angeljournalismus schaden lars teaser

Gerade als jemand, der sich wie ich in der Öffentlichkeit für unser Hobby Angeln einsetzt (http://www.anglerdemo.de/), freut man sich immer wieder über Zuspruch.

Auch wenn das sicherlich bei keinem Aktivisten der Grund für seinen Einsatz ist, so freue auch ich mich über die Bestätigung, dass die eigene ehrenamtliche Arbeit wahrgenommen und geschätzt wird.

Fast noch mehr freut man sich aber, wenn einem jemand auch mal sachliche Kritik oder Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Denn dies zeigt, dass sich jemand intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat.

Neben zahlreichen bereichernden Unterhaltungen macht man aber durchaus auch Erfahrungen ganz anderer Art. Das „branchenübliche Gemecker“ von wegen „man habe finanzielle Interessen im Sinn“ und andere letztlich harmlose Beschimpfungen ignoriert man irgendwann einfach. Wer klare Positionen einnimmt, der eckt nun mal an. Das muss man ausblenden können, wenn man beginnt, sich aktiv für Angler einzusetzen. Für die eigenen Ziele muss ich auch häufiger die Ellenbogen ausfahren. Auch Populismus gehört zum Geschäft.

bild lars arbeit angeljournalismus schadenLars Wernicke bei der Vortragsarbeit für Angler, Angeln und Anglerschutz

Gelegentlich aber kommt es vor, dass ganz gezielt versucht wird, mit Unterstellungen der übelsten Sorte die eigene Arbeit - oder noch schlimmer die eigene Person - zu diffamieren. Auch Beleidigungen und persönliche Angriffe gegen mich gehören inzwischen zu meinem Alltag - ein Zeichen, dass wir dem Ein oder Anderen erfolgreich auf die Füße treten! Und das geht nicht nur mir persönlich so. 

Mit Thomas Finkbeiner, dem Chefredakteur von Netzwerk Angeln, arbeite ich schon einige Jahre gut und vertrauensvoll zusammen.

Vor einigen Wochen war Thomas und seine journalistische Arbeit einmal mehr Zielscheibe solcher Angriffe in einer Facebook-Gruppe.

Dass er häufiger übel beleidigt, verleumdet, offen bedroht oder auch mal vor Gericht gezerrt wird ist angesichts seiner intensiven und hartnäckigen journalistischen Recherche für Netzwerk Angeln im Umfeld von Angelpolitik, Parteien, Behörden, Ministerien und Verbänden nicht überraschend. Dass diese Angriffe bisher keinen Erfolg hatten, darf man an dieser Stelle auch anmerken, es zeigt die kompetente und saubere Recherche von Netzwerk Angeln.

Daher habe ich in diesem aktuellen Fall einfach mal nachgehakt und recherchiert – direkt bei der angesprochenen Ministerin.

Wie so etwas dann aussehen und auch ausgehen kann, könnt ihr nachfolgend lesen.


Der Angriff

Im Oktober 2018 wurde in mehreren Facebook Gruppen für Angler, ein Interview mit Verantwortlichen des DAFV (Deutscher Angelfischerverband e.V.) veröffentlicht. Wie man dem Interview entnehmen konnte, waren seitens des DAFV die Präsidentin Frau Dr. Happach- Kasan, der Geschäftsführer Alexander Seggelke sowie der Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit Olaf Lindner bei diesem Interview anwesend.

Geführt wurde das Interview laut Bericht von drei Administratoren mehrerer Facebook Gruppen: Steven Carle, Krisztian Varadi und Uwe Kretschmar.

In der Facebook-Gruppe „Angeln – Mecklenburg-Vorpommern“, kam es nach der Veröffentlichung des Interviews zu einer lebhaften Diskussion über den Inhalt und Stil des Interviews, an der auch ich mich beteiligte. (Hier nachzulesen: https://www.facebook.com/groups/angeln.mv/permalink/1957857937570123/ )

Im Rahmen der oben genannten Diskussion zum DAFV-Interview tätigte Uwe Kretschmar (neben seiner Funktion als Administrator der Facebook-Gruppe auch Präsident des Kreisanglerverband Dahme-Spreewald e.V. (Mitglied im DAFV)) die Aussage, man solle doch mal schreiben, dass die Bundesministerin (Anmerkung: Julia Klöckner, BMEL) nach "Finkenbeiners" Angriff mit keinem mehr sprechen wollte.

