem gehabt dort- war eine Punktlandung. Um ca vier Uhr nachmittags kamen wir am Ausgangspunkt, in Marahau an. Total fertig, bei fast 30 Grad und brennender Sonne, fanden wir zum Camper zurück und suchten einen Platz zum Übernachten. Tags darauf, geht es mit der Fähre, von Picton der Nordinsel, durch die Marlborough Sounds, über die berüchtigte „Cook Strait“, nach Wellington, zur Nordinsel.

Knapp 4 Std dauert die Überfahrt, kosten waren ca 300 NZD für unseren Camper und uns. In den Sounds, sah man einige „Feeding Frenzies“, und jede Menge Möwen und Albatrosse stürzten zu den hochgetriebenen Kleinfischen ins Wasser.

48 innere marlbourough sounds new zealandInnere Marlbourough Sounds

49 moewen fressen fischFress-Action von Fisch und Vögeln

Ab auf die Nordinsel – ab zum Fisch!

Spät abends kamen wir in Wellington an. Auf eine genauere Erkundung Wellingtons verzichteten wir aus Zeitgründen, zumal auch, laut Reiseführer, und aufgrund unserer sonstigen Recherche, Wellington wohl nicht soo viel für uns zu bieten hatte.

Nächste relevante Station, war Wanganui. Virginia Lake war ein erster schöner Platz, und im Anschluss waren am Kai Iwi Beach.

50 kai iwi beachKai Iwi Beach

Ein recht bekannter Fleck, aber es erschloss uns bzw. mir nicht so recht, was so besonders daran sein soll.

Bei schönstem Wetter, machten wir zunächst Mittagessen auf einem Parkplatz am Castlecliff Beach mit bester Aussicht, danach erkundeten wir den Mündungsbereich des Whanganui River in den Pazifik. Das Wasser erscheint zunächst überall klar, über 5m Sichttiefe. Soo viele Angler, wie hier, obwohl es unter der Woche ist und mitten am Tag dazu, sah ich selten zuvor.

51 whanganui river mouthWhanganui River Mouth

52 essen mit aussichtEssen mit Aussicht

Ok, ist high tide gerade. Trotzdem bemerkenswert. Fast alle angeln dieselbe Technik: „Berley“ und schweres Grundblei. „Berley“ ist der Überbegriff in Neuseeland, für Stücke von Köderfischen, Squid (Kalmar), oder Muscheln. Nur Einzelne warfen blinkerartige Spinnköder. Hauptziel sind hier Kahawais, Snapper und Rochen. Einer hat einen mittleren Snapper im Eimer, sonst tut sich nichts. Ich entschließe mich zunächst zu einem Lauf am Strand entlang des Castlecliff, um ab nachmittags bis in den Abend auch ein paar Würfe dort mit der Spinnrute zu wagen. Naturköder hatte ich diesmal keine besorgt. Dort angekommen, sah es dann leider gar nicht mehr gut aus: Mit hohen Druck läuft das Wasser ab, bestimmt 3m weniger als noch zuvor im Fluss, dazu ist es eine absolut braune, trübe Brühe geworden.

53 angeln bei whanganuiAngeln bei Whanganui

Tja, ist halt Ebbe jetzt. Warten wir, bis das Wasser wieder aufläuft, und die Fische reichlich reingespült werden mögen. Auch, als das Wasser wieder drehte und einlief, war Flaute. Man sah zwar reichlich mittelgroße silbrige Fische (nur die Flanken waren sichtbar) aber das Wasser war immer noch zu trüb um die Art sicher zuordnen zu können. Aber sonst keine Spuren von größeren Fischen, oder Raubaktivitäten an der Oberfläche. Bis in den Abend hinein und unzählige Würfe später, es ist schon dunkel inzwischen- breche ich ab. Immerhin der Sonnenuntergang war sehr schön.

Auf den Spuren von Herr der Ringe am Tongariro Alpine Crossing Track

Das wars von Whanganui. Den Folgetag verbringen wir auf den Spuren von der „Herr der Ringe“. Der „Tongariro Alpine Crossing Track“ steht an-ca. 20 km Strecke, die sich richtig eklig ziehen. Berüchtigt für viele Leute, die aufgeben während des Weges, schnelle und unberechenbare Wetterwechsel, starken Winden und schwefelartigen Gerüchen an manchen Stellen.

