
Boilies und artverwandte Köder haben nicht nur das Karpfenangeln revolutioniert. Schon zu Beginn, als das Angebot an Boilies noch klein war wurden leichter erhältliche Alternativen aus dem Futterhandel wie Frolic gesucht und erfolgreich genutzt. Anders angeln als alle anderen bringt eben oft Erfog. Wie beim Boilie. Wenn aber alle Boilie angeln, kann Frolic der Erfolgsköder sein. Hier will ich die Entwicklung von Frolic als Köder beschreiben und was sich von früher zu heute dabei geändert hat.
Boilies haben das Karpfenangeln revolutioniert, keine Frage. Man schaue sich die heutige Variationsbreite an; von Mini bis 45er - Grundköder, Wafter, Pop Up - alle erdenklichen Farben & Geschmacksrichtungen - gedipt, gepudert, mit speziell gestalteter Oberfläche - als Kugel, Cube, Dumbell.
Boilies, Pellets, Mais - Jeder Angler kennt die Top 3-Standartköder, jeder Karpfen aber auch
Trotzdem hört und liest man immer wieder, dass es mit den Kugeln schwieriger wird. Wundern würde dies bei dem oft massiven Angeldruck nicht, schließlich können auch Fische lernen. Dazu kommt, dass die Entwicklung des Boilies wohl längst an ihr Ende gekommen ist.
So sagte der verstorbene Altmeister Andal Grunnert schon 2013:
„Es wird immer etwas Neues geben und der Boilie ist ebenso am Ende, wie die Made, das Brot oder der Mais. Vor 25 Jahren fischten weniger Angler mit dem Boilie und sie fingen relativ gesehen besser. Heute fischen viel mehr damit und sie erwarten Dinge von der Kugel, die sie noch nie zu leisten im Stande war. Die Leistungsfähigkeit der Murmeln blieb so gleich wie die Beißfreudigkeit der Karpfen. Nur der Anspruch einiger, nicht weniger Angler wuchs unverhältnismäßig.“

237 verschiedene Boilies im Angebot! Wer sich über das Boilie-Angebot im Jahr 2026 informieren möchte sollte sich einmal bei KL Angelsport durchklicken.
Manche Studien sprechen sogar davon, dass überhaupt nur ein Teil der Karpfen-Bestände durch Angler gefangen wird, welche den Rest nie zu sehen bekommen. Wenn dann auch noch die Lieblingsköder versagen, weil Karpfen die Knödels & Co. scheinbar nicht mehr so gut annehmen wie es mal war, ist dies Grund genug sich als Angler Gedanken zu machen und die bisherigen Top-Köder immer wieder mal durch alternative Köder zu ersetzen. Schlicht um auszuprobieren, ob diese nicht mehr Erfolg bringen, gerade weil die Fische sie nicht in- & auswendig kennen.
Die Tigernuss ist exakt durch den zuvor genannten Gedanken (plus ein paar besonders geeignete Eigenschaften) ins Spiel gekommen und der einzige Partikel-Köder, der heute fast so etabliert ist, wie das Top-Trio
Alternativ-Köder, die die Fische lange nicht mehr oder noch nie gesehen haben? Oder welche, die viel mehr ihrer natürlichen Nahrung entsprechen? Ein paar solcher Köder wollen wir in loser Reihenfolge vorstellen, wobei es dabei nicht ausschließlich um den Karpfen als Zielfisch geht. Erfunden haben den Boilie natürlich die Engländer. Wenn man diese nach einer Alternative zu diesem fragen würde, wäre die Antwort sicherlich: Frühstücksfleisch!
Sieh dazu auch: Angeln mit Frühstücksfleisch als Köder - Tipps und Tricks
Specimen Hunting ist mehr als beim Mainstream-Karpfen-Camping einen Fang auszusitzen. Alternative Köder und besondere Strategien bringen nicht nur viel mehr Spannung, sondern auch tolle Fische. Dieser Bursche wurde an einem sehr stark beangelten 4ha-See innerhalb von 30Minuten mit Pose und Tauwurm gezielt auf Sicht gestalkt und brachte die seit einer Nacht vergeblich auf einen Run wartenden Bivvy-&-Boilie-Kumpels schwer in Wallung.