Und dann auch, dass nur Happach - Kasan (Anmerkung: Präsidentin DAFV) dafür gesorgt habe, dass die Ministerin zumindest wieder mit einigen Vertretern der Angler sprechen würde. Die Holzhammermethode wäre da gründlich gescheitert.

Das, was hier von Herrn Kretschmar als „Angriff“ betitelt wurde, war eine detaillierte und in Teilen auch kritische Nachfrage des Angeljournalisten Thomas Finkbeiner beim BMEL und dessen Ministerin Klöckner zum Thema Freizeitfischerei in der Ostsee.

Sowohl die Fragen an die Ministerin und das Ministerium als auch die Antworten darauf wurden veröffentlicht:
Baglimit Dorsch 2019 – Ministerium will für Erhöhung kämpfen


Eine „Holzhammermethode“ ist für mich in den fachlichen und auch spezifischen Fragen genauso wenig erkennbar, wie eine angedeutete Verstimmung in den Antworten des Ministeriums.

Ich denke, dass ein Ministerium und erst recht eine Bundesministerin mit detaillierten und kritischen Fragen professionell umgehen kann und will.

Ich entgegnete also in der besagten Diskussion bei Facebook, dass diese Aussage nicht wahr sei.

Worauf Administrator Steven Carle bekräftigte, dass Kretschmars Aussage doch wahr sei.

Und auch Administrator Uwe Kretschmar legte nochmals nach, indem er meinte, man könne ja Frau Ministerin Klöckner gerne fragen..

Angeregt durch diesen Hinweis tat ich dann genau das auch:
Ich schrieb an das Ministerium, um Klarheit in die Angelegenheit zu bringen.

Interessanterweise wusste auch der DAFV offiziell auf meine Nachfrage nichts davon, woher die Aussage kommen würde, dass Frau Klöckner nicht mehr mit den Anglern sprechen würde.


Meine Nachfrage ans Ministerium

Sehr geehrte Damen und Herren, 

mit Verwunderung habe ich am 24.10.2018 angebliche Aussagen der Bundesministerin Julia Klöckner in einem sozialen Netzwerk vernommen. Gerne möchte ich wissen, ob diese Aussagen so korrekt sind oder es sich hierbei um „Fakenews“ handelt. 

Hierbei geht es in erster Linie um das „Baglimit für die Freizeitfischerei“ U.a. gab es die Aussage von Herrn Uwe Kretzschmar – Präsident des Kreisanglerverbandes Dahme/ Spreewald –  zu Bundesministerin Julia Klöckner  „Die Bundesministerin wollte nach dem Angriff von Finkbeiner (Anmerkung Journalist und Gründer von „Netzwerk Angeln“) mit keinem mehr sprechen. Frau Dr. Happach-Kasan (Anmerkung Präsidentin des DAFV) habe dafür gesorgt, dass sie (Anmerkung die Ministerin) zumindest mit einigen Vertretern der Angler wieder spricht.“ 

Hierzu meine Fragen: 
1. Ist die Aussage korrekt, dass die Ministerin mit keinem Angler mehr sprechen wollte? Wenn ja, steht dieses im Zusammenhang mit „Angriffen“ von Herrn Finkbeiner?
2. Hat Frau Dr. Happach- Kasan die Ministerin überzeugen müssen wieder mit Anglern zu sprechen?
3. Ist eine Bundesministerin wirklich so „sensibel“, dass sie bei kritischen journalistischen Fragen und Äußerungen sofort die Kommunikation mit einem Teil der Gesellschaft beendet? Wir reden bei Anglern immerhin von ca. 5 Millionen Bürgern und Wählern in Deutschland.

Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen
Lars Wernicke

 

Die Antwort des Ministeriums

 

Sehr geehrter Herr Wernicke,

Frau Bundesministerin Klöckner dankt Ihnen für Ihre E-Mail vom 26. Oktober 2018. Sie hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.

Mir ist nicht bekannt, auf welchen „Angriff“ von Herrn Finkenbeiner die Bundesministerin reagiert haben sollte.