54 tongariro crossingStart Tongariro Crossing

55 blick auf tongariroBlick auf den Tongariro, ein für die Maori heiliger Ort, welcher offiziell nicht betreten- bzw. bestiegen werden darf

Hinzu kommt, besonders an der Spitze: Das lose Gemisch aus Vulkansand und Geröll an den steilen Hängen erfordert in jedem Fall stabiles Schuhwerk. Sollte man sich hier einen Knöchel brechen, wird es lange dauern, bis man abgeholt wird- ganz sicher…

56 strukturen am tongariroeinzigartige, geradezu weltfremde Strukturen

57 bergspitze tongariroBergspitze

Der nicht enden wollende Abstieg, war für mich übrigens ungleich schlimmer als der Weg hinauf- auch wenn man regelmäßig mit tollen Aussichten belohnt wird, denn ankommen am Ziel will man ja schon irgendwann mal…

58 abstieg tongariroAbstieg, sieht einfach aus, ist es aber überhaupt nicht....

59 momentaufnahme tongariro alpine crossing trackMomentaufnahme Tongariro Alpine Crossing Track

Die 2. Tageshälfte fiel ins Wasser- der Regen hat uns im Griff. Von dort aus Richtung Lake Taupo, ist es übrigens „Kiwi- Land“- hier gibt es noch wild lebende Kiwis. Strassenschilder, die drauf hinweisen, gibt es auch - genial, sehr schön. Auch wenn wir keine direkt sahen. In der Nähe des Taupo, sah ich mehrere Hinweise, auf die hier allgegenwärtigen „Mineral-“, oder „Thermal Pools“. Also eine ideale Entspannung, jetzt bei dem Nebel, Starkegen und nach der anstrengenden Wanderung erst recht. Wir fahren einen Campingplatz an, der total leer ist, und an dem diese Thermalpools kostenlos mitnutzbar sind. Es ist vom Aufbau her natürlich kein „Wellnesstempel“, aber das darf man auch nicht erwarten.

Entspannt ist man nach dem baden dennoch vollkommen.

60 lake taupoLake Taupo

Der nächste Tag, begrüßt uns wieder mit trockenem Wetter- nächste Station:

Der See „Rotorua“, hat den Ruf einer der besten Forellengewässer Neuseelands zu sein.

61 lake rotoruaLake Rotura

Bei relativ großer Ausdehnung, dabei relativ flach mit tiefsten Punkten bis 30m- hat er mich fast „verführt“. Lizenz wäre einfach zu organisieren gewesen, Kajak auch. Aber leider passte das nicht in den eng getakteten Zeitplan. Rotorua und die umliegende Region bieten wegen der geologischen Struktur, massenhaft heisses aufsteigendes Grundwasser und entsprechend dampfende Erdlöcher- nahezu überall. Auch entsprechende Parks, die die geologischen Themen behandeln und die Besonderheiten aufzeigen, gibt es reichlich.

62 champagne poolsChampagne Pools

63 schwefelsee neuseelandSchwefelsee

Küste wir kommen!

Vorbei an vielen See- und Flusstrukturen, Wasserfällen und Stromschnellen der Flüsse. Zu viele, sie einzeln aufzuzählen, fahren wir weiter Richtung Pukehina bis ans „Dotterel Point Reserve“, unserem nächsten Stop. Ein malerisches Fleckchen Küste, mit interessantem Aussehen: Ein Kleiner Fluss bildet zunächst eine riesige Flachwasserbucht aus, dann wiederum führt nur ein kleiner dünner flussartiger Arm weiter ans Meer.

64 dotterel point reserveDotterel Point Reserve

Man braucht ja nur 1+1 zusammenzuzählen, um sich auszumalen, wie die sich so aufbauenden Strömungen mit kompromierter Kraft ihr Werk verrichten.

Ich fischte nachmmittags beginnend, bis in die Dunkelheit hinein, alles ab mit diversen Kunstködern. Es sah soo verdammt gut aus dort, theoretisch, bei Ebbe als auch bei Flut. Trotzdem tat sich nichts.

