koederfisch systeme

Dem Traum ein Gewässer zu beangeln das seit 30 Jahren keinen Angler mehr gesehen hat und voll ist mit kapitalen Raubfischen wird man sich in Deutschland vermutlich so einfach nicht erfüllen können. Stattdessen teilen wir uns die Gewässer und dadurch auch die fangbaren Fische mit vielen anderen Anglern. Eine Folge daraus ist, dass Fische ihr Verhalten mitunter dem Angeldruck anpassen. In viel beangelten Gewässern bemerkt man oftmals, dass Raubfische nicht mehr so gut auf gängige Kunstköder reagieren. 

Ein möglicher Ansatzpunkt um trotzdem noch zu fangen lautet immer: "Mach es anders als die anderen Angler". Eine Methode die ich vor einigen Jahren für mich wiederentdeckt habe ist das Spinnfischen mit Köderfisch. Ein Raubfisch kann sein Verhalten vielleicht so anpassen, dass er nicht mehr auf Rassel-Wobbler reagiert, die Natur erlaubt es ihm aber nicht auf seine Nahrung, sprich Beutefische, verzichten.

Was liegt also näher als Köderfische auch beim Spinnfischen einzusetzen?
Dennoch sieht man am Wasser relativ selten einen echten Köderfisch an der Spinnrute.

Das liegt wahrscheinlich an 2 Dingen:
1. Die verschiedenen Köderfisch-Systeme wirken oft kompliziert.
2. Köderfische zu besorgen ist oft schwierig.

Wenn man sich jedoch einmal etwas intensiver mit dem Spinnfischen mit Köderfisch befasst zeigt sich schnell, dass man sich diese Angelart durchaus auch "feierabendtauglich" einrichten kann. Welche Systeme ich einsetze, wie man damit angelt und welche Köderfische ich verwende möchte ich euch in diesem Artikel näher bringen.

Köderfisch-Systeme im Vergleich

In der Praxis haben sich über die Jahre verschiedene Köderfisch Systeme zum Spinnfischen bewährt, die wir uns nun einmal im Detail ansehen.

1. Nasenköderung, oder Kopfköderung - unbeschwert auf Hecht

hechtsystem koederfisch sichern

koederfisch system offsethaken

koederfisch hecht system einzelhaken
Das einfachste System ist ein Köderfisch der an freier Leine gezupft wird. Dieses System eignet sich hervorragend zum Angeln auf Hechte in flachen Gewässern an denen keine großen Tiefen und auch keine großen Wurfweiten erreicht werden müssen.

Das Prinzip der Befestigung ist sehr einfach: Ein Haken wird dem Köderfisch durch den Kopf gesteckt und dann mit einem Stück Gummi gesichert. Als Haken kann ein Drilling, ein Offset-Haken oder auch einfach ein großer Einzelhaken zum Einsatz kommen.

Bei Bedarf kann man auch noch mit einem Schrotblei arbeiten um den Köderfisch etwas zu beschweren. Ein nahezu schwerelos gezupfter Köderfisch ist vor allem beim Angeln auf Hechte ein wirklich erstklassiger Köder.

  Filme zum Thema!

Wir haben zum Angeln mit dem gezupften Köderfisch auf Hechte bereits 2 Filme produziert, auch gibt es dazu einen ausführlichen Artikel zum Hechtangeln mit System.



2. Drachkovitch-System: Grundnah angeln mit Köderfisch

Eines der ältesten und zugleich bekanntesten Systeme zum Spinnfischen mit Köderfisch hat bereits vor Jahrzehnten der französische Angler Albert Drachkovitch erfunden. Das nach ihm benannte "Drachkovitch-System" wird klassisch mit einem Bleigewicht geangelt und eignet sich daher perfekt für das grundahe angeln z.B. auf Zander. (Man fängt aber mindestens ebensogut Hechte damit). Das System wirkt auf den ersten Blick etwas kompliziert, besteht aber letztlich nur aus 4 Bauteilen von denen jedes seine Aufgabe perfekt erfüllt.
drachkovitch system erklaerungDrachkovitch-System: (1) Körperklammer, (2) Bleikopf, (3) Kupferdraht, (4) Drillinge
1. Die Körperklammer
Der "Metallbügel" wird einfach in den Köderfisch eingeschoben und dient dazu den Köderfisch sicher zu halten. 
drachkovitch system koerperklammer

