kopflampen taschenlampen angeln

Was ist denn das für ein Teil? Die Frage bekomme ich doch recht häufig gestellt, wenn ich draußen im Dunklen mit „mobiler Beleuchtung“ unterwegs bin. Eine „Funzel“, wie mein Herr Vater immer dazu zu sagen pflegt. Naja, „Funzeln“ sind das nicht wirklich. Mein Nachbar fragt mich jedes Mal, wenn wir uns bei der abendlichen Hunderunde begegnen, ob ich hier den Notlandeflugplatz ausleuchten wollen würde. Auch das ist sicherlich übertrieben, kommt der Realität aber schon näher, als die scherzhafte Bezeichnung meines alten Herren. Häufig findet man die Frage, was man denn für eine Lampe benötigen würde. Welche sei „die Richtige“? Pauschal lässt sich das natürlich nicht beantworten, ich versuche aber mal aus rein praktischen Gesichtspunkten ein paar verschiedene Modelle von Taschenlampen, Kopflampen sowie Campingplampen und deren „Energiequellen“ vorstellen.


haufen 750 stirnlampe kopflampe taschenlampeDas Angebot für Angler an Lampen, Leuchten, Stirnlampen und Taschenlampen ist riesig - Autor Frank Völkle bringt Licht ins Dunkel.

Mobile Beleuchtung: Austauschbare Akkus sind Pflicht

Bevor wir uns die einzelnen Modelle anschauen, möchte ich an dieser Stelle noch kurz darauf hinweisen, dass ich mich hier ausschließlich mit Lampen beschäftige die austauschbare Akkus besitzen. Dieser Hinweis ist wichtig, da es mittlerweile auch sehr viele Modelle gibt, die einen fest eingelöteten Akku haben, der dann zum Beispiel über eine USB-Schnittstelle und ein entsprechendes Ladegerät geladen wird.

Der entscheidende Vorteil von Lampen mit austauschbaren Akkus liegt natürlich auf der Hand: Man kann einen leeren Akku mit wenigen Handgriffen gegen einen vollen austauschen und so aus einer "leeren" wieder eine "volle" Lampe machen. Bei fest verbauten Akkus hat man zudem das Problem, damm man sie im Falle eines Defekts natürlich auch nicht einfach ersetzen kann.  Ist ein fest eingebauter Akku oder (noch ärgerlicher) die Ladebuchse defekt, muss eine neue komplette Lampe angeschafft werden.

Taschenlampen für den Angler

Ja, ich höre es schon "Ich hab doch eine Kopflampe! Wozu braucht man denn heute noch normale Taschenlampen?".  Nun, eine ganz gewöhnliche Taschenlampe hat den Vorteil dass man sie mit der Hand bedient und somit natürlich deutlich flexibler agieren kann als mit dem Kopf. Für den Weg vom Auto zum Angelplatz ist eine gewöhnliche Taschenlampe beispielsweise sehr sinnvoll. Gerade in schwerem Gelände kann man so den Nahbereich vor den Füßen ausleuchten ohne ständig den Kopf unnatürlich senken zu müssen. Je länger die zurückzulegende Wegstrecke ist, desto mehr wird es euch eure Nackenmuskulatur danken. Abgesehen dient sie ganz profan als Backup-Lösung. Denn es ist immer sinnvoll 2 Lampen beim nächtlichen Angelausflug dabei zu haben. Sollte eine Lampe am Angelplatz kaputt oder verloren gehen muss man ja auch irgendwie wieder zurückkommen.

Robust und Günstig: Taschenlampen für den Outdoor Einsatz!

Nachfolgend möchte ich euch 3 Taschenlampen vorstellen. Wie fast alle Lampen, kommen diese drei Modelle aus China. Sie sind allerdings keine etablierten „Markenprodukte“, wie Leuchten von Nitecore, Fenix, Maglite und und und. Aus genau diesem Grund habe ich mir die Teile auch im Internet geordert. Ich wollte wissen, wie das Preis/Leistungsverhältnis dieser Lampen tatsächlich aussieht. Hot oder Schrott – das ist hier die Frage!