65 bucht am meer neuseelandAngeln am durchströmenden Arm der Bucht zum Meer

Am nächsten Morgen nochmal knapp 3 Std an gleicher Stelle, immer noch nichts, schade. Der Sonnenaufgang, allein die Bilder, mehr als entschädigend fürs „Abschneidern“

66 sonnenaufgang am meer

67 sonnenaufgang am meer2Sonnenaufgang am Meer

Wir müssen weiter, Richtung Tauranga. Diese Gegend ist übrigens der „Obstkorb“ des ganzen Landes. Kiwis auf riesigen Plantagen, Wein so weit das Auge blickt, Birnen, Äpfel, Pflaumen- und noch einiges Weitere wird hier besonders intensiv bewirtschaftet. Für Tauranga- habe ich vor Allem eines übrig: Wow, wow, wow! Eine Stadt ähnlich wie Queenstown, nur am Meer, eine Art kleineres, schöneres Miami.

68 strand tauranga neuseelandStrandbereich Tauranga

Die Einwohner des Norden Neuseelands nennen ihr Reich übrigens ehrfürchtig „Godzone“. Das Paradies auf Erden, kann jeder verstehen, der dort war, wenn ihr mich fragt. Der weiße Sandstrand hier, mit prunkvoller Promenade und luxuriösen Hochhäusern wird umrahmt einerseits von einer Steinstruktur links, und rechts einer massiven, steinigen Insel, ein Vogelschutzgebiet.

69 tauranga bucht neuseelandBlick von der Steininsel auf die Bucht

Dennoch ist Angeln kein Problem. Hier, von dieser Insel aus hat man auch unmittelbar Zugang zum Tiefenwasser, also jenseits der 10m vom Ufer aus. Zunächst probierte ich von den Klippen mit Wobbler und Popper, maximal 2m über der Wasserlinie stand ich.

Leider zunächst wieder ohne Erfolg. Nach wiederum über anderthalb Stunden ohne Fisch, wechselte ich die Stelle, zwar sicher 10m über der Wasserlinie, aber die Struktur darunter sah so aus, als würde man bei der Fischlandung weit genug hinunter kommen. Ich wechselte nun von Hard- auf Softbait, einem 12cm langen, orange- gold- farbigem Shad am 18gr- Kopf.

Schon nach ein paar Würfen der erste deutliche Biss, aber auch hier wieder weg. Kurz darauf hing er dann, ein guter Fisch wehrte sich am Ende der Leine. Ah, ein schöner Kahawai von gut 55- 60cm, wie ich sah. Ja, also runtergehen hätte ich können - aber ohne Rute in der Hand- das bedachte ich nicht davor, alle Hände freihaben zu müssen... Nun war ich ganz allein im Sonnenuntergang dort, hielt ihn etwas und überlegte was ich tun sollte. Dann befreite er sich noch im Wasser von selbst. Nicht soo tragisch jetzt, frei gelassen hätte ich ihn sowieso. Aber ein Foto wäre natürlich schön gewesen mit ihm. Ich fischte noch etwas weiter, aber leider ging nichts mehr.

Ich lernte zuvor, auf einem Spaziergang über einer Brücke Andrew, einen verrückten Angler kennen. Der mich am nächsten Morgen gegen eine kleine Spritkosten-Beteiligung auf sein Boot mitnehmen wollte. Ein absoluter Traum, wenn das mit Andrew wirklich klappen sollte.

Kingfish Angeln auf dem Meer!

Mit etwas Verzögerung dann tatsächlich kurz nach halb neun aufs Wasser.

70 bootsangeln neuseelandBoot zu Wasser

Highest tide war für 10.30 -11.00 Uhr prognostiziert heute. Außer Wind- störte nichts, absolut sonnig und warm war es mal wieder. Ich fischte, da ich bezüglich Gerät kein Risiko eingehen wollte, die Welsrute. Dazu meine Penn- Rolle, mit 20er Geflecht und 1,00mm Mono vorgeschaltet am Köder. Als Köder kommt zunächst ein tieflaufender 13cm Quantum Sebile- Wobbler dran. Andrew fischt ein Meeresköder in Makrelenfarbe, ca 16cm. Die Marke kenne ich aber nicht, 23er Geflecht und 80er Vorfach an einer 6500er Shimano Baitrunner.