Hier betrachten wir: Frolic
‚Das Thema wurde doch schon Dutzende Male publiziert‘; das stimmt. Viele Berichte zu Frolic sind jedoch sehr oberflächlich, lückenhaft und uralt. Bei denen, die auf Papier veröffentlicht wurden, heißt dies dazu, sie liegen in irgendwelchen Kellern oder sind längst entsorgt. Mir ist sowohl in Gesprächen, wie auch am Wasser, aufgefallen, dass gerade jüngere Angler die Möglichkeit, dass Frolic ein Köder sein könnte, zwar allesamt kennen, aber kaum Ahnung haben, „wie“ man damit angelt. Vermutlich, weil der Zenit des Frolic-Hypes viele Jahre her ist und der Köder nahezu vergessen wurde, da Boilies und Pellets den Markt überflutet haben und mittlerweile auch recht günstig zu bekommen sind.
‚Frolic ist doch nichts anderes als ein Pellet‘; das stimmt auch. Genau wie die meisten anderen Pellets, die Angler zum Füttern und Ködern verwenden, sind Frolic Ringe unter Druck gepresster und getrockneter Teig, der als Tierfutter dient. Manche werden auch ‚extrudiert‘, das heisst: zusätzlich Hitzebehandelt. Frolic wird mit diesem Verfahren hergestellt. Als Hunde-/Heimtierfutter unterscheidet es sich trotzdem etwas von den sonst beim Angeln üblicherweise verwendeten Pellets.
‚Das ist doch verboten und schädlich für Fische und Gewässer‘; stimmt ausdrücklich nicht! Interessanterweise wurden die Vorteile von Frolic mit der Zeit nahezu vergessen, die Mythen und Märchen dazu aber nicht.
Gründe genug, die Ringe noch mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Ob es ein gutes oder weniger gut geeignetes Futter für Hunde ist, interessiert uns an dieser Stelle ausdrücklich nicht. Betrachtet wird ausschließlich die Eignung als Fisch-Köder und dem optimalen Umgang mit diesem.
Frolic-Zielfisch 1: Auch wenn es nun reine Carp-Hunter abschreckt, Brassen lieben Frolic! Ich halte einen (richtig gedipten) Frolic-Ring für den besten Brassen-Köder überhaupt.
Wie alles mit und um Frolic begann
Frolic Hundefutter gibt es seit 1967! Es unterschied sich damals von den meisten Trockenfutter-Sorten vor allem dadurch, dass es als Alleinfuttermittel entwickelt wurde und sich durch einen spürbar höheren Feuchtigkeitsgehalt auszeichnete. Und es sinkt! Dadurch bekam es für uns Angler überhaupt eine Relevanz. Oder sollte ich besser sagen: Es sank?! Gleich mehr dazu…
Hir könnt ihr eine alte Friólic-Werbung aus 1969 sehen: Zur alten Werbung!
Festblei und Selbsthakeffekt
Mitte der 80er hörten meine Freunde und ich von neuen Trends aus England. „Angeln mit Festblei und Selbsthakeffekt“ war eine bis dahin unvorstellbare Methode, auf die wir uns begeistert stürzten.
Die ersten Fertig-Boilies davon kamen auch Anfang der 80er auf den Markt und waren für uns nahezu unerschwinglich.
Dieser (ehemals 20mm-)Erdbeer-Boilie ist eine Original-Kugel aus den ersten Stunden der Boilie-Ära in Deutschland und ist rund 40 Jahre alt!
Dieser nach wie vor tiefrote Boilie & noch ca. 10 Kollegen lagen versteckt bei mir im Angelschrank in einer einfachen Plastikschachtel (nächstes Foto). Die Murmel ist vollständig durchgetrocknet, dabei etwas in sich zusammengeschrumpft, wirkt wie Plastik und ist hart wie Stein. Mit der dünnen Angelschnur, die durch das bereits vom Produzenten vorgebohrte Loch geführt wurde, hab ich damals solche Boilies an den Haken geknotet, denn wir kannten zu der Zeit die No-Knot-Haarmethode noch nicht.
Zum Verständnis, bis zu dieser Zeit gab es unumstößliche Weisheiten: Ein Karpfenköder musste möglichst weich sein und die Beschwerung der Montage so leicht und so wenig spürbar wie irgendwie möglich. Das, was als Neuheiten aus dem Norden kam, brach mit Erkenntnissen, die quasi Naturgesetze waren. Irgendwas mit, „Haar-Methode“, zur Befestigung des Köders geisterte als Gerücht herum, der Köder also nicht direkt auf dem Haken aufgespießt, sondern an diesem angebunden. Wir begriffen den gewünschten Effekt, hatten aber keine Ahnung wie das gemacht werden sollte.
