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 …oder wie wir immer wieder auf Kiehnwerder landeten.

Wieder einmal waren meine zwei Angelfreunde Sven und Matthias unterwegs mit mir auf den Seen um Brandenburg und Plaue.
Am Donnerstag kamen wir am frühen Nachmittag bei bestem Wetter am „Camping und Ferienpark Plauer See“ an und übernahmen unser Hausfloss Namens Dahlie.

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Das Floss ist für vier Personen zugelassen und somit für uns drei perfekt.

Ausgestattet mit WC, Gasherd, Gaskühlschrank, Terrasse, 9,9PS Motor und natürlich vier Schlafplätzen. Der Check-In ging wie immer problemlos von statten. Der Campingplatz ist da wirklich auf Zack.
Also ab mit dem ganzen Angelkram usw. aufs Floss und nochmal fix zum Einkaufen und Angelkarten besorgen. Nachdem wir uns erst einmal versorgt haben mit den Sachen fürs leibliche und geistige Wohl und natürlich den Angelkarten ging`s erstmal los.

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Das erste Ziel war der Große Wusterwitzer See, mit einer tollen Tour durch den Wendsee und dem sich anschließenden Kanal zum Zielsee. Eine Rundtour durch den See schloß sich an. Leider waren da einige Teile mit Bojen abgesteckt und auch sonst sprach der See uns nicht so wirklich an. Also kurzentschlossen wieder los mit dem Floss und zurück durch den Kanal. Dort holten wir die erst einmal Spinnruten raus und versuchten unser Glück. Bis auf einen kurzen Anfasser gab es leider keinen Fisch. Also weiter.


Wieder zurück im Plauer See überlegten wir, wo wir Ankern könnten für die Nacht. Einheitlich entschieden wir uns für den Liegeplatz auf der Insel Kiehnwerder, die den Möserschen und Breitlingsee trennt, den wir im letzten Jahr entdeckt und für gut befunden hatten. Mit Vollgas ging es los, denn so langsam senkte sich die Sonne gen Horizont. Also Sonnenuntergang, nach dem wir nicht mehr fahren dürfen mit dem Floss. Kurz vor knapp kamen wir in „unserer“ Bucht an und ankerten am Ufer, wobei wir das Floss drehten, sodass die Terrasse nach vorn Richtung Wasser zeigte. Fix die Ruten raus, denn eine Stunde nach Sonnenuntergang ist es ohne Nachtangelkarte vorbei mit dem Angeln. Gebissen hat natürlich nichts mehr, aber wir haben noch gemütlich gegrillt und es uns gut gehen lassen.

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Freitag Morgens, ich betrat die Terrasse als erstes, sah im ca 40-50cm tiefem Wasser mehrere „bessere“ Fische vorbei ziehen. Erst dachte ich Karpfen und Sven nahm sich eine Rute und warf die Fische einfach mal auf Sicht an. Der Erste Biss ging leider daneben, aber der zweite brachte eine prächtige 47er Brasse in den Kescher. Nach dem diese zurück in ihr Element durfte, gab es erst einmal ein deftiges Frühstück bei bestem Wetter. Danach bestückten wir unsere Ruten neu und raus damit ins Wasser.

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Nachdem erst einmal Ruhe herrschte ging es plötzlich wieder los und Matthias landete den Fisch des Tages. Ordentliche 52cm, eine prächtige Brasse, jeaah sein PB. Als nächstes fing er einen Minibarsch.
Dann endlich kam meine Pose in Bewegung und auch ich durfte eine Brasse von 45cm landen, auch mein PB. Dieser war allerdings kaum 3 Minuten alt, als bei meiner auf Grund liegende Rute der Bissanzeiger anfing wild zu Piepsen. Eine wunderbare Brasse von glatt einem halben Meter wurde gelandet. Neuer PB für mich.

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Mittlerweile brach schon der frühe Nachmittag an und wir verköstigten uns erst einmal mit lecker Pellkartoffeln und selbst gemachtem Frühlingsquark. Am Ufer gab es eine Bank mit Tisch, dort konnten wir uns es bequem machen mit Blick auf unser Floss und die Bucht.

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Hinter uns hatte es sich im hohen Gras ein Stockentenweibchen bequem gemacht und lies sich überhaupt nicht stören. Anfangs bemerkten wir es gar nicht. Erst nachdem ich mich mal umdrehte und die Insel zu betrachten, fiel mir die Ente auf. Ein schönes Erlebnis mitten in der „Wildnis“.

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Am Nachmittag bis zum Abend ging nicht mehr viel. Die Bucht füllte sich Zusehens mit Seglern, Motorjachten und anderen Flossen.
Auf der Insel gibt es einen Segelclub, der da sein Gelände hat. In deren Bereich haben wir wohl fest gemacht, nun ja der erste Segler kam an und machte natürlich gleich Tamtam weil wir unsere Erdspieße zum Festmachen circa 20-30cm am Ufer im Boden versenkt hatten. Also ab ans Ufer und die Spieße 10cm weit vom Ufer im Wasser versenkt. Was der kann, können wir auch. Deren „Grund und Boden“ wurde somit nicht mehr durch fremde genutzt… man kann`s auch echt übertreiben.