Nach ein paar Minuten, sahen wir schon erste Anzeichen einer Frenzy - ins Wasser stürzende Möwen. Also, Köder zu Wasser jetzt. Es hat nicht direkt geknallt, aber nach ein paar Minuten schleppen ist meine Rute krumm. Der Drill beginnt. Es zeigt sich ein schöner Kahawai im Boot.

71 fisch im boot meeresangeln neuseeland

72 kahawai fischKahawai - eine häufig vorkommende Fischart in den neusseländischen Küstengewässern.

Kurz danach ist Andrew dran. Auch hier aber „nur“ ein Kahawai- also die Köderfische für die „Kings“. Nur sind unsere, jetzt schon eine Nummer zu groß, um ein maulgerechter Happen für einen Kingfish zu sein.

73 kahawai im drillKahawai im Drill

Ich probierte es nun mal schleppend etwas flacher, mit einem Rapala in 9cm. Das war grenzwertig, er macht etwas „Zicken“. Klar bei der etwas zu dicken Schnur für diese Ködergröße spielte er nicht so, wie er sollte. Trotzdem liess sich noch ein etwas kleinerer Kahawai überreden. „Good bait size“, freute sich Andrew. Er fackelte nicht lange, wechselte schnell vom Wobbler zu einer einfach aufgebauten Köderfischmontage mit 8/0er Haken und schon geht der Kahawai als „livebait“ ins Wasser.

Ich versuchte noch weiter, kleinere Kahawais zu kriegen, hatte aber kein Glück mehr. Ich muss nun auch entscheiden, ob weiter mühselig versuchen, Köfis zu kriegen, oder jetzt nochmal mit größeren Ködern direkt auf die Kings zu stellen?

Ich setzte auf einen größeren Rapala- Salzwasser- Popper als Köder. An der Stelle, wo wir ankern, einer Insel mit ausgeprägter Steinstruktur, drückt die Flut mächtig entlang und lässt vielversprechend wirkende Strömungen entstehen.

74 kingfish angeln neuseelandeiner der Hot Spots

Richtung ruhigeres Wasser: DA sind sie, zwei Schatten, definitiv Kings in Wurfweite. Aber die sind wohl nur auf „der Durchreise“. Trotz zweimaligem Anwerfens mit Popper, kein Interesse. Sowas aber auch… Andrew ließ in aller Seelenruhe den Kahawai treiben, auch hier noch nichts. Weitere Momente vergingen, aber ohne Bisse. Wie setzen das Boot nochmal um, für eine letzte Drift über eine Hot Zone. Hier sah Andrew die letzten Tage schöne Kings schwimmen. Nach nur fünf Minuten: Der Kahawai kommt aus dem Nichts panisch flüchtend an die Oberfläche, ein jagender Kingfish entschlossen hinterher. Wir staunen vor Spannung, ein mächtiger Schwall, er taucht ab, folgt dem Kahawai und Andrew ruft: „he got him“- er lässt den King 2,3 Sek abziehen, dann schliesst die Rolle, Anhieb und sitzt!

75 kingfish im drill

76 kingfish drill neuseelandKingfish im Drill!

Los geht’s. Jetzt cool bleiben, im Laufe des Fights kann viel passieren, Kings haben den Ruf besonders gewieft zu sein. Kurz nach der ersten langen Flucht, klingelt auch noch mein Handy: Frau will Statusmeldung, kriegt sie: „Schatz, kann noch etwas dauern - wir drillen gerade n King- melde mich später…“

Sodann wieder Konzentration auf den Fight, der King wird langsam, aber sicher müde, seine Kreise stetig kleiner. Der Kescher wird vorbereitet und bald ist der Fisch eingenetzt! Messung ergibt 93cm- ein wunderschöner, praller, gesunder Fisch.