Einer hatte gehört, dass Frolic super als Ersatz für diese seltsamen und teuren Boilies funktionieren solle und schleppte diesen Köder als Erster in unserer Truppe an. Da die Haar-Methode zunächst ein Mythos und Rätsel blieb, wurden Frolic-Ringe entweder mit 0,10er Schnur an den Haken geknotet oder schlichtweg mit einem kl. Streifen durchsichtigen Plastik als Haar-Ersatz an den Haken gespießt.
Ca. 40 Jahre alte Original-Köder, die ich ebenfalls samt Schnur & Plastikstreifen in zuvor genannter Plastikschachtel gefunden habe. Sind tadellos, wenn auch sehr trocken und hart. Was die wohl für ein MHD hatten? Es sind übrigens die 3-eckigen „Rufus“-Futterbrocken, die damalige Frolic-Kopie von Aldi; gibt es auch seit Jahrzehnten nicht mehr.
Auch die ersten Geflecht-Schnüre tauchten in der Zeit auf, erst weißes Dyneema, dann grüne Corastrong. Das Alles stellte das Angeln auf den Kopf.
Die Erfolge waren unglaublich! Wir fingen Karpfen in Mengen und Größen, wie nie zuvor. Manchmal lag der Frolic grad erst auf dem Platz und schon piepste der elektronische Bissanzeiger wie verrückt und der selbstgebaute Affenkletterer (auch beides Neuheiten) schoss einem noch beim Einstellen bereits um die Ohren.
Einer der ersten günstigen Nachbauten des damals sehr teuren Optonics und ein selbstgebauter Kletteraffe. Beides nutze ich noch heute!
Ein junger Angler (ich) griff nach den Sternen und mit 13Pfd strahlten diese damals auch schon hell
Frolic wurde bundesweit als Köder ein Renner, die Geschäfte wunderten sich über den Ansturm, mancher Hundebesitzer über leere Futter-Regale, und die ersten Verbots-Prediger kamen auf den Plan.
Frolic-Zielfisch Nr. 2: Heute kann man deutlich größere Karpfen fangen, auch immer noch mit Frolic. Es war eine Zeit lang ‚der‘ Top-Karpfen-Köder, heute ist es zumindest immer noch ‚ein‘ Top-Köder, auch wenn es etwas in Vergessenheit geraten ist.
„Alles Teufelszeug“ – Verbots-Fetischismus für Boilies und Frolic
Deutlich ältere Angler haben mir in meiner Jugend berichtet, dass es „Verbots-Orgien“ schon immer gab. Als Mais zu einem beliebten Köder wurde, wurde gewarnt, Karpfen würde der Magen platzen, wenn der Mais dort weiter quellen würde (vor allem der Magen, den sie gar nicht haben); natürlich gab es Verbots-Forderungen für Mais. Ebenfalls beim Aufkommen von Maden, Argument:
„Die fressen die Fische von innen heraus auf“.
Noch vor dem „verbietet Boilies“ gab es selbstverständlich auch ein „verbietet Frolic“. Und es gibt Gewässer, an denen dieser Köder tatsächlich untersagt wurde und teilweise noch ist.
„Karpfen werden davon krank. Ihr Fleisch wird braun-rot. Sie schmecken nach Hundefutter. Man kann sie dann nicht mehr essen. Sie werden süchtig nach Frolic. Da sie mit Frolic Fleisch aufnehmen, mutieren diese Friedfische dann zu Räubern. …“,
es gibt kaum einen Unsinn, der nicht als Begründung herhalten musste.
Andere argumentierten aus dem Lebensmittelrecht heraus. Vereinfacht dargestellt, „Frolic ist durch das Futtermittelgesetz verboten. Da Frolic ein Petfood-Artikel für die Fütterung von Haustieren ist, die nicht zur Lebensmittelgewinnung dienen.“
Eine für mich abenteuerliche Gesetzesauslegung, die evtl. Hersteller von Ködern betrifft, jedoch sicherlich nicht den einzelnen Angler, der ein solches Produkt als Köder benutzt.
Zielfisch? Na ja... Giebel müssen schon eine gewisse Größe haben, um Frolic fressen zu können, dann tun sie dies auch und man ist manchmal erstaunt, welch kapitale Größen es im Gewässer gibt. Sie sind aber gezielt besser mit Made, Mais, Teig & Wurm zu fangen und wenn so ein Bodenköder genutzt werden soll, dann wähle ich lieber kleine 10mm Pellets/Boilies. Dasselbe gilt für Rotaugen & -federn.
