
Der Anglerverband Niedersachsen verweigert die Veröffentlichung seines Dokumentes zur Information aller Angler und der Öffentlichkeit vor der Mitgliederversammlung und will es verbandsintern halten.
Laut Angaben des Ministeriums und des Anglerverbandes Niedersachsen (AVN) war es der AVN selbst, der das Thema Fischereiabgabe in Niedersachsen ohne Not im Mai 2024 bei einem Parlamentarischen Abend mit dem Ministerium zur Sprache brachte. Bis dahin wollte niemand in Niedersachsen eine solche Abgabe einführen. Danach plötzlich schon!
Auch jetzt bleibt es dabei:

Zitat des AVN aus seinem Dokument:
„Richtig ist, dass wir die Fischereiabgabe in Niedersachsen auf unserem Parlamentarischen Abend am 16.05.2024 in einem Impulsvortrag thematisiert haben.“
Keine Information des Anglerverband Niedersachsen für seinen Gesamtvorstand und seine Mitglieder
Spannenderweise informierte der AVN laut übereinstimmenden Aussagen zunächst weder seinen Gesamtvorstand noch die im Verband organisierten Angler. Erst nach unserer Berichterstattung häuften sich sowohl die Anfragen bei uns in der Redaktion als auch augenscheinlich beim AVN selbst.
Der Verband fühlte sich jedenfalls genötigt, ein sechsseitiges Schreiben mit seiner Darstellung zur Fischereiabgabe zu verfassen. Dieses wurde zuerst an den Gesamtvorstand und danach an die Mitglieder ( = Vereine, nicht Angler) versandt. Am Ende schaffte es das Dokument sogar in das Delegiertenmaterial zur Mitgliederversammlung des AVN.
Netzwerk Angeln zwang AVN zur Information
Wir von Netzwerk Angeln sind stolz darauf, dass wir den AVN wenigstens zur Information seines Vorstands und seiner Mitgliedsvereine gezwungen haben – völlig unabhängig vom eigentlichen Inhalt dieses sechsseitigen Schreibens.
Weil wir immer gerne vollumfassend informieren und dazu Quellen sowie E-Mails komplett veröffentlichen, haben wir beim AVN nachgefragt, ob wir das Schreiben allen Anglern zugänglich machen dürfen.
Wir bedauern, dass der AVN dies nicht ermöglicht und Transparenz beim Thema Angeln und Fischereiabgabe in Niedersachsen in Zusamenhang mit dem AVN blockiert.
Fakten zum Verhalten des Anglerverband Niedersachsen
In der Sache bleibt es dabei – das bestätigen sowohl das Ministerium als auch das Schreiben des AVN:
- Bis zum 15.05.2024 wollte keine Partei und keine Regierung in Niedersachsen die Fischereiabgabe einführen.
- Am 16.05.2024 brachte der AVN auf einem Parlamentarischen Abend das Thema Fischereiabgabe ohne jede Not und ohne Zwang freiwillig beim Ministerium ein – verpackt in einem vom AVN so genannten „Impulsvortrag“
- Im Herbst 2024, nachdem Netzwerk Angeln die Sache aufgedeckt hatte, fragten wir erneut bei den niedersächsischen Parteien nach. Dieses Mal sahen die Regierungsparteien (Bündnis 90/Die Grünen und SPD) die Fischereiabgabe plötzlich positiv!
- Im Jahr 2026 bestätigte das Ministerium auf unsere Nachfrage hin erneut, dass der AVN das Thema überhaupt erst in die Politik eingeführt hatte.
Auch der AVN selbst bestätigt dies. In seinem sechsseitigen Schreiben steht trotz viel „Blablabla“ klar der Satz, auf den es letztlich ankommt:
„Richtig ist, dass wir die Fischereiabgabe in Niedersachsen auf unserem Parlamentarischen Abend am 16.05.2024 in einem Impulsvortrag thematisiert haben. Darin wurden aber keine konkreten Forderungen zur Einführung der Fischereiabgabe geäußert.“
Auch wenn der AVN in seinem eigenen Dokument betont, dass dies keine „Forderung“ gewesen sei, ist das nur ein Schönreden der harten Fakten. Denn bis zu diesem Tag war die Fischereiabgabe weder für die Politik noch für die Regierung ein Thema! Man muss eine Abgabe nicht erst konkret fordern, wenn man sie bereits ohne Not und Zwang über das Ministerium direkt in die politische Debatte einbringt.
Mein Fazit
Sicher kann man als Angler darüber diskutieren, ob dieser Versuch eines Sich-selbst-Reinwaschens des Anglerverband Niedersachsen e.V. angesichts der Fakten einfach nur anglerfeindlich, oder schlicht geldgierig und gerissen ist.
Dass der AVN das gesamte Dokument zur Information aller Angler nicht freigeben will, obwohl gerade auch nicht organisierte Angler darüber laut Ministerium Verbandsprojekte mit finanzieren sollen, das zeigt deutlich, wes Geistes Kind dieser für mich nicht mehr als anglerfreundlich zu bezeichnende Verband ist.
Für mich ist dieses Vorgehen für einen echten Einsatz für Angler, Angeln und Anglerschutz jedenfalls ein Schlag ins Gesicht.
Denn dank des Impulsvotrages des Verbandes drohen nun Anglern in Niedersachsen unnötige Bürokratie und sinnfreie, zusätzliche Kosten.
Gerade organisierte Angler müssten sogar doppelt bezahlen und werden so nochmals benachteiligt: Verbands- UND Fischereiabgabe!
