angeln ohne angelschein niedersachsen

In Niedersachsen besteht an einigen Gewässern die Möglichkeit ohne Fischereischein und ohne Erlaubnisschein zu angeln.
Das ist zum Einen die Nordsee, aber auch einige "freie Gewässer" die als Küstengewässer eingestuft sind. In diesem Artikel erklären wir im Detail, wie und wo Angeln ohne Angelschein in Niedersachsen funktioniert.


Kein Fischereischein, keine Prüfung rechtlich notwendig zum Angeln in Niedersachsen

Auch nach der letzten Änderung des Landesfischereigesetzes vom 20.06.2018 wurde die grundsätzliche, gesetzliche Prüfungs- und Scheinfreiheit in Niedersachsen wie im alten Gesetz beibehalten.

Es reichen daher in Niedersachsen gesetzlich der Personalausweis sowie die Erlaubnis des jeweiligen Gewässerbewirtschafters, um legal Angeln zu dürfen.

Wer aber in einen anerkannten Angelverein eintreten will, der muss eine Prüfung ablegen.

Das resultiert aus den jeweiligen Paragraphen im Landesfischereigesetz, siehe Behörden, Gesetze und Institutionen rund ums Angeln in: Niedersachsen


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Rechtliche Grundlage zum Angeln ohne Fischereischein und Prüfung

Niedersächsisches Fischereigesetz zu Fischereierlaubnisschein, Fischereischein


§ 57
(1) Wer in einem Gewässer, in dem er nicht Fischereiberechtigter oder Fischereipächter ist, oder wer als Fischereiberechtigter auf Grund einer Erlaubnis der Fischereigenossenschaft (§§ 24, 25) den Fischfang ausübt, hat einen Fischereischein oder einen Personalausweis sowie eine von dem Berechtigten ausgestellte Bescheinigung über seine Befugnis bei sich zu führen (Fischereierlaubnisschein) und diese auf Verlangen den Polizeibeamten, den mit der Fischereiaufsicht betrauten Vollzugsbeamten, den Fischereiaufsehern sowie den Angehörigen des fischereikundlichen Dienstes vorzulegen.

Rechtliche Grundlage zur Pflicht einer Prüfung bei Eintritt in einen anerkannten Angelverein

Es gibt eine Pflicht zur Ablegung einer Prüfung, wenn man in einen anerkannten Angelverein eintreten will. Aber auch hier braucht man keinen Fischereischein in Niedersachsen, es genügt ein Nachweis der abgelegten Prüfung.
Niedersächsisches Fischereigesetz zur anerkannten Vereinigungen von Sportfischern


§ 54
(1) Eine Vereinigung von Sportfischern ist auf Antrag durch den Landkreis oder die kreisfreie Stadt anzuerkennen, wenn sie
......
4. ihre Mitglieder eine Fischerprüfung bei einem anerkannten Landesfischereiverband ablegen läßt,



Freie Gewässer und Küstengewässer, Angeln nur mit Personalausweis

Küstengewässer sind in Niedersachsen grundsätzlich frei und können ohne jedes zusätzliche Dokument ausser dem Personalausweis beangelt werden.

Das sind zum einen die Küstengewässer bis 12 sm im Sinne des Wasserrechts (Küste und Inseln ausser Neuwerk). 

ZUSÄTZLICH gibt es einige Gewässer die als Küstengewässer eingestuft sind und daher ebenfalls unter diese Regelung fallen.

 

Die freien Gewässer laut Anlage 1 (zu § 16 Abs. 3)

Die folgenden Gewässer gelten als Küstengewässer im Sinne des Gesetzes (Freie Gewässer )

  • Elbe – unterhalb Landesgrenze gegen Hamburg
  • Oste – unterhalb der nördlichen Grenzen der Feldmark Oberndorf
  • Ems - unterhalb der Papenburger Schleuse
  • Leda - unterhalb des Sperrwerk

Die oben angegebenen Gewässergrenzen lassen sich aus der sogennanten Abgrenzung der Fischereibezirke zu den freien Gewässern Anlage 2 ableiten.

 

Sonderfall Weser/Hunte

  • Weser - unterhalb der Landesgrenze gegen Bremen, (Grenze der Stadt Bremen),
  • Hunte - unterhalb der Verbindungslinie der Deichscharten bei Huntebrück

Auch Teile von Weser und Hunte sind als Küstengewässer eingestuft, hier braucht man im Gegensatz zu den anderen "freien Gewässern" aber eine Erlaubniskarte, um diese zu erhalten muss man einen Prüfungsnachweis vorlegen.

Der Erlaubnisschein (Weserkarte) ist zu beziehen über das Fischereiamt Niedersachsen in Bremerhaven, Kauf Weserkarte

Es gibt auch die Möglichkeit einer Bestellung per Mail

 

Ausnahme

Die Insel Neuwerk bei Cuxhaven, Elbmündung – gehört rechtlich zu Hamburg, daher gilt dort das Hamburger Fischereirecht und nicht das niedersächsische.



