boot oder ufer teaser

Nur noch Bootsangeln?

Egal ob in Zeitschriften, auf Youtube, auf Facebook oder auf den verschiedenen Seiten von Herstellern oder Teamanglern. Wenn man Berichte über das Karpfen- und Raubfischangeln liest, kann man schnell den Eindruck gewinnen:

Ohne Boot kann man keine Fische mehr fangen. Es muss nicht immer gleich das voll ausgestattete Bass-Boat mit Bug- und Heckmotor sein. Mindestens aber sollte man ein Belly-Boat haben, wenn man sich schon kein Kajak leisten will.
Diese starke Tendenz zum Bootsangeln resultiert wohl aus dem Gedanken, vom Boot aus Angelplätze erreichen zu können, welche ausserhalb der Wurfweite und damit abseits vieler Angler liegen.

 

Gilt also die alte Volksweisheit, dass die süßesten Trauben am höchsten hängen tatsächlich auch beim Angeln?

bellyHauptsache es schwimmt: Daniel Katzoreck beim Spinnfischen vom Belly Boat

Welche Fischarten und Methoden vom Angelboot, welche vom Ufer?

Es gibt Fischarten, die ohne Boot wirklich nur schwer oder gar nicht mit guten Erfolgsaussichten zu beangeln sind.

Zum Beispiel die Heringe. Natürlich kann man zur „Hochsaison“ auch Heringe gut vom Ufer fangen. Regelmäßig gute Fänge, auch saisonverlängernd, wird man dagegen wohl nur mit dem Boot machen.

Ein anderes Beispiel, fürs Süßwasser, sind die Renken oder Felchen. Man kann zu bestimmten Zeiten auch die schmackhaften Coregonen vom Ufer aus fangen – um richtig erfolgreich auf Renken zu angeln, ist ein Boot aber sicher erfolgversprechender.

Zum Rapfenangeln wird man dagegen kaum ein Boot benötigen, die werden überwiegend vom Ufer aus gefangen.

Auch Hechte, Barsche, Zander und Waller kann man sehr gut, je nach Gewässer(zugang), vom Ufer erfolgreich fangen. Oder eben auch dennoch ein Boot nutzen, wo möglich und erlaubt.

Um nicht nur das Raubfischangeln zu beleuchten:
Während Feedern oder das Angeln mit Stippe oder Matchrute wohl eher vom Ufer aus stattfindet, kann das beim Karpfenangeln schon wieder ganz anders aussehen.
Ob zum auslegen von Montagen, zum füttern oder zum Drillen, auch da kann ein kleines Boot durchaus hilfreich sein.

2 schlauchboot karpfenangelnEin kleines Boot zum auslegen ist auch für viele Karpfenangler unverzichtbar.

Netzwerk Angeln ist für alle Angler da: Boot, Ufer oder Beides  – 100%!

Aber auch heute noch angeln wohl die meisten Angler vom Ufer aus. Auch wenn man bei Lektüre von Angelzeitschriften oder dem durchstöbern von Anglerseiten im Netz einen anderen Einruck bekommen mag. Aber genauso klar ist, dass das Angeln mit Boot, Kajak, Belly-Boat immer mehr Freunde und Anhänger findet.

Netzwerk Angeln grenzt beim Angeln und Anglern nie aus, sondern will die Vielfalt des Angelns zeigen.

So auch hier. So vielfältig wie Angler, Fischarten, Methoden und Gewässer sind, so vielfältig sind auch die guten Gründe, ein Boot zu nutzen oder eben nicht.

Daher fragten wir nach: Bei Teamanglern die wir kennen und schätzen und die für jeweils eine Angelart, mit oder ohne Boot oder eben beides nutzend, bekannt sind:

  •  Fred Kotowski ist DER Prototyp des Bootsanglers, neben seinen Guidings promotet er auch Westin, Stroft, Rheinlandboote, Galaxykayaks,und Humminbird Deutschland, Homepage

  •  Veit Wilde steht fürs Angeln vom Ufer wie kein zweiter. Er arbeitet für Fishing Tackle Max und baut da die Raubfischpalette auf. Infos zu Veit bei FTM

  •  Daniel Katzoreck ist variabel und nutzt alle Möglichkeiten. Er ist für Quantum als Teamangler tätig. Daniel bei Quantum


Die 3 Experten werden nachfolgend darstellen warum sie jeweils auf ein Boot zurückgreifen oder eben auch darauf verzichten.