Um großartige „technische Details“ will ich mich dabei gar nicht kümmern (wollen)! Genaugenommen handelt es sich hier um drei LED befeuerte Taschenlampen (von unten nach oben):

  • Thorfire TG06S
  • Crelant 7G3CS
  • Sofirn SP33

taschenlampen 750Taschenlampen sind für Angler immer sinnvoll, auch zusätzlich zu Zeltleuchten und Kopflampen


Thorfire TG06S

350 thorfire angler taschenlampe
Die „kleinste“ in der Runde wird mit Batterie/Akku der Größe 14500 betrieben. Ähm, wat is dat? Okay, kleiner „Ausflug“, der später noch ergänzt wird… 14500 bedeutet zunächst einmal nichts weiter, als dass diese „Rundzelle“ ca. 14 mm Durchmesser und eine Länge von ca. 50 mm hat. Spannung, Kapazität und System/Chemie sind dabei irrelevant. Vielen wird jedoch dieses Format als „(L)R06“, „Mignon“ oder „AA“ bekannt sein.

Als „normale Batterie“ hätte dieses Ding in Alkali oder Zink/Kohle-Ausführung 1,5 V, als Nickel-Metall-Hybrid-Akku (NiMH) 1,2 V und als Lithium-Ionen-Akku (Li-Ionen) 1,5 V oder 3,7 V. Die Kapazität (angegeben in Milli-Ampere-Stunden (mAh)) dieser Energiequellen ist sehr unterschiedlich. Die „normalen“ Mignons mit Zink-Kohle oder Alkali-Mangan liegen zwischen 900 mAh bis 2.500 mAh; NiMH-Akkus bewegen sich zwischen rund 1.800 – 2.800 mAh; 1,5 V Li-Ionen-Akkus haben zwischen 1.600 mAh und 2.000 mAh; 3,7 V Li-Ionen-Akkus liegen bei 700 mAh bis 900 mAh.

Das Tolle an diesem Modell: man kann sie mit allem füttern, was reinpasst! Sprich sowohl die normale 1,5 V Mignon als auch die 1,2 V/1,5 V Akkuzelle oder eben der 3,7 V Akku funktionieren. Und das ist für die Größe dieses Lämpchens sehr beachtlich!

An Leuchtkraft bzw. Helligkeit stehen maximal rund 500 lm (Lumen) zur Verfügung. 3 weitere Modi bieten augen- und akkuschonendere Helligkeit. Über einen Stroboskop-Modus (Blitzlicht / Flackerlicht) verfügt sie ebenfalls. Lichtausbeute und Leuchtdauer fallen je nach gewähltem Modus entsprechend unterschiedlich aus. Der jeweilige Modus wird über den Schalter in der Endkappe ausgewählt.


Crelant 7G3CS

crelant 7g3cs angler taschenlampe
Die nächstgrößere ist die Crelant 7G3CS. Bei diesem Modell handelt es sich um die sogenannte „warmweiße“ Ausführung (ca. 3.000 Kelvin). Sprich diese LED hat einen höheren Gelbanteil wie das kalt- (ab 6.500 K) oder neutralweiße Licht (ca. 4.500 K). Vorteil dessen: man hat besseren Kontrast und kann so etwas mehr Details erkennen. Leider ist dieses Modell nicht mehr zu bekommen und man muss sich mit der kaltweißen Variante begnügen.

Bestücken kann man sie auf zweierlei Arten. Entweder man packt einen Li-Ion-Akku der Größe 18650 (3,7 V; ca. 18 mm x 65 mm) oder zwei Akkus vom Format 16340 (3,7 V; ca. 16 mm x 34 mm). Worin liegt der Unterschied? Auch wieder Helligkeit und Leuchtdauer. Die maximale Lichtausbeute von ca. 960 lm wird mit 2 x 16340 und entsprechend rund 7,4 V erreicht. Allerdings ist die Kapazität deutlich geringer als die eines 18650, wodurch auch die Dauer deutlich geringer ausfällt. Zum Vergleich: 18650 gibt es von rund 2.000 mAh bis 3.600 mAh; die 16340er liegen zwischen 750 mAh und 900 mAh.

Sie verfügt über 2 verschiedene Helligkeitsstufen, einen Stroboskop- und SOS-Modus, die jeweils über den seitlichen Knopf angesteuert werden können. Am Endkappenschalter lässt sie sich nur ein- und ausschalten.


Die größte und stärkste Lampe aus diesem Trio ist die Sofirn SP33. Betrieben wird sie entweder mit einem Akku 18650 (benötigter Adapter-Ring liegt bei) oder einem 26650 (26 mm x 65 mm). Beide Akkus verfügen über eine Grundspannung von 3,7 V, unterscheiden sich aber in kapazitiver Hinsicht. Wie bereits beschrieben, liegt die Kapazität bei 18650ern zwischen 2.000 mAh und 3.600 mAh. Die 26650 beginnen bei rund 3.200 mAh und enden aktuell bei ca. 5.500 mAh.