Auch die Behauptung, dass Frolic, „Gewässer vergiftet/schädigt“, ist Blödsinn, schließlich kippen wir keine Tonnen davon in Fluss & See. Das, was wir füttern, wird von Fischen, Krebsen & Kleintieren gefressen, hat dann die Wirkung wie jeder organische Eintrag. Quasi: eine Ente kann problemlos im Teich ersaufen, 100 tote Enten wären ein Problem. Nein, hinter all dem stecken vor allem der übliche Fangneid und jener Verbots-Fetischismus, dem besonders Angel-Funktionäre gern unterliegen.
Zielfisch? Ja und Nein. Auch Schleien sind mit Frolic zu fangen. Ein tatsächlicher Vorteil von Frolic bei Schleien ist die hohe Lockwirkung des einzelnen Rings, ohne weiter damit anfüttern zu müssen, weil Anfüttern bei Schleien oft nur ungewollten Beifang anzieht. Aber auch wenn eine mittlere Schleie problemlos einen Ring oder auch einen 20mm-Boilie runter bekommt, bevorzugen sie doch meist kleinere und/oder weichere Happen. Deswegen bevorzuge ich wiederum andere Köder für sie.
Welche?
Das sagt dir dieser Artikel: Erfolgreich Schleien angeln – Tipps & Tricks
Frolic: Original, Katastrophe(!) & Alternativen
Generell gab es meines Wissens immer eine Geflügel- & eine Rind-Version. Letztere war bei Anglern deutlich beliebter. Ob das bei Karpfen & Co. genauso aussah, konnte nie bewiesen werden, trotzdem kaufte kaum jemand die Geflügel-Version, das ist bis heute so geblieben. 2024 wurde die Rezeptur geändert, sicherlich in den über 50 Jahren nicht das erste Mal. Das „neue“ Frolic riecht bereits beim Öffnen der Tüte auffallend anders, es ist nicht mehr der typische Geruch, der schon fast stechend war. Ich vermute, genau dies war einer der Gründe für eine andere Rezeptur. Es sieht auch anders aus; die grobe, braun-rötliche Struktur ist einer feineren, braun-grauen gewichen. Beim Wasserglas-Test dann die große Katastrophe:
DAS NEUE FROLIC SINKT NICHT MEHR!
Links das neue Frolic ab 2024 – rechts das alte, gut als Köder geeignete Frolic
Neu (links) und Alt (rechts) im Vergleich. Deutliche Unterschiede.
Beim Wasserglas-Test der große Schreck! Neu (links) und Alt (rechts). 80% der neuen Frolics schwimmen, auch dauerhaft. Habe mehrere Gläser befüllt, das Ergebnis bleibt gleich. Manchmal stiegen unten liegende Ringe sogar noch etwas später hoch.
Es kommt nicht mehr darauf an, aber der Vollständigkeit halber: die neuen Ringe weichen auch viel schneller auf. Nach ca. 30min im Wasserglas brechen sie schon bei nur ganz wenig Druck, da sie bereits vollständig durchfeuchtet sind, währen die alten Ringe immer noch stabil bleiben, nur die Oberfläche löst sich langsam, wie gewollt.
Der Test schließt das neue Frolic komplett vom Angeln aus! Volle Unbrauchbarkeit als Köder und auch zum Anfüttern. Zum Glück gab es schon immer Alternativen, Kopien, wie immer man sie nennen will. Das auch schon lang nicht mehr erhältliche „Rufus“ von Aldi wurde bereits erwähnt. Die Billig-Marken-Frolic-Kopien wechseln ständig. Aktuell bieten Edeka & Marktkauf eine brauchbare Alternative an; die 4-eckigen „Saftige Happen“. Die Quadrate sinken, es hält ungefähr so lang wie Frolic, hat nicht ganz so eine grobe Struktur, ist deutlich dunkler und riecht längst nicht so intensiv, aber ist etwas günstiger als das Original.
„Saftige Happen“, die aktuelle Frolic-Alternative von Edeka/Marktkauf, ebenso wie das Original im 1,5kg-Beutel.