77 kingfish im kescher93cm pures Glück im Kescher

Andrew freut sich drauf, er möchte ihn mitnehmen. Schade, da der Haken vorne saß, hätte ich gerne nen Release gesehen. Aber ich ließ mir nichts anmerken, ich freue mich natürlich vollends mit dem Fänger. Sein Fisch, sein Boot, seine Entscheidung, das ist klar. Direkt danach ging es zurück zum Ausgangspunkt. Einen „black ray“also einen schwarzen Rochen sahen wir noch in den Flats auf der Rückfahrt. Ein weiteres uvergessliches Erlebnis für mich. So ging, um etwa halb zwei Nachmittags, der Angeltag zu Ende.

78 kingfish fischFoto mit Kingfish

Angeln vom Kanu

Die nächste Etappe bildet der Weg über Onemana nach Whitianga und Umgebung. Onemana ist ein unbeschreiblich schönes Fleckchen Erde.

79 onemana strandOnemana Strand

80 onemana bayOnemana Bay am Morgen

Ich wagte ein paar Würfe von einer Steinstruktur, aber hier ragten große Steine weit ins Wasser, bis zu 4m hohe Wellen und starke Strömungen machten konzentriertes Angeln nah am Fisch nicht möglich. Nördlich liegt der Coromandel Forest Park. „Must Sees“ sind hier der Hot Water Beach und die Cathedral Cove natürlich.

81 cathedral coveCathedral Cove

Für alle Muschel- Liebhaber: Hier gibt es die „Coromandel Mussel“. Auf vielen Muschelfarmen der Küstengebiete wachsen die Muscheln hier in herausragender Größe ( bis zu 3 Mal größere Muschelfrüchte als die Nordseemuschel ) und Qualität ab.

In diesem Zusammenhang wachsen auch die Fische, deren Nahrungsgrundlage die Muscheln bilden, in Zahl und Größe entsprechend ab. Hier sind Snapper dominant. So dominant angeblich, dass es manchen schon „too easy“ ist, drauf zu fischen. Wären hier also Zustände wie an nem „Forellenpuff“ zu erwarten? Kaum vorstellbar an diesen weitläufigen Gewässern, aber dazu später mehr.

In Whitianga kommen wir am Nachmittag an. Abends sind an dem Arm viele Angler, die ihr Glück versuchen.

82 whitiangaAngler in Whitianga

Auch hier angeln alle mit Berley auf Grund. Einer drillt einen starken Gegner, er entpuppt sich nach gut 10 Minuten Drill als „Stingray“, sehr groß und wehrhaft. Mit einem Schwanzschlag am Ufer, ist die Schnur durch und der Rochen schnell wieder in den Fluten verschwunden.

Morgen wollen wir endlich ne Runde mit dem Kanu rauspaddeln- und nebenbei n bisschen angeln. In einem Angelladen haben wir einen 2-Sitzer mieten können, zu günstigen Kosten. Es waren ca 80 NZD für einen halben Tag. Ein kompletter Tag wäre ein bisschen lang gewesen für meine Frau. Die Gewässerstruktur um Whitianga ist sehr interessant, ein Fluss, vor der Mündung ins Meer, zwei verschachtelte Buchten, und ein schmaler Arm, durch den die Tiden mit voller Kraft drücken. Um 9.00 Uhr früh fangen wir an, das Boot wird klar gemacht. Highest of high tide- also Fluthöchststand um 11.30 Uhr zu erwarten. Das Wasser drückt schon rein in den Arm, sieht einerseits gar nicht schlecht aus, die Schattenseite jedoch ist: Wir kommen nicht raus auf offenere Wasser. Gegen diese Strömung hier anzupaddeln, keine Chance, kein Vorwärtskommen. Somit mussten wir es in den ruhigeren Fluss- und Buchtbereichen weiter innerhalb versuchen. Den Anfang machte ich mit Gummifisch, der aber leider keinen Erfolg brachte.

83 kajakangeln neuseelandAngeln vom Kanu

Nach zwei Hängern wechseln wir von einer Abbruchkante zu einer flacheren Bucht, da mir hier zwar keine Unmenge aber immerhin eine gewisse Anzahl an Kleinfischen auffiel. Es sind kleinere Kahawais.

84 kleinfisch buchtBlick in die Bucht

Eventuell folgen ihnen Snapper, größere Kahawais oder gar Kings in diese Flachzone?