Im sogenannten „Turbo-Modus“ bringt diese Lampe ordentliche 2.500 lm heraus. Allerdings nicht all zu lange, da die Wärmeentwicklung der LED auf dieser Stufe doch recht ansehnlich ist. Daher regelt sie sich automatisch nach einer gewissen Weile auf die zweite Stufe (ca. 1.000 lm) wieder runter. Zusätzlich stehen noch 2 weitere Helligkeitsstufen sowie ein Stroboskop zur Verfügung.

Alle drei Modelle sind, was die Größe betrifft, recht unterschiedlich, was sich hauptsächlich in der Leuchtdauer durch die unterschiedlichen Akkus widerspiegelt. Gemeinsam ist aber eine starke Leuchtkraft, denn schon die kleinste der drei ist vollkommen ausreichend, um im Notfall den Nachhauseweg im Dunklen zu finden und nicht über irgendwelche Stöcker und Steine stolpern zu müssen.


Welche Stromquellen für Taschenlampen für Angler?

Für den Einsatz unterwegs empfehle ich ganz klar Lampen mit einem Li-Ionen-Akku der Größe 18650. Sie sind m. E. noch handlich, nicht zu groß und bieten dafür eine anständige Kapazität. Sie haben kaum Selbstentladung und benötigen daher auch weniger Aufmerksamkeit, als beispielsweise die NiMH-Fraktion. Wer dann noch auf permanente Maximalhelligkeit verzichtet, kommt so recht entspannt durch die dunkle Zeit.

Die kleineren Taschenlampen mit 14500er Akkus betriebenen Lampen sind eher für den Gelegenheitseinsatz, um fix mal was auszuleuchten. Sie passen in jede Hosentasche (oder Handtasche) und sind ideal, um den Autoschlüssel oder das Haustürschloss zu finden. Im Zweifel sind sie, wie schon beschrieben, aber auch mal dafür geeignet, im Dunklen den richtigen Pfad einzuhalten. Wer kein Pack- oder Mengenproblem hat, ist sicher auch mit den größeren Lampen bestens bedient. Für Mehrtagesausflüge am Wasser sorgen sie entsprechend für viel Licht und länger Licht am Platz.

Stirnlampen und Kopflampen für Angler

kopflame stirnlampe angler petzl nitecoreIdeal geeignet für Angler: Kopflampen mit Akku

Nicht nur für die Hand, auch für den Kopf werden Lampen immer häufiger mit Li-Ionen-Akkus angeboten. Der Vorteil von Lampen die man auf dem Kopf trägt ist natürlich ein ganz praktischer: Man hat die Hände frei. Beim Angeln ist das natürlich extrem praktisch und nahezu jeder Angler dürfte eine Kopflampe besitzen.  Nachfolgend möchte ich euch zwei Modelle aus eher renommierten Häusern vorstellen:

  • Nitecore HC50
  • Petzl Actik

Nitecore HC50/HC60

Nitecore HC50 Kopflampe

Schon lange bei mir im Einsatz ist die Nitecore HC50 (Nachfolger ist die HC60). Sicherlich durch die Vollmetallbauweise und dem benötigten 18650 Akku kein Leichtgewicht, aber durch das Kopfband durchaus angenehm zu tragen.

Die Ausstattung spricht für sich: 5 Helligkeitsstufen bis ca. 750 lm plus zusätzlichem Rotlicht sind für nahezu alle Gegebenheiten mehr als ausreichend. Ich glaube, man darf dieses Ding durchaus als „unkaputtbar“ einstufen…


Deutlich leichter, aber auch meines Erachtens deutlich weniger robust, ist die Petzl Actik. Sie bietet den Vorteil, dass man sie entweder mit 3 x AAA-Batterien (1,5 V), NiMH-Akkus (1,2 V) oder einem speziellen Li-Ionen-Akku von Petzl („Core“) betreiben kann. Der Akku bringt im Vergleich zu den Einzelzellen zwar etwas weniger Leuchtdauer, hält aber die Intensität wesentlich länger konstant aufrecht.

Diese ist in drei Stufen bis 350 lm plus Rotlicht wählbar. Kurzer Hinweis, da mich das auch kurz verwirrt hatte: es gibt noch eine „Actik-Core“, die von Haus aus mit einem Core-Akku ausgestattet ist. Neben diesem Unterschied ist sie noch mit einer stärkeren Lichtausbeute von 450 lm ausgerüstet worden.