Raiffeisen hatte immer wieder mal Frolic-Kopien. Aktuell gibt es als Eigenmarke die „Soft-Ringe“ im 3 Kilo-Sack. Auch diese Ringe sind nicht so grob strukturiert, halten beim Wasserglas-Test gute eineinhalb Stunden, also dem Original sehr ähnlich. Dem Original-Geruch des alten Frolic erreicht aber auch diese Variante bei weitem nicht.
„Soft-Ringe“ von Raiffeisen…
…im 3 Kilo-Sack.
Andere Händler/Ketten haben mit Sicherheit weitere Alternativen, die jedoch nicht so beständig im Markt bleiben wie Frolic. Sie tauchen auf, verschwinden nach einiger Zeit wieder aus dem Verkaufsprogramm. Man muss halt danach suchen. Leider lässt sich der Inhalt dieser großen Beutel vor dem Kauf meist nur erahnen, erst recht die Sink-Fähigkeit kaum einschätzen. Preise haben wir bewusst nicht genannt, wir haben alle in den letzten Jahren erlebt, wie schnell sich diese kräftig ändern können. Wenn du weitere aktuell erhältliche, brauchbare Alternativen kennst, gib uns gern ein Feedback.
>>Hinweis: Wir benutzen fortfolgend in diesem Artikel trotz des Totalausfalls der Original-Marke die Bezeichnung „Frolic“ für alle zum Angeln nutzbaren Hundefutter-Ringe einfach weiter!
Ein Wort aber noch zu „Frolic Mini“, welches es ja auch noch gab & ebenfalls in neuem Gewand weiterhin gibt. Ich habe keinerlei Erfahrungen damit, weiß aber, dass Kollegen das früher verwendet haben und zufrieden waren. Theoretisch vermag eine kleinere Version eines Frolic-Rings einen passenderen Köder für zuvor genannte „Eher nicht-Zielfische“ darstellen. Doch auch wenn ein kleinerer Ring mundgerechter für Giebel, Karausche, Schleie, Rotauge & Co. sein könnte, sind all diese Arten keine Fische, die so unter extremen Angeldruck stehen, wie der Karpfen. Eine Alternative zu Pellets & Boilies ist keinesfalls so nötig und gerade diese Arten sind dazu besonders für richtige Naturköder empfänglich. Eine sich vermutlich wegen der geringeren Stärke noch schneller auflösende Variante eines Frolic erschien mir aus all diesen Gründen nie reiz- oder auch nur sinnvoll. Und nun sind wir Angler mit Original-Frolic sowieso erstmal durch.
Frolic Mini
Zielfisch Rangfolge Nr.?: Die Barbe ist ein weiterer, dankbarer Abnehmer. Es stellt sich nur die Frage, ob sie nach Brassen & Karpfen auf Platz 3 landet oder…
…dem Döbel diesen Vortritt beim Zielfisch-Ranking geben muss. Sollen die beiden sich doch den 3. Platz teilen,…
…dann gleich noch gemeinsam mit dem Aland.
Frolic Anködern = Einschlaufen
Was habe ich schon für seltsame Montagen gesehen, z.B. längs durchbohrt aufs Haar gezogen. Warum??? So wird nicht nur die Struktur des Rings stark geschwächt und damit die Zeit bis zum Brechen massiv verkürzt, es ist auch deutlich aufwendiger. Nein, Frolic wird eingeschlauft!
Das ist nicht nur die einfachste, sondern auch die sinnvollste Art des Anköderns. Man braucht keine Ködernadel, keinen Boiliebohrer oder sonstige Hilfsmittel, es klappt mit Geflochtener wie mit Mono, und auch nachts im Dunkeln ohne Lichtquelle.
Benötigt wird nur das Vorfach und ein Haken mit Öhr der Größe 6 bis 2.
Alles was man braucht: Vorfachschnur, Öhrhaken, Schere, ggfs. Tönnchenwirbel
Eine einfache Schlaufe von grob 3-4cm Länge knoten, überstehendes Ende abschneiden, Vorfach etwas länger als gewünscht zuschneiden.
Schlaufe durch den Frolic-Rig führen, idealerweise greift die Schlaufe um den stabilsten Teil des Rings. Das Vorfach kommt wiederum durch die Schlaufe. Locker festziehen und…
…den Öhrhaken aufziehen.
No Knot-Bindung durchführen. Ich bevorzuge einen Abstand zwischen Haken und Köder von nicht ganz einem Fingerbreit, aber da hat jeder seine eigene „Rig-Philosophie“. Das gilt sowieso für die gesamte Montage; Versteifungen, Sleeves, Anti-Tangle-Gedöns, Haken-Drehungen erzeugen, undundund… Ich mag es so einfach wie möglich.