Viel Vergnügen beim Lesen und mit den Fotos.

Thomas Finkbeiner


Fred Kotowski (Angeltouren Plauer See): Der reine Bootsangler

Warum Bootsangeln?

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Welche Angelart ist die beste, fragt man sich des öfteren? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach für mich.

Da ich vorwiegend die Mecklenburger Seen befische, komme ich an einen Boot nicht vorbei.

Mein Hauptgewässer ist der Plauer See und gerade dieser zeichnet sich durch eine Struktur im Wasser aus, wo die Fische schlecht vom Ufer aus beangelt werden können. Die für uns interessanten Fische ( Hecht, Zander und Barsch) halten sich in diversen Tiefenregionen auf und auch das Laichgeschäft findet nicht im Schilf sondern auf den mit Kraut bewachsenen Unterwasserbergen statt.

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Was an einem kleinen Vereinssee funktioniert, kann man hier getrost vergessen.

Bei einer Gewässerfläche von 39 Quadratkilometern heißt es den Fisch aktiv zu suchen und das bedeutet , teilweise einige Kilometer auf dem Wasser zurückzulegen, ohne großen Zeitverlust.

Gerade auf Großseen, findet man viele Räuber in den Freiwasserregionen, die vom Ufer aus unerreichbar sind. Aufgrund des Wellenschlags durch andere Boote, oder dem Wind, ist hier ein Boot für eine sichere Angelei unausweichlich.

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Fred Kotowski fred logo

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Veit Wilde (Fishing Tackle Max): Uferangler aus Überzeugung

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Nachdem ich vor einigen Jahr noch relativ regelmäßig vom Boot aus geangelt habe, steht mein Boot inzwischen als eine Art Dauerleihgabe bei einem guten Freund. Ich habe mich mittlerweile voll und ganz der Uferangelei verschrieben und bin dabei in vielen Gewässern sogar erfolgreicher als viele Bootsangler.

Mehr Flexibilität

Ich bin ein Angler, der fast jeden Tag fischen geht. In den meisten Fällen handelt es sich dabei aber um kurze Feierabendtrips, die ca. zwei Stunden dauern. Wenn man nicht gerade einen Bootsliegeplatz an einem See oder Fluss hat, würde hier allein das Trailern und Bepacken eines Bootes zu viel Zeit verschlingen. Die fehlende Flexibilität ist also ein klarer Minuspunkt beim Bootsangeln. Mit dem Auto kann ich hingegen die unterschiedlichsten Gewässer und Uferspots schnell und komfortabel ansteuern. Will ich an fremden Revieren fischen, muss ich mir auch keine Gedanken über Slipstellen, mögliche Bootsangelgenehmigungen oder Einschränkungen für Bootsangler Gedanken machen.


Weniger Scheuchwirkung

In meinem Hausgewässer, der Elbe bei Magdeburg, fange ich die meisten Zander in der Dunkelheit mit Wobblern im Flachwasser. Mit einem Boot lässt sich diese Angelei nicht erfolgreich praktizieren, weil der Köder vom tieferen ins flache Wasser geführt werden muss. Weiterhin würde ein Boot bei dieser Technik eine hohe Scheuchwirkung verursachen.
In großen Seen stellt ein Boot zweifelsfrei auf den ersten Blick einen immensen Vorteil dar. Es lassen sich Plätze ansteuern, die man als Uferangler nicht erreicht. Auch das Auffinden von Unterwasserstrukturen ist deutlich einfacher, wenn ein Echolot im Einsatz ist. Eben jenes Echolot kann jedoch auch ein Fluch sein. Dies erlebte ich Anfang des Jahres am Haringvliet, wo ich gemeinsam mit Freunden einen mehrtägigen Angelurlaub verbrachte. Wir fingen dort vom Ufer aus sehr gut Zander, Hechte und vereinzelt große Barsche. Natürlich wurden die Bootsangler, von denen dieses Gewässer sehr stark frequentiert ist, auf unsere guten Fänge aufmerksam. Teilweise kreuzten sie mit ihren Booten sogar unsere Wurfbahnen. Fänge konnten sie allerdings überhaupt nicht verzeichnen. Meiner Einschätzung nach lag das daran, dass die Fische in diesem Gewässer bereits gelernt haben, dass die starken Geräusche, welche der Geber eines modernen Echolotes abgibt, eine Gefahr darstellen. Ähnliche Erlebnisse, nur nicht mit ganz so markanten Unterschieden bei den Fängen, habe ich bereits in anderen Gewässern gemacht. Mein Tipp an alle Bootsangler: Wenn man auf einem guten Spot ankert oder die Strukturen des Gewässers kennt, sollte das Echolot eventuell auch mal ausgeschaltet werden. Nicht bestreiten möchte ich, dass das pelagische Angeln ohne Echolot nicht zu praktizieren ist. Jedoch berichteten mir einige Angler, die diese Technik sehr gut beherrschen, dass die Erfolge damit sehr schnell nachlassen, wenn viele Kollegen sie praktizieren. Dies werte ich als Bestätigung meiner These zur Scheuchwirkung von Echoloten.
Als Uferangler muss ich mir über derartige Widrigkeiten keine Gedanken machen. Wenn ich am Ufer nicht rumtrampele wie ein Ochse oder nachts ständig mit der Kopflampe ins Wasser leuchte, habe ich keine Scheuchwirkung auf die Fische.