Das einzige Bundesland, das Erfahrung mit UND ohne Fischereiabgabe hat, Sachsen, hat uns gegenüber eindeutig klar gemacht, dass eine Fischereiabgabe sinnlos und bürokratisch ist, und dass man das Geld für Projekte leichter und mit weniger Bürokratie auf anderen Wegen bekommen und verteilen kann.
Quellen, Mails und Dokumente
Meine Mail mit der Anfrage an den AVN zur Freigabe des Dokumentes
Sehr geehrte Damen und Herren,
Netzwerk Angeln – als das relevante Medium für Angler, Angeln und Anglerschutz (siehe auch Anhang) – freut sich außerordentlich, dass der Anglerverband Niedersachsen e. V. (AVN) unseren Artikel zur Fischereiabgabe in Niedersachsen (siehe: https://www.netzwerk-angeln.de/angelpolitik/727-fischereiabgabe-auch-zur-verbandsquerfinanzierung-in-niedersachsen-wird-wohl-kommen.html) zum Anlass genommen hat, nun den gesamten Vorstand sowie die Mitglieder ( = Vereine) per E-Mail über die Position des AVN und die aktuellen Vorkommnisse zu informieren (2026-05-28_AVN-Position-NetzwerkAngeln_Fischereiabgabe).
Nach unseren Informationen wurde diese E-Mail zunächst vorstandsintern versendet (so erhielten auch wir sie am Donnerstag, dem 28.05.2026) und im Nachgang an die Vereinsvorstände und Regionalleiter weitergeleitet.
Dies führte dann auch zu vermehrten Anfragen seitens AVN-Anglern und Vereinen in unserer Redaktion und zu Anmeldungen in unserer Fascebookgruppe, wofür wir uns herzlich bedanken.
Wir begrüßen und loben diesen Schritt des AVN ausdrücklich. Denn seit dem 16.05.2024 (als der AVN, laut Ministerium und AVN, das Thema beim Ministerium aufbrachte) ist nach glaubhaften Aussagen von Präsidiumsmitgliedern, Regionalleitern und Vereinsvorsitzenden eine vollständige Information seitens des AVN selbst intern nie vollumfänglich oder teilweise gar nicht erfolgt.
Netzwerk Angeln veröffentlicht – soweit presserechtlich zulässig – stets die vollständigen Dokumente und den relevanten Mailverkehr am Ende eines Artikels, um den Lesern eine eigenständige Urteilsbildung zu ermöglichen.
Um auch die Beitragszahler des AVN ( = Angler) sowie alle weiteren interessierten Angler umfassend zur Causa Fischereiabgabe in Niedersachsen informieren zu können, bitten wir den AVN daher hiermit um die Genehmigung, den gesamten Text der besagten E-Mail zu veröffentlichen (über das presserechtlich ohnehin erlaubte Zitieren und Nutzen von Textauszügen hinaus).
Hinweis zum Verteiler:
Da unsere vorherige Presseanfrage an die Geschäftsstelle und die Öffentlichkeitsarbeit zunächst unbeantwortet blieb und erst nach einer Erinnerung an alle öffentlich einsehbaren Mailadressen des Vorstands und der Geschäftsstelle erwidert wurde, haben wir uns erlaubt, diese Anfrage direkt wieder an alle verfügbaren Mailadressen zu senden.Fragen wie Antworten sind zur Veröffentlichung gedacht.
Wir würden uns freuen, wenn sie die Fragen bis zum 10. 06. 2026 beantworten könnten.
Bei Verzögerungen bitten wir um kurze Nachricht mit dann möglichem Antworttermin
Informationen die nicht veröffentlicht werden sollen, bitte deutlich kennzeichnen.
Bei Nachfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Thomas Finkbeiner
Chefredaktion Netzwerk Angeln
Die Anwort des AVN und meine Rückantwort
Die Antwort des AVN
Sehr geehrter Herr Finkbeiner,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Im Auftrag des AVN-Präsidiums darf ich Ihnen mitteilen, dass wir uns eine Antwort auf Ihre Anfrage zunächst für die KW27 vorbehalten.
Die Genehmigung zur Veröffentlichung der von Ihnen zitierten, verbandsinternen Information (2026-05-28_AVN-Position-NetzwerkAngeln_Fischereiabgabe) erteilen wir Ihnen nicht.
Mit freundlichen Grüßen
i. A. Florian Möllers
Rückantwort Netzwerk Angeln
Sehr geehrter Herr Möllers,
sehr geehrte Damen und Herren,das ist schade, dass der AVN den Anglern Informationen vorenthalten will.
Dann muss ich mich auf das presserechtlich erlaubte Zitieren beschränken, denn der Artikel wird noch diese Woche erscheinen.
Die Angler hätten eine umfassende und vollständige Information verdient.
Diese verweigert der AVN nun leider ohne jede Angabe von Gründen.
Die Angler und Leser hätten aber gerade auch vor der Mitgliederversammlung des AVN diese Informationen verdient gehabt – schließlich geht es hierbei um ein elementare Themen rund um Angler, Angeln und Anglerschutz.Wir werden dies entsprechend berichten.
Viele Grüße
Thomas Finkbeiner
Die Ablehnung des AVN zur Information der Angler
Leider bekamen wir keine Freigabe für das Dokument. Wenn ihr mehr wissen wollt, fragt am besten direkt bei eurem AVN-Verein oder eurem Regionalleiter nach, ob man euch das Dokument zur Verfügung stellt.
Nicht im AVN organisierte Angler werden es schwer haben, das Gesamtdokument zu erhalten, wenn sich der AVN der Information der Angler so verweigert.



