2. Der bewegliche Bleikopf
Welch weitreichende Gedanken sich Albert Drachkovitch bei der Entwicklung seines Systems machte wird ganz deutlich am Bleikopf ersichtlich. Dieser ist beweglich, dadurch ist er zum einen austauschbar, sorgt aber vor allem dafür dass das Köderfischchen beim auftreffen auf dem Gewässergrund nicht einfach wie ein Stück Holz umfällt, sondern sehr verführerisch umkippt. Dieser Kippeffekt soll beim Drachkovitch-System beim Angeln auf Zander einer der Gründe dafür sein, warum dieses Köfi--System so erfolgreich ist.   Während man früher Klemmblei verwendete, greift man heute bevorzugt auf Cheburaska-Bleie zurück, diese lassen sich noch schneller wechseln und sind auch ohne jegliches Werkzeug montierbar bzw. austauschbar.

3. Der Kupferdraht
Mit dem Drachkovitch-System wird geworfen. Deshalb muss das Köderfischchen zuverlässig und gut am System halten. Erreicht wird das neben der Körperklammer durch ein Stück Kupferdraht mit dem sich der Köderfisch perfekt festzurren lässt. Je weicher der Kupferdraht, desto schöner lässt er sich um den Köderfisch wickeln, desto schwieriger lässt er sich jedoch auch durch den Köderfisch hindurchstechen. Ich persönlich komme mit etwas steiferen Blumenbindedraht aus dem Baumarkt besser klar.

4.  Die Drillinge
Wer einen Köderfisch mit 2 Drillingen in Grundnähe präsentiert hat es früher oder später mit Hängern zu tun. Um die System-Verluste etwas zu kompensieren greife ich mittlerweile gerne auf etwas dünndrähtigere Drillinge zurück die sich mit entsprechend starker geflochtener Schnur (10kg) zur Not aufbiegen lassen. Diesen Tipp habe ich vor vielen Jahren in einem Artikel von Olivier Portrat gelesen, ausprobiert und in meine Drachkovitch-Angelei übernommen. Man braucht natürlich etwas Vertrauen in dünndrähtigere Drillinge - schließlich könnte ein Fisch sie ja genauso aufbiegen. Das ist jedoch nicht so. Der wesentliche Unterschied zwischen Hänger und Drill ist, dass bei einem Hänger z.B. in Holz meist nur die Spitze des Drillings im harten Material feststeckt. Wenn wir auf der anderen Seite anziehen findet die Krafteinwirkung auf die Hakenspitze statt und der Haken biegt an der Spitze relativ leicht auf. Im Fischmaul hingegen dringt  der Haken deutlich weiter ein, die Kraft wirkt auf den Hakenbogen und biegt nicht auf. Am besten einfach mal ausprobieren - ich war anfangs auch sehr skeptisch, habe es aber ausprobiert und für gut befunden.

Traditionell bauen sich viele Angler ihre Köderfischsysteme selbst. Eine Anleitung zum Bau eines Drachkovitch-Systems findet ihr hier: Drachkovitch-System selber bauen


  Keine billigen Drachkovitch-Systeme kaufen!

Ich habe leider den Fehler gemacht und mich von einem allzu verlockendem Angebot fangen lassen und Drachkovitch-Systeme für 1,99€ das Stück gekauft. Ich war mir sicher, dass man bei einem so einfach aufgebauten System keine Fehler machen kann - und habe mich dabei erheblich getäuscht.

Bei meinem Billigsystem ist letztlich alles falsch, was falsch sein kann. Es dient aber jetzt gleichsam als schönes Beispiel um zu zeigen worauf man bei einem Drachkovitch-System achten sollte!

fehler drachkovitch system
fehler drachkovitch system buegelfehler drachkovitch system befestigungfehler drachkovitch system verbessert
Fehler A: Der Bügel der Körperklammer ist zu lang! Schiebt man diese Körperklammer in den Köderfisch hinein findet die nach oben gerichtete Spitze keinen Halt im Köderfisch und schaut stattdessen aus dem Maul des Köderfischs heraus.
Fehler B: Der Kupferdraht ist viel! zu kurz und außerdem viel zu weich. Man kann diesen weichen Draht nicht durch den Fischkörper stechen.
Fehler C: Sowohl die Drilinge als auch der Draht sind allesamt auf einer Seite befestigt. So tut man sich schwer die Drillinge an beiden Flanken des Köderfischs zu platzieren.