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Größere Herausforderung

Nicht zuletzt ist die Angelei vom Ufer für mich auch eine Frage des anglerischen Ehrgeizes. Ich möchte den Leuten zeigen und sie ermutigen, dass man auch vom Land aus regelmäßig kapitale Fische fangen kann. So konnte ich als Uferangler in den letzten Jahren mehr als 50 Zander landen, die die magische 90 Zentimeter-Marke geknackt haben. Es macht mir großen Spaß neue Spots und Gewässer zu erkunden, ohne die Bodenstrukturen zu kennen oder auf dem Echolotbildschirm schon zahlreiche Sicheln zu sehen - oder eben auch nicht. Anglerischer Instinkt und das Lesen des Wasser per Auge sind oftmals wertvoller als moderne (und teure) Technik, um zum Erfolg zu kommen. Vor diesem Hintergrund möchte ich die Bootsangler aber keineswegs abwerten, denn aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass man einen Fisch, den man auf dem Echolot sieht, noch lange nicht an den Haken bekommt. Übrigens fische ich ganz vereinzelt auch heute noch vom Boot aus. Zum Beispiel am Peenestrom, wo es wegen viel Schilfbewuchs fast keine Uferangelplätze gibt. Während ich aber vor vier Jahren mal wieder kurzzeitig darüber nachgedacht hatte, mir ein großes, eigenes Boot zuzulegen, habe ich gegenwärtig keinerlei Ambitionen mehr dazu.

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Veit Wilde bootsangeln logo 400 ftmax

 

 

 

 

 


Daniel Katzoreck (Quantum): Der Flexible
 

Bootsangeln oder Uferangeln, was ist erfolgreicher?

Eine Frage die sich pauschal sicherlich nicht so einfach beantworten lässt. Anhand von großen Überthemen habe ich versucht zum Teil pauschale Antworten auf diese komplexe Frage zu geben. Die Darstellung kann daher sicherlich nicht ohne weiteres auf alle Gewässer übernommen werden.

bootsplatzDaniel Katzoreck angelt am Kirchturm von Fayon, der im Ebro-Stausee steht. Ein klassischer Bootsplatz


1. Das Gewässer und die Platzwahl

Große Naturseen oder Stauseen = Bootsangler

Strukturreiche Gewässer sind insbesondere große Naturseen oder geologisch geprägte Küstengewässer. Als Beispiel möchte ich die Mecklenburger Seenplatte oder aber auch die Schärengärten in Schweden nennen. Hier prägte die Natur selbst über Jahrmillionen von Jahren das Naturbild und legte keinen Wert auf Monotonie. Oftmals sind die großen Naturseen gezeichnet von vielen Unterwasserstrukturen, wie Barschberge und Unterwassertäler. Hier ist der Bootsangler klar im Vorteil und kann Bereiche befischen die sonst kein Uferangler beangeln kann.

1 dani bootDer Traum vieler Angler. Ein modern ausgestattetes Angelboot mit dem sich auch Großgewässer gut beangeln lassen.