Einschränkungen und Probleme beim Angeln ohne Angelschein in Niedersachsen

Obwohl es gesetzlich nicht notwendig wäre, geben die meisten Angelvereine, Verbände und Bewirtschafter in Niedersachsen keine Erlaubnisscheine an Angler ohne Prüfung oder Fischereischein aus (siehe oben: Es geht hier um Gastkarten, die jeder Verein legal ausgeben könnte OHNE die Prüfung zu verlangen. Wer aber Mitglied werden wil in einem Verein, der MUSS dann die Prüfung machen)..

Der Angler muss sich daher unbedingt vor dem Kauf eine Angelerlaubnis absichern, welche Voraussetzungen und Dokumente der jeweilige Angelverein, Verband oder Bewirtschafter verlangt. An der Küste und den freien Teilen der Elbe kann man jedoch ohne Fischereischein und Prüfung angeln.

Dies bedeutet aber dennoch, dass man sich an die geltenden Gesetze und Verordnungen zur Fischerei und zum Angeln in Niedersachsen halten muss.

Angler unter 14 Jahren dürfen in Niedersachsen nicht selbständig angeln. Sie dürfen nur im Rahmen der Helferregelung Erwachsene beim Angeln unterstützen. Dies gilt auch die Gewässer, in denen ohne weitere Erlaubnis nur mit Personalausweis geangelt werden darf.

 

Ansprechpartner zum Thema  scheinfreies Angeln in Niedersachsen

 

 


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Kommentare  

Dieser Unfug würde der ersten Instanz am Landgericht nicht standhaltem. Wer in einen Angelverein will muss eine Prüfung machen um angeln zu dürfen, Wer nicht im Verein ist braucht keine Prüfung. Und Vereine werden offensichtlich nur zugelassen wenn sie die Prüfung verlangen. Das hört sich nach Stammtisch an aber nicht nach Juristen.
Antworten
Interessanter Ansatz, aber aus dem Gesetz kann sich auch etwas anderes ergeben.

"§ 15 Nds FischereiG
Einem Jugendlichen unter 14 Jahren darf eine Fischereierlaubnis nur zur Vorbereitung auf die Fischerprüfung und nur zum Fischen unter Aufsicht geeigneter Personen erteilt werden."

Aus diesem §15 kann bzw. ergibt sich, dass für die Erteilung der Fischereierlaubnis demnach eine "Fischerprüfung" wohl ansonsten allgemein erforderlich ist. Der Regelungscharakter des § 15 stellt daher eine Ausnahme dar.

Gleichwohl ist das Gesetz hier unklar und das sich diese Voraussetzung aus einer Vorschrift ergibt, die lediglich eine Ausnahme regelt, ist höchst ungewöhnlich, zumal das Gesetz an den eigentlichen relevanten Stellen hierzu schweigt.

Diese Ungenauigkeit des Gesetzes könnte dem Probanten also zugute kommen, insbesondere auch dann noch zusätzlich, wenn ihm denn von jemandem, auf dessen Sachkunde er vertrauen durfte, eine Erlaubnis ohne Nachweis einer Prüfung überreicht wird und er selbst diese Voraussetzung nicht kannte und daher den Irrtum auch nicht vermeiden konnte.
Antworten
Das ist falsch, daraus ergibt sich nichts anderes, als das wie im Artikel geschrieben wurde.
Wurde in langen Telefonaten mit den Behördenleitern abgeklärt (Lutz Meyer für das Niedesächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit für Binnengewässer, Thorsten Brandt für das Staatliche Fischereiamt Bremerhaven für freie und Küstengewässer).
Die Möglichkeit selbständig ohne Prüfung zu angeln gilt NICHT für Jugendliche unter 14 Jahren, die nur als Helfer mitangeln dürfen.
Zitat
"Angler unter 14 Jahren dürfen in Niedersachsen nicht selbständig angeln. Sie dürfen nur im Rahmen der Helferregelung Erwachsene beim Angeln unterstützen. Dies gilt auch die Gewässer, in denen ohne weitere Erlaubnis nur mit Personalausweis geangelt werden darf."
Dazu braucht es auch keine Fischereierlaubnis, da auf die Erlaubnis des Erwachsenen mitgeangelt wird (also auch nicht mehr Ruten).

Der von Dir geschilderte Fall betrifft z. B,. Vereine, die dann Kindern einen Erlaubnisschein verkaufen wollen (selbständig angeln unter Aufsicht) .
Und das bedeutet eben in keinster Weise, dass eine Prüfung allgemein notwendig wäre, da ist das Gesetz eindeutig und glasklar. .
Antworten
Na wenn das so ist, dann sind die Unklarheiten beseitigt.
Antworten