PRESSEMELDUNG

01 750 teaser pruefung verweigert rheinland pfalz

Warum sich das zuständige rheinland-pfälzische Umweltministerium selbst um Einnahmen durch die Prüfung bringt und dabei noch die Hoffnungen vieler Angelanfänger enttäuscht und die ehrenamtliche Arbeit vieler Vereine bei der Ausbildung der Angler geringschätzt oder missachtet, ist für mich als Präsident der "Fischer Union West - Landesverband Angelfischerei Rheinland Pfalz " weder nachvollziehbar noch gut zu heißen. Schon die üblichen nur 2 Prüfungstermine (jeweils der erste Freitag im Juni und im Dezember) pro Jahr sind deutlich zu wenig und treiben rheinland-pfälzische Bürger zu Kursen und Prüfungen in andere Bundesländer. Dass nun wegen Corona Prüfungen weggefallen sind ist im Sinne der Bürger die eine Prüfung zum Fischereischein ablegen wollen nicht hinnehmbar.

Es ist der 01. Juli 2020. Eigentlich hätten mehrere hundert Angler am 5. Juni, rechtzeitig zum Ferienbeginn, die staatliche Fischerprüfung in Rheinland-Pfalz abgelegt.
Wie gesagt: Eigentlich!


Nur 2 Prüfungen zum Fischereischein in Rheinland-Pfalz - wegen Corona jetzt noch eine abgesagt

Doch es kam ganz anders. Der Dezember und Januar bescherten uns nicht nur Weihnachtsgeschenke und damit auch Gutscheine und Pläne zum Ablegen der ersehnten Prüfung. Sondern auch das Corona Virus mit der Krankheit COVID-19, welches die Vorfreude auf die Schulungen und Prüfung am ersten Freitag im Juni mit einem Schlag zunichte machten. Viele Väter, Mütter und angelbegeisterte Jugendliche hatten aufgrund der Hygieneauflagen von jetzt auf gleich keine Chance mehr eine Schulung zu machen. Wer bereits eine Schulung angefangen hatte, konnte keine Prüfung mehr machen.

03 viele interessenten beim kurs pruefung verweigert rheinland pfalzOb praktische oder theoretische Ausbildung - immer gibt es viele Interessenten.
Nachdem die Maßnahmen zur Bekämpfung von Virus und Krankheit Erfolge zeigten, wurden die Auflagen folgerichtig gelockert. Wir wollten mit dem Verband dafür sorgen, die ausgefallene Prüfung vom ersten Freitag im Juni ausnahmsweise durch eine weitere Prüfung – also vor der nächsten regulären Prüfung am ersten Freitag im Dezember – zu ermöglichen.
So könnte man vielen Bürgern die angeln gehen wollen dies noch im Sommer ermöglichen. Mit einer erfolgreichen Prüfung gegen Ende der Sommerferien oder zu Beginn der Herbstferien könnten diese damit den den amtlichen Fischereischein erwerben und so die Freuden eines so nachhaltigen und sinnvollen Hobbys wie dem Angeln und die Erholung am Wasser in Rheinland-Pfalz genießen.

Fischer Union West (Landesverband für Angelfischerei) kämpft für weitere Prüfung

05 theoretische ausbildung pruefung verweigert rheinland pfalzAuch Theorie gehört zur Ausbildung
Ich setzte mich daher in meiner Funktion als Präsident der Fischer Union West (Landesverband für Angelfischerei) und Vorsitzender des Bezirksfischereiverbandes Trier mit den verantwortlichen Behörden in Verbindung. Ich stellte die Anfrage ob es denn nicht möglich sei, einen außerordentlichen Prüfungstermin für die Interessenten anzusetzen. Dürfte ja eigentlich kein Problem sein – aber auch hier gilt wieder:
Eigentlich!
Mit fadenscheinigen Begründungen wurde diese Anfrage abgeschmettert. Wie zum Beispiel "es sei per Gesetz nicht vorgesehen, andere Termine als die beiden festgelegten Termine im Jahr auszurufen" oder "dafür müsse man extra den Zufallsgenerator zum Erstellen der Prüfungsunterlagen „anwerfen“".

Ist es für unser Behörden wirklich so schwer den Zufallsgenerator außerhalb der Termine für Juni und Dezember anzuwerfen?
Für Juni wäre er doch ohnehin in Gang gesetzt worden und für Dezember ebenfalls?
Ist das so schwer für Behörden – oder will man etwa einfach nicht?

Dazu kommt ja noch, dass durch die Schulung und die Prüfung sowie den später erworbenen Fischerei- und den Fischereierlaubnisscheinen zusätzliche Gelder in die nicht gerade prallen Kassen von Rheinland-Pfalz gespült werden. Kann es sein, dass - warum auch immer - den Behörden die Verhinderung der zweiten Prüfung wichtiger ist, als Bürgern die angeln wollen auch die Möglichkeit zur Prüfung zu bieten?

Statt Kurse mit Praxis in Rheinland-Pfalz Onlineschulungen und Prüfung im Saarland

02 präesident bildet aus pruefung verweigert rheinland pfalzPräsident Alfred Reichert bei der praktischen Ausbildung
Bürger die angeln wollen, finden dazu auch Wege. Dass im Saarland nicht nur die Prüfung an sich weniger anspruchsvoll, sondern dazu noch öfter stattfindet und vor allen Dingen auch der Kurs per Onlineschulung möglich ist, wurde schnell bekannt.
So treiben durch zu wenige Prüfungen die rheinland-pfälzische Regierung und die rheinland-pfälzischen Behörden rheinland-pfälzische Bürger die legal mit Prüfung zum Fischereischein angeln wollen, nun massenhaft ins benachbarte Saarland.
Dabei nehmen Behörden und Gesetzgeber (wissentlich?) in Kauf, dass den rheinland-pfälzischen Bürgern mehr Kosten aufgebürdet werde als notwendig. Denn neben Gebühren für Kurs und Prüfung außerhalb Rheinland-Pfalz kassiert das Saarland dann auch noch die Fischereiabgabe bei der Ausstellung des saarländischen Fischereischeines.