Für erfahrene Drachkovitch-System Angler sind solche Fehlkonstruktionen kein Problem. Man zwickt mit dem Seitenschneider 2-3 cm des Bügels ab und biegt ihn einfach neu um. Den Kupferdraht wickelt man ab und ersetzt ihn durch stabileren und längeren Blumenbindedraht. Das Cheburaska-Blei lässt sich leicht aushängen und so positionieren dass ein Drilling links von der Öse des Bleis und der andere rechts davon liegen. 


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3. Spiralen- oder Schraubensystem für Köderfische - modernes Köderfisch-System

Eine Weiterentwicklung des Drachkovitch-System ist das selbstgebaute Schrauben- oder Spiralensystem. Der Vorteil ist, dass man es ohne komplexe "Biegearbeiten" auch direkt am Wasser bauen kann. Zentraler Unterschied im Vergleich zum Drachkovitch-System ist die Art der Köderfischhalterung.  
spiralen spindel schrauben system koederfischKöderfischsystem mit Softbait Screw / Korkenzieher Schraube

Anstatt einer gebogenen Körperklammer kommt eine Softbait-Schraube zum Einsatz, die eigentlich zur Herstellung von Shallow-Rigs für Gummifische gedacht ist. Die Schraube frisst sich gut in den Köderfisch hinein und hält ihn hervorragend fest, so dass auch etwas kräftigere Würfe kein Problem sind.

Montageanleitung eines Köderfisch am Schraubensystem

spiralen system koederfisch montage

  • Schritt 1: Zunächst sortiert man die Bestandteile des Systems etwas auseinander um die einzelnen Komponenten gut greifen zu können.

  • Schritt 2: Die Schraube wird nun ins Fischmaul eingeführt. Man schiebt dabei die Schraube mit etwas Gefühl in den Fischkörper, sobald sie sich nicht mehr weiter schieben lässt beginnt man zu schrauben. Wichtig dabei ist, beim Schrauben "nach oben" also in Richtung Rückenflosse zu zielen - im Bereich des Rückgrats findet sie den besten Halt.

  • Schritt 3: Der Kurpferdraht wird hinter den Kiemen durch das Köderfischchen gestochen und auf der anderen Seite wieder herausgeführt.

  • Schritt 4: Der Draht wird zweimal hinter den Kiemen um den Köderfisch gewickelt, anschließend führt man den Draht ans Unterkiefer des Köderfisches und sticht ihn durch den Kopf. Der verbleibende Draht wird zur weiteren Fixierung um den Kopf des Köderfisches gewickelt. 

  • Schritt 5: Der oder die Drilling/e werden in der Flanke des Köderfisches platziert. Es ist darauf zu achten, dass dabei keine zu große Spannung aufgebaut wird sonst verbiegt sich das Köderfischchen.

Eigenbau eines Spiralen-Systems:

Das Schrauben- oder Spiralensystem für Köderfisch lässt sich natürlich blitzschnell selber bauen. Dazu möchte ich euch 3 kleine Tipps mit auf den Weg geben.

selbstbau koederfisch systemBauteile zum Selbstbau eines Schrauben-Systems

  1. "Softbait Screws" also die Korkenzieher-Schrauben sind meistens mit einem Mitteldorn ausgestattet. Wenn man diesen mit einem Seitenschneider abzwickt lässt sich die Spirale hinterher viel einfacher in den Köderfisch hineindrehen.    
  2. Ich statte die Stahlvorfächer der Drillinge mit kleinen Sprengringen aus, dadurch werden sie einfach auswechselbar. Aus einem 1-Drillingsystem ist somit innerhalb von Sekunden zerstörungsfrei ein 2-Drillingsystem gemacht.
  3. Die Cheburashka-Bleie oder Vorschaltbleie gibt es nicht nur in unterschiedlichen Gewichten, sondern mittlerweile auch in verschiedenen Farben. Wer drauf steht, kann hier zusätzlich auch ganz leicht Farbreize setzen.