Am anderen Vorfachende entweder auch eine Schlaufe knoten (Doppelknoten, dieser Knoten muss zwingend halten) oder einen Tönnchenwirbel montieren. Je nachdem, wie du das Vorfach mit der Hauptschnur verbinden willst. Ich denke, der Tönnchenwirbel ist etwas sicherer, da eine Schlaufe doch mit der Zeit aufscheuern kann.
Wenn nun dieser Frolic weg ist, aufgelöst oder nach einem Fang… Einfach wieder den nächsten Ring einschlaufen, indem du die Schlaufe wieder durch den Ring führst und das gesamte Vorfach samt Haken erneut durch die Schlaufe ziehst.
Kinderleichtes Anködern!
Frolic: Auflösungsverhalten – Vorteile
Wenn über Frolic gesprochen oder geschrieben wird, kommt ziemlich fix der Einwurf, „löst sich doch so schnell auf…“. Liebe Leute, das ist ein VORTEIL, kein Nachteil! Das heißt nämlich, dass der Köder eine sehr schnelle Lockwirkung hat. Den Frolic-Ring findet der Karpfen schon attraktiv, wenn beim Boilie noch nicht mal die äußere Schicht richtig nass geworden ist und er noch eine ganze Weile wegen null Geruchs-/Geschmacks-Lockwirkung ignoriert wird.
Natürlich ist der Boilie ein toller Köder, aber ich befürchte, ganz viele Nutzer verstehen diesen gar nicht richtig. Das Standardwerk von Max Nollert bei Fisch und Fang zu genau diesem Thema, das jeder Karpfenangler gelesen haben muss.
Die Auflösungszeit eines Frolic-Rings, gleich welcher Marke, ist abhängig von:
Wasser-Temperatur & -Druck, mehr noch von der Strömung, und noch mehr davon, ob sich Kleinfische daran zu schaffen machen.
Ob man den Ring zuvor lange trocknen lässt oder einen frisch aus der Tüte nimmt, hat wiederum weniger Einfluss als oft gedacht, denn der Ring ist recht porös, da nützt vorheriges Trocknen gar nicht so viel.
Ein sehr zäh löslicher Dip könnte ihn länger… aber damit arbeite ich wieder gegen den Haupt-Vorteil dieses Köders. Man kann ihn mit Mesh oder mit einem Damenstrumpf vor dem Auseinanderfallen am Haar sichern, aber warum ein solcher Aufwand? Ich wechsle den Ring konsequent ungefähr jede Stunde, bzw. nach jedem Biss. Im Fluss bei starker Strömung und vielen Kleinfischen evtl. noch öfter. Und wenn ich pennen will, kommt was anderes an den Haken oder -besser- der Haken kommt aus dem Wasser raus und ich schlafe vernünftig.
Frolic ist ein herrlich einfach zu handelnder Köder. Ich hab bei Ansitzen fast immer dieses Schraubglas dabei. Darin: einige Frolic-Ringe, 2-3 fertige Vorfächer, ein paar wasserlösliche Mais-Verpackungs-Flips als Vertüddelungs-Schutz beim Wurf. Und schon kann ich spontan damit loslegen
Vorteile von Frolic:
- Überall zu bekommen & schnell verfügbar
(Stimmt seit der neuen Rezeptur so nicht mehr, es sei denn du weisst, wo du eine gute, ebenfalls sinkende Alternative bekommst) - Vergleichsweise günstig
- Leicht und ohne Hilfsmittel zu handeln & zu montieren
- Spricht viele Arten an
- Hohe Lockwirkung (ideal für Kurzansitz)
- Lockt auch beim Erstkontakt zum Biss
- Anfüttern nicht zwingend erforderlich
- Eigene Form (keine zu gut bekannte Kugel-Form)
- Ganz eigener, fleischiger Geruch & Geschmack
- Gut zu pimpen
- Wird heutzutage selten verwendet
Ein weiterer Zielfisch ist ganz klar der Stör. Damit der Allesfresser bloß nicht am Köder vorbei schwimmt, muss dieser a) auf seiner Fress-Route liegen und b) möglichst stark riechen. Also ist dippen grad in diesem Fall Pflicht.