Baggerseen = Uferangler

Anders wiederum sieht es an monotonen Baggerseen aus. Hier ist die Unterwasserstruktur oftmals sehr simpel. Es gibt eine Uferkante mit einer schmalen Krautzone, die in eine steil abfallende Böschungskante übergeht. Diese wiederum endet an einem tiefen ebenen Gewässergrund. Kurzum, eine Badewannenstruktur. Bei solchen Gewässern fische ich lieber vom Ufer aus (zumindest in den wärmeren Jahreszeiten, siehe Punkt 2 „Die Beißzeit/Jahreszeit"), denn die meisten Fische halten sich ufernah, entweder im Bereich der Wasserpflanzen oder entlang der Böschungskante auf.

Mit gezielten Würfen im schrägen Winkel zur Uferkante, lässt sich der fischreiche Uferbereich perfekt abfischen. Auch ein Bootsangler kann sich an die Uferkante stellen und diese parallel abfischen, doch bei weitem nicht so konzentriert wie ein Uferangler. Warum? Weil Wellengang oder das Abdriften des Bootes eine konzentrierte Köderführung beeinträchtigt.

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Fluss mit wenig Strömung = Bootsangler

Ein Fluss mit wenig Strömung hat meist wenige Strukturen. Die Fische müssen über große Gewässerabschnitte gesucht werden. Komischerweise konnte ich feststellen, dass bei solchen Flüssen die Fische an bestimmten Stellen stehen, die aber nicht zwingend an irgendwelchen besonderen Strukturen gebunden sind. Komischerweise sind dies meist völlig unscheinbare Plätze. Um solche Plätze aufzuspüren nutze ich sehr gerne ein Echolot.

5 dani echolotFische finden: Ein Echolot kann dabei sehr hilfreich sein.

Oftmals muss ich eine längere Strecke zurücklegen um diese Plätze zu finden. Als Uferangler ist das aufspüren dieser Plätze sehr zeitintensiv und stellt uns ohne Echolot und Boot vor deutliche höheren Herausforderungen. Ich habe kein Echolot zur Hand und kann daher die Fische nicht aufspüren - ein „blindes“ abwerfen eines monotonen Gewässers kann auch vom Kopf her sehr zermürbend sein, da gehört teilweise wirklich mentale Stärke dazu, stundenlang ohne Biss zu werfen ohne zu wissen ob die Stelle gut ist oder nicht. Als Uferangler ähnelt die Platzwahl in diesem Fall einem Lotteriespiel. Als Beispiel kann ich hier den Neckar nennen.


Fluss mit viel Strömung = Uferangler

uferAn strömungsreichen Ffüssen hat man auch vom Ufer gute Chancen

Flüsse mit starker und ungleichmäßiger Strömung sind gekennzeichnet durch viele Unterwasserstrukturen. Dies sind meist nicht kanalisierte und naturbelassene Flüsse. Strudel, Außenkurven, ausgespülte Uferböschungen und Strömungskanten bilden hier die interessanten und strukturreichen Plätze. Aber auch kanalisierte und schiffbar gemachte Flüsse können durch Wasserbauten prägnante und damit fischreiche Strukturen erhalten. Dazu zähle ich insbesondere Buhnenbauwerke. An Buhnen wird die Strömung ebenfalls gebrochen, es bildet sich eine Strömungskante mit meistens einer Scharkante aus. Alle diese strukturreichen Plätze fische ich lieber vom Ufer, da wir diese gezielt und konzentriert abfischen können. Obwohl die GPS-gesteuerten Elektromotoren (E-Motor) das Boot auf der Stelle halten können, und das auch in der Strömung, ist ein kleiner Bootsversatz immer festzustellen und damit das Boot immer etwas in Bewegung. Aus diesem Grund hat man meistens vom Boot die schlechtere Köderkontrolle wie vom Ufer, wo wir einen festen Stand haben.


2. Die Beißzeit / Jahreszeit


Kalte Jahreszeit = Bootsangler

In den kalten Jahreszeit stehen die Fische meist in den tieferen Gewässerbereichen und gehen dort auf Beutezug. Nicht selten liegen diese Gewässerbereich abseits der Wurfweite von Uferanglern. Hier ist der Bootsangler klar im Vorteil.

3 dani bellySchon ein kleines und kostengünstiges Bellyboat kann im Winter den entscheidenden Unterschied machen.

 

Warme Jahreszeit = Uferangler und bedingt auch Bootsangler

In den Sommermonaten hingegen bildet sich in den stehenden Gewässern meist eine Sprungschicht aus. Die Fische stehen hier meist darüber, also in den oberen Gewässerbereichen oder halten sich in den Pflanzen des Uferbereiches auf. Hier kann der Uferangler auch sehr erfolgreich und effizient fischen.


