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Ein Kommentar

Sind Graskarpfen Plage oder gar nicht vorhanden?

Die „Schwäbische“ für den Bereich Weingarten titelt „Graskarpfen sind in Weingarten zur Plage geworden „

Dass Graskarpfen nicht über das nette schwäbische Städtchen hergefallen sind, sondern damit der Kreuzbergweiher gemeint ist, in dem es zu viele Graskarpfen geben soll, wird dem Leser schnell klar.

Die Stadtverwaltung und der Graskarpfen

Interessant ist dabei, dass nach Angaben der Schwäbischen die Untersuchung durch ein externes Büro für Gewässerkunde mit einer umfangreichen Analyse noch kein Zeichen für einen überbordenden Graskarpfenbestand gegeben hat.

Selbst die Wasserqualität sei besser als angenommen oder befürchtet, so die Zeitung in der Onlineausgabe.

Laut einem Zwischenergebnis der Untersuchung sei das Wasser in einem besseren Zustand als angenommen und die äußeren Einflüsse durch die Landwirtschaft, wie zum Beispiel von den angrenzenden Wiesen einfließender Dünger, geringer als gedacht, so Weisel. Da die Gewässeruntersuchung voraussichtlich bis ins erste Halbjahr 2019 andauern werde, gebe es wenig neue Informationen. „Sobald das ökologische Gutachten vorliegt, werden wird die Ergebnisse veröffentlichen.“ Auch lägen keine Angaben zur Population der Graskarpfen vor.

Das Regierungspräsidium würde jedoch meinen, es gäbe zu viele und zu große Fische wie Karpfen und Hechte im Teich.
Das gerade der Raubfischbesatz hilft Friedfischbestände zu reduzieren, die oftmals für Algenwachstum und Verschlammung verantwortlich gemacht werden, sei nur am Rande bemerkt.

Der Graskarpfen und der Präsident der Vereinigung Naturschutz und Fischerei

Angesichts dessen, dass die Gewässeruntersuchung keine Angaben zur Population von Graskarpfen ergab und das Regierungspräsidium nur von zu vielen und großen Hechten und Karpfen spricht, ist die Abneigung des Präsidenten Bojaski-Hoffmann gegen die Graskarpfen nicht auf den ersten Blick verständlich.

Fragt man Rainer Bojaski-Hoffmann aus Aulendorf, den Präsidenten der Vereinigung Naturschutz und Fischerei, nach Graskarpfen, dann hat er kaum ein gutes Wort für die Fische übrig, schließlich leide so mancher Weiher seit Jahren unter ihrem Hunger auf Wasserpflanzen.

Graskarpfen würden ihr eigenes Gewicht am Tag an Pflanzen fressen, so der Präsident und wären für manches umgekippte Gewässer verantwortlich.

Das stimmt nur bedingt. Denn wie viel ein Graskarpfen frisst hängt letztlich von vielen Faktoren ab, zuerst der Temperatur und dem Sauerstoffgehalt eines Gewässers. Es dürfte nur wenige Tage im Jahr geben, an denen die Gegebenheiten so stimmen, dass der Graskarpfen tatsächlich Nahrung in der Größenordnung seines eigenen Gewichtes aufnimmt.

Der Präsident schwärmt zwar von den kulinarischen Möglichkeiten, welche Graskarpfen bieten sollen. Es erscheint mit aber zweifelhaft, ob er tatsächlich schon einmal einen gegessen hat. Denn die Tiere haben so viel Gräten, dass der kulinarische Genuss zumindest beeinträchtigt ist und viele Menschen wohl eher zu grätenarmeren Arten eine kulinarische Liebe entwickeln werden.

Interessant dann noch, wenn der Präsident erzählt, dass Graskarpfen mit der Angel kaum zu fangen wären. Interessant auch, was von der „Schwäbischen“ als Ködertipp von Insidern angegeben wird.

Als Köder empfehlen Insider Salatherzen, Spinat und Spargelspitzen


Netzwerk Angeln empfiehlt zum Graskarpfen angeln Mais, Boilies und Pellets

Auch wenn der Präsident sagt, dass es so manchen Angler gäbe, der den Kreuzbergweiher jahrzehntelang beangelt hat, ohne je einen Graskarpfen gefangen zu haben, bestehen für Angler an Gewässern mit Graskarpfenbesatz beste Chancen. Denn Graskarpfen lassen sich selbstverständlich fangen, wenn man sich als Angelpraktiker ein wenig mit dem Thema beschäftigt.

Und dazu hat Netzwerk Angeln Berichte, Videos und Pressemeldungen zu bieten, die das auch belegen.