Gewicht und Ausstattung bei Kopflampen für Angler

Die Kopflampe, sicherlich die wichtigste Lampe um im Düstern mit freien Händen herumfriemeln zu können, darf meinetwegen ruhig etwas schwerer daherkommen, wenn die restlichen Eigenschaften dazu passen. Konkrete Ausstattungsmerkmale für eine ideale Kopflampe zum Angeln sind aus meiner Sicht:

  • Wechselbare LI-Ionen Akkus
  • Wasserdicht
  • Stabiles Gehäuse
  • Rotlicht-Modus

Daher ist für mich die HC50 ganz eindeutig erste Wahl und wird, wenn notwendig, nach heutigem Stand auch immer durch ein entsprechendes Modell ersetzt werden. 
Besonders wenn man zu zweit oder mit mehreren Leuten unterwegs ist, ist der Rotlicht-Modus ein Segen. Man blendet sich damit kaum gegenseitig und behält die eigene Nachtsicht dennoch aufrecht, was das Zurechtfinden im Dunklen durch „Rest- und Streulicht“ (Mond, nahgelegene Städte) erleichtert.

Nicht blenden lassen - Monsterlampen meist überdimensioniert!

"Viel hilft viel" ist ein Motto an dem scheinbar auch fernöstliche Hersteller von Kopflampen ihre Freude haben. Seit einiger Zeit werden bei Amazon, Ebay und Co. mobile Kopf-Scheinwerfer angeboten. Also Kopflampen mit bis zu 8 LEDs und unglaublichen 18.000 Lumen Leuchtkraft.

750 flutlicht stirnlampe

Ein solches "Lämpchen" habe ich mir einmal aus reiner Neugier inklusive vier Akkus und integrierter Ladefunktion für unter 20 Euro gekauft.
Ich wollte wissen, wie wahnwitzig diese Dinger tatsächlich sind. Und wahnwitzig trifft es meines Erachtens recht gut. Die Angabe von 18.000 lm sind wohl leicht übertrieben.
Man kann aber tatsächlich alle 8 LEDs gleichzeitig anschalten und man macht die Nacht zum Tage.

Wobei für mich bei nüchterner Betrachtung einzig und allein die beiden kleineren Lichtauslässe sinnvoll sind. Sie bieten ein weisses Streulicht in 2 Helligkeitsstufen sowie ein, wie ich finde, sogar recht ordentliches Rotlicht für den Nahbereich.

Die anderen 6 LEDs sind für meinen Geschmack leicht überflüssig und werden dauerhaft unnütz auf dem Kopf herumgetragen. 
Achja – warum eigentlich vier Akkus? Weil gleichzeitig 2 davon im Einsatz sind!

Wer also während des Angelns tatsächlich als mobile Flugfeldbeleuchtung tätig sein möchte, oder seinen lokalen Fußballverein als Reserveflutlicht unterstützen will, ist mit diesem „Ding“ bestens aufgestellt. Wem es um den praktischen Nutzen einer Kopflampe geht, der wird mit einer einfachen Kopflampe in guter Qualität mit Sicherheit glücklicher.


Platz- und Zeltbeleuchtung im Angelcamp

oldschool 750 anglerlampePetroleumlampe - gemütlich aber heiß und feuergefährlich

Für die Nachtangler oder Langzeitansitzer ist nicht nur die mobile Beleuchtung wichtig, auch im Zelt oder am Platz direkt ist ein Licht durchaus sinnvoll – und sei es als Orientierungspunkt. Die gute alte Petroleumleuchte, wie z. B. die Feuerhand 276, ist sicher eine exzellente Wahl, wird aber durchaus heiß. Bei Einsatz von Bivvys aus modernen Kunststoffen ist das ein sehr großer Nachteil. Auch dauert es eine Weile, bis sie abgekühlt und transportfähig ist.

Campingleuchten mit Standardbatterien gibt es in verschiedensten Ausführungen. Selbstverständlich auch mit LED. Modelle mit standardisierten Li-Ionen-Akkus sind in den letzten Jahren jedoch auch im Kommen und bei renommierten Herstellern, wie z. B. LED-Lenser oder Fenix im Sortiment. Aber ich bin ehrlicherweise zu geizig und habe ebenfalls hier zwei günstige Modelle im Internet erstanden. Beide werden mit 18650er Li-Ionen-Akkus – wie man merkt ist das mein Lieblingsakku - bestückt, wobei auch der Betrieb mittels Adapter und 3 x AAA-Batterien möglich ist. Nachfolgend eine kurze Vorstellung dieser Lampen.

angelzelt platzleuchten 750Camping-Leuchte Modell „WEN-1909-GB-121“ und T6 „VS-0510“. 