Ich wechsele auch den Köder, ein Wobbler in 6,5cm, 2m tief laufend und natürlichem- silber- grünen Farbmuster. Etwas unter den gesichteten Kleinfischen sollte der Köder zuschlagen. Es sieht vielversprechend aus, das Wasser ist relativ klar und man sieht stellenweise den Grund. Bald entdecke ich einen mittelgroßen Schwarm von Kahawais, keine Riesen, aber Fische von ca 30- 50cm immerhin. Sie waren aber aufgeschreckt durch unser Boot und sofort weg.Aanwerfen konnte ich sie nicht mehr. Dennoch fische ich konzentriert weiter diverse Bereiche ab. Bald bekomme ich den ersten Anfasser über etwas tieferem Wasser, er hing aber nur kurz.

Im weiteren Verlauf des Angelns, „knallte“ es zweimal um unser Boot. Kings unter der Oberfläche, jagen den Kleinfischen nach. Leider nicht meinen Ködern, auch nicht nach mehrfachem Werfen in die Hot Zones. Ein paar weitere Klatscher gab es noch, aber trotz Köderwechseln auch auf Popper und Stickbaits, blieb mir die Beissflaute erhalten. Inzwischen hat die Strömung abgenommen durch den Arm- gut- schlüpfen wir mal kurz durch und probieren noch im etwas offeneren Wasser. Dazu war es aber schnell erzählt- wir konnten nicht mehr lange draussen bleiben, mussten zur Abgabezeit zurück, ohne weitere Action erlebt zu haben.

Mit dem Kutter zum Snapper

Der Weg zur nächsten Stadt, Coromandel, war von der Strecke her angenehm kurz, aber dennoch irgendwie langwierig aufgrund zahlreicher kurviger, enger Strassen und einigen Höhenmeter.

85 strandbild region coromandelStrandbild Region Coromandel

An der Touri- Info von Coromandel, fanden wir heraus, dass es einige Anbieter von Angeltouren gibt, zu sehr günstigen Preisen. Pro Person für einen Tag nämlich nur 60- 70 NZD. Es sind meist Fahrten von kleinen Kuttern, welche zu den Muschelfarmen rausfahren und schwerpunktmäßig Snapperfischen anbieten.

Baglimit ist 7 Stk pro Person. Bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass, obwohl die Snapper hier so zahlreich vorkommen, sie dennoch im Handel zu Marktpreisen zwischen 40 u 45 NZD angeboten werden.

Meine Frau kommt sogar mit, das fand ich unbeschreiblich toll. Ich musste die Ruten teilweise tags zuvor entsprechend ummontieren: 100 gr Blei sollten es schon sein bei den Tiefen bis 40m dort und den entsprechenden Strömungen.

Problem war: Aufgrund meiner limitierten Ausrüstung hatte ich gar keine Bleie dabei, bzw nur Jigköpfe- und Angelladen gabs auch keinen- was also tun?

Ich hatte noch 2 Pilker dabei, einer 90 gr, einer 110 gr. Also die Haken ab und gefischt als Blei- Lockwirkung durch die Farbe und das Schimmern inbegriffen. Nur meine Spinnrute, liess ich vorerst, wie sie war: 15gr Bleikopf und 9cm langer Gufi. Morgens, auf dem Steg zum Boot angekommen, fand sich die Gruppe beizeiten ein. 8 Angler, und das Boot war voll. Ich dachte noch: „Na toll- bin mal gespannt, wie das geht auf dem kleinen Boot mit so vielen Anglern- dass sich die Schnüre in die Quere kämen?“ Aber man muss sagen- meine Angst war völlig unbegründet- nur vereinzelt gab es

Montagenverhedderungen- alle auf dem Boot waren sehr umsichtig beim Angeln. So, alles gepackt, Ruten stehen alle startklar im Bootständer- los geht’s. Wir fahren raus zu eine der zahlreichen Farmflächen- und setzen uns direkt hinter ein Muschelernteboot- jede Menge Aufruhr unter- aber auch über Wasser: Um das Boot herum, stehen schon bestimmt 7,8 andere Angelboote.

86 angelboot neusselandErster spot, einiges los...

