KOMMENTAR

750 teaser angeln freiheit


Angeln ist viel mehr als nur Fische fangen?
Richtig!
Für viele Angler ist es einfach ein kleines Stück persönlicher Freiheit in einer inzwischen - für viele so empfunden -  von der Wiege bis zur Bahre durchregulierten und verbürokratisierten Welt.

Es gibt immer mehr Einschränkungen, Regeln, Gesetze und Verordnungen (nicht nur) für Angler. Dennoch kenne sicher nicht nur ich, sondern (fast) jeder Angler dieses Gefühl der Freiheit das man empfindet, wenn man am Wasser die Rute zusammen steckt zum Angeln. Plötzlich ist man als Angler wieder man selbst als Mensch:
Es gibt das Wasser, den Fisch und einen selbst - sonst nichts...

Auch angesichts der ganzen Regeln, Gesetze und Verordnungen (und die in jedem Bundesland anders). Dies alles fällt bei mir ab, sobald ich am Wasser stehe und die Angel auswerfe. Und Ja! Unter anderem deswegen kämpfe ich auch gegen immer mehr unsinnige Regeln, Verbote und Einschränkungen für Angler. Für ein kleines bisschen Freiheit auch für kleine Leute...

Umfragen und Diskussionen bestätigen den Freiheitswunsch der Angler

In einem Artikel der Märkischen Allgemeinen Zeitung über den Zustand der Elbe bei Prignitz, Die Elbe ist wieder reicher an Fisch, gibt es neben viel Lesenswerten um die da gemachten Untersuchungen zu Fischbestand und Gewässeranbindungen auch einen letzten Absatz, der mich zu diesem Kommentar veranlasst hat:

Das Angeln als eine letzte Freiheit
Doch in den Diskussionsrunden der verschiedenen Angelvereine wurde noch etwas anderes deutlich. „Da ging es darum, dass die Vereinsmitglieder kritisch die vielen Einschränkungen und Verbote sehen und sich fragen, ob – wenn es so weitergeht – ihre Enkel überhaupt noch an der Elbe angeln dürften, da es immer mehr Betretungs- und Angelverbote gibt. Für die Menschen ist das Angeln an der Elbe noch „die letzte Freiheit“, wo man Entspannung und Erholung finden sowie die Natur genießen kann.“

Verantwortlich für diese Erkenntnis zeichnet Marin Rayanov von der Technischen Universität Berlin. Er untersuchte die Haltung von Anglern zu Entwicklungsmaßnahmen in Flussauen und deren Umfeld um die Belange von Angelnden bei der Bewertung bereits stattfindender Veränderungen sowie bei weiteren Planungen stärker zu berücksichtigen. Es gab dazu sowohl Online-Umfragen wie auch Gruppendiskussionen. Letztere wurden laut MAZ-Artikel „im Raum Perleberg, Wittenberge und Lenzen sowie länderübergreifend in Schnackenburg und Dömitz ausgeführt“. Neben anderen interessanten Details war es dann vor allem das Zitat zum Angeln als einer letzten Freiheit, die den Artikel dann auch abgeschlossen hat.

Und ich kann es nur für mich bestätigen:
Man hat endlich ein paar Minuten oder Stunden Zeit, eventuell sogar ein Wochenende. Man steht am Wasser, hat je nach Angelmethode sein mehr oder weniger umfangreiches Angelgerät und Zubehör an den Angelplatz geschafft oder macht sich bereit zu einer kleinen Tour mit der Spinn- oder Fliegenrute...

  • Man blickt übers Wasser, saugt die Luft ein und montiert die Rute und beködert sie.
  • Man wirft das erste Mal aus...
  • Weit weg sind plötzlich Stress, Ärger im Büro oder mit der Familie oder die ständig mehr werdenden Einschränkungen für Angler.
  • Der erste Wurf und kein Gedanke mehr an Stress, Einschränkungen und Ärger.
  • Ein ganz kleines, persönliches Stück Freiheit, das ich weiter geniessen können will...