T6 „VS-0510“

350 t6 angler taschenlampe

Für die Ausleuchtung des Camps und Bivvys sind die LED-befeuerten Campingleuchten in Sachen Handling unschlagbar. Eine großartige Empfehlung kann ich an dieser Stelle nicht wirklich geben, da man nicht viel „falsch“ machen kann. Ein wenig auf Ausstattung, wie z. B. magnetische „Füße“, Haken, Ösen, Leuchtmodi achten und für relativ schmalen Taler braucht man sich nicht mehr über Sucherei im Dunklen ärgern.

Einige Modelle, wie z. B. auch die T6 sind „Kombileuchten“, sprich Taschenlampe/Scheinwerfer und Platzbeleuchtung in einem, wobei für mich an dieser Stelle die Umgebungsausleuchtung an erster Stelle steht. Den Modus mit rot-blau-blinkenden LEDs braucht sicher niemand wirklich, von daher lass ich den auch mal außen vor!


„WEN-1909-GB-121“

platzleuchte hi zum ANGELN750
platzleuchte redlight ANGELN 750

Vorteilhaft bei der „WEN“ sind Funktionen wie starkes herunterdimmen und Rotlicht, was zur Orientierung locker ausreicht, jedoch die eigene Nachtsichtigkeit auch hier nicht beeinträchtigt.

Auch werden Insekten gar nicht bzw. deutlich weniger von rotem Licht angezogen, was in lauen Sommernächten am Wasser die Belästigung durch stechende Insekten auf ein Minimum reduziert.

Sie ist daher von mir auch bevorzugt im Gebrauch, während die T6 eher als kleiner Notbehelf in der Tasche weniger Platz einnimmt. Diese Lampe ist bei mir schon recht lange im Einsatz und musste leider vor Kurzem ersetzt werden.


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Warum Lithium-Ionen-Akkus für die Anglerlampe?

Nun, ich bin sicher, dass viele Angler nicht nur „Schönwetterfetischisten“ sind, sondern bei Wind und Wetter und auch kühleren Temperaturen am Wasser sind. Kühlere Temperaturen sind in unseren Breiten durchaus mit weniger Tageslicht verbunden.

„Normale“ Batterien und NiMH-Akkus machen da schon mal schnell schlapp – kennen die Autofahrer ja durchaus aus von der Starterbatterie im Winter, die genau dann den Geist aufgibt, wenn man zum Sonntagsessen zu den (Schwieger)eltern fahren will… NiMH-Akkus funktionieren bis knapp über 0° C. Dabei muss aber beachtet werden, dass sie durch Wind durchaus unter die Außentemperatur gedrückt werden können. Daher kann es bereits ab 5° C – 7° C zu deutlichen Kapazitätsverlusten kommen. Li-Ionen-Akkus, in der Regel korrekterweise mit vollständiger Bezeichnung Lithium-Cobaltdioxid-Akku, hingegen sind bis -30° C einsatzbereit und dürften damit weit unterhalb des Wohlfühlbereichs selbst der härtesten Petrijünger voll funktionsfähig sein. Daher gehe ich schwerpunktmäßig auch auf diesen Typ ein und vernachlässige einmal die anderen Bauweisen. Ebenfalls großer Vorteil: es gibt keinen „Memoryeffekt“. Die Akkus haben über ihre komplette „normale“ Lebensdauer (zwischen 500 und 1.000 Ladezyklen) eine nahezu gleichbleibende Kapazität.

akkus 750 kopflampfen taschenlampenAuch für Angler wichtig: Der richtige Akku für Kopflampfen, Zelt- und Campingleuchten

Ein Nachteil von Li-Ionen-Akkus ist sicherlich vielen durch die Presse bekannt: sie sind durchaus reaktionsfreudig und können Brände auslösen oder gar explodieren. Aber – trotz dieser Gefahren sind Li-Ionen-Akkus bei richtigem Umgang sicher und durch die häufige Wiederverwendbarkeit normalen Einwegbatterien immer dann vorzuziehen, wenn es möglich ist! Auch sollte man sie nicht unbedingt in die Batteriebox beim Supermarkt zur Entsorgung einwerfen, sondern beim Wertstoffhof oder Verkäufer (Rücknahmeregel) abgeben.

VorteileNachteile
  • Höhere Spannung > i. d. R. höhere Kapazität
  • Nahezu volle Kapazität bei niedrigen Temperaturen (bis -30° C)
  • Kein Memoryeffekt
  • Kaum Selbstentladung > lange lagerfähig ohne Nachzuladen
  • Teurer in Anschaffung
  • Gelten als „gefährlich“
  • (Noch) nicht im „normalen“ Einzelhandel erhältlich

Welche Li-Ionen Akkus sind zu empfehlen?