Methoden, Taktik, Technik für Frolic
Über Strategien müssen wir gar nicht reden, denn eine solche ist eher Köderunabhängig, dafür aber bezogen auf den jeweiligen Zielfisch und das Gewässer. Und Methoden? Sowohl Grund- als auch Posen-Angeln ist möglich. Das Wort Methoden kommt aber passend: Ich bin generell ein großer Fan des Method-Feederns, erst recht bei diesem Köder. Wobei es bei mir kein aktives Method-Fischen ist, wo der Korb schon fast so häufig geworfen wird, wie beim echten Feedern. Wobei: Man kann Frolic natürlich auch beim Feedern als Köder nutzen.
Meine Art damit zu fischen: Ich lege die Method-Falle, warte bis zu einem Biss oder maximal eine Stunde, dann wird essowieso Zeit den Ring zu wechseln. Das Method-Futter soll so intensiv wirken, dass es den Fisch zum Köder zieht, deswegen muss es hochkonzentriert sein. Es sollte sich nach gut einer halben Stunde nahezu komplett aus dem Method-Korb abgelöst haben, sonst lockt es nicht wirklich. Es wäre absurd, wenn das Futter eine längere Auflösungszeit hat als der Köder. Gerade Hundefutter kann man super mit einem deftigen Method-Futter kombinieren.
Zielfisch: Wels. Diese lassen sich gut mit Frolic ansprechen. Sicherlich dieser Zwerg noch nicht, aber wenn er mal größer wird… Weltbekannt sind die Videos aus Frankreich, wo Angler mit Frolic unter großem Jubel der Zuschauer mitten in den Städten Welse fangen. Mir fehlen jedoch eigene Erfahrungen, um mehr dazu sagen zu können.
Meine Method-Mix-Hauptzutaten: gemahlenes Frolic, etwas intensives Futtermehl (hier Easy Cheesy von Browning), reichlich(!) Maggi, etwas kristallines Betain (Common Baits) und Salz. Optional: weitere Lockstoffe nach Lust und Verfügbarkeit. Im Bild: Fennugreci (Top Secret), flüssiges Anis-Aromix Sirup (Sensas) und Koriander.
Eine weitere, super passende Method-Masse ist „die Pelletbombe“. Fischig-Süß und dann noch ein fleischiger Frolic-Ring? Das schreit doch direkt nach Brasse & Co.. und dazu gibts auch ein Video:
Die Pelletbombe - ein Friedfischmagnet für Brassen, Barben, Döbel und Schleien!
Mische, was du möchtest. Man könnte genauso Z.B. ein süßes Erdbeer-Futter nutzen, aber ich mag es nun mal, wenn das Futter geschmacklich zum Köder passt. Es gibt noch ein paar spezielle „Frolic-Tricks & -Themen“:
Der große Köder: Für Rambo, den Riesen-Karpfen oder Wilma, die Waller-Mutti
2 bis „?“ Ringe mit einer längeren Haar-Schlaufe anködern. Dadurch wird der Köder evtl. für große Fische attraktiver, nicht nur der Größe wegen, sondern weil gleich mehrere Ringe gleichzeitig Lockstoffe aussenden. Ein solcher hochintensiv wirkender Köder ist grad etwas für Welse, die sich auf Boilies & Co. eingeschossen haben. Aber aufpassen: die Auflösungszeit bleibt gleich kurz! Schließlich löst sich jeder Ring für sich allein im Wasser. Manche Autoren haben was von einem ‚so länger haltbarem Köder‘ geschrieben, das ist natürlich Unsinn.
Der Zuckerwürfel-Trick: Kein Praxis-Tipp, sondern Geschichts-Stunde. So hat man früher, als es noch kein PVA gab, Köderproben direkt neben dem Hakenköder platziert.
Die „Zuckerwürfel-Montage“ ist eine sehr alte Methode, um mehrere Futter-Ringe direkt neben dem Köder zu platzieren. Sie stammt aus der Zeit vor PVA. Ein Zuckerwürfel wird mit einem Gummi oder einem Stück Schnur zusätzlich an den Haken oder an den Tönnchenwirbel gebunden. Auf diese Schnur reiht man ein paar Frolic-Ringe, der Würfel löst sich auf und gibt die Ringe frei. Eine grauenhafte Fummelei, die ich ein allerletztes Mal nur für diesen Bericht knüpfe.
Frolic-Pop-Up. Ja, das geht. Nur: Warum sollte man das tun?
Indem man einen Pop-Up-Foam im Ring platziert, wird der Frolic zum Wafter oder Pop-Up. Jedoch wird es dann mit der Schlaufenmontage nichts. Stattdessen muss man dann doch den Ring quer durchbohren, samt eingesteckten Auftriebskörper per Ködernadel wie einen Boilie aufziehen… Wozu?