3. Die Gewässergröße und Vorschriften

Kleine Gewässer = Kajak (Bootsangeln)

2 dani kayakAngel-Kayaks finden immer mehr Anhänger.

Insbesondere in meiner Gegend gibt es zahlreiche kleinere Baggerseen, wo das Fischen vom motorisierten Boot (sowohl Verbrenner als auch E-Motor) nicht erlaubt ist. Was nun, wenn ein Angeln vom Ufer nicht möglich ist? Sei es weil sich die Fische zu weit vom Ufer entfernt aufhalten oder aber auch die Ufervegetation zu dicht ist um dort zu angeln. Nun kommt ein Kajak, Bellyboot oder Ruderboot in Frage. Ich persönlich bin leidenschaftlicher Kajakangler. Denn das Kajak hat gegenüber dem Ruderboot ein paar gravierende Vorteile, wie geringes Transportgewicht, es kann überall ins Wasser gelassen werden, es ist nicht so windanfällig wie ein Ruderboot und es ist dazu noch erheblich schneller bei weniger Kraftaufwand. Der letzte Punkt ist im Übrigen auch ein klarer Vorteil des Kajaks gegenüber einem Bellyboot.
Ansonsten sind kleine Gewässer, sofern es die Ufervegetation zulässt, vom Ufer aus perfekt zu beangeln. 

Große Gewässer = Motorboot

6 dani grosse gewaesser

Keine Frage, bei großen Gewässern, wo sich auch schnell Wind und Wellen aufbauen können, ist ein Motorboot die sicherste Variante zu angeln. Hier sollten nur sehr erfahrene Kajak- oder Bellybootangler mit entsprechender Sicherheitsausrüstung auf das Wasser gehen. Nicht selten habe ich an großen Seen oder auch an der Ostsee leichtsinnige Kajak- und Bellybootangler gesehen, die bei Windstärke 4 noch rausgefahren sind und ihre Gesundheit für ein paar Fische aufs Spiel gesetzt haben.


4. Die Angeltechnik

Ob Faulenzen oder normales „Einleiern“, beides ist vom Ufer wie auch vom Boot möglich.

Was aber definitiv eine sehr erfolgreiche Angeltechnik ist und auch nur vom Boot funktioniert, ist das Schleppfischen!
In der kalten Jahreszeit gehört das Vertikalangeln sicherlich zu einer der erfolgreichsten Methoden beim Raubfischangeln und ist dem Bootsangeln zuzuschreiben. Auch das mittlerweile sehr populäre pelagische Angeln, also das gezielte „Anangeln“ von Fischen, die über das Echolot geortet werden, ist nur vom Boot aus möglich.
Da ich auch ein leidenschaftlicher Welsangler bin, fällt das Klopfen mit dem Wallerholz definitiv in die Kategorie „Bootsangeln“!

kayakSchleppangeln funktioniert auch vom Kayak aus!


5. Der Zeitfaktor

Bootsangeln ist immer mit etwas mehr Vorbereitungszeit verbunden. Die Bootstechnik, wie Batterien für Motoren und Echolote müssen vorab aufgeladen werden, die Tanks müssen betankt werden. Das Boot muss mit etwas Zeitaufwand ans Wasser gebracht werden, da die Bootsanhänger nur mit 80 km/h oder 100 km/h im Straßenverkehr befördert werden dürfen, vor-Ort muss das Boot dann noch ins Wasser gelassen werden. Dies alles sind Faktoren die potentielle Angelzeit kosten. Anders sieht es aus, wenn ich mal schnell mit meiner Wurfrute vom Ufer aus angeln möchte. Im Kofferraum meines Autos liegen immer eine Spinnrute und ein paar Köder. Nicht selten gehe ich direkt nach der Arbeit ans Wasser und mache für 1h ein paar Würfe vom Ufer – super effektiv!
Zusammenfassend. Was Technik und Zielfische angeht würde ich mich als Allroundangler bezeichnen. Um meine Angelzeit möglichst effektiv und erfolgreich zu nutzen, komme ich dann gar nicht drumherum sowohl vom Ufer wie auch vom Boot/Kajak aus zu fischen! Je nach Situation, Gewässer und Zeit suche ich mir den passenden Untersatz aus, oder Schnüre einfach meine Schuhe und laufe das Gewässer ab.

 

 Daniel Katzoreck Quantum Logo rot 400

 

 

 

 

 

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