Auch wenn der saarländische Fischereischein für rheinland-pfälzische Bürger kein gültiges Dokument zum Erwerb von Angelerlaubnisscheinen in Rheinland-Pfalz ist. Der saarländische Schein ist aber für rheinland-pfälzische Bürger notwendig als Grundlage zur Ausstellung eines gültigen rheinland-pfälzischen Fischereischeines, es reiht nicht das Prüfungszeugnis.

Nicht nur, dass so rheinland-pfälzische Bürger zu Prüfungen in andere Bundesländer getrieben werden. Über die in Rheinland-Pfalz dadurch ausbleibenden Gelder von Kurs und Prüfung freuen sich gewerbliche Anbieter und das Saarland genauso wie über die dadurch deutlich gestiegenen Einnahmen bei der Fischereiabgabe.
Ist es das, was rheinland-pfälzische Gesetzgeber und Behörden erreichen wollten?

Ihre am Angeln interessierten Bürger und Landeskinder mit dem Geld in andere Bundesländer treiben?

Vertreibt die Landesregierung absichtlich Angler aus Rheinland-Pfalz - und wenn ja, warum?

Wenn Menschen sich bei einem so sinnvollen und nachhaltigen Hobby wie dem Angeln beschäftigen wollen, sollte man sie unterstützen und nicht behindern.
Menschen, die sich oft genug neben dem Angeln noch liebend gerne an Flora und Fauna erfreuen.
Menschen, die sich mit der Prüfung verpflichten, die Vorgaben der Gewässerbewirtschafter, der vielen ehrenamtlich tätigen Vereine und Verbände zur Hege und Pflege der Natur und des Wassers einzuhalten und umzusetzen.

Dies alles ist schon schwer genug mit nur 2 Prüfungsterminen pro Jahr umzusetzen für uns als ehrenamtliche Ausbilder und Gewässerbewirtschafter.

Und nun verwehrt das Land noch die so dringend notwendige zweite Prüfung, die doch eigentlich problemlos ausnahmsweise anzusetzen wäre. Wenn sich die Behörden schon nicht zu einer bedarfsangemessenen Zahl an Prüfungen insgesamt durchringen kann.

Ich war und bin immer der Meinung gewesen, dass besondere Situationen besondere Maßnahmen erfordern. COVID-19 ist eine besondere Situation, aber nicht das eigentliche Problem. Das Problem sind eingefleischte Beamte, die keinen Deut von ihren Gesetzen und Regeln abweichen und nicht flexibel auf eine Situation wie COVID-19 reagieren können oder wollen.

Bitte fördert ein so sinnvolles und nachhaltiges Hobby!

Angeln gehört zu einem der wenigen Hobbys, die man während COVID-19 noch ohne viele Probleme ausüben kann und auch durfte. Das hat die journalistische Plattform Netzwerk Angeln schon am 22. März 2020 bei allen Landesregierungen abgefragt und schriftlich bestätigt bekommen:
Corona Virus und Angeln - Neue Regelungen
Am Wasser ist der Abstand von Angler zu Angler gewährt, man kann es trotz Abstand mit Familie und Freunden ausüben, es hilft dem Alltagsstress durch die ganzen Auflagen wie Lockdowns, Homeoffice usw. zu entfliehen.  Angeln findet in der gesamten gesellschaftlichen Breite statt und ermöglicht es Menschen ungeachtet von Herkunft, Geschlecht oder Alter ein Hobby an der frischen Luft auszuüben.
Es ist relativ kostengünstig auszuüben und fördert die Gemeinschaft und Zusammenhalt auch in schwierigen Zeiten wie jetzt.

04 gemeinsam fang verzehren pruefung verweigert rheinland pfalzDas gemeinsame Grillen des Fanges stärkt das Gemeinschaftsgefühl

Also genau all das, was gerade in der momentanen Situation gebraucht wird und was selbst von Psychologen empfohlen wird, um einen Lagerkoller zu verhindern. Es wurde dazu von allen Landesregierungen so schriftlich gegenüber Netzwerk Angeln bestätigt!

Auf der einen Seite wird von uns allen verlangt, dass wir flexible Lösungen finden, um mit COVID-19 zurecht zu kommen. Aber unsere Verantwortlichen in den Behörden wollen selber nicht flexibel sein. Wie wäre es, wenn die verantwortlichen Ministerien und Behörden mit Flexibilität als gutes Beispiel voran gehen. Es dürfte mit etwas gutem Willen möglich sein, das Problem in eine Lösung umzuändern und damit vielleicht im August oder September in Rheinland-Pfalz noch einen außerordentlichen Prüfungstermin anzusetzen.
Die zukünftige Wählerschaft wird es ihnen bestimmt danken!

Und wir als ehrenamtliche Ausbilder und Gewässerbewirtschafter ebenfalls!

Alfred Reichert
06 alfred reichert pruefung verweigert rheinland pfalz

Text und Bilder Alfred Reichert, Fischer Union West - Landesverband Angelfischerei Rheinland Pfalz e.V.

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