Später kam noch ein Segler mit seiner Jolle, ankerte und meinte nur Petri Heil, als er uns Angeln sah. Es scheinen also nicht alle in dem Club solche Pedanten zu sein.
Fisch gab es natürlich auch noch, eine 35er Brasse, diverse Kleinbarsche und eine Plötze konnten wir noch fangen. Abends gab`s wieder leckere Sachen vom Grill und auch die „geistigen“ Getränke in Form von lecker Bierchen waren mit dabei. Ein herrlicher Tag neigte sich dem Ende zu und wir erlebten wieder einmal einen herrlichen Sonnenuntergang.

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Am Sonnabend Morgen frühstückten wir in Ruhe und brachen dann unsere „Zelte“ ab. Auf ging es nach Brandenburg durch die Stadthavel, Nachschub an Essen und Getränken holen. Man merkte direkt, dass es Wochenende ist, denn das Wasser war voll mit Booten aller Art. Ein Zwischenstopp bei Rewe, die einen Anleger für Boote haben, beseitigte unsere Versorgungsmisere.

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Auf dem Rückweg durch die Stadthavel beschlossen wir die anderen Inseln einer genaueren Inspizierung zu unterziehen.
Ab ging´s zur Kanincheninsel welche wir erst einmal umrundeten, wobei wir sogar ein Reh im Schilf entdeckten und dann anlandeten. Schade, muss man sagen, die Insel ist voller Müll. Natur Pur und dennoch überall Müll. Neben einer Abbruchreifen Baracke stapelte sich der Wohlstandsmüll und Hinterlassenschaften diverser Partys und wohl auch von diversen Bootsbesitzern. Einige kahle Stellen mit Exkrementen deuten darauf hin, dass dort Chemieklos wild entleert wurden. Also Ab, weiter zur nächsten Insel.
Kälberwerder war das nächste Ziel. Wir umschifften die Insel und mussten sogar einmal zurück fahren, weil es dort teilweise so flach ist, das man selbst mit dem Hausfloss, welches nicht wirklich Tiefgang hat, auf Grund läuft. Eine kleine Insel, sehr Festlandnah welche wohl von der Partyjugend auch gern genutzt wird. Gut zu erreichen auch mit dem Ruderboot. Darauf deuteten mehrere Lagerfeuerstellen und massig zerbrochene Glasflaschen, welche natürlich auch im Wasser liegen, hin.
In unserem Anlande Bereich sammelten wir erst einmal fleißig, damit unsere Füße heil bleiben.

Trotz allem entschieden wir uns dort zu bleiben. Also Festmachen und Ruten raus. Das Angeln war sehr kurzweilig und Matthias fing eine schöne Rotfeder nach der anderen. Auch ich konnte ein paar Rotfedern und Ukelei überlisten. Insgesamt hatten wir locker um die zwei bis drei Kilo an Rotfedern und Ukel gefangen. Und das innerhalb kurzer Zeit.

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Urplötzlich kam ein sehr unangenehmer Wind auf, der uns veranlasste die Stelle zu wechseln. Der Wind stand genau auf der Inselseite an der wir lagen. Also auf zu neuen Zielen.. Ihr könnt es sicherlich ahnen, Kiehnwerder.
Angekommen war „unser“ Platz leider belegt, so dass wir auf der anderen Seite der Bucht im Bereich des Campingplatzes ankerten. Wir bezahlten unseren „Obolus“ von sage und schreibe 4,50Euro und genossen den Abend mit weniger Wind.

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Meine Rute lag wieder auf Grund mit Tauwurm. Matthias und Ich erkundeten noch etwas die Insel und Sven blieb an Bord und bewachte die Rute. Derweil wir einen tollen Sonnenuntergang erlebten bimmelte das Telefon und Sven war dran. Ein Aal hatte sich den Wurm schmecken lassen. Leider war dieser mit 45cm noch untermaßig, sodass er wieder in sein Element entlassen wurde. Sonst wäre er auf dem schon brennenden Grill gelandet.
Dies war auch der letzte Fisch des Wochenendes. Wir ließen den Abend mit lecker Grillgut und Bierchen und Wein beim Finale der Champions League ausklingen. Gutem Handyempfang und passender TV App sei Dank.
Am nächsten Morgen gab es wie immer ein deftiges Frühstück mit Kaffee, Rührei und belegten Broten.

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Dann ging es auch schon wieder zurück zur Marina des Campingplatzes. Die Rückgabe war wie immer unkompliziert und wir bezahlten den Rest unserer Rechnung.

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Das Fazit des Wochenendes:

Ein wieder einmal wunderschönes Wochenende ging zu Ende. Zwar haben wir wieder keine Räuber mit der Spinnrute überlisten können, aber wurden dafür mit vielen schönen und Teils auch großen Friedfischen belohnt. Und selbst ein Aal war mit dabei. Sven hatte zuletzt zu DDR Zeiten einen Aal gefangen, also konnte er sich auch an einem seltenen Fang erfreuen. Ich gönne es ihm vom Herzen, auch wenn es „meine“ Rute war die draußen lag.
Natürlich gab es auch eher unschöne Teile, wie den einen motzenden Segler und der Müll auf den Inseln. Dem Segler haben wir durch das Umsetzen der Erdspieße ein Schnippchen schlagen können. Den Müll können wohl nur die Leute verhindern, die ihn hinterlassen haben. Das Umdenken hat bei vielen in den Köpfen leider noch nicht eingesetzt.
Aber wir kommen definitiv wieder.

Andreas Zimmermann


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