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Softbait Screws

Korkenzieher Schrauben
Cheburashka Bleiköpfe

chebuhraskablei
Drillinge

Gamakatsu Drillinge

4. Bürstensystem - geniale Idee!

tom hawk deadbait systemDeadbait System mit Bürste
Die beste Möglichkeit den Köderfisch zu befestigen ist das Bürsten System, das vor einigen Jahren einmal vom Angelgeräte Hersteller Exori als "Tom Hawk Deadbait System" verkauft wurde. Für den perfekten Halt des Köderfisches sorgt eine feste Kunststoff-Bürste wie man sie etwa zum Ausspülen von Gläsern verwendet. Diese Bürste verhakt sich so fest im Köderfisch dass er auch ohne weitere Hilfsmittel zahllose Würfe übersteht.

In der praktischen Ausführung brachte das System aber den großen Nachteil mit dass es ein fest vergossenes Bleigewicht hatte. Dadurch lässt sich das Bleigewicht des Bürstensystems nicht austauschen und daher auch nicht an die Angelsituation anpassen. Ebenso entfällt durch die starre Verbindung der vom Drachkovitch-System bekannte Kippeffekt. Das Bürsten-System in Kombination mit einem Cheburashka-Blei wäre eine ideale, Lösung.

 


  Film Köderfisch Systeme!

Wir haben zu den verschiedenen Köderfisch-Systemen einen ausführlichen Film produziert, der alle Systeme noch einmal im Detail vorstellt. Gute Unterhaltung!


Aktiv Angeln mit dem Köderfisch am System - die Köderführung

Während beim Angeln mit Kunstködern die Köderführung ganz entscheidend dafür ist ob man einen Raubfisch zum zupacken animieren kann oder nicht hat man beim Spinnfischen mit Köderfisch den Vorteil, dass der Köder als solcher völlig unabhängig von der Führungsweise bereits fängig ist. Man muss sich also nicht ganz so viele Gedanken um die "gute Führung" machen. Dennoch zeigt sich, dass man mit verschiedenen Präsentationsmöglichkeiten die einzelnen Fischarten durchaus selektiv ansprechen kann.

Jiggen - Köderführung über die Rutenspitze

Die bei erfahrenen System-Anglern wohl beliebteste Variante der Köderführung ist das sogenannte Jiggen, was früher einmal Zupfen hieß. Beliebt ist dieser Angelstil deshalb, weil er absolut variabel ist und man fein dosiert den Köderfisch genauso präsentieren kann wie man das möchte. Funktionieren tut das so:
1. Man beschleunigt den Köderfisch durch einen Ruck mit der Rutenspitze und hebt ihm so vom Grund weg.
2. Beim absinken des Köderfisches geht man mit der Rutenspitze hinterher und kurbelt die lose Schnur auf - und zwar genau so schnell, dass der Köderfisch einerseits zwar frei abtaumeln kann, man auf der anderen Seite aber auch nicht den Kontakt zum Köder verliert - einen möglichen Biss will man ja doch mitbekommen...

jiggen koederfisch
Diese Grundtechnik lässt sich beliebig variieren, man kann kleine Sprünge über den Grund machen in dem man die Rutenspitze nur vorsichtig anhebt, kann aber das Fischchen auch weiter über einen Meter vom Grund wegflitzen lassen wenn man die Rutenspitze einfach enstprechend weiter nach oben führt. Beliebt ist auch das 2-stufige Jiggen, dabei wird der Köderfisch mit 2 Rucken hintereinander vom Grund wegbeschleunigt. 

Man müss übrigens nicht zwangsläufig am Grund jiggen, die Technik funktioniert in jeder Wasserschicht. Gerade auf Hecht kann es sehr erfolgreich sein die gesamte Köderführung einfach mal um ein Stockwerk nach oben zu verlegen und mit großen Sprüngen zu arbeiten um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzeugen. Der Zander hingegen mag es dann meist doch etwas dezenter und grundnäher, vorsichtige Zupfbewegungen direkt über den Grund führen hier oftmals zum Erfolg. 