Meistens werden zusammen mit der Lampe auch gleich Akkus mit ausgeliefert. Man braucht also erstmal keine zusätzlichen Akkus.

Bei besonders günstigen Angeboten kann man sich vielleicht schon denken, dass die mitgelieferten Akkus meistens nicht die Top-Modelle sind. In der Regel sind diese Akkus schon in Ordnung - sie funktionieren  und sind auch sicher, versprechen aber gerade bei der Kapazität oft deutlich mehr als dann wirklich drinsteckt.  Mir sind schon Akkus mit einer Wahnsinnskapazität unter die Augen gekommen. 18650er mit 6.500 mAh oder gar 8.000 mAh werden ab und an versucht zu verkaufen. Und ich fürchte an dieser Stelle, dass es sogar gelingt - hier etwas aufzurüsten, muss kein Fehler sein. Weitere Gründe für einen Kauf zusätzlicher Akkus kann natürlich auch eine "Kapazitätserweiterung" sein. Gerade wenn man mehrere Nächte beim Angeln unterwegs ist, sind Ersatz-Akkus durchaus hilfreich.  

Wer sich an (inzwischen) namhaften Herstellern orientiert (Sony (Murata), Nitecore, AW, Soshine, Panasonic, Sanyo, Xtar, Enerpower, Fenix oder Samsung ) erhält ordentliche Akkus.

  Richtiger Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus

Richtiger Umgang? Kann man denn was falsch machen? Ja – man kann. Und vielen ist das so gar nicht bewusst… Nicht nur niedrige Temperaturen schränken die Einsatzbereitschaft ein, auch zu hohe Temperaturen führen zu verstärkten Alterungserscheinungen und lösen Defekte aus, die dann wiederum zu verheerenden Folgen führen.
Es heißt, bis 60° C liegt der „erlaubte“ Temperaturbereich. Sonneneinstrahlung beispielsweise führt ganz schnell in solche Bereiche, die für den Akku als schädlich gelten. Das Smartphone einfach so in der Sonne auf dem Terrassentisch liegen zu haben, ist also im Zweifel nicht besonders gut. Auch bei der Lagerung an sich muss man nicht nur auf die Umgebungstemperatur achten, sondern auch darauf, dass es nicht zu Kurzschlüssen innerhalb der Zelle kommt. Das heißt, die Pole müssen entweder „abgeklebt“ werden, oder man packt sie in kleine Boxen, die es in entsprechender Größe zu kaufen gibt.

Akku Ladetechnik

Für Li-Ionen-Akkus benötigt man in der Regel spezielle Ladegeräte. Ausnahmen bilden hier Geräte wie Smartphones, Notebooks, Tablets oder sogar Taschenlampen mit integrierter Ladetechnik, so dass in der Regel nur per USB oder anderem Stecker Strom zugeführt werden muss.

Auch der Core-Akku von Petzl ist eine Ausnahme. Er hat ebenfalls einen USB-Anschluss und kann so problemlos geladen werden.

ladegeraete 750 fuer kopflampeWer Akkus hat, braucht auch Ladegeräte

Die Rundzellen (14500, 16340, 18650, 26650) kann man mit einem externen Ladegerät aufladen. Bei vielen Taschenlampen wird ein sehr einfaches Ladegerät mitgeliefert. Wer mehrere Akkus und Taschenlampen im Einsatz hat, für den macht ein separates, gutes Ladegerät aber auf jeden Fall Sinn. Hier sollte man, falls man eine Lampe mit „dicken“ 26650ern hat, darauf achten, dass diese vom Ladegerät auch aufgenommen werden können - ansonten reicht auch eines für die 18650er Akkus. 


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Die Intelligenz der Geräte lädt die Akkus vollautomatisch und schaltet bei Erreichen der vollen Kapazität in den sogenannten Ladungserhaltungsmodus. Heißt nichts weiter, als dass die Akkus sich nicht selbst entladen, wenn sie im Gerät verbleiben. Sie werden nicht überladen und können nicht beschädigt werden.

Diese Funktion ist bei einigen Akkus auch elektronisch integriert. Diese haben dann zumeist den Zusatz „PCB“ (Printed Circuit Board = gedruckte Leiterplatte), die die Schutzfunktion ausweist. Diese Schutzelektronik verhindert unter anderem Beschädigungen durch falsches Einlegen („Verpolen“), zu hohe Lade- und Entladeströme durch die Verbraucher sowie Tiefentladung. Die Nachteile liegen dabei bei etwas größeren Außenmaßen, was dazu führt, dass sie nicht in jedes beliebige Gerät passen, sowie eine etwas geringere Kapazität und höherem Preis. Ordnungsgemäß gelagerte, geladene und behandelte Akkus bedürfen in der Regel keinem zusätzlichen Schutz, sofern im Verbraucher auch eine entsprechende Schutzelektronik integriert ist.