Als Bodenköder fängt ein Ring gut, so wie er ist. Nur um ihn ein Stück zu liften, geht man doch so einen Aufwand nicht ein und schwächt auch noch sonstige Vorteile. Nochmals: grad das einfache Handling macht Frolic zu einem Top-Köder, nicht das Verkomplizieren und nicht Versuche, andere Eigenschaften zu kreieren. Abgelehnt!
Dazu kommt noch das ‚Problem‘, dass die Alternativ-Ringe deutlich kleinere Löcher haben, zumindest die Produkte, die hier vorgestellt wurden. Da passt nicht genug Foam rein, um den Ring zu liften. Könnte man ja zusätzlich aufs Haar… nein, so würde es langsam mehr als irrsinnig.
Boilies aus Frolic machen? Was für eine bescheuerte Idee!
Warum sollte ich all die zuvor genannten „Frolic-Vorteile“ zerstören, nur um einen Billig-Boilie daraus zu machen? Gute Futterboilies kriegt man heute schon für rund 3,-€/Kilo und manchmal in Angeboten noch günstiger. Ich glaube, manche Anleitung für Froic-Boilies entstand nur, weil manche Autoren/Filmer keine anderen Ideen mehr hatten. Wenn du Spaß an solchen Experimenten hast, mach es, ansonsten lass es.
Die am besten zu Frolic passenden Dips
Es wurde bereits erwähnt: Die Struktur von Frolic bietet sich zum Dippen an, da Lockstoffe ein Stück weit eindringen können und somit eine hohe Konzentration Lockstoff in die Umgebung abgegeben wird. Man muss unterscheiden, ob der Köder nur kurz rein soll, ein paar Minuten bis 1-2 Tage, oder länger eingelegt werden soll und kann. Unbedingt bei jedem Dip selbst ausprobieren, wie Hundefutter-Ringe das jeweils mitmachen. Manche Flüssigkeit lässt sie dann doch recht schnell verfallen, in anderen Dips können sie wochenlang baden und werden dadurch nicht viel auflösungsfreudiger.
Was für ein Prachtbursche. Und ein toller Brassen dazu. Mit dem richtigen Dip zum Köder kann man evtl. doch etwas Einfluss auf den Erfolg bei der gewünschten Fischart ausüben
Es eignet sich zunächst mal jeder Dip, aber ein paar ergänzen Frolic meiner Meinung nach großartig. Diese Vier möchten wir euch zum Abschluss präsentieren und die Frolic-Story damit rund machen.
Der fischige Allzweckkünstler – ist wie mein Frolic-Glas immer dabei. Ein Mix aus Fischöl & Asia Fisch-Sauce. Motzt jeden Köder kurzzeitig auf.
Der Brassen-Burner – Betain-Melasse vom Friedfisch-Spezialisten oder gewöhnliche Zuckerrübenmelasse (Zuckerrübensirup, Rübenkraut) aus dem Supermarkt geben dem Köder einen süßen Kick. Erstere ist flüssiger, der Sirup klebrig-dick, beide aber sind hochlöslich und wirken sofort.
Der Unbekannte – Ahornsirup fristet bei uns generell ein Schattendasein, in Teilen der USA ist er allgegenwärtig. Ich habe vor Jahren einen Bericht gelesen: man suchte ein Fisch-Lockmittel um Giftköder für die Plage ‚Silber-Karpfen‘ zu entwickeln. Ahornsirup erreichte die höchste Lock-Wirkung. Da sollte ein uns bisher unbekanntes Potential vorhanden sein.
Die Brechstange – Die hochkonzentrierten Zammataro-Dips sind berüchtigt und man sollte vorsichtig mit ihnen umgehen. Wenn brachiale Maßnahmen hermüssen (oder es auf Stör geht), wird der Ring kurz einmal eingetaucht und einige Minuten an die Seite gelegt, damit der Dip etwas einziehen kann. Im Bild eine ältere Version, die aktuellen findest du unter: https://www.kl-angelsport.de/friedfischangeln/futterzusaetze/#5a50/fullscreen/m=and&q=zammataro+dip
Wir wünschen viel Spaß beim Umsetzen der Tipps. Gebt uns gern ein Feedback.
Und immer dran denken:





