Wie war das noch mit „Forellenpuff- Atmosphäre auf hoher See?“ Naja, wie auch immer: Regelmäßig krumme Ruten dort, zeigen, dass etwas gehen muss- und dort, wo Fisch ist, sind auch die Fischer halt- war ja schon immer so. Ich lasse zuerst probeweise meinen Gufi am nur 15gr- Kopf ab, nur um zu sehen, ob er es an den Grund schaffen würde- schaffte er gerade so- denn schon beim Anjiggen ist er „verhaftet“ worden, und nach einem knackigen Drill ist der erste Snapper von uns im Kescher, auch der Erste vom ganzen Boot. Guter Einstand- da lacht das Herz.

87 snapper neuseelandDer erste Snapper der Tour

Meine Frau wollte lieber die leichte Rute haben, da die anderen Beiden, für „Berley“- natürlich etwas unhandlicher waren beim Fischen. Während ich eine der anderen Ruten beködere, gebe ihr kurz die leichte Rute- und auch bei Ihr hängt nach kurzer Zeit ein Snapper am Haken.

88 angelkutter neuseelandwenig Platz, aber viel Fisch hier

Toller Einstand für uns beide.

Dann geht leider längere Zeit nicht so viel, sowohl mit Gummi als auch mit Naturködern ging kaum etwas bei uns

Die Strömung nahm auch zu- ich wechselte auf einen etwas größeren Gufi an der leichten Rute, mit 25gr- Kopf, plus zusätzlich einem 14gr Blei vorm Jig- also nun satte 40gr vorne dran- aber soweit noch nichts bis hierher drauf etwas fangen können. Nur auf Berley ging etwas, auf Tintenfisch und Fischstücke gingen mal kleinere Haie, mal kleinere Snapper drauf.

89 snapper an muschelfarmnoch ein Snapper

90 hai als beifangEin kleiner Hai als Beifang

Dann verliessen wir bald das Ernteschiff, nächster Spot: Hier war es tiefer. Komisch war hierbei, obwohl wir fast gleich fischten- nur die Gegenseite von unserem Boot fing gut, während wir kaum fingen- auf dem vorigen Spot war es umgekehrt- da war unsere Seite etwas besser.

91 snapper angeln vom kutterEin guter Snapper im Drill

Ich verlängerte etwas mein Vorfach, da ich dem Köder etwas mehr Spiel lassen wollte in der Strömung. Schon wurden die Ergebnisse etwas besser, die Snapper zusehends ansehnlicher und die Drills intensiver. Wie es sein soll.

92 snapper new zealandes läuft - wieder ein Snapper!

93 snapper coromandel...und die Snapper werden immer besser!

Meine Frau, liess nach einer Angelpause, den Gummifisch am Doppelbleikopf zu Wasser- und kämpft schon nach kurzer Zeit mit erbittertem Widerstand- die Rutenspitze neigte sich mächtig Richtung Wasserlinie. Ein toller Snapper zeigt sich am Boot- tiptop, der hat bestimmt 8, 9 Pfd.

94 snapper gummifischEin Snapper auf Doppelkopf-Gummifisch Montage

Kurz darauf der Nächste bei ihr, sogar zweistellig vom Gewicht her- locker 5kg.

95 kapitaler snapperDer zweite Snapper meiner Frau

Danach braucht sie eine Pause und ich will auch nochmal die Spinne und den Gummi probieren. Lange dauert es nicht- auch ich darf bald einen Fisch von gleicher Kategorie ins Boot hieven. Ein weiterer Fisch, sowie ein Fehlbiss folgten- geile Angelei hier, unbeschreiblich. Danach die Zeit, auf dem letzten Spot, vertrieben wir uns wieder mit Berley, ganz locker und entspannt fingen von Zeit zu Zeit noch etwas. Besser kann der Tag nach den Fangerfolgen sowieso nicht werden. Wir brauchen nur zwei Fische, da wir sowieso nur noch 2 Tage haben und unser Gefrierschrank im Camper ja auch klein ist. Wir verschenkten einen Teil unseres Fanges an Mitangler, und einen Teil an den Skipper, der sie bald für eine größere Feier bräuchte.