Kleiner Exkurs in Sachen Spannung, Strom und Kapazität

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, das hier komplett auf den alltäglichen Praxiseinsatz zu beziehen und nur das notwendigste an Technikschnickschnack zu bringen. Klappt auch bislang ganz gut, denn auf Einzelheiten, welche LED mit welchen Eigenschaften, Vor- und Nachteilen eingebaut ist, ob der Reflektor ein 100% runden Kreis abbildet oder oder oder – alles m. E. für den Einsatz draußen vollkommen irrelevant. Aber um eine kleine Sache komme ich wohl nicht herum, wie ich merke. Mein „Gegenleser“ hat mich darauf hingewiesen, dass das mit „diesen verschiedenen Spannungen“ irgendwie „komisch“ ist… Ächz……

Eine Batterie hat ja nicht, wie die Steckdose, permanent dieselbe Spannung anliegen. Vor allem haben unterschiedliche Batterien auch noch unterschiedliche Spannungen. Das hängt vom chemischen Aufbau und im Zweifel einer integrierten Schaltung zusammen. Daher wird immer eine sogenannte „Nennspannung“ angegeben und auf die Batterie aufgedruckt. Daneben gibt der chemische Aufbau und dessen Physik noch 2 andere Spannungen her: eine „Maximal“- und „Minimal“spannung (Ladeschlussspannung bzw. Entladeschlussspannung). In dieser Bandbreite bewegt sich die Batterie von „neu“ (bzw. beim Akku voll aufgeladen) bis „leer“. Ich will jetzt nicht alle Akkutypen durchgehen, sondern nur die handelsüblichen und gebräuchlichsten, damit man das Ganze halbwegs einschätzen kann.

Batterie- /Akkutyp

Nenn- Spannung

Ladeschluss- Spannnug

Entladeschluss- Spannung

Alkali/Zink-Kohle

1,5 V

1,6 V – 1,7 V fabrikneu

0,9 V – 1,1 V

NiMH

1,2 V

1,4 V – 1,5 V

0,9 V – 1 V

Li-Ionen

3,6 V – 3,7 V

4,2 V

2,5 V

Daneben gibt es noch weitere Ausführungen, die aber im aktuellen Alltag wenig Bedeutung haben – und wer diese nutzt, sollte entsprechend wissen, wie damit umzugehen ist. Hinzu kommt auf Akkus die Angabe ihrer Kapazität. In der Regel wird diese in Milli-Ampere-Stunden (mAh) angegeben, mitunter auch in Watt-Stunden (Wh). Sie bedeutet zunächst einmal nichts weiter, als die Zeit in Stunden, die ein Akku mit 1 mA entladen werden kann. Ein wenig Umrechnerei ist da im Zweifel gefordert, denn die meisten LEDs beziehen zwischen 0,25 A bis zu knapp 3 A. Ein Akku mit 3.400 mAh kann also knapp 3,5 h mit 1 A entladen werden, bevor er leer ist. Die Angabe in Watt-Stunden zeigt an, wie lange eine Leistung von 1 W abgegeben werden kann. Nehmen wir wieder den 3.400 mAh-Akku, so kommt man durch Umrechnen auf ca. 12,2 Wh. Also kann gut 12 h eine Leistung von 1 W abgegeben werden.

Batterie-/ AkkutypKapazität in Wh
14500 Alkali- („Mignonbatterie“)2,7 – 3,3 Wh
14500 NiMH1,9 – 3,4 Wh
14500 Li-Ionen1,8 – 3,2 Wh
18340 Li-Ionen1,6 – 2,7 Wh
18650 Li-Ionen5,4 – 13 Wh
22650 Li-Ionen9 – 19,8 Wh

Die LEDs haben eine Leistung von bis zu 15 W, die aber in „unserer“ Praxis kaum notwendig sind. 3 W bis 10 W sind die Regel, wobei das aber selten angegeben ist. Gebräuchlicher ist die Angabe des Lichtstroms in Lumen, wobei man mit knapp 1.000 lm bereits lockere 100 m ausleuchten kann.

Ja, viele Zahlen - für die Praxis ist nur das Ergebnis entscheidend: Je heller man leuchtet - desto schneller wird der Akku leer. Die meisten Lampen haben deswegen mehere Helligkeitsmodi. Beim Angeln sind auch die "schwächeren" Modi fast immer mehr als ausreichend. Wer eine angepasste Beleuchtung wählt dem wird ein Akku immer für mindestens eine Nacht (oft auch deutlich länger) reichen.