Herr Finkenbeiner hatte Anfang September Frau Bundesministerin einen umfangreichen Fragenkatalog zur Freizeitfischerei in der Ostsee übersandt. Diesen Fragenkatalog hat Frau Bundesministerin ausführlich beantwortet.

Sie hat damit deutlich gemacht, dass sie die Anliegen der Angler ernst nimmt und auch kritischen Fragen nicht aus dem Weg geht.

Im Übrigen ist es ihr Ziel, mit möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen im Dialog zu bleiben, soweit es ihre Terminlage erlaubt. Dazu gehören selbstverständlich auch die Angler.

Mit freundlichen Grüßen

 

Mein Fazit: Nichts blieb übrig von den Vorwürfen

Das bleibt dann also übrig von solchen Unterstellungen gegenüber einem durchaus auch hart nachfragenden Angeljournalisten:
Exakt nichts!

Das Ministerium ist da in seiner Antwort eindeutig, klar und unmissverständlich.

Doch auch nach dieser unmissverständlichen Antwort des Ministeriums bleiben Fragen für mich offen:

  • Wie kommen die beiden Administratoren der Facebook-Gruppen überhaupt zu solchen Aussagen und woher stammen solche „Informationen“?
  • Wird hier seitens dieser Facebookgruppen versucht, den DAFV besser aussehen zu lassen?
  • Ist es für eine Zusammenarbeit zwischen Anglern und dem Ministerium hilfreich, wenn ein Präsident eines (wenn auch regionalen) Anglerverbandes solche Behauptungen über eine Bundesministerin aufstellt?

An dieser Stelle wird einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, alle Veröffentlichungen rund um den DAFV und von dem DAFV nahestehenden Facebookgruppen kritisch zu hinterfragen.

Und man muss das Ministerium und die Ministerin loben, wie schnell sowie vollumfänglich, eindeutig und klar meine Fragen beantwortet wurden.

So kann sich jeder Leser selber sein Bild machen.

 

 netzwerkerwernickeklein

Lars Wernicke

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Kommentare  

Mensch Lars,
wo nimmst Du eigentlich die Energie her, sich so für uns alle und vor Allem für "Mitstreiter" einzusetzen?
Antworten
Hallo Lars,

danke fürs Nachhaken. Es ist doch imme wieder schön, wenn solche Fakenews aufgedeckt und öffentlich gemacht werden.
Antworten
Ab und an scheint der eine oder andere DAFV Fahnenschwenker mangels eigener Pro Angler Arbeit, in einen"Wir werfen zur Ablenkung mal wieder die pööhser Journalist Finkbeiner Nebelkerze " Aktionismus zu verfallen..ok,ist nicht verboten, sich damit zum Obst zu machen.

Ist ja weiss Gott nicht das erste Mal, das von DAFV Seite mit Dreck geworfen wird.

Mit dieser dubiosen Taktik, haben sich aber schon ganz andere Verbands Kaliber eine blutige Nase geholt..sogar vor Gericht :-)

Merken diese Selbstdarsteller eigentlich überhaupt noch was?

Ist das "nur" Neid oder schon Erfahrungsresistente Dummheit?

Die infrage kommenden Kandidaten sollten sich einfach eingestehen, das die Arbeit eines Thomas Finkbeiner und seinen Plattformen und natürlich auch Initiativen wie die von Anglerdemo mehr für Angler erreicht haben, als die der angeblichen Anglervertreter des VDSF und seines 2.0 Nachfolgers in 40 Jahren.

Eingestehen das man es selbst gnadenlos vergeigt hat..gestern, heute und höchstwahrscheinlich auch in der Zukunft nicht gebacken bekommt.

Man hatte es selbst in der(bezahlten!) Hand, Angelpolitik transparent und effektiv zu gestalten..

Nicht als freiwillige Kür bei Lust und Laune oder Schönwetter, sondern als verdammte Pflicht einer dafür bezahlten Lobbyvertretung.

Liebe DAFV Freunde. . Lasst den kritischen Journalismus einfach in Ruhe..er ist nur die logische Antwort auf euer Versagen.

Wenn ihr was konstruktives beitragen möchtet, macht entweder bessere Arbeit oder löst euch einfach auf.

Die Mehrheit der Angler würde euch nicht vermissen!
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