Jean Fertig ist nicht nur Netzwerker, sondern einer der Angler, die regelmäßig Graskarpfen fangen. Sein Statement zu den Behauptungen, Graskarpfen wären unfangbar:

 

Das folgende Statement wurde lediglich anhand meiner persönlichen Erfahrungen verfasst.
Ich beangle verschiedene Gewässer mit einem geringen bis sehr geringen Graskarpfenbestand.
Dennoch passierte es mir vor einigen Jahren durch Zufall, dass ich einen solchen Fisch beim normalen Karpfenangeln fangen konnte. Daraufhin beschäftigte ich mich mehr mit dem gezielten Nachstellen dieser Fische und es gelingt mir regelmäßig große Graskarpfen zu fangen. Um eine Größenordnung zu nennen – ein befischter See mit rund 10ha Wasserfläche wurde Ende der 90er/Anfang der 00er Jahre mit 30 Graskarpfen besetzt. Obwohl dieser sehr überschaubare Bestand durch natürliche Todesursachen und Entnahme durch Angler bereits deutlich reduziert wurde war es mir in der Vergangenheit möglich bei einigen Ansitzen bis zu drei Grasfische pro Session zu fangen.
Diese Fischart lässt sich sehr selektiv gezielt beangeln und verhält sich berechenbar. Grundwissen dazu ist mittlerweile leicht zugänglich und lässt sich in kürzester Zeit erarbeiten

Wäre der Bestand an weißen Amuren im erwähnten See also so hoch wie behauptet müssten diese häufig als Beifang bei anderen Angelarten erbeutet werden.
Außerdem ist der aus Asien importierte Fisch sehr wärmeliebend und sonnt sich im Sommer gerne an der Wasseroberfläche. Ein dichter Bestand ließe sich also im Sommer überaus einfach erkennen – indem man schlicht die langgestreckten Fische an der Oberfläche zählt. Dies macht ihn übrigens zu einem auch für Spaziergänger, Touristen und schlicht Naturliebhaber zu einer interessanten Art – die imposanten Tiere lassen sich lange betrachten.

Den wirklichen Grund für den Pflanzenrückgang und die Trübung sehe ich weder in der Menge der Graskarpfen noch bei „zu vielen großen Fischen“, sondern in einer zu großen Anzahl kleiner Fische, respektive Karpfen.
Diese wühlen bei der Nahrungssuche durch den Gewässergrund und graben dabei den Unterwasserbewuchs regelrecht aus. Die Wühlaktivitäten sorgen zum einen für die Trübung, die dann fehlenden Pflanzen verstärken diesen Effekt dann noch.
Denkt man hier konsequent weiter sollte es sich erschließen, dass ein 15kg Karpfen deutlich weniger Wühlaktivität verursacht als fünf 3kg Karpfen zusammen.

Aus den genannten Gründen halte ich es für falsch den Graskarpfen und „große Fische“ als Schuldige für den Pflanzenrückgang und die zunehmende Gewässertrübung anzuführen.

 

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Jean Fertig

So fangen Angler in der Praxis Graskarpfen

Selbstverständlich wollen wir sowohl interessierten Anglern wie auch den Weingartenern aufzeigen, dass man Graskarpfen mit richtiger Technik und Taktik sehr gut fangen kann.
Zuerst der sehr umfassende Artikel zum Angeln auf Graskarpfen dazu von Netzwerker Jean Fertig:

gezielt graskarpfen angeln jean
Gezielt auf Graskarpfen angeln


Dass Graskarpfenfänge keine Zufälle sind, weiß auch Netzwerker Franz Hollweck. Denn auch er fängt sehr häufig Graskarpfen. Meist sind sie bei ihm Beifang beim Karpfenangeln.
Und gerade wenn man betrachtet, dass Franz sehr häufig mit allereinfachsten Mitteln und direkt unter der Rutenspitze auf Karpfen angelt und dabei viele Graskarpfen fängt, kann man die "Unfangbarkeit" der Graskarpfen kaum bestätigen.

Und, falls es jemand nicht glaubt, man kann das auch im Video dazu sehen:


Nicht nur die Netzwerker Jean und Franz fangen regelmäßig Graskarpfen, auch der bekannte Karpfenangler Benni Gründer ist gerne und sehr erfolgreich auf Graskarpfen unterwegs, wie seine Meldung an Netzwerk Angeln belegt:

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Graskarpfenangeln im See - Video und Tipps von Benni Gründer

 

Graskarpfen sind fangbar!

Wir wissen nicht und können nicht beurteilen, in wie weit die Graskarpfen im Kreuzbergweiher so gefährlich sind, wie vom Präsidenten der der Vereinigung Naturschutz und Fischerei behauptet wird.

Wir wissen aber und können das belegen, das im Gegensatz zu den Aussagen in der „Schwäbischen“ Graskarpfen sehr wohl zu fangen sind, wenn man sich im praktischen Angeln und mit der Thematik auskennt.

Wir empfehlen dem Präsidium und den Mitgliedern des Weingartener Vereines daher Lektüre oben genannter Artikel und anschauen der Videos.

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Thomas Finkbeiner

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