Faulenzen - Köderführung über die Rolle

faulenzen koederfisch system

Wer es gerne etwas gemütlicher mag, kann den Köderfisch am System auch ganz einfach klassisch faulenzen. Dabei erfolgt das anheben des Köders ausschließlich über die Rolle, die Position der Rute wird während des Angelns nicht verändert. Wie weit der Köderfisch vom Grund abhebt ist davon abhängig in welchem Winkel man die Spinnrute zur Wasseroberfläche hält und mit wieivielen Kurbelumdrehungen man den Köderfisch startet. Auch hier gilt, ähnlich wie beim Zupfen: Grundnähere Führung mögen Zander meistens lieber, etwas größere Sprünge bringen eher den Hecht an den Haken. 

Einkurbeln - mit Spinnstopps zum Erfolg

koederfuehrung einleiern spinnstopp

Da viele der Köderfischsysteme über austauschbare Bleigewichte verfügen kann man so auch die Tiefe in der sie laufen einfach regulieren. Wenn man mit leichten Bleigewichten arbeitet lässt sich ein Köderfisch am System auch sehr verführerisch einkurbeln. Die Technik ist denkbar einfach, man kurbelt einige Meter monoton ein und stoppt dann plötzlich. Diese Spinnstopps sorgen dafür dass der Köderfisch abrupt stehen bleibt und dann langsam abtaumelt. Nachdem der Köderfisch kurz abgetaumelt ist, beginnt man einfach wieder zu kurbeln. Gerade Hechte oder Barsche verfolgen einen Köder oft über eine längere Strecke, der Spinnstopp kann dann der Auslöser beim Raubfisch sein zuzupacken.

Anhieb beim Angeln mit Köderfisch-System

Um beim Spinnfischen den Anhieb richtig zu setzen, sollte man zunächst verstehen was eigentlich unter Wasser passiert wenn wir einen Biss haben. Ein Kunstköder z.B. ein Gummifisch wird zunächst vom Raubfisch attackiert, nach kurzer Zeit jedoch bemerkt der Räuber dass er einer Täuschung aufgesessen ist und spuckt den Gummifisch wieder aus. Der Anhieb muss zwangsweise in dem meist sehr kurzem Zeitraum erfolgen, in dem der Raubfisch den Köder im Maul hat. Oft ist das nichtmal eine Sekunde. Es gibt durchaus Angler die der Überzeugung sind, ein aromatisierter Köder würde diesen Zeitraum im Sinne des Anglers verlängern. Wer sich intensiver mit diesem Thema befassen möchte, kann mal im Artikel Fangen aromatisierte Gummifische besser? Experten antworten! stöbern.

Zurück zum Angeln mit Köderfisch am System: Dadurch, dass wir eben keinen Kunstköder sondern einen echten Köderfisch einsetzen, bemerkt der Raubfisch wesentlich später, ja oftmals sogar gar nicht, dass wir ihn täuschen wollen.

Je nachdem ob man ein System mit 2 Drillingen, mit einem Drilling oder mit Einzelhaken angelt kann man beim Anhieb etwas variieren.

  • 2 Drillingssystem: Sofortiger Anhieb!

  • 1 Drillingssystem oder Einzelhaken: Beim Biss, ganz kurz mit der Rutenspitze in Richtung Köder gehen - sobald die Schnur wegzieht Anhieb setzen.

Köderfische zum Spinnfischen

koederfisch spinnfischen

Als Köderfische eignen sich verschiedene Fischarten. Neben Rotaugen und Rotfedern kann man beispielsweise auch Lauben (Ukelei) oder Grundeln verwenden. Aufgrund ihrer sehr zähen Haut eignen sind insbesondere auch kleine Barsche hervorragend um damit an Systemen zu angeln. Wer eine längere Spinntour plant, sollte einen kleinen Vorrat an Köderfischen dabei haben. Auch wenn die Systeme die Köderfische gut halten, unzählige Würfe oder eben auch Bisse hinterlassen ihre Spuren und irgendwann ist der Köderfisch zerfleddert und nicht mehr zu gebrauchen - dann ist es an der Zeit einen neuen Köderfisch zu montieren. 

Frische Köderfische:

frische koederfische drachkovitch
kuehltasche koederfische

Ein möglichst frisch gefangener bzw. getöteter Köderfisch ist natürlich der Idealfall. Das Köderfischchen hat dann noch seinen natürlichen Glanz und den natürlich Geruch.