Jetzt drehen wir das mal um: Wir machen den Akku voll und nicht leer. Die Ladegeräte haben dazu meistens mehrere Ladeströme zur Auswahl. Meistens gelten diese für alle Schächte, mitunter lässt sich das aber auch jeweils separat einstellen. Gebräuchlich sind 0,25 A, 0,5 A und 1 A – seltener auch 2 A. Aber welchen sollte man wählen? Generell: falsch ist keiner!
Abhängig sollte man das von der Kapazität des jeweiligen Akkus machen. Lädt man einen 3.400 mAh-Stunden Akku mit 0,25 A auf, so dauert es von „ganz leer“ bis „ganz voll“ im Zweifel über 13,5 Stunden. Mit 1 A sind es entsprechend nur knapp 3,4 h. Ich lade meistens Akkus über Nacht, so dass mir die Zeit relativ gleichgültig ist und wähle 0,5 A. Je „schonender“ ein Akku geladen wird, desto länger lebt er auch. Von daher sind die 0,5 A ein guter Kompromiss zwischen benötigter Zeit und zu erwartender Lebensdauer.


Kleines Glossar rund um Akkus

TypAbkürzungNennspannung /ZelleEinsatzbereich
BleiPb2 VStarterbatterie (Auto)
Nickel- CadmiumNi-Cd1,2 VFernbedienungen, Spielzeug, Werkzeug
Nickel- Metall- HybridNiMH1,2 Vs. o.
Lithium- Eisen- PhosphatLiFePo3,2 VModellbau, Werkzeug
Lithium- Polymer

LiPo

3,8 VSmartphone, Tablet, Notebooks
Lithium- Cobaltdioxid„Li-Ion“ (übliche Bauart)3,6 V – 3,7 VLampen, Werkzeug, Notebooks, Mobiltelefone
Lithium- Cobaltdioxid„Li-Ion“ (übliche Bauart)1,5 V (elektronisch geregelt)Fernbedienungen, Spielzeug
BegriffEinheitBeschreibung
Nennspannung (U)Volt (V)Vom Hersteller festgelegter Wert für die Spannung im Normalbetrieb
LadeschlussspannungVolt (V)Bei Batterien: die Spannung, die sie nach Verlassen der Fabrik hat. Bei Akkus: bis zu dieser Spannung wird der Akku maximal geladen
EntladeschlussspannungVolt (V)Bis zu dieser Minimalspannung kann entladen werden. Danach spricht man von „Tiefentladung“, was einem Defekt gleichkommt
Strom(stärke) (I)Ampere (A)Die Stärke des Stroms, die beim Laden und Entladen fließt
Leistung (P)Watt (W)Das Produkt aus Spannung und Stromstärke (. Gibt in der Regel die Leistung der LED an).
Kapazität(Milli) Amperestunden ((m)Ah)Gibt an, wie lange ein Akku/eine Batterie mit einer Stromstärke von 1 A entladen werden kann
Kapazität(Milli) Wattstunde ((m)Wh)Angabe, wie viel Stunden eine Leistung von 1 W abgegeben werden kann

Mal wieder Amen

Bleibt für mich als Schlusswort nur folgendes zu sagen: Die hier vorgestellten Geräte sind nur als Stellvertreter einer großen Anzahl mindestens gleichwertiger oder sogar besserer Produkte anzusehen. Möge bitte jeder im Zweifel nach eigener Façon handeln und meine Ausführung als Anregung verstehen. Es ist keine Werbung, sondern alles von mir selbst gekauft und mitunter seit vielen Jahren im Einsatz.
Und wie immer der obligatorische Hinweis in eigener Sache. Trotz sorgfältiger aktueller Recherche nach bestem Wissen und Gewissen erhebt dieser Artikel keinen Anspruch auf vollständige Richtigkeit und entbindet den Leser nicht von eigener Verantwortung. Eine Haftung wird kategorisch ausgeschlossen; alle Informationen sind ohne Gewähr.

Frank Völkle


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Kommentare  

Sehr schöner, umfassender, fachlich fundierter und informativer Artikel.
Und wer immer noch nicht genug erleuchtet ist,
den erdet vielleicht unsere passende Glosse dazu:
https://www.netzwerk-angeln.de/angeln/angelszene/410-lampe-oder-brett-vorm-kopf.html
Antworten
Danke für diesen sehr informativen Beitrag!
Antworten