Wie lange sind Angler noch frei?

Überall werden Angler von verschiedensten Seiten eingeschränkt, reguliert, gemanaged. JEDE Einschränkung und Regulierung ist natürlich zuerst einmal ein Verlust von Freiheit. Auch wenn das mit bester Absicht und guten Gründen geschieht. Das Problem ist, dass es so viele Gesetzgeber, Ministerien, Behörden, Bewirtschafter, Verbände und Vereine gibt, die alle immer mehr oder weniger gute Gründe haben, Anglern etwas zu verbieten. Oft genug ziehen Angler mit (Schonmaße, Fangbeschränkungen etc.), gerade wenn es vor Ort entschieden wird. Je weiter weg vom praktischen Angler an der Basis entschieden wird, desto schwieriger wird es mit der Akzeptanz.

Zum Beispiel wenn mit guten Willen gemachte Naturschutzvorgaben aus der EU kommen (z. B. Natura2000), die eigentlich auch Anglern helfen könnten. Wenn sie richtig umgesetzt werden würden.
Dann sind es verschiedenste Interessengruppen in Deutschland, die dann oft das Kind mit dem Bade ausschütten und verbieten und einschränken auf Teufel komm raus – oft genug eben auch Angler.
Denn die sind mit den schwachen Naturschutzverbänden der organisierten Sport- und Angelfischerei leichtes Opfer und müssen oft genug als Sündenbock für andere herhalten.

Die Angelverbote in den AWZ (Fehmarnbelt etc.) während andere Nutzer (von Fischerei bis Förderung von Bodenschätzen oder dem Bau des Fehmarnbelttunnels) nicht oder kaum beeinträchtigt werden, sind da nur ein Beispiel. Der Anglerverband Niedersachsen ist beispielsweise auch im Kampf gegen unzählige von den Landkreisen geplanten Angelverboten und Einschränkungen, die im Rahmen von Natura2000 – Schutzgebietsausweisungen teilweise sogar ohne Besichtigungen vor Ort, nur nach Kartenmaterial verhängt wurden.

Die im Artikel der MAZ gestellte Frage von den Anglern in den Diskussionsrunden, ob angesichts der vielen Verbote „ ihre Enkel überhaupt noch an der Elbe angeln dürften“ ist daher sicher nicht unberechtigt.

Sind Angler also Freiheitskämpfer?

KEIN vernünftiger Mensch wird den Kampf für ein weniger bürokratisches Angeln in einem verbürokratisierten und anglerfeindlichen Deutschland (was Gesetzgeber, Behörden, Schützer und viele Verbände angeht) ernsthaft mit dem lebensbedrohenden Freiheitskampf eines politischen Widerstandes in Diktaturen vergleichen wollen.

Aber JEDE Freiheit, die genommen wird, ist ein Stück des Weges in eine unfreiere Welt. Auch so eine kleine persönliche wie das Freiheitsgefühl, das nicht nur ich beim Angeln empfinde, sondern das laut MAZ-Artikel in Diskussionsrunden bei vielen Anglern festgestellt wurde.

Ich versuche daher die positiven Wirkungen des praktischen Angelns für Menschen, Gesellschaft, Kultur, Tradition, Ökonomie und Ökologie heraus zu stellen, statt Gefahren und Risiken, um damit wenigstens ein kleines Gegengewicht zum allgegenwärtigen Alarmismus zu jeder Art der Naturnutzung zu setzen, die in Gesellschaft und Medien immer mehr Raum bekommt.

Nicht nur, weil Angeln einfach Spaß macht!

Sondern auch und gerade, weil Angeln ein LETZTES und KLEINES STÜCK FREIHEIT in einer letztlich von der Wiege bis zur Bahre durchregulierten und verbürokratisierten Welt ist.

Irgendwie ist man als Angler eben doch auch (ein ganz kleiner) FREIHEITskämpfer!

Venceremos!


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