96 muschelfarm neuseeland

Snapper Rock

Abends, fahren wir von Coromandel aus, Rtg Cape Colville, hier soll es den „Snapper Rock“ geben. Hört sich ganz vielversprechend an. Auch soll hier, im Coromandel, das beste Revier für Rockfishing auf Kingfish vom Ufer sein. Aber die Wege sind gar nicht gut hier: NUR Schotter/ Kiespisten gibt es anscheinend hinter Colville, keine befestigten Straßen, die uns weiterführen würden. Meine Frau sagte: „Auf keinen Fall fahren wir hier weiter…“- vielleicht gar keine blöde Idee, weil abends und für die Nacht wurde auch ergiebiger Regen und Wind gemeldet, besser hier bleiben.


Ich fragte mich dennoch, von wo kommt man an die Stellen, die die Angelvideos von der Region gezeigt haben? Bis heute ist mir das unbeantwortet, ich habe keinen Schimmer. Wir machen Station für die Nacht in Colville, eine Siedlung mit gerade ein paar Häuschen, und einem Campingplatz, an der sehr weitläufigen, flachen Bucht von Colville. Ich habe noch etwas Zeit diesen Nachmittag, es ist Flut, und einzelne Fische zeigen sich in der Bucht, insbesondere mit Schmatzlauten an der Oberfläche.

Aber welcher Art, war nicht zu erkennen. Machen wir mal ein paar Würfe, sehen wir, ob es etwas werden kann.

97 colvilleColville

Ich nehme den Gufi mit Doppelkopf vom Boot. Auf den ersten Blick, kein Idealköder bei dem kiesigen Flachwasser, mit reichlich großen Steinen besetzt. Dennoch bekomme, ich, nur ca 8 m vorm Ufer, einen Biss. Der Fisch hält den Köder fest- ist aber wieder ab- nur ein Schwall bei seiner Flucht war zu sehen: Art unbekannt. Denke aber, es war ein guter Snapper. Danach wechselte ich den Köder, einmal ein Chatterbait (ein Searchbait, um flache und mitteltiefe Gewässerbereich großflächig abzusuchen) und einmal ein flachlaufender Wobbler. Im weiteren verlauf blieb ich Schneider, und auch das Wasser lief relativ schnell ab, sodass gegen fünf, halb sechs gar kein Wasser mehr da war.

Das Wetter sah auch zunehmend schlechter aus, Regen wird kommen- also besser den Abend vorbereiten.

98 ebe colville buchtdie Bucht bei ablaufendem Wasser

Die Nacht regnete es in solchen Mengen durch, dass man im Camper kaum zum Schlafen kam, so sehr prasselte es aufs Dach. Wir hatten auch schon Angst, die bergigen Strassen hierher wären kaum noch befahrbar, hörte es nicht bald auf. Ich überlegte um 4 Uhr früh, schon vorzeitig zu fahren. Aber wir blieben noch etwas. Und um 7 Uhr, war das Schlimmste durch, und wir konnten sogar draussen frühstücken, wie auch sonst im ganzen Urlaub.

So, liebe Angel- und Reisefreunde, das war unser Trip nach Neuseeland.

Fazit zur Tour durch Neuseeland:

Zielfische gefangen, oder zumindest entscheidend dazu beigetragen, soo viele Eindrücke der Landschaften, des Landes, der Leute mitbekommen, dass es in jedem Fall eine unvergessliche Reise wurde. Aber auch ein einmaliges Abenteuer- auch wenn sich die Kosten in Grenzen hielten, die Strapazen der An- und Abreise sind nicht ohne. Wir denken uns: WENN wir nochmal herkommen sollten- DANN aber mit nem Oneway- Ticket…

99 neuseeland

Ich hoffe, Ihr hattet Spaß beim Lesen und meine Eindrücke und Beschreibungen haben „euch abholen“ können.

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Kommentare  

Hallo Jens, spitzen Bericht, war vor 19 Jahren auch vier Wochen in Neuseeland, habe so ähnliche Erfahrungen gemacht wie du.
Ich habe meine Urlaubsangelei inzwischen auf reines Naturköderangeln umgestellt, weil ich festgestellt habe das man mit Naturködern mehr und verschiedene Arten fängt.

Gruß aus Stuttgart sendet Uwe Ziegler
Antworten