Außerdem halten frische Köderfische sehr gut an den Systemen. Was man allerdings beachten muss ist, dass Fische eine Leichenstarre ausbilden und sich in dieser Phase nicht so gut bewegen. Wer die Möglichkeit hat sollte die frischen, toten Köderfische kühlen. Ich mache das z.B. mit einer kleinen Kühltasche aus der Apotheke und einem Kühlakku.

Je kühler man die Köderfische lagert, desto länger dauert es bis die Leichenstarre eintritt.

Gefrorene Köderfische:

Gefrorene Köderfische werden nach dem Auftauen relativ weich. Bei der Nasen oder Kopfköderung, wenn also durch den harten Kopf angeködert wird, spielt das keine so große Rolle. Beim Drachkovitch-System und allen anderen Systemen bei denen eine Klammer, Spirale oder Bürste im Köderfisch befestigt und die Haken in den Fisch gestochen werden wird man mit gefroreren Köderfischen jedoch nicht glücklich.

hechtsystem ankoedern

Konservierte Köderfische:

koederfische frisch gesalzen

Eine sehr gute Alternative sind konservierte Köderfische. Das kann man ganz leicht selber machen in dem man die Köderfische einfach in eine gesättigte Salzlake (ca. 37%) einlegt.
Das Salz entzieht den Köderfischen Flüssigkeit, dadurch werden sie nicht nur monatelang haltbar sondern auch deutlich zäher und etwas flacher. Sie halten dadurch hervorragend an den verschiedenen Köderfisch-Systemen. Die natürliche Farbe der Köderfische bleibt dabei vollständig erhalten. 

koederfische frisch konserviert


Angelgerät zum Angeln mit Köderfisch Systemen

Natürlich kann man für die ersten Schirtte beim Spinnfischen mit Köderfisch erstmal eine bereits vorhandene Spinn-Combo einsetzen. Mit einer klassischen 10-40g Spinnrute und einer Rolle mit geflochtener Schnur kann man schon ziemlich viel abdecken.

Rute zum Angeln mit Spinnsystem

rute spinnfischen system

Persönlich verwende ich zum System-Angeln am liebsten aber etwas weichere und längere Spinnruten. Der Grund dafür ist, dass man mit etwas weicheren und längeren Ruten sehr harmonisch und gefühlvoll werfen, angeln und drillen kann. Bei einem empfindlichen Köder wie eben einem Köderfisch am System ist das ein ganz entscheidender Vorteil, weil der Köder so deutlich länger hält. Auch beim Zupfen oder Jiggen mit Köderfisch kommt einem eine etwas sensiblere Rutenspitze sehr entgegen weil man die Sprünge deutlich feiner dosieren kann.

Der Trend geht bei Spinnruten aktuell aber genau in die andere Richtung. Straffe Blanks die immer kürzer werden sind gefragt. Daher werden längere und weichere Spinnruten mittlerweile nicht mehr so häufig angeboten.

Eine sehr gute Alternative findet man aber im Regal mit den Meerforellenruten. Um an der Küste weit werfen zu können sind die Ruten meistens mindestens 3 Meter lang und aufgrund der hohen Aussteiger-Gefahr beim Meerforellenangeln meistens mit einer semiparabolischen oder gar parabolischen Aktion  ausgestattet welche den wilden Tanz der Forellen etwas abpuffern soll. Genau diese Eigenschaften der Meerforellenruten passen perfekt auf unseren Anwedungsfall beim Angeln mit Köderfisch-Spinnsystemen.


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Rolle und Schnur zum Angeln mit Köderfischsystem

Da wir sehr gefühlvoll angeln wird die Rolle beim Angeln mit Köderfischsystem nicht dauerhaft großen Belastungen ausgesetzt. Es muss also kein "Heavy Duty" Modell sein. Wichtig ist vor allem dass die Rolle über eine gute Bremse verfügt und genügend Schnur fasst. Eine Spinnrolle mit Kopfbremse in der 4000er Größe passt perfekt.

Die geflochtene Schnur darf etwas stärker ausfallen: Um im Falle eines Hängers mit etwas Glück den Drilling aufbiegen zu können greife ich auf eine Geflechtschnur mit einer Tragkraft von mindestens 10kg zurück.


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